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Software Defined Networks für LAN, WAN, WLAN

Wie können Händler und Integratoren mit SDN Geld verdienen?

| Autor / Redakteur: Dr. Harald Karcher / Sylvia Lösel

Cisco Systems und Hewlett Packard dominieren den Weltmarkt für große Netzwerke seit vielen Jahren. Extreme Networks hat sich binnen 5 Jahren von Platz 13 auf Platz 3 verbessert.
Cisco Systems und Hewlett Packard dominieren den Weltmarkt für große Netzwerke seit vielen Jahren. Extreme Networks hat sich binnen 5 Jahren von Platz 13 auf Platz 3 verbessert. (Bild: Extreme Networks)

Mit Software Defined Network Lösungen soll das Aufsetzen, Verwalten und Überwachen komplexer Netze bald supereasy werden. Doch können Händler mit SDN auch langfristig Geld verdienen? Oder wird ihr tiefes Netzwerk-Wissen schleichend überflüssig, sobald der Hersteller über die smarte Cloud einen direkten Dauer-Draht zum Endkunden aufgebaut hat?

Kein großer Netzwerk-Hersteller kann sich dem Trend zu SDN und Cloud-Managed-Networks entziehen. Wer Lücken im Portfolio hat, kauft SDN-starke Firmen hinzu: Wie etwa Cisco mit Meraki, oder Hewlett Packard mit Aruba.

Weltweit gilt Cisco Systems als Marktführer bei Netzwerken für große Anwender-Firmen, Behörden und Internet-Provider, gefolgt von Netzausrüstern wie HP Enterprise, Extreme Networks, Juniper, Huawei, Arris, Dell, Alcatel-Lucent, Arista, Aerohive, Netgear, D-Link und Ruckus.

Aber auch Lancom Systems spielt unter anderem bei mittleren und großen Firmen, Hotels, Handelsketten und Behörden in der DACH-Region dank des Slogans „Security made in Germany“ eine Rolle.

Cisco

Falko Binder, Head of Enterprise Networking Architecture Germany bei Cisco Systems
Falko Binder, Head of Enterprise Networking Architecture Germany bei Cisco Systems (Bild: Cisco)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Binder: Das Cisco SDN Portfolio umfasst mehrere Lösungen: Cisco Meraki ist Ciscos Plattform für Cloud Managed IT. Cisco ACI - Application Centric Infrastructure - ist Ciscos branchenführende Software-defined Networking-Lösung im Data-Center. Ciscos SDN-Lösungen im Bereich Enterprise Networking sind SD-Access (für Wireless und Wired) und SD-WAN. Beide Lösungen basieren auf dem Intent-based Networking Ansatz von Cisco und sind Bausteine der Digital Network Architecture DNA. SD-WAN basiert zudem auf einer Lösung von Viptela, die Cisco in seine Architektur integriert hat. Dreh- und Angelpunkt hierfür ist DNA Center als Managementplattform.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Binder: Mit Cisco Meraki lassen sich Wireless Access Points, Access und Aggregation Switches, Branch Security, SD-WAN, End Point Security, Security Cameras und Network Performance Monitoring ausrollen, überwachen und verwalten. Mit Cisco ACI last sich die Verwaltung der Datacenter Fabrics managen. SD-Access und SD-WAN decken sowohl WLAN, LAN und WAN ab, also Access Points/Wireless Controller, Switches und Router.

ITB: Wie können Ihre Händler und Systemintegratoren damit Geld verdienen?

Binder: Mit Cisco Meraki lässt sich die komplette IT über ein intuitiv zu bedienendes und cloud-basiertes Dashboard radikal vereinfachen. Dadurch ergeben sich hohe Einsparpotentiale beim Rollout und jahrelangem Betrieb von verteilten IT-Infrastrukturen. Das führt zu höheren Margen auf der Händlerseite. Als zusätzlicher Punkt ergeben sich maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden, die unsere Händler mittels der Meraki APIs mit eigenen Softwarelösungen weiter anreichern können. Mit Cisco ACI, SD-Access und SD-WAN ergeben sich für Händler und System-Integratoren neben der Transformation von Datacenter Fabrics bzw. Campus- und WAN-Netzwerken auch wiederkehrende Software Sales und neue Verdienstmöglichkeiten, z.B. im Dienstleistungsbereich. So sind sie als Partner in der Technologie- und Business-Beratung sowie als Managed Services Anbieter gefragt.

Dell EMC

Alexander Thiele, Director Networking, Dell EMC Deutschland
Alexander Thiele, Director Networking, Dell EMC Deutschland (Bild: Dell EMC)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Thiele: Die Lösung von Dell EMC heißt Smart Fabric. Erst vor kurzem haben wir unser Open-Networking-Lösungsangebot mit neuen Infrastrukturoptionen und Services ausgebaut. Damit unterstützen wir Anwender bei der Bewältigung steigender Netzwerkanforderungen, die sich aus der Digitalen Transformation ergeben. So wurde unser Netzwerkbetriebssystem in der OS10 Enterprise Edition um Smart Fabric Services erweitert, die speziell für Private-Cloud-, hyperkonvergente Infrastruktur- und Storage-Umgebungen entwickelt wurden. Sie vereinfachen und automatisieren die Erstellung, Implementierung sowie die Verwaltung von Rechenzentrumsstrukturen.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Thiele: Mit Smart Fabric lassen sich Datacenter-Fabrics im LAN und die Anbindung zu Software Defined WAN managen.

ITB: Wie können Ihre Händler und Systemintegratoren damit Geld verdienen?

Thiele: Dank Smart Fabric ist es möglich, eine Ist-Aufnahme der „Digital Fitness“ einer IT-Infrastruktur durchzuführen und festzustellen, ob es zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Agilität des Netzwerks einen Bruch gibt. Außerdem lassen sich damit Maßnahmen zur Automatisierung des Netzwerks aufzeigen. Sie erlauben die Durchführung von Proof-of-Concepts und in der Folge ein komplettes Re-Design des Netzwerks.

Extreme Networks

Olaf Hagemann, Director of Systems Engineering DACH bei Extreme Networks
Olaf Hagemann, Director of Systems Engineering DACH bei Extreme Networks (Bild: Extreme Networks)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Hagemann: Das Extreme Management Center („XMC“) bildet das Herzstück unserer Software-Lösungspalette. Das XMC schafft eine holistische Übersicht des Netzwerks vom Endgerät bis zur Applikation über alle Geräte (wired/wireless) hinweg sowie vom Data Center bis zum mobilen Netzwerkzugriff. Mit der neuesten Release-Version sind weitere Funktionen hinzugekommen, wie etwa ein einfacheres Setup durch OneView als Startoberfläche, ein erweitertes Zero Touch Provisioning oder neue Funktionen im Autodiscovery. Zudem verfügt das XMC über eine integrierte ExtremeConnect-Schnittstelle sowie ein erweitertes Reporting und eine vereinfachte Konfiguration.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Hagemann: Generell können sämtliche Geräte jeder beliebigen Gattung, die IP und SNMP (Simple Network Management Protocol) sprechen, in das heterogene Netzwerk-Management eingebunden und verwaltet werden. Zusätzlich verfügt XMC über eine Northbound REST API. In welcher Weise und in welchem Umfang die einzelnen Anwendungen im Netzwerk eingesetzt werden können, wird immer dadurch festgelegt, was die jeweilige Gegenstelle an Schnittstellen und Möglichkeiten anbietet. So können mithilfe des XMC nicht nur die eigenen Extreme Networks Lösungen für LAN- und WLAN-Netzwerke, beispielsweise Switche und Access Points sowie NAC-Lösungen oder Software zur Applikationsanalyse gemanaged werden. Zudem lässt sich das XMC mittels Extreme Connect durch die offene API mit den Lösungen von Drittanbietern integrieren, sodass Kunden Workflows von Drittanbieter-Lösungen einrichten und damit eine ganzheitliche und programmierbare Lösung erstellen können. So können zum Beispiel auch Mobile Geräte über Mobile Device Management-Lösungen unkompliziert integriert werden.

ITB: Wie können Ihre Händler und Systemintegratoren damit Geld verdienen?

Hagemann: Wir glauben, der größte Vorteil von Software Defined Networks steckt im Einsparpotenzial operativer IT-Kosten sowie in der Erhöhung der Agilität der IT. Dies sind starke Verkaufsargumente.

Wir sehen dabei drei wesentliche Einsatzfelder, in denen Händler und Systemintegratoren mit SDN-basierten Lösungen Geld verdienen können. Zum einen bei Cloud Providern, die mit SDN bzw. OpenStack eine automatische Provisionierung und Orchestrierung ihrer Umgebungen durchführen wollen. Zum anderen bei Carrier und Service Providern, die mit SDN und Traffic Engineering eine bessere Auslastung und Steuerung ihrer Infrastruktur erreichen wollen. Ein weiteres Einsatzfeld sind klassische Enterprise Netzwerke, die vor der Herausforderung stehen, die Netzwerkinfrastruktur mit den Applikationen zu integrieren, um ein höheres Maß an Flexibilität, Effizienz, Kontrolle und Sicherheit im Netz zu erreichen.

Zudem unterstützt Extreme Networks mit seinem vor kurzem vorgestellten „Extreme Capital Solutions“ Programm Händler, Systemintegratoren und Kunden mit einer Rundum-Finanzierung für Hardware, Software, Wartungs- und Schulungskosten.

HPE Aruba

Hewlett Packard hat im Frühling 2015 den kalifornischen WLAN-Cloud-Anbieter Aruba für fast drei Milliarden US-Dollar übernommen. Nach einer Konsolidierung der teils überlappenden Netzwerk-Produkt-Spektren von HP Enterprise und Aruba Networks hat der globale IT-Konzern jetzt wieder eine konkurrenzfähige Position im Netz- und WLAN-Markt.

Axel Simon, Chief Technologist bei HPE Aruba
Axel Simon, Chief Technologist bei HPE Aruba (Bild: HPE)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Simon: Wie die Fragestellung bereits suggeriert, gibt es nicht den SDN-Ansatz über alle Hersteller hinweg. Wir als Aruba sehen dies als eine Architekturfrage und nennen sie Mobile First Architektur.

Auf der unteren Ebene befinden sich die Aruba Netzwerkprodukte wie Core und Access Switches, Accesspoints egal ob controllerbasiert, instant oder remote und weitere Hardware Komponenten. Die relevante Ebene für die Beantwortung der Frage ist die Aruba Software, welche sich in mehrere Aufgabenbereiche gliedert: Betrieb, Sicherheit und lokationsbasierte Dienste. Die Schnittstellen zur Hardware sind im wesentlichen APIs, welche die Hardware programmierbar machen, aber auch Funktionen an Produkte anbinden, die von SDN-Lösungen erwartet werden. Mit der Mobile First Architecture lassen sich, ausgehend von der Anwendung, die Anforderungen dafür technisch vollständig lösen – zum Beispiel die Optimierung eines stationären Krankenhausbetriebs. Mit der Lösung kann unter Verwendung von Switching, WLAN und Bluetooth Low Energie alles implementiert werden, was auf einer Krankenhausstation benötigt wird.

Ein wichtiges Feld stellt die Einführung von Machine Learning dar, die es ermöglicht, den Infrastrukturbetrieb zu entlasten. Dies gelingt in Form von Empfehlungen für die Netzwerkgestaltung – stets abhängig von einer sich verändernden Nutzung. Im Bereich Security stellen wir uns den Anforderungen des IoT und steigender Cyberkriminalität mit der Verhaltensüberwachung von Endgeräten und Nutzern durch künstliche Intelligenz und Forensik. Die jeweiligen Plattformen sind Aruba Airwave für on-premise Verwaltung, Aruba Central für Verwaltung aus der Cloud, NetInsight für Machine Learning in der Netzverwaltung, Aruba ClearPass für rollenbasierte Netzzugangssteuerung, Aruba IntroSpect für die Verhaltensüberwachung der Nutzer und Endgeräte und Aruba Meridian für die Navigation, Pushbenachrichtigung und Asset Tracking. Während Aruba Clarity für Ordnung auf der HF-Seite zuständig ist, sorgt das Mobility Master Konzept für eine non-stop Netzwerklösung, die Konnektivität wie Strom ganz selbstverständlich aus der Steckdose liefert. Für die Anbindung und Vernetzung von Standorten ist Aruba SD Branch verantwortlich, womit sich Dienste in Standorte softwaredefiniert liefern lassen und die nötige Hardware vor Ort auf einen Controller reduzieren lässt. Somit werden der WLAN-Controller, der WAN-Router und das WAN-Servicegateway als einzelne Komponenten in einer vereint.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Simon: Die Mobile First Plattform ist eine Lösung für LAN, WLAN, Bluetooth Low Energy und WAN bis hin zu den Softwareplattformen für Betrieb, Lokations- und Nachrichtendienste, Asset Tracking und Security.

ITB: Wie können Händler und Systemintegratoren damit Geld verdienen?

Simon: Die Mobile First Plattform ermöglicht es unseren Partnern, mit den Kunden über deren Anforderungen zu sprechen. Somit wird der Partner für den Endkunden relevanter und wertvoller. Der Nutzen liegt in der besseren Positionierung der Kundenlösung und damit verbunden in der besseren Abgrenzung zu anderen Lösungen und Partnern. Zudem lassen sich vielfältigere Dienstleistungen einbinden und damit attraktive Projekte realisieren. Das Aruba Ökosystem ergänzt durch Herstellerunabhängigkeit dabei in idealerweise das Portfolio, sodass sich nahezu jegliche Kundenanforderung abdecken lässt und unsere Partner keine Projekte liegenlassen müssen. Die Aruba Vertriebsorganisation arbeitet grundsätzlich mit Partnern direkt beim Endkunden zusammen und unterstützt das Geschäft mit Vertriebsmitarbeitern und System Engineers flächendeckend und segmentspezifisch.

Huawei

Henning Czerny, Vice Director of Networking Solution Sales, Enterprise Business Group, Huawei Technologies Deutschland
Henning Czerny, Vice Director of Networking Solution Sales, Enterprise Business Group, Huawei Technologies Deutschland (Bild: Huawei)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Czerny: Huawei kann schon heute SDN im kompletten Netzwerk von Ende zu Ende realisieren. Hierzu gibt es mehrere Lösungen. Huawei Cloud Fabric ist unsere Datacenter Infrastruktur für Cloud Rechenzentren. Die Lösung skaliert flexibel vom SME bis zum Rechenzentrum mit 50k+ Servern. In Verbindung mit unserem Agile Controller (SDN-Controller) lässt sich so eine voll automatisierte Infrastruktur realisieren.

Mit Super-Virtual-Fabric (SVF) können wir das Netzwerk eines kompletten Rechenzentrums virtualisieren. Alle Komponenten verschmelzen zu einem einzelnen Device und werden nur noch über eine zentrale IP-Adresse gemanagt.

Huawei Agile Campus ist die Netzwerkinfrastruktur der nächsten Generation für Unternehmen, Bildungseinrichtungen und öffentliche Einrichtungen. Der Agile Controller steuert hier zentral Userberechtigungen, Zugriffs-Policies, Bandbreitenbeschränkungen usw. auf Benutzerbasis.

Huawei SD-WAN managt intelligent große und verteilte WAN-Infrastrukturen. Dabei spielt es keine Rolle, welche verschiedenen Medien an einem Standort verfügbar sind (Internet, MPLS, LTE, usw.). Applikationen werden je nach Wichtigkeit für den Geschäftsbetrieb intelligent verteilt und somit nicht nur die Verfügbarkeit erhöht, sondern auch die Kosten für Leitungen und Betrieb enorm gesenkt.

Als Erweiterung zu SDN hat Huawei IDN, Intent-Driven-Networks, vorgestellt. Diese sollen die bestehende Kluft zwischen Business und Netzwerkinfrastruktur schließen. Das Netzwerk soll intelligenter werden, selbst lernen und autonom agieren können. Hierzu implementieren wir ein neues Modul zwischen Netzwerk und dem Business des Kunden, die Network Cloud Engine. Ziel ist es dabei, auf Basis der im Netzwerk gesammelten Performance- und Kommunikationsdaten eine Aussage über die aktuelle User-Experience zu treffen. Denn das ist ja, was wirklich zählt.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Czerny: Der Huawei Agile Controller in Cloud Fabric managt die Netzwerkinfrastruktur im Datacenter, also vorrangig die Switches und Cores. Durch die offenen Schnittstellen lässt sich die Netzwerk-Infrastruktur mit OpenStack, Hypervisor, etc. verbinden und somit in die komplette RZ-Infrastruktur samt Server, Storage, et cetera integrieren.

Die Agile Campus Lösung von Huawei beinhaltet Switches und WLAN. Für Userberechtigungen und Policies werden auch Firewalls und Router in die Verwaltung einbezogen. Offene Schnittstellen bieten Integration in Lösungen für MDM (Mobile Device Management), Location Based Services und vieles mehr.

SD-WAN verwaltet hauptsächlich unser Access-Router Portfolio. Auf unseren CPEs verwaltet die Lösung auch die NFVs (Network Funktion Virtualisierung). Hier werden z.B. NFVs von F5, Riverbed, Checkpoint, Fortinet, Microsoft (Lync), Infovista und weitere unterstützt. So bietet Huawei eine Ende-zu-Ende SDN-Lösung.

ITB: Wie können Ihre Händler und System-Integratoren damit Geld verdienen?

Czerny: Durch Optimierung und Automatisierung sind extreme Einsparpotentiale für Kunden und Partner realisierbar. Darüber hinaus sind viele unserer Management-Lösungen, wie etwa Cloud Campus und SD-WAN, als durch den Partner zu hostende Cloud-Plattformen verfügbar. Diese ermöglicht den Partnern ganz neue Business-Modelle sowie eine neue Art der Kundenbindung. Darüber hinaus kann der Partner durch diesen Ansatz neue Value Added Services für seine Kunden basierend auf der Huawei Plattform anbieten sowie den Sicherheitsanforderungen der Kunden besser gerecht werden, als durch eine Hersteller-gehostete Plattform.

Ingram Micro

Klaus Donath, Executive Director Sales & Business Enablement bei Ingram Micro
Klaus Donath, Executive Director Sales & Business Enablement bei Ingram Micro (Bild: Ingram Micro)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Donath: Ingram Micro setzt keine spezifische SDN-Lösung ein, sondern greift hier auf die Angebote der Hersteller zurück. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die Technologien entsprechend zu vermitteln. Dafür schulen wir unsere Partner und helfen ihnen, diese Kompetenz aufzubauen.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Donath: Greifen wir mal die Cisco Technologie heraus: Sie basiert auf der Cisco Application Centric Infrastructure (ACI) für Rechenzentren, der Cisco APIC Enterprise Module (APIC-EM) im Unternehmen, Cisco Intelligent WAN (IWAN) für SD-WAN und Cisco Software Defined Access (SD-Access). Sie lässt es zu, alle Netzwerkkomponenten einzubinden und bietet damit unübertroffene IT-Lösungen. Offene APIs und IT-Orchestrierungs-Tools bieten Flexibilität und Betriebseffizienz. Und das Cisco Evolved Programmable Network liefert dabei als Begleitplattform physische und virtuelle Infrastrukturfunktionen, die eine schnellere Bereitstellung innovativer neuer Services ermöglichen.

ITB: Wie können Ihre Händler und System-Integratoren damit Geld verdienen?

Donath: Wie immer, bei komplexen Themen und/oder Technologiewechseln, kann der Partner mit seiner Beratungsleistung bei der Einführung und beim Rollout punkten.

Lancom Systems

Christian Schallenberg, CTO und Product Line Manager Cloud bei LANCOM Systems
Christian Schallenberg, CTO und Product Line Manager Cloud bei LANCOM Systems (Bild: Lancom)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Schallenberg: Unsere SDN-Lösung ist die Lancom Management Cloud (LMC). Sie kombiniert modernste Cloud- mit Software-defined Networking-Technologie und ermöglicht so das Aufsetzen, Verwalten und Überwachen selbst komplexester Netzwerkinfrastrukturen mit minimalem Aufwand.

Die Lösung ist hochgradig skalierbar und höchst flexibel einsetzbar – vor allem aber deckt sie die gesamte Netzwerkinfrastruktur ab, also WAN, LAN und WLAN gleichermaßen. Das ist in dieser Form einzigartig am Markt.

Das alles macht die LMC zur weltweit ersten hyperintegrierten Netzwerkmanagementlösung, die die Administration aller Netzwerkgeräte – Router und Gateways (SD-WAN), Switches (SD-LAN) und WLAN Access Points (SD-WLAN) – über eine einheitliche, zentrale Plattform in der Cloud ermöglicht.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Schallenberg: Im Gegensatz zu vielen anderen SDN- und Cloud-basierten Netzwerkmanagement-Lösungen am Markt deckt die Lancom Management Cloud das gesamte Netzwerkspektrum Ende-zu-Ende ab. SD-WAN, SD-LAN und SD-WLAN – vielen auch als Cloud-managed WLAN bekannt – werden in einer einheitlichen Plattform gebündelt. Für Anwenderunternehmen hat das unschätzbare Vorteile: Sie können so nicht nur Teilaspekte wie das WAN oder das WLAN automatisiert aufsetzen und verwalten, wie das bei vielen Wettbewerbern der Fall ist, sondern ihre gesamte Netzwerkinfrastruktur. Dies wird ergänzt durch maximale Wahlfreiheit beim Betrieb. Für kleine und mittlere Unternehmen ist die Nutzung der Lancom Management Cloud in der Public Cloud-Variante besonders attraktiv – selbstverständlich gehostet in einem deutschen Rechenzentrum. Für große Konzerne, den Bund oder Systemhäuser bieten wir alternativ eine Self-hosting-Variante an, zum Betrieb im eigenen Rechenzentrum.

ITB: Wie können Händler und Systemintegratoren damit Geld verdienen?

Schallenberg: Die LMC ist speziell für unsere Partnerlandschaft entworfen und somit insbesondere für die Bedürfnisse von Systemhäusern, Service-Providern und Integratoren ausgelegt.

Die Kombination der LMC mit unserem umfassenden Hardwareportfolio macht es Händlern und System-Integratoren besonders einfach, Kundennetzwerke effizient und wirtschaftlich zu managen. Zusätzlich bieten wir Ihnen mit unserer Lösung die Chance, selbst zum Managed Service Provider (MSP) zu werden und völlig neue Geschäftsmodelle aufzubauen, die mit wiederkehrenden Einnahmen einhergehen. Denkbar sind Managed Services wie „Network as a Service (NaaS)“ oder „Infrastructure as a Service (IaaS)“, aber auch WLAN aus der Cloud, also Wi-Fi as a Service.

Warum das so attraktiv ist? Managed Services werden in Zukunft immer wichtiger werden. Selbst in Bereichen, wo sie aktuell noch eher die Ausnahme darstellen, werden sie langfristig einen großen Teil des Geschäfts binden. Dieser Trend betrifft natürlich auch die Bereitstellung von Netzwerkinfrastruktur, die bis vor kurzem meist ein Hardware-Kaufgeschäft war. Für Händler also ein Einmalgeschäft.

Das wichtigste dabei ist, dass Händler und Integratoren die Arbeits-Prozesse und Bedürfnisse ihrer Kunden genau kennen und verstehen. Nur so können sie ihnen passgenaue Services und die damit verbundenen Anwendungen anbieten.

Ruckus Networks

Sascha Hirschoff, Senior Manager Systems Engineering, EMEA – CEE, bei Ruckus Networks
Sascha Hirschoff, Senior Manager Systems Engineering, EMEA – CEE, bei Ruckus Networks (Bild: Ruckus)

ITB: Wie heißt Ihre SDN-Lösung?

Hirschoff: Ruckus Networks verfolgt einen offenen Multi-Vendor-Ansatz für SDN-Netzwerke. Wir sehen SDN eher als eine Reihe von Funktionen als ein spezifisches Feature. In den kabelgebundenen Produkten unterstützt Ruckus Networks unter anderem OpenFlow für den programmatischen Zugriff auf den Datenpfad, OpenStack für die softwaredefinierte Netzwerk-Orchestrierung und NAPALM-Agent, der die Integration der FastIron™-Produkte in verschiedene Automatisierungs-Suites (einschließlich ANSIBLE und SALT) ermöglicht. In Kürze werden wir auch die Verwaltung von ICX-Switches durch den Ruckus SmartZone Controller ermöglichen, der native APIs für jede Funktion unterstützt, die ebenfalls kompatibel mit SmartZone sind.

ITB: Welche Gattungen lassen sich damit managen?

Hirschoff: Partner differenzieren sich heutzutage auf dem Markt, indem sie die Virtualisierung und die APIs von Ruckus-Lösungen nutzen und ihre individuellen Arbeitsabläufe und andere Technologien in die handelsüblichen Ruckus-Produkte integrieren. So verfügt beispielsweise die Virtual SmartZone™ (vSZ) über eine Reihe zuverlässiger APIs, die es Partnern ermöglichen, die Ruckus-Infrastruktur in kundenspezifische Multi-Vendor-Management-Systeme und Arbeitsabläufe zu integrieren. Darüber hinaus können auch andere Ruckus-Produkte wie Cloudpath™ (Policy Management und Secure Onboarding von Kunden), SmartCell™ Insight (Langzeit Reporting und Analyse) und SPoT™ (Footfall-Analyse oder User Engagement auf Basis von WLAN-basierter Ortung) über Programmier-Schnittstellen in Drittsysteme integriert werden. Hunderte von Ruckus-Partnern zentralisieren ihre Steuerungs- und Managementfunktionen in ihrem Rechenzentrum, passen ihre Lösungen individuell an, indem sie Ruckus-Produkte nutzen, und bieten eine differenzierte Managed-Services-Praxis an, um wiederkehrende Einnahmen mit höherer Kundenbindung zu realisieren.

ITB: Wie können Ihre Händler und System-Integratoren damit Geld verdienen?

Hirschoff: Ruckus Networks stellt seinen Partnern leicht zu bedienende Instrumente zur Verfügung, die sie mit ihrem eigenen Business Modell nutzen können, um damit wiederum eigene Services bereitzustellen. Neben programmierbaren Infrastrukturen (OpenFlow, NAPALM, Ansible, SALT, APIs) und der Management Schicht (Open APIs) bietet Ruckus Over-the-top-Services wie Location, Analysis, Secure Onboarding/Provisioning von Endusern, auf welche auch per APIs zugegriffen werden kann.

Mit diesen Tools sind System-Integratoren und Ruckus Reseller in der Lage, sich einerseits zu differenzieren und gegen Gebühr Mehrwert-Services anzubieten, wodurch sich ihnen zusätzliche Einnahmequellen eröffnen. Andererseits können sie ihre Prozesse automatisieren und damit die eigenen Betriebskosten senken. Durch die Integration der Funktionen, Services oder Eco-System-Partner-Lösungen können Partner darüber hinaus spezifische Kundenlösungen erstellen.

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