Definition

Was ist ein Managed Service Provider (MSP)?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Sylvia Lösel

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Ein Managed Service Provider (MSP) erbringt für seine Auftraggeber vorab exakt definierte Leistungen. Die von ihm bereitgestellten Managed Services können ein breites Spektrum abdecken. So kümmert sich ein MSP beispielsweise um den Betrieb der Infrastruktur, er hält die eingesetzte Software stets aktuell oder überwacht Systeme, um Störungen frühzeitig zu erkennen.

Um das Jahr 2005 herum entstand ein neuer Dienstleistertyp, der seither zunehmend an Bedeutung gewonnen hat: der Managed Service Provider (MSP). Bei vielen Systemhäusern gehören Managed Services heute neben klassischen Dienstleistungen wie Consulting, Implementierung oder Wartung zum Portfolio, sodass auch sie inzwischen in dieser Rolle auftreten. Bei den Leistungen, die ein MSP erbringt, handelt es sich um wiederkehrende Services, deren Art, Umfang und Qualität vorab zwischen dem Dienstleister und seinem Kunden klar definiert werden.

Die Szenarien, wie MSPs ihre Leistungen erbringen, unterscheiden sich. So können beispielsweise IT-Systeme vor Ort beim Kunden laufen, die der Dienstleister über ein System für das Remote-Monitoring & Management (RMM) überwacht und administriert. Der Dienstleister kann dem Kunden aber auch Services, die er auf einer eigenen Infrastruktur betreibt, über das Netz bereitstellen. Manche MSPs unterhalten dafür ein eigenes Rechenzentrum, andere wiederum arbeiten mit Colocation-Anbietern zusammen. Ein weiteres Modell besteht darin, Managed Services auf einer Public-Cloud-Plattform bereitzustellen.

Historisch betrachtet, waren es anfangs vor allem große Unternehmen, die die Dienste von MSPs in Anspruch nahmen, um ihre IT-Abteilung von bestimmten, meist weniger geschäftskritischen Aufgaben zu entlasten. Mittlerweile beziehen auch kleine und mittelgroße Unternehmen vermehrt IT-Leistungen als Managed Service. Bei ihnen spielen andere Motive eine Rolle. Mit der wachsenden Komplexität der IT (Vielfalt an Endgeräten, neue Bereitstellungsmodelle, zunehmende Cyber-Bedrohungen etc.) sind die IT-Mitarbeiter von Mittelständlern durch die Vielzahl der verschiedenen Aufgaben überfordert. Ihnen fällt es schwer, auf allen relevanten Technologiefeldern wie Storage, Netzwerk, Backup, Communications und Security stets auf dem aktuellen Stand zu sein.

Leistungen eines MSPs

An der Stelle springt der MSP ein. Er sorgt beispielsweise für Abhilfe bei auftretenden Störungen der IT-Infrastruktur, hält die Software auf dem aktuellen Stand, kümmert sich um ein ordnungsgemäßes Backup von Daten oder organisiert den Schutz vor Viren, Malware und anderen unbefugten Zugriffsversuchen. Dabei fällt es einem MSP in der Regel leichter als internen IT-Leuten, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Wegen seines täglichen Umgangs mit der Materie bei verschiedenen Kunden verfügt er meist über einen größeren Erfahrungsschatz und mehr Knowhow.

Wenn die Erbringung einer Dienstleistung an externe Unternehmen abgegeben wird - gleich welcher Art - entstehen Kosten. Einerseits werden KMUs davon häufig abgeschreckt. Andererseits ist ein solcher Posten Monat für Monat im Budget kalkulierbar und ändert sich nicht. Dagegen ist der Schaden, der zum Beispiel durch einen Totalausfall einer IT-Infrastruktur entsteht, nicht abzuschätzen. Denn er verursacht nicht nur rein rechnerisch einen beträchtlichen finanziellen Aufwand, sondern führt auch zu Image- und Vertrauensverlusten bei den Geschäftspartnern, die sich vordergründig nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Hier gilt es, das Kosten-/Nutzenverhältnis gründlich abzuwägen.

Ein MSP ist kein Outsourcer

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der für einen MSP spricht: Beim klassischen Outsourcing werden in der Regel Stellen gestrichen oder bestimmte Abteilungen eines Unternehmens ausgelagert. Damit entziehen sich die Aufgabenbereiche, die von anderen Firmen oder Personen übernommen werden, zumindest ein Stück weit der Kontrolle. Die Arbeit von MSPs wird dagegen genau definiert und bezieht sich immer nur auf Teilbereiche, etwa die permanente Funktionsfähigkeit von Netzwerken und Servern oder den Schutz vor Schad-Software. Die eigenen Mitarbeiter müssen sich um diese Aufgaben nicht mehr kümmern, sondern können sich auf ihre Kerntätigkeit konzentrieren. Gleichzeitig bleiben Leitung und Kontrolle in den Händen der Unternehmensführung.

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