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Im Test: ACMP 5.4.12 von Aagon Erweiterte Funktionalität beim Asset- und Lizenzmanagement

Autor / Redakteur: Dr. Götz Güttich / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Client-Management-Suite „ACMP“ von Aagon kommt schon seit einigen Jahren in vielen Unternehmen zum Einsatz, um Administratoren beim Verwalten ihrer Clients zu unterstützen. Wir überprüfen im Testlabor die neuen Module zum Asset- und Lizenzmanagement.

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Aagon hat seine Client Management Suite ACMP überarbeitet – wir haben uns die neue Version angesehen.
Aagon hat seine Client Management Suite ACMP überarbeitet – wir haben uns die neue Version angesehen.
(Bild: Aagon / Güttich)

ACMP entstand ursprünglich als reine Client-Management-Lösung. Der Hersteller Aagon hat aber im Lauf der Jahre auch aufgrund von Kundenfeedback immer wieder neue Funktionen in das Produkt eingebaut, sodass sich der Leistungsumfang ständig vergrößert hat.

Grundlage der Suite ist die Inventarisierungsfunktion, die das Netz nach vorhandenen Komponenten durchsucht und sämtliche aufgefundenen Hard- und Softwaredaten in einer zentralen Datenbank ablegt. Diese stellt dann die Basis für alle Tätigkeiten der darauf aufsetzenden Module dar, wie der Virenschutzkontrolle „Security Detective“, des Ticket-Management-Systems und des Asset- beziehungsweise des Lizenzmanagements. Abgesehen von den genannten Funktionen lassen sich mit ACMP auch Windows-Installationen im Netz verteilen, Softwarepakete auf die Clients ausbringen und der Lifecycle der verwendeten Geräte vom Kauf bis zur Verschrottung dokumentieren.

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Der Test

Wie in der Einleitung bereits angesprochen, fokussieren wir uns in diesem Test auf die neuen Module zum Asset- und Lizenzmanagement. Da diese teilweise aber auf dem gesamten Leitungsumfang der Suite aufsetzen, spielten auch andere Features immer wieder eine Rolle. Für den Test installierten wir die Lösung im Netz, verteilten die dazugehörigen Agenten auf die bei uns vorhandenen Client-Systeme (im Wesentlichen handelte es sich dabei um Rechner unter Windows 10 2004 und Windows Server 2019) und führten eine Inventarisierung durch. Anschließend wandelten wir die bei der Inventarisierung gefundenen Daten in Assets um, die wir mit der Asset-Management-Funktion verwalteten. Darüber hinaus legten wir auch Nicht-IT-Assets wie Feuerlöscher und Ähnliches an, um zu sehen, wie die tägliche Arbeit mit dem Asset Management über die reine IT-Infrastruktur hinaus aussah.

Beim Test des Lizenzmanagements arbeiteten wir mit der Lizenzdatenbank, legten Lizenzen an, wiesen sie der bei uns vorkommenden Software zu und machten uns allgemein mit dem Leistungsumfang der genannten Funktionen vertraut. Zum Schluss analysierten wir unsere Ergebnisse.

Das Asset-Management

Wenden wir uns zuerst dem Asset-Management-Feature zu. Dieses ist nicht nur dazu in der Lage, IT-Assets zu verwalten, sondern beherrscht wie gesagt auch das Management anderer Asset-Arten, wie beispielsweise Feuerlöschern. Assets können eine Vielzahl an Informationen umfassen. Dazu gehören unter anderem Standort, Abteilung, Kostenstelle und Hersteller. Die weiteren Informationen, die ein Asset-Datensatz enthalten kann, umfassen beispielsweise eine Auskunft darüber, über welchen Vertrag das Asset gekauft wurde.

Die Übersicht der Asset-Verwaltung

Die Asset-Management-Funktion empfängt die Anwender in ACMP mit einer Übersicht. Diese zeigt die vorhandenen Assets in Listenform an. Es gibt auch eine Baumstruktur, die den Zugriff auf bestimmte Asset-Typen wie “Computers“, “Displays“, “Printer“ und Ähnliches ermöglicht. An dieser Stelle kann man die Assets auch durchsuchen und sämtliche Details einsehen beziehungsweise bearbeiten.

Abgesehen davon ermöglicht es ACMP den Anwendern auch, die Assets nach bestimmten Kriterien zu sortieren. So ist es beispielsweise möglich, sämtliche Assets eines bestimmten Standorts aufzuführen und so festzustellen, ab sich noch alle Komponenten da befinden, wo sie hingehören, ob zu viele Assets existieren und so weiter.

Assets in der Praxis

Nachdem wir im Test den ACMP-Client auf alle unsere zu verwaltenden Systeme verteilt und eine Inventarisierung von Hard- und Software durchgeführt hatten, erzeugten wir zunächst aus dem Inventar heraus Assets für alle erfassten IT-Systeme. Das funktioniert mit einem Rechtsklick auf den entsprechenden Eintrag in der Inventarliste und die Auswahl des Befehls „Asset erzeugen“. Dieser Arbeitsschritt lässt sich auch mit mehreren Assets gleichzeitig ausführen, sodass das Asset-Management schnell mit IT-Komponenten gefüllt ist.

Jetzt konnte es daran gehen, „Nicht-IT-Assets“ ins System aufzunehmen. Dazu wechselten wir erneut ins Asset Management und selektierten den Befehl „Hinzufügen“. Daraufhin startete ein Wizard, der es uns ermöglichte, den Asset-Typ festzulegen. Hier erzeugten wir gleich einen neuen Typ namens „Feuerlöscher“. Anschließend gaben wir dem neuen Asset einen Namen. Zusätzlich können die Anwender dem Asset bei Bedarf auch noch eine Beschreibung hinzufügen.

Im nächsten Schritt geht es an die Angabe der Stammdaten mit „Benutzer“, „Abteilung“, „Hersteller“, „Dienstleister“, „Standort“, „Kostenstelle“, „Status“, „Modell“, „Seriennummer“ und Ähnlichem. Hierbei fällt positiv auf, dass die Benutzer jederzeit beliebige Informationen hinzufügen können. Fällt zum Beispiel beim Anlegen eines Assets auf, dass der dazugehörige Hersteller oder der Standort noch nicht in der Datenbank vorhanden sind, so müssen die zuständigen Mitarbeiter die Asset-Erstellung nicht unterbrechen, um einen entsprechenden Eintrag in der Hersteller- oder Standortübersicht anzulegen, sondern können die dafür benötigten Schritte direkt über den Assistenten zur Asset-Erzeugung mit erledigen. Das macht die ganze Sache sehr einfach und beschleunigt das Arbeiten deutlich.

Der Leistungsumfang des Lizenzmanagements

Ruft man in der ACMP-Konsole das Lizenzmanagement auf, so landet man in einem Dashboard, das unter anderem Informationen zu nicht zugewiesener Software, ablaufenden Lizenzen und Unterlizenzierungen umfasst. Zusätzlich bietet es auch eine Compliance-Übersicht. Details lassen sich dann über Abfragen einsehen. Der Hintergedanke dabei ist, das Dashboard als schnellen Informationspunkt für Führungskräfte einzusetzen, während die Details für die zuständigen Mitarbeiter gedacht sind.

Um den Lizenzbedarf im Unternehmen zu erfassen, stehen zwei unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Zunächst einmal bietet Aagon den so genannten DNA-Katalog an. Dieser kommt von Software One und wird als optionales Add-on getrennt lizenziert. Die Arbeit läuft in diesem Fall mit einem automatischen Inventar ab. Die Produkte, Suiten und deren Lizenzbedarf werden korrekt aufgelistet und der Katalog unterscheidet mit der DNA-Liste auch, ob es sich beispielsweise bei einer Office-Installation um die Standard- oder die Pro-Version handelt. Die zweite Methode ist manuell. Hier müssen die zuständigen Mitarbeiter die Produkte, die Lizenzen benötigen, selbst erfassen.

Die Lizenzen selbst schließlich lassen sich entweder manuell erfassen, oder aus einem Lizenzportal importieren, wie es unter anderem bei Adobe und Microsoft bereitsteht. Das geht allerdings logischerweise nur mit den Lizenzen der jeweils betroffenen Hersteller. ACMP stellt zu diesem Zweck diverse Schnittstellen bereit, unter anderem auch zu SAP.

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Funktionen des Lizenzmanagements

Das System berücksichtigt im Betrieb unter anderem die Eigenschaften bestimmter Lizenzen. So spielt es beispielsweise bei Microsoft SQL-Server-Installationen eine Rolle, ob die einzelnen Zugriffe zu lizenzieren sind, oder ob eine Core-Lizenz für den Server vorhanden ist. Das kann man im Lizenzmanagement abbilden. Abgesehen davon unterscheidet die Lösung nach Benutzer-CALs und Geräte-CALs, was unter anderem bei Oracle-Lizenzen Relevanz besitzt.

Die Lizenzeinträge enthalten bei Bedarf eine Vielzahl an Informationen, wie Name, Schlüssel, Seriennummer, Wartungsdaten, kaufmännische Daten und Beschreibung. So zeigt das System beispielsweise an, wenn ein Mietvertrag ausläuft und die zuständigen Mitarbeiter haben jederzeit Gelegenheit, Wartungsverträge, Unterverträge für Niederlassungen und Ähnliches hinzuzufügen.

Außerdem unterscheidet die Lösung bei den Einträgen zwischen Vollversionen und Upgrades. Auf diese Weise ist es im Betrieb problemlos möglich, auch nach zehn Upgrades noch die zugrundeliegende Originallizenz – die beispielsweise ursprünglich für Windows NT gekauft wurde – aufzufinden. Bei Serverlizenzen besteht darüber hinaus noch die Option, Koeffizienten anzugeben, zum Beispiel für die Berechnung für Core-Lizenzierungen für Windows Server 2016.

Praktische Arbeit mit dem Lizenzmanagement

Wurden die Lizenzen auf die eine oder andere Art hinzugefügt, so besteht der nächste Schritt darin, sie mit den verwendeten Produkten zu verknüpfen. Dabei ergibt es Sinn, im DNA-Katalog nur die installierten Softwarelösungen, die eine Lizenz benötigen, anzuzeigen und sie anschließend entweder mit zuvor angelegten Produkteinträgen zu verknüpfen (via Rechtsklick) oder das System (ebenfalls via Rechtsklick und über die Auswahl des Befehls “Produkt aus Erkennungsmuster erzeugen“) dazu zu veranlassen, automatisch entsprechende Produkteinträge zu generieren und diese auch gleich zu verknüpfen.

Im nächsten Schritt geht es dann daran, den Produkteinträgen Lizenzen zuzuweisen. Das funktioniert manuell oder mit einem Rechtsklick aus der Produktübersicht heraus, Letzteres allerdings nur dann, wenn man in der Liste nur einen Eintrag selektiert hat.

Nach der Verknüpfung der Lizenzen kann man eine Neuberechnung anstoßen (standardmäßig führt die Software jede Nacht eine solche durch) und danach in der bereits erwähnten Compliance-Übersicht sehen, was korrekt lizenziert wurde und wo noch Lizenzen fehlen. Man sieht in der Übersicht auch, welche Rechner, Benutzer oder Geräte mit gültigen Lizenzen ausgestattet wurden und wo was fehlt.

Zusammenfassung und Fazit

Generell entwickelt sich ACMP wegen der zunehmenden Verbreitung von IoT und Industrie 4.0 immer mehr in Richtung Asset-Werkzeug. Das ist auch im Zusammenhang mit der verstärkten Verwendung von Home-Offices von Bedeutung. So ermöglicht eine leistungsfähige Asset-Management-Lösung wie die von ACMP beispielsweise das Erfassen von Drucker-Typen auch in Home-Offices, sodass es im Betrieb für die IT-Abteilung kein Problem darstellt, auch für die Home-Office-Drucker den richtigen Toner nachzubestellen.

Genauso vereinfacht eine solche Lösung auch die Arbeiten, die beispielsweise beim Ausscheiden von Mitarbeitern anfallen. Schließlich gibt es eindeutige Listen, die aufführen, welche Assets zu welchem Benutzer gehören, wie PC, Handy, Dienstwagen und Ähnliches. Anhand dieser Listen haben die zuständigen Mitarbeiter die Option, zu überprüfen, ob alle Komponenten zurückgegeben wurden und ob alle Zugriffsrechte gelöscht sind.

Fazit

All diese Funktionen sind nützlich für die IT-Abteilungen, die – gerade in kleinen und mittelgroßen Unternehmen – immer mehr gezwungen werden, zusätzliche Aufgaben unabhängig vom eigentlichen IT-Management “nebenbei“ mit zu erledigen. Die Kombination des Asset-Managements mit dem leistungsfähigen Lizenzmanagement und den IT-Management-Features bringt aber einen echten Mehrwert für IT-Abteilungen jeder Größenordnung.

Über das IT-Testlab Dr. Güttich

Das IT-Testlab erstellt qualitativ hochwertige und unabhängige Tests, Workshops, Video-Tutorials sowie Interviews zu neuen Produkten und Lösungen aus der Informationstechnologie, die anschließend in neutralen Medien erscheinen. Dr. Götz Güttich ist Leiter des IT-Testlab.

Dr. Götz Güttich ist Leiter des IT-Testlab.
Dr. Götz Güttich ist Leiter des IT-Testlab.
(Bild: IT-Testlab)

Über den Autor

Der Leiter des IT-Testlab – Dr. Götz Güttich – verfügt über rund 20 Jahre Branchenerfahrung als IT-Consultant und Fach- beziehungsweise Chefredakteur im IT-Umfeld. Aufgrund seiner langjährigen umfangreichen Testtätigkeit für führende deutsche Netzwerkmagazine beschränken sich seine Fähigkeiten nicht auf die Theorie des IT-Geschäfts.

Dr. Güttich bringt auch umfassende praktische Kenntnisse aus dem Einsatz unterschiedlichster Lösungen in Unternehmensnetzen mit. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Cloud, Mobile Computing, IT-Sicherheit, Storage, Netzwerkmanagement, Netzwerkbetriebssysteme, Terminalserver und Virtualisierung.

Den ungekürzten Testbericht des IT-Tastlab gibt's in unten stehendem Kasten als PDF-Download.

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Über den Autor

Dr. Götz Güttich

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Journalist, IAIT