Trotz Cloud sind Server für das Datacenter weiterhin gefragt und bilden das Fundament für die Digitalisierung im Unternehmen. KI-Server sind dabei ein wachsender Markt für die Zukunft. Rechner für Edge Computing legen zu, auch wenn es hier noch Hindernisse gibt.
Die Zeichen für den deutschen Markt stehen auf Hybrid Cloud. Denn nicht nur die Public Coud legt weiter zu, sondern auch der Absatz von Servern für die Datacenter von Unternehmen und der von Edge-Systemen.
(Bild: SUPHANSA - stock.adobe.com)
Trotz aller wirtschaftlichen Herausforderungen durch teure Energie, Inflation und ein generell schwieriges wirtschaftliches Umfeld: Unternehmen müssen ihre Digitalisierung vorantreiben, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Das betrifft alle Sparten und Größen. Und auch die öffentlichen Auftraggeber kommen um die Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen nicht herum, damit die wachsende Zahl an Regeln und Vorgaben die hiesigen Firmen nicht ausbremst. Das alles sorgt weiterhin für Wachstum im Server-Segment.
IDC geht trotz des Einbruchs in diesem Jahr von 4,3 Prozent Wachstum zwischen 2022 und 2026 aus. 2022 profitierte das Geschäft von einer Backlog-Abarbeitung.
(Bild: IDC)
Denn viele Firmen, und vor allem Behörden, sind nicht bereit, ihre Anwendungen und Daten in die Public Coud zu schieben, zumindest nicht komplett. Hier sieht Manfred Cordes, Senior Business Unit Director HPE bei TD Synnex, sogar eine Gegenbewegung und erklärt „der ‚wir-packen-alles-in-die-Cloud-Hype‘ ist vorbei. Viele Vertriebspartner und deren Kunden wollen mehr Kontrolle und vertrauen dem ‚Cloud-Standort‘ nicht durchgehend bzw. schrecken auch vor Kostenexplosionen durch die Cloud-Nutzung zurück“. Dementsprechend blickt der TD-Synnex-Manager durchaus optimistisch in die Zukunft und geht von einem leichten Umsatzwachstum aus, das die neue Server-Generation mit höherer Leistungsdichte bringen soll.
Boris Karsunky, Lead Dell Technologies bei ADN, sieht die Aussichten für den Server-Markt ähnlich: „Wir haben in der Vergangenheit, auch aufgrund von Planungsunsicherheit, nicht zuletzt ausgelöst durch die Corona-Pandemie, einen Rückgang gesehen. Statt Neukäufe wurden die Server-Wartungen verlängert. Jetzt hat sich das Blatt aber gewendet und es wird wieder vermehrt neu gekauft.“
Rocco Frömberg, Senior Produktmanager bei TIM
(Bild: TIM AG)
Etwas weniger positiv sieht Rocco Frömberg, Senior Produktmanager beim VADTIM, das aktuelle Geschäft: „Es gibt eine hohe Innovations-Dynamik im Server Segment, die vor allem von den spezifischen Anforderungen vergleichsweise neuer ML-, AI- und Generative AI-Workloads getrieben ist. Die technische Entwicklung trifft 2023 auf ein politisch, ökonomisches Umfeld, das Unternehmen vorsichtiger investieren lässt. Wir sind überzeugt, dass die jetzt erarbeitete Produktbasis ein zentraler Baustein für ein deutlich stärkeres Server-Geschäft im Jahresverlauf 2024 sein wird.“ Das deckt sich mit Aussagen der Marktforscher von IDC. Die haben nach einem sehr starken Geschäft Ende 2022, bei dem durch Lieferkettenprobleme entstandene Auftragsrückstände abgearbeitet wurden, einen Rückgang im aktuellen Jahr ausgemacht. Für die kommenden Jahre lässt die fortschreitende Digitalisierung die Kurve aber wieder nach oben zeigen, so die Analysten.
Wir sehen bei unseren Partnern eine sehr hohe Nachfrage nach GPU-Systemen für KI-Workloads. Die Unternehmenssoftware hinter der Nvidia-AI-Plattform, Nvidia AI Enterprise, beschleunigt die Datenwissenschaft und optimiert die Entwicklung und Bereitstellung von produktionstauglicher generativer KI, Computer Vision, Sprach-KI und vielem mehr. Unternehmen, die ihre Geschäfte mit KI betreiben, verlassen sich auf Nvidia AI Enterprise, um die Produktivität von KI-Teams zu verbessern und schneller geschäftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Der besondere Vorteil liegt auch darin, dass die KI-fähigen Lösungen von Nvidia flexibel in der Cloud, in Rechenzentren, auf Workstations und in der Edge-Umgebung ausgeführt werden können. Bei ADN erhalten die Partner alles, um ein leistungsfähiges KI-fähiges System zu bauen.
Kleinere 2U-Server als primäres Geschäft
Das Brot-und-Butter-Geschäft bei Servern, besonders wenn es um KMU-Kunden geht, bilden weiterhin 2U-Maschinen mit zwei CPUs und 12 bis 20 Cores. Das betont auch Christoph Maier, CEO bei Thomas Krenn. KI-Anwendungen im eigenen Rechenzentrum spielen für seine Kunden kaum eine Rolle, GPU-Systeme werden eher für VDI angeschafft. Einen Nachfrageschub bei kleineren Firmen könnte das Support-Ende für Windows Server 2012 und 2012 R2 bringen. Hier sind gerade kleinere Hersteller wie Aquado damit beschäftigt, ihre Kunden darüber zu informieren und zum Umstieg auf neue Maschinen mit Windows Server 2022 zu motivieren. Für Firmen, die in Richtung hybrider Cloud gehen und hier Azure nutzen, kann Azure Stack HCI auf entsprechenden Servern eine Alternative sein.
Server-Prozessoren: Generation 5 kommt
Emerald Rapids wird Intels nächste Xeon-Generation. Die CPUs sind sockelkompatibel zu Sapphire Rapids.
(Bild: Intel Corporation)
Die aktuelle Servergeneration wird überwiegend von Intels Xeon-Prozessoren der 4. Generation, also Sapphire Rapids, und AMDs Epyc-Prozessoren der ebenfalls 4. Generation angetrieben. Zu letzteren zählen Genoa, Genoa-X mit zusätzlichem 3D-V-Cache sowie Bergamo und Siena mit den kleineren Zen-4-C-Cores. Die 5. Generation steht bei beiden Herstellern bereits in den Startlöchern. Intel bringt kommendes Jahr Emerald Rapids mit bis zu 64 Cores und deutlich größerem Cache, AMD die Turin-Familie der Epyc-Prozessoren mit Zen-5-Architektur. Sie soll die Epyc-Erfolgsgeschichte fortsetzen. Denn inzwischen hat AMD bei Server-CPUs laut Mercury Research weltweit einen Marktanteil von fast 30 Prozent nach Umsatz erreicht.
Stand: 08.12.2025
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Wachstum bei GPU-Servern für KI-Workloads
Cordes sieht bei TD-Synnex-Partnern eine steigende Nachfrage nach Server-Systemen mit vier oder acht GPUs, kann aber nicht beurteilen, ob KI der Treiber ist. Für seinen Kollegen Maximilian Wieser, Business Unit Manager Data & Applications bei dem Distributor, ist das auf jeden Fall so, da er zunehmend Anfragen nach DGX-Systemen von Nvidia und deren Software beobachtet. Bei ADN-Partnern sieht Karsunky ebenfalls eine sehr hohe Nachfrage nach GPU-Systemen für KI-Workloads sowie nach Nvidias AI-Enterprise-Suite. Sie ist laut dem GPU-Hersteller eine End-to-End-Softwareplattform für Produktions-KI mit Entwicklungssoftware, Frameworks und vortrainierte Modelle sowie eine Sammlung von Management- und Orchestrierungstools.
KI im eigenen Datacenter mit entsprechenden GPU-Servern ist ein wachsender Markt. Nvidia hat eine Spezifikation für AI-ready-Server entwickelt, die von Server-Herstellern wie Dell, HPE oder Lenovo gebaut werden sollen, beispielsweise für VMwares Private AI Foundation. Bestückt werden die Systeme mit L40S-GPUs sowie Bluefield-3-DPUs.
(Bild: Nvidia)
Lenovo hat auf der vergangenen Tech-World-Konferenz eine Hybrid-KI-Strategie angekündigt. In Kooperation mit Nvidia will der Hersteller KI-gestützes Computing überall dort ermöglichen, wo Daten erzeugt werden: an Edge-Standorten, im Datacenter und in der Cloud. Dabei sollen firmenspezifische Modelle, angereichert mit Daten aus bestehenden Systemen, unternehmensspezifische Aufgaben erfüllen. Allgemeine Informationen, die etwa für die Beantwortung von Fragen oder andere Aufgaben notwendig sind, liefern die großen Modelle in der Cloud.
VMware startet mit Private AI ein ähnliches Projekt, das ebenfalls Rechenzentren, Edge und Public Cloud abdecken soll. Neben Nvidia ist seit diesem Monat Intel ebenfalls Hardware-Partner. Gemeinsam wollen die Firmen eine Referenzarchitektur auf Basis von Xeon-CPUs der vierten Generation, Data-Center-GPU-Max-Karten, Intels KI-Software-Suite und VMware Cloud Foundation erstellen. Als Hersteller für die KI-Server nennt VMware zunächst Dell, HPE und Lenovo.
Stimmen aus dem Channel: TD Synnex
Maximilian Wieser, Business Unit Manager Data & Applications bei TD Synnex
(Bild: TD Synnex)
Wir sehen ein stetiges Wachstum im KI-Bereich, auf den wir seit Jahren einen Fokus haben. Natürlich hat die mediale Präsenz des Themas KI nochmals für einen Push gesorgt. Das macht sich durch die Summe an Anfragen im GPU- aber auch anderen Nvidia- Bereichen, wie der DGX-Systeme oder der Nvidia AI for Enterprise Suite, bemerkbar. Die Aufträge nehmen stetig zu und wir stehen eher vor der Herausforderung langer Lieferzeiten. Diesem Problem versuchen wir durch eine sinnvolle Bevorratung entgegenzuwirken.
Hersteller favorisieren As-a-Service-Modelle
Beim Vertrieb von Servern und anderer Datacenter-Hardware forcieren die großen Hersteller zunehmend eigene As-a-Service-Modelle mit verbrauchsabhängiger Abrechnung, die den Kunden mehr Flexibilität durch Skalierbarkeit und den Partnern wiederkehrende Einnahmen bescheren sollen. Pionier war hier HPE mit Greenlake, Lenovo und Dell haben mit Truscale beziehungsweise Apex nachgezogen. Und auch Fujitsu hat das Uscale-Programm inzwischen für den Channel tauglich gemacht und sieht hier eine gute Resonanz bei den Partnern, wie Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales Central Europe, betont. Die As-a-Service-Modelle für Datacenter und Edge umfassen unterschiedliche Komponenten, die von den Kunden kombiniert und von den Partnern durch eigene Services angereichert werden können. Zudem sollen sie besser für an die Anforderungen einer hybriden Multicloud angepasst sein als isolierte Einzellösungen. So hat etwa HPE seit diesem Jahr mit OpsRamp eine Management-Lösung in Greenlake integriert, „mit der sich Technologien und Cloud-Plattformen unterschiedlicher Anbieter einheitlich managen, überwachen und steuern lassen“, so Gerry Steinberger, Head of Partner Ecosystem, HPE. Etliche Systemhäuser nutzen Datacenter-as-a-Service-Modelle auch als Basis für ihre eigenen Managed-Services-Angebote.
In der Distribution bewertet man den Erfolg der Service-Angebote differenziert. So sieht etwa Rocco Frömberg von TIM in einem „Zusammenspiel der vermeintlichen Gegensätze von klassischer Investition und As-A-Service-Nutzung“ die beste IT-Lösung für viele Anwendungsfälle. Dell und Lenovo hätten hier den Vorteil, Lösungen für beide Nutzungsformen anzubieten. Nötig sei aber eine intensive Beratung der Kunden durch die Systemhäuser. ADN bietet selbst als VAD schon seit vielen Jahren Lösungen als Service an, betont Boris Karsunky, und nennt dabei explizit den Server- und Edge-Bereich. Für Apex sieht der Dell-Verantwortliche bei dem Distributor im direkten Vergleich allerdings weniger Nachfrage. Insgesamt sei As-a-Service im Markt angekommen und werde durch die attraktive Finanzierung für viele Partner interessanter.
Zu HPE Greenlake erklärt der bei TD Synnex für HPE zuständige Manfred Cordes „Greenlake ist nicht gleich Greenlake. Der HPE-Brand bezieht sich aktuell auf vier unterschiedliche Säulen, die diesen Namen tragen. Aber in Bezug auf das ‚traditionelle‘ Greenlake mit individuellen Konfigurationen und Lösungen sehen wir eine steigende Nachfrage beziehungsweise ein konstantes Wachstum. As a Service ist jedoch nicht die Problemlösung für alle Fälle, aber für einzelne Kundensituationen durchaus sinnvoll. Daher begleiten wir die Hersteller-Strategie in derartigen Fällen.“
Momentan noch skeptisch ist Reinhold Egenter, Geschäftsführer bei Bytec Bodry Technology: „Die genannten As-a-Service-Angebote werden von vielen Partnern mit Interesse, aber auch mit Argwohn betrachtet. Die immer wieder von den Herstellern ins Feld geführte Channel-Fähigkeit muss nach meiner Wahrnehmung noch unter Beweis gestellt werden.“
Edge-Computing legt zu
Ein wachsendes Geschäft für die Hersteller von IT-Hardware und den IT-Channel ist Edge Computing. Denn hier sind lokale Lösungen gefragt, mit denen etwa Sensordaten von Maschinen für eine reibungslose Produktion oder den Aufbau digitaler Zwillinge ausgewertet werden, die eine leistungsfähige und flexible Logistik ermöglichen oder Kommunen mit einer digitalen Infrastruktur ausstatten. Karsunky sagt dazu: „Das Edge-Computing-Geschäft ist definitiv gefragt, denn wir haben durchaus einige Partner, die verstärkt auf Edge Computing zugreifen und sich für Spezial-Netzteile, spezielle Gehäuse und Lüfter an dedizierte Hersteller wenden. Wir unterstützen hier unsere Partner auch als Vermittler und bieten Multivendor-Lösungen, die unsere Reseller – je nach Bedarf – in ihrem zukünftigen Edge Business nach vorne bringen. Außerdem stellen wir mit dem Fokus auf Scale Computing unser Edge-Geschäft zukunftssicher auf.“ Zwar geht es mit Industrie 4.0 und Smart Cities nicht so schnell vorwärts, wie erhofft, die Nachfrage nach entsprechenden Lösungen ist aber da. Bei den intelligenten Endgeräten wie Edge Gateways konkurrieren IT-Hersteller und IT-Channel allerdings mit Unternehmen aus der Industrieautomatisierung wie Siemens oder Schneider Electric sowie den Herstellern von Industrierechnern und deren Vertriebskanälen. Ein Vorteil für den IT-Channel mit Expertise für Edge-Lösungen ist allerdings, dass hier Lösungen oft schneller realisiert werden, als das bei den Anlagenbauern möglich ist, ergänzt Thomas-Krenn-CEO Maier.
Stimmen aus dem Channel: Bytec
Reinhold Egenter, Geschäftsführer bei Bytec Bodry Technology
(Bild: Bytec Bodry Technology)
Beim Edge-Computing steht der Channel noch am Anfang. Viele Partner verarbeiten zwar heute schon (oder immer noch) Daten nahe an dem Ort, an sie produziert werden, nennen das aber nicht Edge-Computing. Das sind oft Partner, die mit ihren Kunden den Schritt in die Cloud aus guten Gründen nicht getan haben.
Wir spüren ein wachsendes Interesse an Produkten zur Realisierung von hyperkonvergenten Lösungen in Edge-Umgebungen. Ein gutes Beispiel dafür ist StorMagic, die sich seit gut zwei Jahren auf Edge-Szenarien fokussieren und eine kostengünstige Implementierung einfacher hochverfügbarer 2-Server-Systeme erlauben. Aufgrund der von Gartner und IDC prognostizierten Entwicklung bei Unternehmensspeichern "on the edge" rechnen wir in diesem Umfeld mit einem überproportionalen Wachstum im Channel.
Ein stark wachsendes Segment sind für Edge-Anwendungen angepasste Server mit robuster Bauform. Die Spannbreite der Modelle reicht hier von kompakten Modellen mit Octacore-CPU, teilweise mit im Server integriertem WLAN- oder LTE-Controller, bis hin zu Rackservern mit 36 Cores und Platz für GPUs oder andere Beschleunigerkarten für aufwendige Datenanalysen.
Das Angebot an Software-Lösungen für Edge Computing wird ebenfalls beständig ausgebaut. Dell hat im Mai mit NativeEdge eine Software-Plattform für das Rollout, die automatisierte Verwaltung und die Multi-Cloud-Anbindung von Edge-Umgebungen vorgestellt. Red Hat bietet mit dem Device Edge eine leichtgewichtige Kubernetes- und Automatisierungs-Lösung für kleinere Edge-Geräte wie Gateways oder für die Steuerung eingesetzte Industrie-Rechner. Mit von der Partie sind AWS und MicrosoftAzure mit unterschiedlichen Edge-Services. Microsoft bietet mit Azure Stack Edge Pro sogar eigene Edge-Appliances an.
Das Datacenter wächst mit der Cloud
Ja, das Wachstum der Public Cloud ist immer noch gewaltig und immer mehr Firmen vertrauen ihre Anwendungen und Daten den Hyperscalern oder kleineren Cloud-Anbietern an. Nein, die lokalen Rechenzentren oder Serverräume von Unternehmen werden trotzdem nicht verschwinden – jedenfalls nicht auf absehbare Zeit. Denn die Zuwachsraten der Cloud-Anbieter flachen sich langsam ab, während das Geschäft mit Servern für On-Premises immer noch zulegt, wenn auch moderat. Denn der Fokus liegt für das Gros der Unternehmen auf der hybriden Cloud oder gar Multicloud. Und mit Edge Computing wächst die Zahl der lokalen Rechner, darunter viele Edge-Server, noch mehr. Allerdings bedeutet das für Systemhäuser nicht, dass das Hardware-Geschäft deswegen einfach ist. Denn die Komplexität der IT-Umgebungen wird durch die hybride Cloud sowie Edge Computing nicht geringer und mit Private KI kommt die nächste Herausforderung auf sie zu.
Ein Kommentar von Klaus Länger, Redakteur IT-BUSINESS