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ITscope-Marktbarometer Q1/19

Newcomer, die Umsatz versprechen

| Autor: Sarah Gandorfer

Apple ist nicht unbedingt die Nummer eins. Zudem gibt es interessante Newcomer.
Apple ist nicht unbedingt die Nummer eins. Zudem gibt es interessante Newcomer. (Bild: © Spectral-Design - stock.adobe.com)

Apple ist weiterhin mehrfach in den Top-10 des ITscope-Marktbarometers vertreten, doch die Konkurrenz schläft nicht. Besonders ins Auge hat der Handelsplattform-Anbieter diesmal die Neueinsteiger gefasst, von denen einige demnächst den Markt aufmischen könnten.

Der Betreiber der B2B-Handelsplattform ITscope veröffentlicht Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal 2019. Analysiert werden die Klicks von über 10.000 registrierten Fachhändlern auf die Produkte von über 340 gelisteten Distributoren aus ganz Europa. Diesmal befasst sich das Marktbarometer vor allem mit Neueinsteigern.

Platz 1 und 2 für Apple

Der Shootingstar unter den jüngsten Produkten ist das Smart Keyboard Folio für das iPad Pro mit 12,9 Zoll. Es wird so stark nachgefragt, dass Apple vor Lieferschwierigkeiten steht. Selbst beim Online-Versandriesen Amazon war das Keyboard bis Quartalsende mit einer Lieferzeit von zwei bis drei Wochen gelistet. Kein Wunder also, dass der Artikel alleine im letzten Quartal 2.982 Mal aufgerufen wurde. Hier zeigt sich auch, dass das Produkt speziell in der B2B-Nutzerschaft stark gefragt ist.

Die gute Nachricht ist: Seit der zweiten Aprilwoche füllen sich die Lager zaghaft. Vom Ende der Lieferschwierigkeiten kann man allerdings noch nicht sprechen. Die Jagd auf das Keyboard dürfte weitergehen. Im Ranking liegt die Tastatur sogar vor dem eigentlichen Tablet, dem silbergrauen Apple iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display und 256 GB Speicher. Das brachte es „nur“ auf 1.751 Klicks – und trotzdem auf Platz 2 in der Händlergunst.

Auf Platz 3: eine Solid State Drive

An dritter Stelle folgt mit 1.444 Klicks die Samsung-SSD 970 EVO Plus mit 500 GB Speichervolumen. Der Unterschied zur bisherigen Pro-Variante: Durch einen verbesserten Phoenix-Controller und einen großzügigen SLC-Cache (Single-Level Cell) bietet die neue SSD deutliche Performancesteigerungen, die vor allem bei Schnellzugriffen bemerkbar werden. Deshalb könnte die Pro-Variante bald zum alten Eisen gehören, wenn die Preise dafür sinken. Das ist bereits geschehen, denn mittlerweile liegt der VK bei etwa 130 Euro. Die Nachfrage ist groß, entsprechend auch die Freude bei den Distributoren und Händlern.

Platz 4: eine CPU

Unter den CPU-Neueinsteigern ist der Intel Core i5-9400F mit 2,9 GHz und 9 MB Cache mit dabei. Dafür gab es 1.081 Klicks und Platz 4 in der Händlergunst. Das liegt wohl auch an der Preisentwicklung. Seit Verkaufsstart Mitte Januar 2019 ist der HEK binnen zehn Wochen von rund 171 auf 131 Euro kräftig gesunken. Dabei scheint es weder die Händler noch die Kunden oder Systemintegratoren zu stören, dass bei dem Prozessor keine Grafik an Bord ist. Der anfängliche Ärger um die schlechte Verfügbarkeit der 14nm-CPUs scheint ebenfalls verflogen zu sein.

Platz 5 geht an Lenovo

Auf Platz 5 hat sich mit 851 Klicks das Lenovo ThinkPad E590 mit 15,6-Zoll-Display, dem 1,6 GHz schnellen Intel Core i5 und 256 GB SSD gesetzt. So wie beim Vorgänger, dem E580, bleibt der chinesische Hersteller der eigenen Office-Linie treu, KMU und Selbständigen viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld zu bieten. Der HEK hat sich nach gewissen lieferbedingten Engpässen und einem kleinen Hoch Ende Februar wieder auf etwa 625 Euro eingependelt und ist Anfang April dann auf etwa 570 Euro kräftig abgefallen. Notebook und Mobiles hat den neuen E590 als „Einsteiger-Referenz“-Modell bezeichnet. Allerdings war da zum Endkundenpreis von 638 Euro für die Variante mit 256 GB SSD noch ein Core i3-8145U an Bord. Interessant ist das ThinkPad auf jeden Fall, zumal sich das Display mit der Full-HD-Auflösung komplett „flachlegen“ lässt, was insbesondere beim Mitschreiben in Meetings von erheblichem Vorteil sein kann.

Platz 6 liegt in der Kurve

Das Curved-Format hat sich bei Fernsehern zwar als ziemlicher Flopp erwiesen, ist aber am Arbeitsplatz durchaus interessant geworden, besonders wenn der Monitor so langgestreckt daherkommt wie der Dell UltraSharp U4919DW auf Platz 6. Die auch als 2K UHD bezeichnete Bildauflösung von 5.120 x 1.440 Pixel bei einer Diagonale von 49 Zoll und einem Seitenverhältnis von 32:9 ist mehr als ungewöhnlich. Sie hat aber den Vorteil, dass sich für Arbeiten mit vielen Tabellen oder für Börsenplätze ein zweiter oder dritter Monitor erübrigt. Das neue Modell von Dell ist somit ein vollwertiger Ersatz für zwei 27 Zoll-Monitore.

Im vierten Quartal noch nicht unter den Top 15, hat das gebogene Ultrawide-Display schnell die Händlerherzen erobert. Bei Straßenpreisen, die wie Kampfansagen anmuten – Amazon verkauft das Display für umgerechnet 930 Euro –, dürften sich viele Händler nach margenfreundlichen Angeboten in der Distribution umgesehen haben: 708 Klicks gab es für Dells Curved Display.

Platz 7 belegt ein Service

Rang 7 der Neulinge belegt das mehrsprachige 5-Benutzer-CAL-Paket von Microsoft Windows Remote Desktop Services 2019. Im vergangenen vierten Quartal hatte bereits das Windows Server 2019 Standard als Einzelplatzlizenz den Sprung in die Newcomer-Charts geschafft, dabei war das Paket damals erst etwa einen Monat alt. Über die angebotene Downgrade-Option ist auch eine Verwendung mit Windows Server 16 möglich.

Die Remote-Desktopdienste ermöglichen den Fernzugriff auf sitzungsbasierte Desktops oder Anwendungen im Rechenzentrum innerhalb eines Unternehmensnetzwerks oder über das Internet. Dazu ist allerdings für jeden Nutzer eine Kundenzugangslizenz (CAL) nötig. Dank Downgrade-Option ist auch die Verwendung mit Windows Server 2016 möglich.

Platz 8 geht an eine Grafikkarte

Den achten Platz der Highflyer hat sich die MSI GTX 1660 Ti Gaming X 6G geschnappt. In der Liga der GeForce GTX 1660 kann sie die Spezifikationen als eine der wenigen Boards voll ausreizen. Die Grafikkarte richtet sich mit einem HEK von rund 270 Euro vor allem an preisbewusste Computerspieler. Wie bei vielen Produkten in diesen Preisregionen tun sich hier nicht klein zu redende Herausforderung bei der Ausgestaltung des VKs auf. Daher suchen die Händler vielfach nach alternativen Bezugsquellen.

Platz 9 erfreut Gamer

Die schwarze Sony PlayStation 4 Pro mit 1 TB Speicherplatz belegt Platz 9 der Einsteiger. Nach langer Zeit kam im Oktober 2018 wieder ein Upgrade der PS4 auf den Markt. Der Hersteller wirbt mit atemberaubend detaillierter Grafik dank dynamischem 4K und verspricht ein noch authentischeres Spiel- und Entertainmenterlebnis. „Hauttöne wirken wärmer, Materialien erhalten eine realistische Struktur und Umgebungen erwachen wie nie zuvor zum Leben“, beschreibt Sony die Vorzüge seines aktuelles Produkts. Auf einem HDR-Fernseher würden PS4-Spiele in lebendigen und realistischen Farben wiedergegeben und noch authentischer wirkende Abenteuer bieten. Das Versprechen ist groß.

Auffallend ist, dass die bekannten Broadliner die Konsole nicht anbieten. Wer sie beziehen möchte, wird bei einigen Distributoren aus dem Telekommunikationssektor fündig – und erhält das Produkt zu durchaus attraktiven Einkaufspreisen ab ca. 330 Euro.

Platz 10 für ein Storage-System

Auf Platz 10 der Neueinsteiger ist mit der Synology DiskStation DS1819+ ein Storage-System. Der neue NAS-Server bietet Platz für satte acht Festplatten. Das bedeutet: üppige Speicherkapazitäten und flexible, nachträgliche Erweiterbarkeit.

Ein Unterschied zur anderthalb Jahre alten 1817+ ist, dass man nun eine SSD vom Typ NVMe (Express) statt vom Typ SATA als Cache einbauen kann, was sich positiv in der Performance bemerkbar machen kann. Mehr herausholen lässt sich auch, wenn man auf 10 GbE aufrüstet oder vier LAN-Ports bündelt. NAS Compares spricht hier von 50 Prozent schnellerer Schreibgeschwindigkeit.

Weitere Newcomer mit Potenzial

Das Samsung Galaxy S10 auf Platz 11 der Neueinsteiger hat von Anfang an besser reüssiert als das S9. Wie die März-Zahlen zeigen, hat das neue Smartphone auch das Zeug, auf Augenhöhe mit dem iPhone Xs im Lauf der nächsten Monate einen der ersten zehn Plätze zu ergattern. Aber das hängt natürlich davon ab, ob das derzeitige Hoch nur ein Anfangs-Hype oder dauerhaft ist.

Auf Platz 12 der Highflyer folgt wieder ein Zubehör für das Apple iPad Pro mit 12,9-Zoll-Display. Anders als die Tastatur auf dem Siegertreppchen ist die Apple Smart Folio genannte Flip-Hülle in Charcoal Grey (anthrazitfarben) in ausreichender Stückzahl vorhanden und sofort lieferbar. Hier bestätigt sich auch die Beobachtung, dass das iPad Pro vorwiegend von Businesskunden verwendet wird, die deutlich häufiger Tastaturen als ‚gewöhnliche‘ Cover andocken möchten. Apple sollte sich diesen Umstand also vermerken und Produktionsmengen für Nachfolgemodelle entsprechend anpassen.

Einen schnellen Aufstieg in die ITscope-Charts können auch die folgenden beiden Produkte vorweisen: Ein DDR4-Speicherriegel von Samsung und der HP-Server ProLiant DL20 Gen10 sowie der 11ac- oder Wi-Fi-5-fähige AVM Fritz! Repeater 3000.

Bei letzterem handelt es sich um AVMs derzeit schnellsten und ersten Router mit Triband-Technik. Die drei WLAN-Frequenzen mit einem 5-GHz-Modul für die Kommunikation zum Router und einem für die Verbindung mit Endgeräten, bringen viel Tempo und machen den Repeater auch für den Aufbau großer Mesh-Netze interessant. Auf dem Extra-Band bringt der Repeater theoretisch bis zu 1.733 Mbit/s, die anderen beiden Frequenzen bieten maximale Übertragungsraten von bis zu 866 und 400 Mbit/s.

Auch die DJI Osmo Pocket Camera 4K birgt Potenzial. Der 3-Achsen-Motor-Stabilisator sorgt auch bei vielen schnellen Bewegungen für ruckelfreie Bilder aus der freien Hand. Da es sich noch um ein sehr junges Produkt handelt, ist es in der Distribution trotz großer Nachfrage von Händlerseite immer noch etwas rar gesät. In die Charts schaffte die Kamera es aus dem Stand immerhin auf Platz 16.

Als weitere Shootingstars handelt ITscpope einen Drucker und als Geheimtipp einen E-Scooter. Da ist zunächst der Tintenstrahldrucker Canon Pixma TS705, der nach sechs Jahren die Nachfolge des Dauerbrenners Pixma IP7250 angetreten hat. Für einen HEK von 56 Euro und einen VK von rund 75 Euro gibt es kaum einen günstigeren Printer, der sich auch für den Fotodruck eignet. Hinzu kommen Duplex-Druck, Bluetooth und WLAN n.

Mit Platz 24 belegt ein ITK-untypisches Produkt das Marktbarometer. Dennoch hat es sich bereits zu einem Händlerliebling gemausert. Gemeint ist der schwarze Xiaomi Mi Electric Scooter M365, der es bei einem Gewicht von nur 10 kg auf 25 km/h und eine Reichweite von 30 km in der Spitze bringt. Dabei ist der flinke China-Roller mit 399,99 Euro VK oder einem HEK von unter 300 Euro günstiger als der neue Segway. Einziger Haken ist die Frage, wie es mit der Straßenzulassung aussieht, und ob ein Mofa-Kennzeichen erforderlich ist.

Erst seit 20. März 2019 gelistet, derzeit auf Platz 30 des Index, bescheinigt ITscope Apples neuem All-in-One-Rechner iMac die Voraussetzung dazu, es bald in die Top-10 zu schaffen.

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