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Intel, AMD, Qualcomm & Co

Prozessoren 2018 – alte Bugs und neue Trends

| Autor: Klaus Länger

Intel ist mit Produkten wie dem Core-Prozessor der achten Generation oder den Xeon-Modelle Marktführer unter den CPU-Schmieden. Aber AMD ist mit Ryzen und Epyc iwieder voll im Rennen.
Intel ist mit Produkten wie dem Core-Prozessor der achten Generation oder den Xeon-Modelle Marktführer unter den CPU-Schmieden. Aber AMD ist mit Ryzen und Epyc iwieder voll im Rennen. (Bild: Intel)

Das Jahr 2018 beginnt für die Prozessorhersteller erst einmal mit viel Ärger: Von der Spectre-Schwachstelle sind praktisch alle CPUs betroffen; Intel zusätzlich auch noch von Meltdown. Interessante neue Prozessoren gibt es aber trotzdem. Wir stellen sie vor und verraten auch, was sich in der Gerüchteküche tut.

Eine Gruppe von Sicherheitsforschern von Googles Project Zero, anderen Firmen und Universitäten, darunter der TU Graz, haben Anfang des Jahres für ordentlich Wirbel in der IT-Branche gesorgt: Praktisch alle modernen Prozessoren sind für Angriffe anfällig, bei denen für die spekulative Ausführung von Befehlen benötigte Daten in Prozessorcaches unberechtigt ausgelesen werden. Die Meltdown-Attacke betrifft primär Intel-Prozessoren und den ARM-SoC Snapdragon 845 von Qualcomm. Die Spectre-Angriffe können neben Intel-Prozessoren auch AMD-CPUs, viele ARM-Prozessoren und auch moderne Power- und Sparc-Prozessoren treffen.Damit hat die Cyberbedrohung auch das Herzstück von IT-Systemen erfasst: die Prozessoren. Bisher sind auch noch nicht alle Löcher gestopft und teilweise wurden Patches auch wieder zurückgezogen, da sie zu Abstürzen kommen könnten.

Aus dem Blickwinkel des Channels betrachtet Achim Heisler, Chef des a-h-s Systemhauses, die Situation: Für ihn ist dieIntel-Sicherheitslücke eine Wahrheit in Scheiben. Alle derzeit neu vorgestellten Prozessoren sind prinzipiell anfällig und müssen durch dieselben Betriebssystem und Firmware-Updates geschützt werden, wie bereits auf dem Markt befindliche CPUs. Prozessoren mit „sauberer” Hardware werden sicher noch etliche Monate auf sich warten lassen. Zu lange jedenfalls, um mit dem Kauf neuer Rechner zu warten.

Mitte März 2018 hat Intel die ersten CPUs mit Hardware-Schutz gegen einen Teil dieser Verwundbarkeiten angekündigt. Die ersten Prozessoren mit Hardware-Schutz sollen die Xeon-Scalable-Prozessoren der nächsten Generation sein, die Intel unter dem Codenamen „Cascade Lake” entwickelt, sowie nicht genauer spezifizierte „Core-Prozessoren der achten Generation”. Mit einer Markteinführung dürfte aber kaum vor dem vierten Quartal dieses Jahres zu rechnen sein.

Neue Prozessoren 2018

Eine der spannendsten neuen CPUs für Notebooks oder kompakte PCs ist der Kaby Lake G von Intel mit integriertem Vega-Grafikchip von AMD. Der Prozessor ist erstmals im November 2017 als Gerücht aufgetaucht. Inzwischen wird die CPU an die PC-Hersteller ausgeliefert.

Der Kaby-Lake-G-Prozessor von Intel mit vier Prozessorkernen integriert eine Radeon-Vega-GPU von AMD mit HBM2-Speicher auf einem gemeinsamen Modul.
Der Kaby-Lake-G-Prozessor von Intel mit vier Prozessorkernen integriert eine Radeon-Vega-GPU von AMD mit HBM2-Speicher auf einem gemeinsamen Modul. (Bild: Intel)

Intel bietet die CPU in vier Varianten an: Als Core i7-8705G, 8706G, 8709G oder 8809G. Alle verfügen über vier Prozessorkerne, acht MB Cache und eine integrierte Intel-GPU. Die mit auf dem Prozessor integrierte Radeon-Vega-GPU von AMD ist ein separater Chip, der auch als zusätzlicher Grafikcontroller arbeitet - also primär dann, wenn eine höhere Leistung gefordert ist, als sie die Intel-GPU liefern kann. Bei Core i7-8705G und 8706G kommt ein Radeon RX Vega M GL mit 20 Recheneinheiten zum Einsatz, bei Core i7-8709G und 8809G ein Radeon RX Vega M GH mit 24 Recheneinheiten. Auf der CES in Las Vegas wurden die ersten Notebooks mit diese CPU angekündigt, darunter das HP Spectre x360 15 oder das Dell XPS 15 2-in-1.

Am anderen Ende des Preis- und Leistungsspektrums unter den Intel-Prozessoren für Client-Rechner sind die Gemini-Lake-Prozessoren angesiedelt, die als Pentium-Silver- und Celeron-Modelle mit zwei oder vier Goldmont-Plus-Kernen auf den Markt kommen. Sie sind die ersten Intel-CPUs mit auf dem Prozessor integrierter WLAN-Funktion. Intel bietet die Gemini-Lake-Prozessoren nur als BGA-Typ zum Auflöten an. Notebooks, PCs und Mainboards mit diesen CPUs kommen im erste Quartal 2018 auf den Markt.

AMD macht mit Ryzen wieder deutlich bessere Geschäfte. Acer hat beispielsweise auf der CES das Gaming-Notebook Nitro 5 mit AMD-Ryzen-CPU und Radeon-GPU vorgestellt. Allerdings sollen die Ryzen-Mobile-Prozessoren mit ihrer integrierten Radeon-Vega-GPU auch ohne zusätzlichen Grafikchip eine gute 3D-Performance liefern.

Das 15,6-Zoll-Display beim Acer Nitro 5 liefert die Full-HD-Auflösung. Als Grafikchip setzt der Hersteller den AMD Radeon RX560X ein.
Das 15,6-Zoll-Display beim Acer Nitro 5 liefert die Full-HD-Auflösung. Als Grafikchip setzt der Hersteller den AMD Radeon RX560X ein. (Bild: Acer)

Auf der CES hat AMD Ryzen-Prozessoren mit Radeon-Vega-Grafik und zusätzliche Ryzen Mobile-Prozessoren angekündigt. Ryzen 3 soll das Angebot nach unten abrunden, Ryzen Pro ist für Business-Notebooks bestimmt. Für den April plant AMD den Launch einer zweiten Generation von Ryzen-Desktop-Prozessoren. Sie sollen dann in einem 12-Nanometer-Prozess hergestellt werden. Die derzeitigen Ryzen-Prozessoren und auch die Epyc-Modelle entstehen bei Globalfoundries in einem 14-Nanometer-Produktionsverfahren.

Update: Die ersten Ryzen-Desktop-APUs mit integrierter Radeon-Vega-Grafik kommen in den Handel. Der Ryzen 5 2400G und der Ryzen 3 2200G verfügen jeweils über vier Prozessorkerne. Der Ryzen 5 unterstützt zusätzlich Simultaneous Multithreading.

Im April 2018 war wieder Intel am Zug: Die Firma stellt 20 Coffee-Lake-Prozessoren für leistungsstarke Notebooks und für Desktop-PCs vor. Für Notebooks kommen H-Modelle mit bis zu sechs Kernen und Quadcore-CPUs mit Iris-Plus-Grafik. Die Palette an Desktop-PC-Prozessoren wird durch Mainstream-Modelle und sparsame T-Prozessoren ergänzt. Zusätzlich liefert Intel nun endlich Chipsätze mit integriertem USB-3.1-Gen2-Controller an die Mainboardhersteller aus.

Mit den Ryzen-Prozessoren der zweiten Generation will AMD bei der Performance endgültig zu Intel aufschließen. Den Anfang machen die Desktop-PC-Prozessoren Ryzen 7 2700X und 2700 sowie Ryzen 5 2600X und 2600 mit acht beziehungsweise sechs Cores. Sie werden mit einer verbesserten Fertigungstechnologie hergestellt und erreichen höhere Taktraten. AMD verwendet hier die Bezeichnung „Zen+”. Für AMD haben sich die Zen-Prozessoren Ryzen und Epyc jedenfalls ausgezahlt. Die Firma vermeldet für das vergangene Quartal ein Umsatzplus von 40 Prozent.

Auf der Computex 2018 kündigt AMD neben Ryzen-Prozessoren mit 12-Nanometer-Technologie auch die jeweils zweite Generation des Ryzen Threadripper mit 32 Cores und der Server-Prozessoren der Epyc-Baureihe an.

Mit dem Jubiläumsmodell Core i7-8086K feiert Intel den 40. Geburtstag des Intel 8086.

Zweimal Intel 8086: Der Erstling von 1978 mit 4,77 MHz und der neue Core i7-8086K mit 5 GHz Taktfrequenz.
Zweimal Intel 8086: Der Erstling von 1978 mit 4,77 MHz und der neue Core i7-8086K mit 5 GHz Taktfrequenz. (Bild: Intel)

Die Coffee-Lake-CPU Core i7-8086K Limited Edition für den Sockel 1151v2 ist der erste Intel-Prozessor, der ohne zusätzliches Übertakten eine Turbo-Taktfrequenz von 5 GHz erreicht. Er arbeitet mit sechs Kernen, unterstützt Hyperthreading und verfügt über 12 MB Smart-Cache. Auf der Computex gab Intel auch einen Ausblick auf die kommende Generation der Core-Prozessoren für Notebooks mit den Codenamen Whiskey Lake U-Series und dem sparsameren Amber Lake Y-Series für lüfterlose Geräte. Beide Prozessoren warten mit GBit-WLAN und USB 3.1 Gen2 im Chipsatz auf.

Update:

Intel stellt im Juli 2018 mit der der Xeon-E-2100-Serie eine Reihe von Prozessoren für Desktop-Workstations der Einsteigerklasse vor. Die Coffe-Lake-Prozessoren mit vier oder sechs Kernen unterscheiden sich von ihren Geschwistern aus der Core-Baureihe durch eine zusätzliche Unterstützung von ECC-Speicher.

Der Intel 4004 war der erste serienmäßig hergestellte Microprozessor der Welt und heute ein gesuchtes Sammlerstück.
Der Intel 4004 war der erste serienmäßig hergestellte Microprozessor der Welt und heute ein gesuchtes Sammlerstück. (Bild: Intel)

Zudem feiert Intel am 18.07.2018 den 50sten Geburtstag. Dazu gibt es von uns eine Firmen- und Prozessorhistorie mit Bildergalerie.

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