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Definition Was ist SAP?

Autor / Redakteur: jelsag / Dr. Stefan Riedl

SAP ist ein deutsches Softwareunternehmen, das weltweit zu den größten Anbietern von Unternehmenssoftware zählt. Das Hauptquartier der Firma befindet sich in Walldorf/Baden-Württemberg. SAP-Produkte verwenden heute mehr als 335.000 Kunden in über 190 Ländern.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Unternehmen SAP wurde im Juni 1972 von fünf ehemaligen IBM-Ingenieuren gegründet. Das Kürzel steht für die ursprüngliche Firmenbezeichnung System Analysis and Program Development (Systemanalyse und Programmentwicklung). Der Konzern ist börsennotiert und beschäftigt heute weltweit über 80.000 Mitarbeiter. Auf der Liste der weltweit größten Softwareunternehmen belegt er nach Microsoft und Oracle heute den dritten Platz.

Umbrüche in der IT-Branche als Gründungsanlass

Die Gründung von SAP erfolgte als Folge von Umbrüchen in der IT-Branche. Anfang der 1970er Jahre bereitete das US-amerikanische Unternehmen Xerox seinen Ausstieg aus der Produktion von Anwendungssoftware vor, der 1975 endgültig abgeschlossen war. Im Zuge dieser Planung übernahm der Computerkonzern IBM die Rechte an den Xerox Business-Systemen für den Betrag von 80.000 US-Dollar. Wenig später entschied sich auch IBM, die Entwicklung dieser Systeme aufzugeben. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die fünf SAP-Gründer an einem unternehmensweiten System, das auf der Xerox Software basierte. Da sie, anders als von IBM geplant, ihre Arbeit an diesem Projekt nicht stoppen wollten, entschieden sie sich für die Gründung ihres eigenen Unternehmens. Ihre Vision bestand darin, eine Standardsoftware für die Echtzeitverarbeitung von Unternehmensdaten zu entwickeln. Zu ihren ersten Kunden zählte die deutsche Dependance von Imperial Chemical Industries, für die sie ein digitales Datenbanksystem zur Verwaltung aller Unternehmensdaten programmierten. Die erste kommerzielle Datenbankanwendung SAP R/98 kam 1973 auf den Markt.

Spezialist für ERP-Systeme

Heute präsentiert sich SAP als globaler Spezialist für ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme. Die Unternehmenssoftware des Konzerns folgt einem modularen Aufbau und ermöglicht, sämtliche Geschäftsprozesse - beispielsweise Produktion, Vertrieb, Buchhaltung, Business Intelligence oder Personalverwaltung - in einer komplett integrierten IT-Umgebung zu betreiben. Auf die vorhandenen Datenbanken haben sämtliche SAP-Module innerhalb des Unternehmens Zugriff, so dass zusätzliche Dateneingaben und Datenaufbereitungen überflüssig sind. Die Programme ermöglichen eine effektive Nutzung aller Unternehmensressourcen sowie ein regelkonformes Accounting und Reporting. Daneben existieren verschiedene branchenspezifische Systeme. Inzwischen bietet der Konzern seinen Kunden auch Cloud-Computing-Lösungen, hybride IT-Architekturen sowie On-Premise-Lösungen an.

Kunden: KMUs und Konzerne

Ursprünglich hatte SAP seine Produkte vor allem für Großbetriebe konzipiert. Inzwischen zählen jedoch vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) zu den Anwendern der SAP-Systeme. Der Konzern selbst gibt an, dass 80 Prozent seiner Kunden dem KMU-Spektrum zuzurechnen sind und 75 Prozent aller globalen Geschäftsaktivitäten zumindest teilweise auf der Grundlage von SAP-Anwendungen abgewickelt werden.

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