Aktueller Channel Fokus:

Output Management

Das Wortmann-Universum dehnt sich aus

Wortmann expandiert als Smartphone-Distri und Cloud-Anbieter

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Wortmann steigt in die Distribution von Smartphones und Co. ein.
Wortmann steigt in die Distribution von Smartphones und Co. ein. (Bild: Gajus_Fotolia.com)

Eine weitere GmbH im Wortmann-Universum verbreitert das Spektrum des IT-Allrounders: Wortmann Telecom distribuiert neben Tablets der Eigenmarke Terra die Smartphones und Tablets der wichtigsten Hersteller von Apple über Samsung bis hin zu Microsoft. Parallel dazu positioniert sich die Wortmann AG, die dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert, für die XaaS-Zukunft.

Das breit gefächerte Wortmann-Universum ist um einen Baustein reicher. Die neu gegründete Wortmann Telecom GmbH ist ein eigenständiger Geschäftsbereich innerhalb der Wortmann-Gruppe und spezialisiert auf die Distribution von Smartphones und Tablets sowohl an Wiederverkäufer, als auch an gewerbliche Endkunden. Neben den hauseigenen Terra-Tablets vertreibt das Unternehmen Produkte von Alcatel bis ZTE.

Diese Fremdmarken wird die Wortmann Telecom distribuieren.
Diese Fremdmarken wird die Wortmann Telecom distribuieren. (Bild: Wortmann)

Den Chefsessel teilen sich Firmengründer Siegbert Wortmann, der hauptsächlich im Bereich „Controlling“ tätig ist, und Stefan Bollmann, der als Geschäftsführer die Leitung der Abteilungen Einkauf und Vertrieb verantwortet.

Die neue GmbH im Wortmann-Universum vertreibt Smartphones und Tablets.
Die neue GmbH im Wortmann-Universum vertreibt Smartphones und Tablets. (Bild: Wortmann)

Wie Siegbert Wortmann bestätigte, hat die GmbH zum Jahresanfang ihre Distributionsgeschäfte aufgenommen. Vertrieben wird teilweise über die klassischen, bestehenden Wortmann-Reseller, im Grunde zielt die Wortmann Telecom GmbH jedoch auf eine andere, neue Handelskette ab.

Ergänzendes zum Thema
 
Dienste aus dem Datacenter

Wortmanns Cloud-Strategie

Aber auch im Cloud-­Umfeld wird Wortmann zu einem immer größeren Player. Martin Klein, Geschäftsführer der Terra Cloud GmbH innerhalb der Wortmann Gruppe, beschreibt sein Kerngeschäft wie folgt: „Unser Brot- und Buttergeschäft ist die Bereitstellung virtueller Infrastrukturen. Wir stellen also ein Netzwerk für und mit VMs bereit, mit denen unsere Kunden arbeiten.“

Am zweitwichtigsten sei die Bereitstellung physischer Infrastrukturen. Besonders schnell wachsend sei das Geschäft mit Services wie Snapshot- oder Cloud-Backup-Funktionen.

Martin Klein, Geschäftsführer, Terra Cloud GmbH
Martin Klein, Geschäftsführer, Terra Cloud GmbH (Bild: Wortmann)

Das Rechenzentrum im ostwestfälischen Hüllhorst hat laut Wortmann selbst zwar lediglich eine Auslastung von 20 Prozent, aber Terra-Cloud-Chef Klein erläutert, warum das nicht schlimm sei: „Der Auslastungsgrad des Rechenzentrums hat noch Luft nach oben. Bei unseren Planungen haben wir mit einem größeren Anteil physischer ­Buchungen gerechnet. Es gab allerdings ­eine Verschiebung hin zu virtueller Infrastruktur. Das hat den Nachteil eines geringeren Auslastungsgrades, aber monetär rechnet sich der virtuelle Anteil besser, weil sich in diesem Umfeld mehr Services verkaufen lassen.“

Technisch lässt sich das so erklären, dass wenn physische Hosts vermietet werden, in der Regel eine 1-zu-1-Beziehung zwischen Kunde und Server vorliegt.

Virtuelle Maschinen haben in Hüllhorst ein physisches Zuhause.
Virtuelle Maschinen haben in Hüllhorst ein physisches Zuhause. (Bild: Wortmann)

An virtuellen Maschinen bekommt man im Wortmann-Rechenzentrum aber zwischen 50 und 150 pro physischem Host unter. Kaufmännisch sei daher „alles im grünen Bereich, und positiv betrachtet müssen wir gegenwärtig trotz des schnellen Kundenwachstums so schnell nicht an einen ­Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten ­denken.“

Befeuernd: Gekipptes Safe-Harbor-Abkommen

Dieses schnelle Kundenwachstum wird befeuert von der laufenden Debatte um den Speicherort von Daten im Allgemeinen und dem Safe-Harbor-Thema im Besonderen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte nämlich im Herbst vergangenen Jahres in einem Grundsatzurteil festgestellt, dass personenbezogene Daten europäischer Kunden nicht ohne Weiteres auf Server in den USA übertragen werden dürfen, da EU-Datenschutzstandards nicht gewährleistet werden.

Bis zum Zeitpunkt des Urteils sind etwa 5.500 US-amerikanische Firmen beigetreten. Darunter bekannte Namen wie Dropbox, IBM, Microsoft, General Motors, Amazon, Google, HP und Facebook. Im Rahmen dieses Abkommens hatten sich die Firmen verpflichtet, die Datenschutzregeln des jeweiligen Ausgangslandes einzuhalten. Deutsche und europä­ische Unternehmen sowie Endkunden haben dadurch Datenübertragungen personenbezogener Daten mit US-Dienstleistern vereinbart und ihre Daten in den USA gespeichert. Die EuGH-Begründung kann wie folgt zusammengefasst werden: Die Selbstverpflichtung, europäische Datenschutzstandards einzuhalten, bringt nichts, denn in den USA kann das eh nicht eingehalten werden.

Datentreuhänder als „juristische Middleware“

Microsoft reagierte darauf beispielsweise dahingehend, dass der Konzern die ­Deutsche Telekom als Datentreuhänder einsetzte. Viele Unternehmen reagieren in der ­Angelegenheit dahingehend, einen Cloud-Anbieter zu finden, bei dem keine offenen juristischen Fragen vorliegen. Und genau das bringe laut Klein gegenwärtig eine Wachstumsdynamik in das Cloud-Geschäft der Wortmann-Partner. Hinzu kommt das Datenschutzgesetz in Deutschland sowie die Rechenzentrums-Konsolidierung einiger Global Player, die Standorte ihrer Datacenter mitunter ins Ausland verlagert haben.

„All das resultiert in vertrieblichen Vorteilen für einen Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland und lokalen Wurzeln“, so der Terra-Cloud-Chef.

Hinzu kommt der allgemeine Trend hin zu XaaS in der Bereitstellung von Infrastruktur, Software oder Diensten. Klein dazu: „Auch bei unseren Reseller-Partnern verschiebt sich die Wertschöpfungskette. Wir bieten ihnen die Möglichkeit, neue Services anzubieten und sich gleichzeitig auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den Auswirkungen auf den Markt.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43763718 / Aktuelles & Hintergründe)