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AMD Ryzen Mobile

Ryzen mit Vega für Notebooks

| Autor: Klaus Länger

AMD bietet den Ryzen Mobile in zwei Varianten an: Als Ryzen 7 2700U und als Ryzen 5 2500U. Beide verfügen über vier Prozessorkerne und acht Threads. Der Unterschied liegt in der Taktfrequenz und der Leistung der Grafikeinheit.
AMD bietet den Ryzen Mobile in zwei Varianten an: Als Ryzen 7 2700U und als Ryzen 5 2500U. Beide verfügen über vier Prozessorkerne und acht Threads. Der Unterschied liegt in der Taktfrequenz und der Leistung der Grafikeinheit. (Bild: AMD)

AMD hatte bisher einen nur sehr begrenzten Anteil am Notebook-Markt. Mit den Ryzen-Mobile-Prozessoren soll sich das ändern. Sie kombinieren vier Prozessorkerne mit einer GPU auf Vega-Basis und sollen so Intels Kaby-Lake-R-Modelle in CPU- und GPU-Leistung schlagen, ohne mehr Energie aus dem Akku zu ziehen.

Bei den bisherigen Mobilprozessoren seit Llano in 2011 sprach AMD von APU (Accelerated Processing Unit). Die Idee dahinter war, dass die im Vergleich zur integrierten Intel-Grafik stärkeren Radeon-GPUs in den AMD-Prozessoren auch Berechnungen jenseits der Grafik übernehmen sollten. Daher zählte AMD hier CPU- und GPU-Kerne gerne zusammen. In der Realität hat das aber nur sehr eingeschränkt funktioniert, da es an einer breiten Software-Unterstützung für dieses Konzept fehlte. Intel-Core-Prozessoren waren durch ihre höhere CPU-Leistung meist deutlich schneller in Anwendungen und zudem oft auch noch sparsamer. AMD-Prozessoren der A-Serie waren daher meist nur in sehr günstigen Notebooks der Einsteigerklasse zu finden.

Mit dem unter dem Codenamen Raven Ridge entwickelten Ryzen-Mobile-Prozessoren soll sich das nun gründlich ändern. Die AMD-Prozessoren verfügen über jeweils vier Prozessorkerne mit acht Threads auf Basis der aktuellen Zen-Architektur, die auch bei den Ryzen-Modellen für Desktop-PCs und den Epyc-Server-Prozessoren zum Einsatz kommt. Die in den Prozessoren integrierte Radeon-Grafikeinheit gehört zur neuen Vega-Generation. Mit Precision Boost 2 hat AMD ein feineres Boost-System entwickelt, mit dem die Taktfrequenz von einem bis zu allen vier Cores in verschiedenen Stufen erhöht werden kann, solange es die thermischen Reserven und die Akkureserve erlauben.

Gegenüber dem direkten Vorgänger Bristol Ridge, also den AMD-APUs der siebten Generation, sollen die Ryzen-Mobile-Prozessoren die bis zu doppelte CPU-Leistung und die 1,3-fache GPU-Leistung liefern und dabei auch noch bis zu 58 Prozent weniger Strom verbrauchen. Diese Werte sollten nach Aussage von AMD auch genügen, um die aktuellen Intel-Core-Prozessoren der achten Generation zu schlagen. Die Kaby-Lake-R-Modelle verfügen ebenfalls über bis zu vier Prozessorkerne mit Hyperthreading und eine integrierte HD-620-GPU. Deren 3D-Performance soll aber deutlich unter der liegen, die von den AMD-Prozessoren zu erwarten ist. AMD spricht hier von Frameraten auf dem Niveau einer diskreten Nvidia-Geforce-950M. Das wäre auch mehr als das, was Intel Iris-Plus-GPU erreichen kann, die allerdings bisher nur in den teuren HQ-Quadcore-Prozessoren der ersten Kaby-Lake-Generation eingesetzt wird, die für 35 Watt TDP ausgelegt sind. AMD hat die Ryzen-Mobile-CPUs dagegen für 15 Watt TDP spezifiziert.

Zwei Modelle zum Auftakt

AMD startet mit zwei Modellen: Ryzen 7 2700U und Ryzen 5 2500U. Beim ersten liegt die Basis-Taktfrequenz der vier Kerne bei 2,2 GHz und die Turbo-Boost-Frequenz bei 3,8 GHz, beim letzteren gibt der Hersteller 20,0 und 3,6 GHz an. Der Level-3-Cache ist bei beiden Modellen sechs MB groß. Der größte Unterschied liegt in der Grafikeinheit: Der Ryzen 7 2700U verfügt über eine Radeon-Vega-GPU mit zehn Graphics-Compute-Units, die mit einem Takt von bis zu 1,3 GHz arbeiten. Im Ryzen 5 2500U stecken nur acht Vega-CUs, die mit 1,1 GHz arbeiten.

Erste Notebooks mit Ryzen Mobile

Bislang sind drei Notebooks mit Ryzen-Mobile-Prozessor angekündigt. Den Anfang macht Acer mit dem Swift 3. Den 15,6-Zöller mit Full-HD-IPS-Display und Aluminium-Chassis wird es mit AMD Ryzen 5 2500U oder AMD Ryzen 7 2700U geben. Optional wird das Gerät auch noch mit zusätzlicher Radeon-RX-540-GPU verfügbar sein. Weitere Ausstattungsdetails sind acht GB DDR4-SDRAM als Arbeitsspeicher, eine bis zu 512 GB große PCIe-SSD und eine HDD mit bis zu zwei TB Kapazität. Acer peilt eine Markteinführung für Ende Dezember an, der Startpreis soll bei 799 Euro (UVP) liegen.

Lenovo bringt eine Modellvariante des Ideapad 720S mit den neuen AMD-Prozessoren auf den Markt. Das Gerät ist mit einem 13,3-Zoll-Full-HD-IPS-Panel ausgestattet und wird als Massenspeicher einen PCIe-NVMe-SSD mit maximal 512 GB Kapazität einsetzen. Laut Lenovo ist mit einem Verkaufsbeginn für Anfang Februar 2018 zu rechnen. Für das erste Convertible-Notebook mit Ryzen Mobile, das HP Envy X360, gibt es noch keine Angaben zu einer Markteinführung in Deutschland. Der 15,6-Zöller mit 360-Grad-Scharnieren für das Display wird laut AMD nur mit Ryzen 5 2500U verfügbar sein.

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