Aktueller Channel Fokus:

Output Management

Definition: Flexible und intelligente Produktion der Zukunft

Was ist Industrie 4.0?

| Redakteur: Wilfried Platten

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die rasche Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft treibt die Entwicklung neuer Kommunikations- und Informationstechniken kräftig voran. Dies verändert auch die Industrieproduktion. Die vierte industrielle Revolution steht an – Industrie 4.0.

Die erste industrielle Revolution begann etwa um 1800 mit der maschinenbasierten Massenproduktion. Rund 100 Jahre später begünstigte die Elektrizität die weitere Automatisierung, Stichwörter: Fließband- und Akkordarbeit. Große Hersteller unternahmen zudem erste Schritte in Richtung Globalisierung. In den 1970er Jahren leiteten IT und Elektronik die dritte Revolution ein, die durch den Personal Computer für jedermann und jedes Büro ihren Höhepunkt erreichte.

Von Industrie 1.0 zu 4.0

Der Begriff Industrie 4.0 tauchte in der deutschen Öffentlichkeit zum ersten Mal im Jahr 2011 auf. Darunter werden Ressourcen – Maschinen und Roboter, Lager- und Fördersysteme sowie andere Betriebsmittel - der Produktion verstanden, die:

  • autonom sind,
  • mit anderen Systemen vernetzt sind bzw. sich selbst vernetzen,
  • sich selbst steuern,
  • sich selbst konfigurieren,
  • räumlich verteilt sein können,
  • wissensbasiert und sensorgestützt arbeiten.

Vernetzung: Das Schlagwort für Industrie 4.0

Konkret heißt dies, dass die reale und virtuelle Welten auf der Basis des World Wide Web immer mehr zu einem integrierten System verschmelzen, dem so genannten Internet der Dinge. Dadurch wird es langfristig möglich, die Industrieproduktion unter den gleichen Voraussetzungen wie bei Großserien immer mehr zu individualisieren. So wird auch eine Einzelanfertigung etwa mittels 3D-Druck zu Preisen realisierbar, die vorher nur bei großen Stückzahlen zu erzielen waren.

Gerade in der Vernetzung sehen aber viele Experten ein sehr großes – und noch weitgehend ungelöstets – Sicherheitsproblem: Matthias Zacher, Manager Research & Consulting bei IDC: „Die Absicherung der IoT-Umgebung erstreckt sich von der Speicherung der Daten in der Cloud oder im Rechenzentrum, über die Absicherung am Gateway und der Übertragung bis hin zur Hardware des „Connected Thing“ beziehungsweise Sensors. Unsere Analysen zeigen: Bereits am häufigsten im Einsatz sind im Durchschnitt IoT-Security-Lösungen zur Absicherung der IoT-Endpoints und des Edge Computings. Das Sicherheitsniveau reicht aber noch nicht aus. Insbesondere der Mittelstand hat noch großen Nachholbedarf.“

Auch ist noch weitgehend ungeklärt, wie IT und OT (Operational Technology) von Industrie-Anlagen miteinander sicher verbunden werden können, denn beide folgen einer unterschiedlichen Logik: Geht es bei der ersten um den Schutz besonderer Daten und Informationen, ihrer zugrundeliegenden Systeme und den Transaktionen, so steht bei OT der reibungslose Betrieb und damit das Always-On-Prinzip an erster Stelle.

Prinzipien der Organisationsgestaltung in der Industrie 4.0

Die Grundlage bildet die Vernetzung. In Zukunft werden sowohl Menschen, als auch Maschinen und Produktionsanlagen, Logistikbereiche und einzelne Produkte miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten. Durch die Vernetzung werden nicht nur einzelne Prozesse, sondern die gesamte Wertschöpfungkette optimiert.

Das zweite Prinzip betrifft die Transparenz von Informationen. Durch die Auswertung per Sensoren ermittelter Daten erfahren die Systeme digitaler Produktionsmodelle eine deutliche Erweiterung, um ein virtuelles, zweckgebundenes Abbild der Realität erstellen zu können.

Drittens werden Menschen durch technische Assistenzsysteme mit leicht verständlichen, visualisierten und logisch zusammengefassten Informationen unterstützt. Entscheidungen können auf fundierten Grundlagen getroffen, Probleme schneller erkannt und gelöst werden. Gefährliche und anstrengende Arbeiten werden erleichtert oder fallen ganz weg.

Viertens: Entscheidungen werden dezentralisiert und zum Teil durch die vernetzten Systeme eigenständig getroffen. Gleichzeitig können diese viele Aufgaben autonom, also ohne Teilnahme von Menschen erledigen.

Kritik am Begriff „Industrie 4.0“

Es gibt kritische Stimmen, die es als unseriös und vermessen ansehen, heute schon von der vierten industriellen Revolution zu sprechen, und den Begriff einer „zweiten Digitalisierungsphase“ bevorzugen. Ihr Argument: Die anderen drei Revolutionen wurden erst im Nachhinein so bezeichnet, die vierte hingegen ausgerufen, bevor sie wirklich eingetreten ist.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44622556 / IT-BUSINESS Definitionen)