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Definition Was ist ein Hersteller?

Autor: Sarah Gandorfer

Das deutsche Gesetz hat eine andere Vorstellung von einem Hersteller, als die Bedeutung im ursprünglichen Sinne des Wortes meint. Zudem gibt es im Verlagswesen die Berufsbezeichnung „Hersteller“.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Produkthaftungsgesetz definiert einen Hersteller in Paragraph 4 wie folgt:

„(1) Hersteller im Sinne dieses Gesetzes ist, wer das Endprodukt, einen Grundstoff oder ein Teilprodukt hergestellt hat. Als Hersteller gilt auch jeder, der sich durch das Anbringen seines Namens, seiner Marke oder eines anderen unterscheidungskräftigen Kennzeichens als Hersteller ausgibt.

(2) Als Hersteller gilt ferner, wer ein Produkt zum Zweck des Verkaufs, der Vermietung, des Mietkaufs oder einer anderen Form des Vertriebs mit wirtschaftlichem Zweck im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit in den Geltungsbereich des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum einführt oder verbringt.“

Demnach gilt nach dem deutschen Gesetz nicht nur als Hersteller wer die Produktionsmittel, also die Arbeits- und Betriebsmittel, die zur Produktion von Gütern erforderlich sind, besitzt. Zu den Produktionsmitteln im engeren Sinne gehören Verkehrs- und Nutzflächen, Gebäude, Gewerbeimmobilien, technische Anlagen, Maschinen, Werkzeuge sowie die damit verbundenen produktionstechnischen Verfahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Produzent nicht gleich Hersteller

Ein Synonym für Hersteller ist Produzent. Das Wort Produktion leitet sich vom lateinischen producere – hinführen, -bringen ab. Es kann auch zum Verkauf vorführen bedeuten. Entsprechend wird ein Gegenstand produziert, also gefertigt, verarbeitet oder hergestellt und somit aus einem oder verschiedenen Ausgangsstoffen ein ökonomisches Gut erzeugt. Dieses Gut kann auch eine Dienstleistung sein.

Während ursprünglich der Produzent/Hersteller eines Gegenstandes meist noch selber Besitzer der Produktionsmittel war, hat sich dieses im Laufe der Geschichte, vor allem mit der Industrialisierung, geändert. Heutzutage besitzt der Arbeiter, der eine Ware/Gut ganz oder in Teilen produziert, nicht mehr unbedingt die dazu nötigen Produktionsmittel. Er wird für seine Tätigkeit entlohnt. Entsprechend gilt er rechtlich nicht als Hersteller.

Verlagswesen

Im Verlagswesen gibt es zudem den Beruf des „Herstellers“. Ein Hersteller betreut die Titel vom fertigen Manuskript bis zur Druckfreigabe. Zu den Aufgaben zählen:

  • die Erstellung von Vor- und Schlusskalkulationen
  • das Einholen von Angeboten von technischen Betrieben
  • die Erteilung von Aufträgen
  • die Überwachung von Terminen
  • die Kontrolle von Druckdaten.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS