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Definition Was ist Corporate Governance?

Autor / Redakteur: Blue Floyd / Sarah Böttcher

Corporate Governance gibt den rechtlichen und faktischen Rahmen für die Leitung von Unternehmen vor. Der Begriff ist daher ein wichtiger Aspekt jeder Unternehmensführung und behandelt Regeln und Verfahren ebenso wie etwa ethische Fragen.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Arbeitet die Unternehmensführung nach klar definierten und in der Praxis auch durchgesetzten Strukturen, ist – theoretisch – für das Wohl aller am Unternehmen beteiligten Personen gesorgt (was einerseits die Mitarbeiter selbst beinhaltet, aber auch Aktionäre und andere außenstehende Parteien meint). Die Corporate Governance gibt Regeln vor, die wichtige ethische Standards berücksichtigen und sich an erprobte Geschäftsprozesse halten, sodass niemals gegen geltendes Recht oder Vorschriften verstoßen wird. In diesem Zusammenhang gibt es Überschneidungen von Corporate Governance und Corporate Social Responsibility (CSR). Während Corporate Governance die Anforderungen an eine korrekte und transparente Unternehmensführung beschreibt, befasst sich die Coporate Social Responsibility mit der ökonomischen, gesetzlichen, ethischen und ökologischen Verantwortung von Unternehmen.

Um Corporate Governance umzusetzen und jene Regeln zu definieren, haben sich Unternehmen und Institutionen regional und international zusammengesetzt, um entsprechende Guidelines zu verfassen. In Deutschland existiert dazu der DCGK (Deutscher Corporate Governance Kodex), der 2002 erstmals verfasst und im Februar 2017 zuletzt aktualisiert wurde. Es steht jedem Unternehmen frei, sich an die Maßnahmen im DCGK zu halten und sie gegebenenfalls zu ändern. Generell wird dieser Kodex als Maßstab für eine gesunde Unternehmensführung in Betrieben jeder Größenordnung betrachtet.

Warum ist Corporate Governance wichtig?

Unternehmer und Angestellte könnten im Namen eines Unternehmens missbräuchlich oder gar kriminell handeln. Durch das Regelwerk, das durch das Governance-Modell festgelegt wird, steht für diese Fälle ein Handlungsrahmen bereit. Darin ist beispielsweise definiert, was bei einem Verstoß gegen das interne Regelwerk geschehen soll. Droht eine straf- oder zivilrechtliche Verfolgung beziehungsweise wie wird die illegal handelnde Person bestraft? Fragen wie diese sind in der Corporate Governance geregelt und vereinfachen die Prozessfindung bei Verstößen gegen den Ordnungsrahmen.

Welche Bereiche deckt Corporate Governance ab?

Dies unterscheidet sich je nach Unternehmen. In der Regel sind darin beispielsweise Maßnahmen definiert, um eine effiziente Zusammenarbeit zwischen einem Aufsichtsrat und dem Vorstand eines Unternehmens zu regeln. Auch die Achtung der Interessen von Aktionären ist darin festgelegt, sodass sich – in der Theorie – jeder Aktionär sicher sein kann, dass die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht.

Offenheit und Transparenz sowohl in guten wie auch schlechten Zeiten können ebenfalls Teil der Corporate Governance sein. Ziel der Einbindung eines Corporate-Governance-Modells ist auch der Vertrauensgewinn von Kapitalgebern, Finanzmärkten, Geschäftspartnern und öffentlichen Medien.

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