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Need for Speed: Das Netz der Zukunft

| Autor: Sylvia Lösel

Schnelle Netze, schnelle Umsetzung, schnelle Entwicklung neuer Technologien. Wenn es um Netzwerke geht, ist Geschwindigkeit eine mehrdimensionale Erscheinung.
Schnelle Netze, schnelle Umsetzung, schnelle Entwicklung neuer Technologien. Wenn es um Netzwerke geht, ist Geschwindigkeit eine mehrdimensionale Erscheinung. (Bild: © Open Studio - stock.adobe.com)

Geschwindigkeit ist entscheidend: sei es bei der Datenübertragung, aber auch bei der zügigen Anpassung von Netzwerken an neue Gegebenheiten und Technologien. 5G, KI und SASE sind nur einige Technologien, die die Netzwerkwelt bereichern.

Über zehn Prozent mehr durchschnittlichen Datenverkehr sowie ein Wachstum von 100 Prozent bei Videokonferenzen verzeichnet man zur Zeit beim DE-CIX, dem, gemessen am Datendurchsatz, weltgrößten Internetknoten in Frankfurt. Diese Zahlen verwundern angesichts der Corona-Situation und dem damit verbundenen drastischen Anstieg von Home­office-Arbeiten nicht.

Gerade jetzt wird klar, wie wichtig Kommunikation und Netzwerke jeglicher Couleur für das Funktionieren der Wirtschaft sind. Das bekommt die IT-Branche hautnah zu spüren. So ist beispielsweise der Distributor Komsa gut ausgelastet, wie B2B-Chef Steffen Ebner berichtet. Zudem könne man dank effizienter Prozesse und technischer Ausstattung „extrem produktiv arbeiten“. In Hartmannsdorf spürt man so im Moment eine deutliche Zunahme an Projekten. „Zum Glück sind viele Dinge inzwischen softwareseitig zu lösen“, erläutert Ebner. Denn ein Aufstocken der Lizenzen sei deutlich einfacher, als neue Hardware ­bereit zu stellen.“ Vor allem in Zeiten, in denen es in den Lieferketten Engpässe ­geben könnte.

SDN, SD-WAN und Co.

„Software“ ist beim Thema Netzwerke sowieso seit Jahren ein wichtiges Schlagwort. Mit der sukzessiven Einführung und Etablierung von Software-defined Networking (SDN) hat sich die Branche grundlegend gewandelt. Unter SDN versteht man eine Architektur, bei der über den Hardware-Komponenten des Netzwerks eine Software-Abstraktionsschicht liegt. Dadurch wird die Hardware vom Datentransport „entkoppelt“, und es gibt eine Trennung von Management- und Transportebene. Das gleiche Prinzip verfolgt SD-WAN, jedoch angewendet auf die Datenübertragung über weite Strecken hinweg. Ob über MPLS, Festnetz- oder Mobilfunk: in SD-WAN-Umgebungen wird die beste Übertragungsart flexibel gewählt. Außerdem lässt sich in SD-WAN-Umgebungen der Datenfluss auch in komplexen Netzwerken gut nachverfolgen und bis auf Anwendungsebene analysieren. Die Systeme werden im Idealfall über eine Managementplattform überwacht und gemanaged – gerade in der aktuellen Situation ein unschlagbarer Vorteil, denn Vor-Ort-Betreuung ist zur Zeit kaum möglich.

Dabei sind die Anforderungen hoch, wie John Vincenzo von Silver Peak verdeutlicht: „Eine einheitliche Plattform, die von Anfang an als ein System konzipiert wurde und SD-WAN, Firewall, Segmentierung, Routing, WAN-Optimierung und Transparenz sowie Anwendungssteuerung vereint, bietet die beste Erfahrung.“

SD-WAN für den Mittelstand

Für den Channel stellt dies eine große Aufgabe dar, wie Jörn Kraus, Manager Pre­sales bei Westcon erläutert: „Die größte Herausforderung liegt darin, den Wechsel von klassischen, statischen Strukturen im Netzwerk hin zu modernen, flexibel agierenden Netzwerken zu vollziehen. Ein modernes Netzwerk endet nicht am Internet Gateway.“ Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, hat beispielsweise Distributor Nuvias im vergangenen Jahr sein Netzwerk-Portfolio gleich um einige Hersteller erweitert, darunter auch Versa Networks. Denn gerade mit dem Thema SD-WAN erwartet Nuvias künftig auch im Mittelstandsektor starkes Marktwachstum. „Während SD-WAN in Großunternehmen erfolgreich eingesetzt wird, ermöglicht es Versa Networks mit Titan nun Channelpartnern im mittleren Marktsegment, eine sichere und über die Cloud verwaltete SD-WAN-Lösung anzubieten“, erklärt Paul Eccleston, Executive Chairman bei Nuvias.

Nuvias bringt SD-WAN in den Mittelstand

Einführung von Versa Titan

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09.04.20 - Der VAD Nuvias übernimmt für den Netzwerkspezialisten Versa die Markteinführung von dessen Cloud-Angebot Titan in Europa. Dabei handelt es sich um SD-WAN-Services, mit denen der Anbieter mittelständische Unternehmen adressiert. lesen

Diese Offenheit und Flexibilität der neuen Netzwerke geht im Moment allerdings teilweise zu Lasten der Effizienz. Der reine Datendurchsatz sei in Software-defined Networks bisweilen etwas geringer als bei Nutzung proprietärer Netzwerk-Infrastruktur, ist von Vodafone zu hören. Die derzeit im Aufbau befindliche 5G-­Infrastruktur könne diesen Nachteil jedoch größtenteils ausgleichen. Aktuell spielt zwar 5G noch keine große Rolle, wie ­Stefan Tübinger von Concat erläutert: „Das 5G-Netz ist ja noch nicht so weit ausgebaut und wir sind auch kein Provider. In Zukunft sehen wir 5G besonders im Bereich SD-WAN und Leitungs-Backup.“ Dennoch wird der neue Mobilfunk-Standard kommen und für neue Netzwerk-Szenarien sorgen.

So wie es AT&T in den USA bereits vormacht. Der Provider arbeitet dort mit VMware zusammen und will SD-WAN mit 5G kombinieren. Bereits im vergangenen August hatten Orange und Nokia ein Zusammenspiel der beiden Technologien demonstriert. Eine ähnliche Kooperation entsteht auch zwischen Verizon und Cisco. Als praktische Anwendung könne beispielsweise der Zugang zu Unternehmensressourcen entsprechend der Richtlinien der jeweils genutzten Anwendung oder des mobilen Endgeräts geregelt werden. IoT-Geräte, die sich außerhalb des Firmen­geländes oder einer Niederlassung befinden, könnten auf diese Weise mit den gleichen Netzwerk- und Sicherheitstools verwaltet und gesichert werden, die auch innerhalb des Geländes verwendet werden. Dies unterstütze Unternehmen dabei, in jeder beliebigen Umgebung einen vereinheitlichen Ansatz für die Anwendung von Netzwerk- und Sicherheitsrichtlinien zu implementieren.

Ergänzendes zum Thema
 
Secure Access Service Edge (SASE)
 
Partnerstimme: Stefan Gutekunst, Director Networking bei Logicalis
 
Partnerstimme: Jochen Hoffmann, Senior Consultant bei AppSphere
 
Partnerstimme: Alexander Eckert, Sales Manager bei NetBuild
 
Kommentar: Viel Lärm um nichts?

Flexibel aber komplex

Künftige Netze sollen so eben nicht nur flexibler, sondern auch schneller werden. Entlegene Standorte werden sich dann deutlich problemloser in bestehende Strukturen einbinden lassen, als dies bisher der Fall war.

All diese Dinge machen Netzwerke von Unternehmen heute vielschichtiger und kleinteiliger. „Dadurch ergeben sich zwar komplexe, aber immer auch spannende Projekte“, freut sich Ebner. „Wir erleben einen immensen Zuwachs“. Und sein Leiter des Technical Assistance Centers ­Mathias Bogusch bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel: „Für Access Points der aktuellen Generation, von vielen unserer Hersteller im Portfolio, existieren bereits heute Module, die beispielsweise in IoT-Umgebungen funktionieren, die über NFC oder Bluetooth-Low-Energy angebunden sind. Hier kommen dann interessante Lösungen zustande.“

In Sachen IoT hat auch Distributor Westcon bereits das Portfolio angepasst, wie Kraus berichtet: „OT war in vielen Unternehmen oftmals ein komplett autarker Bereich. Auch dort gab es schon Bedrohungen, etwa durch Wechseldatenträger oder fehlerhafte Konfigurationen. Aufgrund der tatsächlichen oder vermuteten Entkopplung von Netzbereichen gab es aber keine Sicherheitsmechanismen, um entsprechende Bedrohungen zu erfassen. Mit CyberX-Labs haben wir jetzt einen Hersteller im Portfolio, der aus der Welt der OT-Security kommt und in diesem Bereich über umfangreiche Erfahrungen verfügt. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang auch die zunehmend häufige Kopplung von OT- und IT-Netzen.“

Multicloud als Treiber für SD-WAN

Und Ebner ergänzt das Szenario um einen weiteren Aspekt: „Die Frage ist dann ja auch oft: Was mache ich mit den Informationen, die ich da bekomme? Hier ergeben sich spannende Anwendungsfälle, die unsere Systemhauspartner umsetzen.“ Auch beim Systemhaus Concat sieht man einen eindeutigen Trend zu Netzwerken, die aus der Cloud verwaltet werden können. Darüber hinaus spielen laut Stefan Tübinger, Gesamtleiter Technik bei Concat, aber auch Themen wie Sandboxing und die sichere Anbindung von Home­office über VPN gerade eine große Rolle (siehe Interview Stefan Tübinger).

„Cloud Services spielen eine wachsende Rolle. Ganz klassisch fragen Unternehmen nach cloud-gestützten Server-Applikationen für Azure und Amazon, genauso­ wie nach Compute- und Storage-Leistungen.“ Einhergehend mit der Einbindung der Hyperscaler in Unternehmensstrukturen geht die Etablierung einer sogenannten Multi-Cloud. Und diese sieht beispielsweise auch Rolf Bachmann, Head of Network Solutions bei Controlware in Dietzenbach als Treiber für SD-WAN. Und so besteht der nächste Schritt für Controlware darin, ein Managed-Services-Angebot für SD-WAN zu konzipieren. Da das Systemhaus damit künftig als Netzwerkbetreiber für Kunden agieren wird, verändern sich gegenüber dem Reselling-Modell die Anforderungen an die Technologie, wie Bachmann erläutert. Als Service Provider beschäftige man sich primär damit, wie einfach sich ein System ­verwalten, wie flexibel es sich an unterschiedliche Mandanten anpassen lässt. „Nachdem wir die verschiedensten Lösungen unserer Partner evaluiert haben, befinden wir uns aktuell mit einem Hersteller in Detailgesprächen. Wir klären jetzt Deployment-Szenarien und Lizenzierungsmodelle, sowie die logistischen und supporttechnischen Herausforderungen für internationale Projekte. Darüber hinaus liegen uns konkrete Kundenanfragen vor, anhand derer wir prüfen, inwieweit unser Lösungsdesign typische Anforderungen abdeckt.“

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KI als stiller Helfer

Ein wichtiger Baustein im Netzwerk der ­Zukunft ist Künstliche Intelligenz, denn Unternehmen sehen sich mit einer wachsenden Anzahl mobiler und IoT-Geräte sowie neuen Apps konfrontiert. Dank KI und der Etablierung von Cloud-Plattformen, die Mikroservices unterstützen, können diese schnell und sicher gemeistert werden. So einige haben den Nutzen mittlerweile erkannt und sind mit KI-­basierten Services deutlich effizienter. Ein weiterer Vorteil: zusätzlich lassen sich Informationen über die User Experience und das Service Level Enforcement (SLE) sammeln. Außerdem kann auf Location-based Services zurückgegriffen werden. KI-­basierte Neuerungen treiben zudem die Automatisierung in Unternehmen voran, wodurch hohe Kosten eingespart werden können.

Gehört die Zukunft SASE?

Und während meist noch SDN und SD-WAN-Projekte umgesetzt werden, gibt es mit SASE (Secure Access Service Edge) bereits die nächste Stufe in der Netzwerk­evolution. Doch, so Bogusch von Komsa: „SASE ist ein Thema, das vorrangig große Unternehmen ­betrifft, die in Multi-Cloud-Umgebungen unterwegs sind. Bei unseren Kunden hier im deutschen Mittelstand wird es in nächster Zeit voraussichtlich noch keine Rolle spielen.“ Etwas anders bewertet dies Kraus: „SASE ist nicht nur ein Buzzword, sondern der nächste notwendige Schritt. Ich würde aber nicht so weit gehen zu behaupten, dass SASE als nächster Schritt auf SD-WAN folgt. SD-WAN kann und sollte Bestandteil jedes SASE-Ansatzes sein.“

Sicherheit für Edge und Multicloud

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