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Was ist der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Wilfried Platten

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Begriffe Gewährleistung und Garantie werden vor allem von Verbrauchern im Geschäftsalltag gerne in einen Topf geworfen beziehungsweise gleichgesetzt. Fakt ist aber, dass sie deutlich voneinander abgegrenzt und nach Gesetzeslage keinesfalls dasselbe sind.

Das eine ist Gesetz, das andere Kulanz: Die Gewährleistung beruht auf einer gesetzlich gesicherten Grundlage, die dem Verbraucher das Recht einräumt, gekaufte Ware bei offensichtlichen Mängeln zu reklamieren. Eine Garantie hingegen ist, unabhängig von der Laufzeit, eine freiwillige Maßnahme der Hersteller. Sie kann die gesetzliche Gewährleistung weder einschränken, noch ersetzen.

Die Gewährleistung im Detail

Jeder Händler ist verpflichtet, dem Kunden ab Kaufdatum eine Gewährleistung – die manchmal auch als Mängelhaftung bezeichnet wird – von 24 Monaten für Neuwaren einzuräumen. Für gebrauchte Artikel hat der Gesetzgeber eine Frist von 12 Monaten festgelegt. Diese Fristen können auf freiwilliger Basis vertraglich verlängert, keinesfalls aber ausgeschlossen werden. Mit der Gewährleistung werden Mängel des Produkts zum Zeitpunkt des Erwerbs abgedeckt, auch wenn sie nur im Ansatz vorhanden waren und der eigentliche Schaden erst später auftritt. Wenn der Kunde einen Mangel beim Händler anzeigt, ist dieser zur Reparatur, Nachbesserung oder zum Umtausch angehalten.

Seit dem 1. Januar 2018 gilt die Neuregelung sogenannter „Einbaufälle“ im Rahmen der Gewährleistung. Die neuen Regeln zur Nacherfüllung greifen im Wesentlichen die bisherige Rechtsprechung auf: Der Verkäufer ist im Rahmen der Nacherfüllung verpflichtet, dem Käufer die Kosten für das Entfernen der mangelhaften Sache und den Einbau der nachgebesserten Sache zu erstatten. Eine Ausnahme besteht nur bei nicht vorgesehener Verwendung des Kaufgegenstands. Dabei ist es egal, ob es sich beim Käufer oder Verkäufer um ein Unternehmen oder einen Verbraucher handelt. Das heißt im Klartext: Wer mangelhafte Leistungen verkauft, muss zur Gewährleistung für das Produkt auch die Kosten des Ein- und Ausbaus ersetzen – unabhängig davon, ob der Unternehmer den Mangel verschuldet hat oder nicht. Der Anspruch gilt auch dann, wenn der Kunde die gekaufte Sache selbst einbaut oder ein Fremdunternehmen damit beauftragt hat. Neu ist außerdem, dass Händler die Kosten für den Ein- und Ausbau beim Lieferanten geltend machen können, sofern es sich um eine neu hergestellte Sache handelt. Zudem muss der Mangel schon beim Übergang vom Lieferanten auf den Verkäufer vorhanden gewesen sein, was der Verkäufer im Streitfall beweisen muss.

Stellt der Verkäufer die Behauptung auf, der Mangel sei erst nach dem Kauf – etwa durch unsachgemäßen Gebrauch – entstanden, muss er innerhalb der ersten sechs Monate Beweise dafür liefern, was allerdings schwierig bis unmöglich sein dürfte. Nach diesem halben Jahr liegt die Beweislast beim Kunden. Nun muss er glaubhaft darlegen können, dass der Mangel bereits beim Kauf bestand. Auch dies ist schwer nachzuweisen, deshalb ist der Käufer in solch einem Fall auf ein Entgegenkommen des Händlers angewiesen.

Die Garantie im Detail

Im Gegensatz zur Gewährleistung ist die Garantie weder gesetzlich festgeschrieben, noch eine Sache des Händlers, sondern ein freiwilliges Angebot des Herstellers der Ware. Er kann selbst entscheiden, welche Produkteigenschaften durch eine Garantie abgedeckt werden und wie lange diese gültig ist. Die Zeiträume bewegen sich in der Regel zwischen einem und drei Jahren bei normaler Nutzung, Verschleißteile ausgenommen. Innerhalb dieser Frist spielt es dann keine Rolle, ob der Mangel schon beim Kauf bestand oder erst später eintrat.

Die Wahl zwischen Gewährleistung und Garantie

Tritt der Mangel innerhalb der Laufzeit von Gewährleistung und Garantie auf, kann sich der Kunde aussuchen, nach welchem Prinzip er die Ware reklamiert. Bequemer ist meist die Entscheidung für das System Gewährleistung. Denn in diesem Fall kann er das Produkt einfach an den Händler zurückgeben oder -schicken, der sich dann beim Hersteller um die Reklamation bemühen muss.

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