Windows 10 feiert 5. Geburtstag: Am 29. Juli 2015 erschien die aktuelle Iteration des weltweit verbreitetsten Betriebssystems. Nach Aussage von Microsoft soll es „das letzte Windows“ sein, das stetig mit Updates aktualisiert und erneuert wird. Anlass für einen Rückblick.
Vor 5 Jahren, am 29. Juli 2015, erfolgte der weltweite Launch von Windows 10 – Nutzer, die eine alte Windows-Version hatten, konnten das Betriebssystem sogar als kostenloses Update beziehen. Teil von Microsofts Strategie, das ‚letzte Windows‘ fortan als einheitliche, durchgängige Plattform anzubieten.
(Bild: Microsoft)
Windows erscheint nahezu allgegenwärtig. Nach aktuellen Erhebungen decken Windows-Betriebssysteme zusammengenommen knapp 90 Prozent des Desktop-PC-Marktes. Etwa 55 Prozent davon hält Windows 10, das als eine Platform-as-a-Service nominell das 'letzte' Windows auf dem Markt sein soll.
Dabei hat es in den vergangenen fünf Jahren seine Vorgänger noch nicht ganz abgelöst: Während zwar beispielsweise Windows 8 oder Windows Vista keine signifikante Rolle mehr spielen, halten noch etwa 27 Prozent aller PC-Nutzer weiterhin an Windows 7 fest – und immerhin 1,4 Prozent verweilen immer noch auf Windows XP. Gleichzeitig dringt Microsoft allerdings mit skalierbaren Embedded- und IoT-Versionen von Windows 10 immer stärker in den Industriebereich vor.
Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einzelne durchgängige Plattform
Zum Launch von Windows 10 am 29. Juli 2015 kündigte Microsoft-CEO Satya Nadella an, dass das Betriebssystem zugleich „das letzte Windows“ sein sollte. Das soll nicht heißen, dass es das Betriebssystem danach nicht mehr geben wird. Stattdessen soll Windows 10 die Basis für ein Betriebssystem sein, das fortan kontinuierlich gepflegt, aktualisiert und weiterentwickelt wird. Dazu gehören auch größer angelegte Kernel-Updates, ähnlich wie es bereits beim Upgrade von Windows 8 auf Version 8.1 der Fall war. Microsoft spricht in diesem Zusammenhang von einem „Windows as a Service“.
Mit Windows 10 fährt Microsoft die Idee eines durchgängigen Betriebssystems für alle denkbaren Anwendungsbereiche. Früher waren Windows-Betriebssysteme nach unterschiedlichen Plattformen gegliedert; so gab es zeitweise parallel zu der Stammfamilie für x86-basierte Desktop-PCs und Laptops die Betriebssystemreihe Windows Server, das im Embedded-Markt eingesetzte Windows CE oder das auf Tablets und schlanke Netbooks mit ARM-Architektur ausgelegte Windows RT. All diese Betriebssysteme trugen den Namen Microsoft Windows und besaßen eine ähnlich anmutende GUI. Doch softwareseitig waren die Betriebssysteme nur bedingt oder gar nicht untereinander kompatibel: Anwendungen konnten zum Teil nicht portiert werden, plattformübergreifende Entwicklung war mit größerem Aufwand verbunden.
Windows 10 soll dagegen einen skalierbaren, ganzheitlichen Ansatz aus einer Hand darstellen, der Portierungen und vor allem Entwicklungsaufwand deutlich reduziert und leichter handhabbar macht. Das macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass schon Windows 10 ab Start in gleichem Maß für PCs, Notebooks und Tablets zur Verfügung stand, ohne dass es nennenswerte Abstriche bei den Applikationen gegeben hätte – was etwa 2012 eines der größten Mankos des Tablet-Betriebssystems Windows RT darstellte. Zwar gibt es durchaus unterschiedliche Varianten: Das auf Single-Core-Computer wie dem Raspberry Pi abzielende Windows 10 IoT Core ist beispielsweise ein schlanker, auf IoT- und Industrieapplikationen abzielender Ableger von Windows 10, der auch ohne Monitor ausgeführt werden kann. Windows 10 ist aber auch als vollwertiges Betriebssystem für ARM-basierte Rechner, die sich etwa auf Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm stützen, verfügbar.
Die derzeit jüngste Variante von Windows 10 ist das im November 2019 erstmals offiziell angekündigte Windows 10X. 10X verfügt über eine modifizierte Benutzeroberfläche, die um kontextspezifische Interaktionen oder „Haltungen" auf sogenannten „Single-Screen-Devices" wie beispielsweise schlanke, ARM-basierte Netbooks, herum entwickelt wurde. Offensichtliche Unterschiede zum regulären Desktop-OS sind eines neu gestalteten Startmenü ohne Kacheln und der Verwendung von Container-Technologie, um auch reguläre Win32-Software ausführen zu können.
Stand: 08.12.2025
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