Bisher gab es von Nvidia eigene CPU-GPU-Chips nur für Server und Linux-Workstations. Nun ist die Windows-Plattform an der Reihe. Auf der Computex feiern Nvidia-Prozessoren für Notebooks und Desktop-Rechner Premiere. Zudem kommt die DGX Station mit Windows.
Mit RTX Spark für Windows-Notebooks und Windows-Desktop-PCs sowie der DGX Station for Windows präsentiert Nvidia-CEO Jensen Huang gleich drei Plattformen für das Microsoft-Betriebssystem. Natürlich soll auch hier die lokale KI eine gewichtige Rolle spielen.
(Bild: Nvidia)
Ein übermäßiger Token-Verbrauch für KI-Anwendungen und dadurch entstehende hohe Kosten sind eine Erscheinung, mit der viele Unternehmen zu kämpfen haben, die mit KI experimentieren oder bereits arbeiten. Vor allem KI-Agenten wie OpenClaw sind berüchtigt dafür, Token geradezu zu verschlingen.
Als Lösung für dieses Problem hat Nvidia die lokale KI-Nutzung ausgemacht. Allerdings fehlt es dafür nach Ansicht des KI-Chip-Giganten bisher an performanten Prozessoren und einer sicheren Umgebung für die lokale Nutzung von KI-Agenten, die Anwender bei ihrer Arbeit am Windows-Rechner entlasten sollen. Nvidia hat daher gemeinsam mit Microsoft die Initiative ergriffen, um eine solche Plattform zu entwickeln. Das Resultat nennt sich Nvidia RTX Spark und soll für Windows-PCs und Notebooks sorgen, die nicht nur eine Basis für lokale agentische KI darstellen, sondern auch noch eine hohe Performance für Games und kreative Anwendungen liefern. Präsentiert wurde RTX Spark von Nvidia-CEO Jensen Huang im Rahmen seiner Computex-Keynote.
Das Herzstück der Plattform ist der RTX Spark Superchip. Er basiert auf dem GB10-Superchip, den Nvidia im vergangenen Jahr für die Mini-KI-Workstation DGX Spark vorgestellt hat. Ebenso wie dieser besteht er aus einer gemeinsam mit Mediatek entwickelten Grace-CPU mit insgesamt 20 ARM-Cores, die mittels NVLink-C2C mit einer ebenfalls auf dem Chip integrierten Blackwell-GPU verbunden ist. Diese GPU soll mit 6.144 Cuda-Cores und Tensor-Cores der fünften Generation eine FP4-KI-Leistung von einem Petaflop liefern soll. Die CPU besteht aus zehn Cortex-X925 und zehn Cortex-A725-Kernen. CPU und GPU steht ein gemeinsamer Speicher zur Verfügung der bis zu 128 GB groß sein kann und aus LPDDR5X-Chips besteht. Allerdings fehlt dem RTX Spark die 10GbE-Schnittstelle des GB10, die für die Verbindung zweier DGX Spark genutzt wird.
Für den Prozessor liefert Microsoft ein angepasstes Windows on ARM mit einem Scheduler, der Workloads optimal auf die 20 CPU-Cores verteilen soll, sowie mit einer optimierten Version des Prism-Emulators für x86-Windows-Software, die auch AVX/AVX2 unterstützt. Zudem soll die Spielekompatibilität durch die Unterstützung gängiger Anti-Cheat-Lösungen verbessert worden sein, wie Pavan Davuluri, Executive Vice President für Windows und Devices bei Microsoft, in einem Blogbeitrag anmerkt. Adobe stellt für RTX Spark optimierte Versionen von Premiere and Photoshop bereit, die von der GPU- und KI-Leistung des Prozessors Gebrauch machen.
Die Gaming-Performance soll laut Huang ausreichen, um AAA-Games bei 1.440p-Auflösung mit 100 fps zu spielen. Ebenso wie bei der Reforce RTX unter x86-Windows werden Raytracing, DLSS and Reflex unterstützt. Neu sind DLSS 4.5 Ray Reconstruction für Spiele und 3D-Anwendungen wie Blender sowie RTX Video with 4x Frame Generation für den KI-Bild- und Videogenerator ComfyUI Local.
Nvidia OpenShell für Windows
Um agentische KI-Anwendungen lokal und sicher auf RTX-Spark-Rechnern arbeiten zu lassen, hat Nvidia die OpenShell-Runtime auf Windows portiert. Microsoft stellt dafür zusätzliche Windows-Sicherheitsfunktionen bereit. Laut Nvidia nutzt die Runtime drei Säulen, um KI-Agenten unter Kontrolle zu halten: Individuelle Sandboxen für jeden Agenten oder Sub-Agenten, eine granular aufgebaute Policy Engine sowie einen Private Inference Router, der als Gateway dafür sorgt, dass alle Aktionen der Agenten evaluiert werden, bevor sie die Host-Umgebung erreichen. Diese Vorgaben werden laut Nvidia von der OpenClaw Foundation und von Nous Research, der Firma hinter Hermes Agent, für deren Windows-Apps übernommen.
RTX Spark für Notebook und Mini-PCs
Die erste und auch wichtigere Gerätekategorie mit RTX Spark werden Premium-Notebooks mit 14- und 16-Zoll-Displaydiagonale sein, die im Herbst auf den Markt kommen sollen. Die Notebooks mit Aluminium-Chassis sollen weniger als 2 kg wiegen und mit Tandem-OLED oder einem ähnlich hochwertigem Display ausgestattet sein. Für Gaming wird Nvidias G-Sync unterstützt. Trotz der hohen Leistung soll die Akkulaufzeit für einen ganzen Tag aussreichen. Auf der Bühne konnte Huang bereits Mockups einer ganzen Reihe kommender Geräte zeigen.
Microsoft selbst hält sich mit dem Surface Laptop Ultra weniger strikt an die Nvidia-Vorgaben. Das 15-Zoll-Gerät wird mit einem Touchscreen im 3:2-Format ausgestattet sein, der mit Mini-LED-Backlight eine HDR-Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits schafft. Die Pixeldichte liegt laut Microsoft bei 216 ppi. Von Asus sollen die ProArt-Modelle P14 und P16 mit Lumina-Pro-OLED-Displays und schwarzem oder weißem Gehäuse kommen. Dell ist mit der ebenfalls mit OLED-Panel ausgestatteten XPS 16 Creator Edition vertreten, die einen HDMI-Port und einen Cardreader als zusätzliche Ausstattungsmerkmale bieten soll. HP kündigt die Modelle OmniBook Ultra 16 und OmniBook X 14 an, Lenovo den Yoga Pro 9n. Von MSI kommt mit dem Prestige N16 Flip AI+ ein leichtes 16-Zoll-Convertible-Notebook mit UHD+-Tandem-OLED-Panel und großem Akku.
Stand: 08.12.2025
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Leistungsstarke Windows-Mini-PCs mit RTX Spark soll es ebenfalls geben. Hier werden die Hersteller wohl ihre bestehenden DGX-Spark-Modelle als Basis verwenden. Laut Nvidia haben bereits Acer, Asus, Dell, Gigabyte, HP, MSI und Lenovo entsprechende Rechner angekündigt, die ebenfalls ab Herbst verfügbar sein sollen.
Mit 128 GBLPDDR5X werden die RTX-Spark-Notebooks und Mini-PCs sicher sehr kostspielig werden. Daher liegen Versionen mit weniger RAM sicher im Bereich des Möglichen.
DGX Station für Windows
Von noch ganz anderem Kaliber ist die DGX Station mit Windows, die Nvidia ebenfalls auf der Computex enthüllt hat. Die High-End-Workstation mit GB300 Grace Blackwell Ultra Desktop Superchip gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr mit Linux, nun folgt die Windows-Variante. Der Prozessor vereint hier eine CPU mit 72 Neoverse-V2-ARM-Cores und eine Blackwell-Ultra-GPU mit 252 GB HBM3e als Speicher. Zudem sitzen noch 496 GB LPDDR5X als Hauptspeicher auf dem Mainboard, das zusätzlich noch eine weitere Nvidia-Blackwell-Karte bis zur RTX 6000 Workstation Edition aufnehmen kann. Nvidia nennt hier eine FP4-Leistung von bis zu 20 Petaflops. Für eine schnelle Netzwerkverbindung ist ein ConnectX-8 SuperNIC integriert.
Die Windows-Plattform soll hier gegenüber Linux den Vorteil bringen, dass KI-Agenten für Windows direkt unter dem Betriebssystem entwickelt werden können, auf dem sie dann laufen werden, während Linux-KI-Toolchains über das Windows Subsystem for Linux ebenfalls zur Verfügung stehen. Die Workstation DGX Station für Windows soll im vierten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Als Hersteller hat Nvidia bereits Asus, Dell, Gigabyte, HP, MSI und Supermicro an Bord geholt.