Auf dem Prüfstand Test: AVM Fritz!Box 7590 AX mit Wi-Fi 6 und VDSL-300

Autor / Redakteur: Dr. Harald Karcher / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Seit Juni 2021 ist die Fritzbox 7590 AX für 269 Euro (UVP) im Handel. Sie funkt Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps und holt das Internet per VDSL mit bis zu 300 Mbps aus der Kupferleitung. Unser Schwesterportal IP-Insider.de hat das Flaggschiff ausprobiert und vergleicht es mit der 7590 AC+N aus 2017.

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Die neue FRITZ!Box 7590 AX versteckt Wi-Fi-6-Funk und VDSL2-Modem in einem eleganten Gehäuse, das man so ähnlich schon von der alten FRITZ!Box 7590 AC+N kennt. Ganz neu sind jedoch die seitlichen Lüftungs-Schlitze.
Die neue FRITZ!Box 7590 AX versteckt Wi-Fi-6-Funk und VDSL2-Modem in einem eleganten Gehäuse, das man so ähnlich schon von der alten FRITZ!Box 7590 AC+N kennt. Ganz neu sind jedoch die seitlichen Lüftungs-Schlitze.
(Bild: Harald Karcher)

Die neue Fritz!Box 7590 AX von 2021 ist etwas größer als die alte 7590 AC+N aus dem Jahre 2017. Die Alte ist hinten knapp 5 cm hoch, mitsamt Gummifüßen. Die Neue gut 6 cm. Durch diesen Höhenzuwachs hat sie genug Platz für Lüftungsschlitze rechts und links außen bekommen. Das hatte die alte 7590 nicht. Auch hinten und oben sind die Kühl-Zonen bei der Neuen größer geworden als bei der Alten.

Die vielen neuen Lüftungsschlitze bei der 7590 AX korrelieren mit ihrer höheren Leistungsaufnahme: Sie zieht im Standby, also mit eingeschaltetem WLAN, aber ohne großen Datendurchsatz, etwa 11 Watt. Die Ältere braucht im gleichen Modus nur 9,9 Watt. AVM gibt die durchschnittliche Leistungsaufnahme der neuen 7590 AX mit 14 bis 16 Watt an. Das kommt hin.

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Der Sprung auf WiFi 6 – formerly known as AX-WLAN

So viel zum äußeren Erscheinungsbild. Innerlich, elektrisch, funktional hat die neue 7590 AX fast alle guten Hard- und Software-Features von der alten 7590 AC+N übernommen, nur eben ein stärkeres WLAN obendrauf gesetzt: Die bisherige Wi-Fi-5-Box 7590 (AC+N, ohne AX) funkt Brutto maximal 11ac bis 4x 433 = 1733 Mbps bei 5 GHz. Die neue 7590 AX kann ebenfalls 4x4-11ac, funkt aber zusätzlich 11ax bis 4x 600 = 2400 Mbps im 5 GHz Band. Natürlich nur, wenn auch geeignete WLAN-11ax-Endgeräte zur Verfügung stehen. Beide Fritzboxen können zudem auf ältere WLAN-Gattungen herunterschalten: 11n, 11g, 11a.

Anschlüsse wie bei der 7590

Mal abgesehen vom WLAN-Fortschritt sind die restlichen Schnittstellen der beiden Boxen fast identisch. Am grauen DSL-Port wird das Internet zugeführt: Das in der 7590 AX verbaute Internet-Modem bedient alle in Zentral-Europa relevanten, IP-basierten DSL-Anschlüsse, von ADSL2+ bis zu VDSL2 mit Supervectoring Profil 35b.

ADSL2+ verspricht theoretisch bis zu 25 Mbps im Download. In der Praxis kommen maximal 16 Mbps. VDSL2-35b verspricht bis zu 300 Mbps im Download und 50 Mbps im Upload. Wobei die meisten VDSL-Internet-Provider in der Praxis maximal 250 Mbps im DL und 40 Mbps im UL anliefern können. Und das auch nur, wenn der graue Verteilerkasten der Telekom auf dem Bürgersteig weniger als 300 Meter vom Haus des Fritzbox-Users entfernt steht.

Vier schwarze Telefon-Buchsen

Zwei kleine, schwarze RJ11-Buchsen, FON1 und FON 2, sind für hausinterne, analoge Telefone gedacht. Eine größere, schwarze RJ45-Buchse, FON S0, dient für hausinterne ISDN-Geräte. Rechts außen sitzt eine längliche TAE-Buchse für analoge Telefone. Natürlich kann man auch analoge Faxgeräte und analoge Anrufbeantworter an die analogen Telefonie-Ports anschließen.

Nicht sichtbar ist die eingebaute DECT-Basisstation für maximal 6 DECT-Handtelefone und für weitere DECT-SmartHome-Geräte, wie etwa Funk-Schaltsteckdosen. Software-technisch werden alle Telefon-Anschlüsse von einer komfortablen IP-Telefonanlage gesteuert. Zudem sind fünf digitale Anrufbeantworter in der 7590 AX verbaut. Sprachnachrichten können auch per E-Mail weitergeleitet werden. Das nennt man Voice-to-Mail. Daneben hat die 7590 AX ein digitales Faxgerät. Eingegangene Faxe kann sie auf Wunsch als PDF per E-Mail weiterleiten. Das nennt man Fax-to-Mail. So kann man Sprach- und Faxnachrichten auch unterwegs per Email empfangen, etwa auf dem Handy, oder auf dem Tablet.

Die blaue RJ45-Dose dient der Zuspielung von Internet-Signalen aus anderen Fritzboxen, oder aus anderen Internet-Modems. Über diesen blauen Gigabit-WAN-Port kann man die 7590 AX auch an LAN-fähige LTE-Modems, Kabel-Modems oder Glasfaser-Modems anschließen.

Die vier gelben RJ45-LAN-Buchsen an der 7590 AX, LAN1 bis LAN4, sind für 1000 Mbps-LAN-Kabel-Connections gedacht. Wenn diese nur das Internet mit einer VDSL-Geschwindigkeit von bis zu 250 Mbps in das hausinterne Kabel-Netzwerk übergeben sollen, dann sind solche 1000-Megabit-Buchsen mehr als schnell genug. Wer jedoch schnelle Workstations, NAS-Speicher, PCs und Server mit 10-Gigabit-LAN-Ports direkt an die Fritzbox anschließen will, hätte sich schnellere LAN-Ports gewünscht, zum Beispiel 2x 2,5 Gigabit. Aber dann wäre die 7590 AX wohl teurer geworden, und hätte auch mehr Strom benötigt.

Die 7590ax hat zwei blaue USB-3.0-Buchsen. Eine sitzt hinten, eine Zweite links außen. Hier kann man zum Beispiel USB-Drucker, USB-Festplatten oder USB-Speichersticks anschließen. Laut AVM auch Mobilfunk-Sticks, etwa für LTE, UMTS, HSPA, was wir aber noch nicht getestet haben.

Fünf LEDs & drei Taster

Die LEDs zeigen Betriebszustände an, aber auch eingegangene Sprachnachrichten. Man kann sie teilweise umprogrammieren, oder ganz abschalten, falls das LED-Licht stören sollte, etwa in dunklen Räumen.

Die Taster dienen der Auslösung von Koppelungs-Vorgängen, etwa mit WLAN-Endgeräten, oder mit WLAN-Repeatern. Sie erlauben aber auch die Hardware-mäßige Schnellabschaltung des WLANs, etwa bei Dienstschluss. Alle drei Taster haben einen knackigen Druckpunkt. Das wirkt bei der neuen 7590 AX genau so ausgereift, wie schon bei der alten 7590 AC+N.

Ösen zur Wandmontage

Normalerweise liegt die Fritzbox flach. Funktechnisch kann es manchmal aber günstiger sein, sie an eine freie Stelle an der Wand zu montieren. In diesem Falle hängen die meisten Kabel, dank Schwerkraft, unten aus der Box heraus, was ebenfalls erwünscht sein kann. Im Internet findet man auch Dritt-Lösungen für den Einbau der Fritzbox in professionelle IT-Racks und Serverschränke.

Lieferumfang und Garantie

In der Liefer-Schachtel befinden sich die Fritz!Box 7590 AX, weiß-rot; ein Netzteil mit 1,5 m langem Kabel, weiß; ein 4 Meter langes DSL-Kabel, hellbeige; ein 1,5 Meter langes LAN-Kabel, weiß; die Installationsanleitung, blau, sowie ein TAE-zu-RJ11-Adapter, schwarz.

Die Garantie beträgt 5 Jahre auf die Hardware. Falls AVM die bisherige Tradition fortführt, gibt es über viele Jahre hinweg zahlreiche, kostenlose Software-Updates.

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VDSL von 1&1 bis Vodafone

In der Regel hängen DSL-Fritzboxen an DSL-Anschlüssen von 1&1, O2, Telekom, Vodafone und vielen mehr. Ein Assistent hilft bei der Einrichtung des DSL-Anschlusses. Dieser bietet auch weniger bekannte Internet-Anbieter an. Die meisten liefern maximal VDSL bis 250 Mbps im Download und 40 Mbps im Upload. Diesen Speed kann die Fritz!Box 7590 AX mühelos über ihre 1000-Mbps-LAN-Ports in das lokale Hausnetz übertragen, oder eben mittels WLAN an Wi-Fi-Endgeräte weiter funken.

AX-WLAN bis 2400 Megabit

Die Fritz!Box 7590 AX ist ein Wi-Fi-6-Router mit 4x4 Multi-User-MIMO. Im 11ax-Wi-Fi-6-Modus verspricht sie WLAN-Brutto-Datenraten von bis zu 1200 Mbps im 2,4-GHz-Band, und bis zu 2400 Mbps im 5-GHz-Band. Im 11ac-Wi-Fi-5-Modus kommt die Box auf bis zu 1733 Mbps im 5-GHz-Band, und im 11n-Wi-Fi-4-Modus auf bis zu 800 Mbps bei 2,4 GHz.

Daneben ist der neue 11ax-Router auch zu früheren Geräten kompatibel, die nach 802.11a und 11g funken. Das uralte 802.11b aus dem Jahre 2000 wird von AVM nicht mehr unterstützt. Das frisst zu viel Airtime. Vermutlich sind 11b-WLAN-Geräte im Alt-Bestand sowieso schon weitgehend ausgestorben. Will heißen: WLAN-11b braucht anno 2021 (fast) niemand mehr.

WLAN-Mesh und WPA2/WPA3

Die WLAN-Hardware wird durch smarte WLAN-Software ergänzt. Zahlreiche Komfort-Funktionen werden schon seit Fritz!OS 06.90 unter dem Schlagwort WLAN-Mesh zusammen gefasst. Der WLAN-Funk ist nicht nur über Software, sondern auch über Taster und sogar über angeschlossene DECT-Telefone sehr bequem an- und abschaltbar. Als WLAN-Verschlüsselung ist WPA2 ab Werk voreingestellt. Der neue WPA2/WPA3 Transition Modus ist per Software aktivierbar. Die Schnell-Verbindung von WLAN-Geräten mit der 7590 AX wird durch WPS alias Wi-Fi Protected Setup unterstützt.

DECT-Basis für Telefonie und Smart Home

Die Fritz!Box 7590 AX hat, wie schon etliche Vorgänger, eine komplette DECT-Basisstation mit Unterstützung für bis zu 6 DECT-Schnurlostelefone, bis zu 10 schaltbare Steckdosen, etwa Fritz!DECT 200 oder 210 sowie bis zu 12 Heizkörperregler, etwa Fritz!DECT 300 oder 301, oder Comet DECT.

Router-Software alias Fritz!OS

Eine große Stärke aller Fritz-Boxen und Fritz-Repeater ist schon seit Jahren die sehr funktionsreiche und trotzdem immer noch bedienerfreundliche Router-Management-Software namens Fritz!OS. Die 7590ax ging mit Software 07.27 an den Start. Diese besprechen wir hier nicht näher. Im Weiteren fokussieren wir auf WLAN-Messungen mit der 7590 AX.

Schnelle AX-Clients für schnelle AX-Router

Um der Fritzbox 7590 AX die maximalen 2400 Mbps Brutto zu entlocken, braucht man leistungsstarke Wi-Fi-6-Endgeräte. Die 7590 AX kann aber auch ältere WLAN-Gattungen bedienen. Wir verbinden mal ein paar LAN-und-WLAN-Geräte der Baujahre 2012 bis 2019.

Als schnellste WLAN-Rechner haben wir zwei Dell Precision 3630 Workstations, Baujahr 2019, mit 10-Gigabit-LAN sowie 2400 Mbps 11ax Wi-Fi 6 nachgerüstet. Im Screenshot der Abbildung 10 sieht man sie als DELL-WS1-11ax und DELL-WS2-11ax.

Testaufbau & Durchsatz-Messungen

Unser Testgebäude liegt in einem locker bebauten Stadtgebiet. Funk-Störungen durch WLAN-Nachbarn sind zwar vorhanden, halten sich aber in Grenzen. Wichtigster Speed-Zuspieler an der Fritzbox 7590 AX ist ein 10-Gigabit-NAS-Server Synology DS1618+ mit 32GB ECC RAM und SSD-Raid-Cache. Diese NAS-Station kann Peaks bis über 9.000 Mbps zuliefern.

Als zweiter Zuspieler hängt an der Fritzbox 7590 AX ein 10-Gigabit-NAS-Server Buffalo TS6400DN. Er kann ebenfalls Peaks bis über 9.000 Mbps liefern. Jedes NAS kann der 7590ax über deren LAN-1000-Ports je 1000 Mbps zuspielen, in Summe also 2000 Mbps, gleichzeitig. So überlisten wir den Mangel, dass die Fritzbox 7590 AX keinen 2,5 GbE-Port hat.

Ein VDSL-250-Mbps-Anschluss als Zuspieler wäre viel zu langsam, um die Grenzen des Wi-Fi 6-WLANs voll auszuloten. Auch ein schneller Kabel-1000-Anschluss würde das WLAN der 7590 AX nicht an die Grenzen treiben.

Stationäre Messung mit 1x PC und 2x NAS

Im schnellsten Testlauf hängen wir zwei (!) NAS-Speicher-Server an zwei (!) verschiedene LAN-1000-Ports der 7590 AX. Dann ziehen wir über das WLAN der 7590 AX jeweils 10 GigaByte aus jedem NAS-Server zeitgleich auf einen einzigen Wi-Fi-6-Rechner herunter. Das sind die roten Kurven aus Abbildung 12. Danach schieben wir die 2x 10 GigaByte vom Laptop wieder auf die beiden NAS-Stationen hinauf. Das sind die grünen Kurven (ebenfalls Abbildung 12).

Zehn GigaByte, das entspricht einem langen 4K-Video in hoher Qualität. Im echten Leben könnte ein Video-Producer also zwei lange 4K-Videos gleichzeitig aus zwei verschiedenen NAS-Servern per Wi-Fi 6 auf einen Rechner herunterladen, um sie dann direkt auf dem Rechner zu einem gemeinsamen 4K-Video zusammenzuschneiden.

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Messung bei 2,4 GHz

Im 2,4-GHz-Band sehen wir noch keinen Speed-Vorteil durch den parallelen Download aus zwei Servern. Bei 2,4 GHz setzt nämlich der Wi-Fi-6-Funk die Grenze, nicht etwa der LAN-1000-Port der 7590 AX. Die Peaks liegen bei 410 Mbps, der Durchschnitt eher bei 360 Mbps.

Messung bei 5 GHz

Und jetzt die große Überraschung: Im 5GHz-Band sehen wir Download-Peaks knapp über 1700 Mbps netto, das sind die roten Blöcke aus Abbildung 13. Der Durchschnitt liegt bei 1600 Mbps. Die Upload-Peaks liegen knapp über 1380 Mbps netto, das sind die grünen Blöcke. Der Durchschnitt liegt bei 1140 Mbps. Hätten wir nur einen einzigen NAS-Server an einem einzigen LAN-1000-Port der 7590 AX hängen, dann wären auch im 5 GHz Band alle Messungen knapp unter 1000 Mbps geblieben.

Rate-over-Range-Messungen mit 11ax-Laptop

Genug der stationären Messungen mit dem Tower-PC. Wandern wir nun mit einem Wi-Fi-6-Laptop durch fünf zunehmend schwierige Räume, um die Funk-Reichweite der AVM 7590 AX auszuloten. Als Speed-Zuspieler verbinden wir ebenfalls wieder den 10.000-Mbps-Ausgang eines NAS-Speicher-Servers Synology DS1618+ mit einem der 1000-Mbps-LAN-Ports der AVM 7590 AX. Die zweite NAS-Station lassen wir weg, weil zwei NAS an einer 7590 AX ja nicht wirklich der Normalfall sein dürfte.

Die folgenden Messwerte mit großen Dateien von einem NAS-Server über die Fritzbox 7590 AX bis zum Wi-Fi-6-Laptop über fünf zunehmend schwierige Räume hinweg zeigen guten Durchsatz in den hinteren Zimmern. Also eine gute Reichweite. Genauer gesagt: Ein gutes Rate-over-Range-Verhalten. Büros und Betriebsräume bis 100 qm sollte die 7590 AX also bei halbwegs günstiger Positionierung gut genug versorgen, um VDSL-100 fast verlustfrei zu verteilen.

Rate-over-Range-Messungen mit 11ax-Smartphone

In vielen Büros, Firmen und Betrieben gibt es schon fast mehr Smartphones als Laptops. Sie sind meist kleiner, leichter und mobiler als Notebooks. Also wandern wir auch mit WLAN-Handys durch unsere Mess-Strecke und fragen uns: Wie kompatibel ist die 7590 AX mit diesen sehr mobilen WLAN-Endgeräten?

In unseren Tests hat sich das Samsung Galaxy Note10+ schnell und klaglos mit der Fritz!Box 7590 AX verbunden. Die von Android-11 attestierte Netzgeschwindigkeit reichte bis maximal 1,2 Gbps (siehe Abbildung 17). Das ist Wi-Fi 6 im Modus VHT80 mit 80 MHz Kanalbandbreite. Die Messkurven in Abbildung 18 wurden mit der AVM Fritz!App WLAN erstellt: Das Samsung Galaxy Note10+ zeigt in beiden WLAN-Bändern ein gutes Rate-over-Range-Verhalten, das heißt: eine gute Reichweite. Das WLAN-Handy hatte auch im hintersten Raum keinen WLAN-Abriss und nonstop genug Speed zum Surfen und zum Mailen.

WLAN-Security-Level WPA3

WPA steht für Wi-Fi Protected Access. Das ist die Verschlüsselungs-Methode für den WLAN-Luftverkehr. Aktuell dominiert im Bestand noch die Version WPA2. Die verschärfte Version WPA3 kommt aber vor allem mit neuen Wi-Fi-6-Geräten in den Markt. Neben WPA2-Only unterstützt die Fritzbox 7590 AX auch schon den gemischten WPA2+WPA3 Transitional Mode.

WPA3-Only alias WPA3-Stand-Alone würde nur (!) WPA3-Clients erlauben. Das ist momentan unrealistisch für die Feldsituation. Das dürfte wohl der Grund sein, warum es in Fritz!OS aktuell noch nicht enthalten ist. Der hier verwendete Dell-Wi-Fi-6-PC, die jüngeren 11ax-Laptops, und die Samsung-Galaxy-10er-Modelle konnten sich neben WPA2 auch schon im WPA2+WPA3-Modus mit der Fritz!Box 7590 AX verbinden.

AVM hat den gemischten Modus WPA2+WPA3 Transitional schon 2019 auch in mehreren 11ac-Wi-Fi-5-Geräten per Software-Update nachgepflegt. Auch die allererste Wi-Fi-6-Fritzbox, die Fritz!Box 6660 Cable, unterstützt seit Marktstart 02-2020 neben dem bisherigen Security-Level WPA2 auch schon den verschärften Level WPA2+WPA3.

Fazit

PRO: Die AVM Fritz!Box 7590 AX hat alle Vorzüge der bisherigen 7590 (AC+N) in die Wi-Fi-6-Ära übernommen: VDSL-300-Modem, etliche Telefon-Anschlüsse, hausinternes ISDN, ein WAN-1000-Port, vier LAN-1000-Ports, zwei USB-3.0-Buchsen, DECT-Basisstation für sechs DECT-Schnurlostelefone und für viele SmartHome-Geräte, einfache Bedienung sowie schöne Betriebs-Software namens Fritz!OS mit Mesh und Netzwerk-Grafik.

Wirklich neu ist der Sprung auf Wi-Fi 6 bis 1200 Mbps bei 2,4 GHz und 2400 Mbps im 5 GHz Band. Pro Band werden vier Antennen aktiv. Letztere sorgten im Test für guten Durchsatz und für gute WLAN-Reichweite.

CONTRA: Power-User mit 10-GbE-NAS und 10-GbE-Workstations hätten sich über ein paar 2,5-Gigabit-LAN-Ports gefreut. Aber das hätte Preis, Strombedarf und Wärmeentwicklung der 7590 AX nach oben getrieben. Wer maximal VDSL-250 im Hausnetz verteilen will, ist mit den 4x 1000 Mbps LAN-Ports eh schon gut bedient.

(ID:47475133)

Über den Autor

Dr. Harald Karcher

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Journalist