CES 2022 Lenovo: Yoga-Geburtstag und viele Think-Modelle

Von Klaus Länger

Lenovo feiert 10 Jahre Yoga mit etlichen neuen 360-Grad-Convertibles. Zudem präsentiert die Firma anlässlich der CES eine Fülle neuer Thinkpads, Thinkbooks, Thinkcentres und passender Monitore, letztere teilweise mit modularen Komponenten.

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Neben neuen Yoga-Modellen wie dem Premium-Convertible Yoga 9i präsentiert Lenovo zur CES diverse Thinkpads und Thinkbooks für den professionellen Einsatz.
Neben neuen Yoga-Modellen wie dem Premium-Convertible Yoga 9i präsentiert Lenovo zur CES diverse Thinkpads und Thinkbooks für den professionellen Einsatz.
(Bild: Lenovo)

Vor 10 Jahren zeigte Lenovo auf der CES in Las Vegas mit dem ersten Yoga ein neues Konzept für 2-in-1-Notebooks. Mit einem 360-Grad-Scharnier ließ sich das gelenkige Gerät in Windeseile nicht nur in ein Tablet verwandeln, sondern auch in anderer Form im Tent- oder im Stand-Modus nutzen. Das Beispiel hat Schule gemacht: Heute haben fast alle Notebookhersteller vergleichbare Geräte im Portfolio.

Zum Yoga-Geburtstag präsentiert nun der Yoga-Erfinder gleich eine ganze Reihe neuer Mobilrechner mit 360-Grad-Scharnier. Allerdings zeigt der Hersteller die Geräte dieses Jahr nicht in Las Vegas, sondern in einem rein digitalen Event.

Premium-Yoga und Recycling-Convertible

Das neue Spitzenmodell der Yoga-Familie ist das Yoga 9i mit 14-Zoll-Display. Das Windows-11-Convertible mit Intel-Evo-Zertifikat nutzt maximal einen schnellen Core i7-1260P mit insgesamt 12 Cores als Prozessor. Beim 16:10-Panel mit superschmalem Rahmen reicht die Auswahl bis hin zum 4K-OLED-Panel mit 100 Prozent DCI-P3-Farbraumabdeckung und der Zertifizierung für VESA DisplayHDR 500 True Black. Ein passender Stift mit Neigungserkennung gehört zum Lieferumfang. Über dem Panel sind eine Full-HD-Webcam mit Windows-Hello-Unterstützung und elektronischem Privacy Shutter sowie zwei Mikrofone eingebaut. Die im 360-Grad-Scharnier untergebrachte, drehbare Soundbar besteht nun aus vier Bowers & Wilkins-Lautsprechern. Das 1,5-kg-Convertible bietet zudem ein Keyboard mit einer Reihe von Zusatztasten für Funktionen wie die Steuerung des Leistungsmodus, dem Wechsel zwischen Audioprofilen, dem Windows-Farbmodus und der Aktivierung des verschwommenen Hintergrunds bei Videokonferenzen. Das Touchpad hat Lenovo gegenüber der Vorgängergeneration um 45 Prozent vergrößert. Zu den Schnittstellen zählen neben zwei herkömmlichen USB-Typ-A-Ports auch zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse im USB-C-Format. Der WLAN-Controller unterstützt Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2. Das Yoga 9i soll im März auf den Markt kommen und ab 1.499 Euro (UVP) kosten.

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Einen Monat später folgt das günstigere Yoga 7i in zwei Varianten mit 14- und 16-Zoll-Display. Das 14-Zoll-Modell ist mit einer Alder-Lake-P- oder U-CPU und maximal einem 16:10-OLED-Touchscreen mit Stifterkennung ausgestattet, der eine Auflösung von 2.880 x 1.800 Pixel bietet. Das größere Yoga 7i mit 16-Zoll-Display bestückt der Hersteller grundsätzlich mit einem 2,5K-IPS-Panel. Zum Start kommt der 16-Zöller mit Alder-Lake-P-Prozessoren. Später sollen Modelle mit dem schnelleren Alder-Lake-H45-Prozessor und einem zusätzlichen Intel-Arc-Grafikchip folgen. Die Preis für das Yoga 7i starten bei 1.099 Euro (UVP) für den 14-Zöller und 1.199 Euro UVP für das 16-Zoll-Modell.

Ein 360-Grad-Convertible für besonders umweltbewusste Kunden soll das 13 Zoll große Yoga 6 sein. Das Display-Cover besteht hier aus recyceltem Aluminium oder einer mit Stoff bezogenem Abdeckung, die zu 50 Prozent aus recyceltem Kunststoff besteht. Für das Netzteil und die Akkuzellen wird ebenfalls teilweise wiederverwerteter Kunststoff genutzt. Die Verpackung besteht aus nachhaltigem Papier und einem Schutzpolster aus 90 Prozent Recyclingplastik. Im Chassis sitzt hier mit dem Ryzen 5 5500U oder Ryzen 7 5700U ein AMD-Prozessor mit integrierter Radeon-Grafik. Das 13,3-Zoll-Display mit 16:10-Seitenverhältnis liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel. Das 1,38 kg schwere „grüne” Yoga 6 kostet ab 899 Euro (UVP). Markteinführung ist im April. Mit dem CO2-Offset Service können Yoga-Käufer ihre Notebooks zudem CO2-kompensieren.

Drei passende Monitore für die neuen Yogas stellt Lenovo mit den QHD-Displays Q27h und Q27q sowie dem Full-HD-Gerät Q24i ebenfalls vor. Der 27-Zöller Q27h-20 bietet neben den gewohnten Anschlüssen noch einen USB-C-Port mit 90-Watt-Stromversorgung. Die schlanken Displays mit asymmetrischem Standfuß kosten ab 229 Euro (UVP).

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Thinkpad und Thinkbook

Nachhaltigkeit stand ebenfalls bei der Entwicklung der Thinkpad-Modelle Z13 und Z16 im Fokus. Die Premium-Business-Notebooks bestehen ebenso wie das Yoga 6 teilweise aus wiederverwendeten Materialien. Bei den Modellen in Arctic Grey oder Schwarz nutzt Lenovo für das Chassis bis zu 75 Prozent Recyclingaluminium. Zudem gibt es ein Modell, das teilweise mit schwarzem veganen Leder aus Recyclingkunststoff bezogen ist. Für einen farblichen Akzent sorgen hier Metallteile in Bronzefarbe. Die Verpackung besteht aus Bambus und Zuckerrohr.

Beim Prozessor kommt hier ebenfalls AMD als Lieferant zum Zuge. Lenovo hat die Geräte zusammen mit dem CPU-Hersteller entwickelt. Die beiden Thinkpad-Z-Modelle basieren bereits auf den AMD-Ryzen-Pro-CPUs der nächsten Generation, die mit einem Microsoft-Pluton-Sicherheitsprozessor ausgerüstet sind. Im Z13 sitzt ein sparsamer Ryzen-U-Prozessor, im Z16 ein leistungsstärkeres H-Modell und auf Wunsch eine zusätzliche Radeon-Mobile-GPU. Beim Display lässt der Hersteller die Wahl zwischen IPS-Panels mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten und OLED-Panels mit 2.560 x 1.600 Pixel. Zur Ausstattung zählen zudem Full-HD-Webcams mit elektronischem Privacy Shutter. Neben einem Wi-Fi-6E-Modul ist für einen mobilen Internetzugang LTE an Bord. Das 1,25 kg leichte Thinkpad Z13 soll ab 1.649 Euro (UVP) kosten, das Z16 startet bei 2.249 Euro (UVP). Es bringt knapp zwei Kilo auf die Waage. Beide Modelle sollen ab Juni verfügbar sein.

Die Thinkpad-X-Modelle kommen als aktualisierte Generation mit Intel-vPro-Prozessoren der 12. Generation auf den Markt. Dabei kommen sowohl Alder-Lake-U-Prozessoren mit 15 Watt Base Power, als auch die für 28 Watt spezifizierten P-Modelle zum Einsatz. Das X1 Carbon wird mit einem 2,8-OLED-Panel verfügbar sein, das X1 Yoga sogar mit einem 4K-OLED-Touchscreen. Das Thinkpad X1 Nano der nun zweiten Generation hat der Hersteller noch etwas leichter gemacht. Es wiegt nun weniger als ein Kilogramm. Alle Notebooks sind nun mit einer Full-HD-Webcam ausgerüstet. Ausgewählte Modelle warten zudem mit einer Neural Processing Unit (NPU) auf, die für eine intelligente Anwesenheitserkennung (Computer Vision) verwendet wird, die den Rechner nur dann komplett aufweckt und entsperrt, wenn sich der registrierte User dem Thinkpad nähert. Zudem kann Computer Vision sogar erkennen, wenn der Benutzer nicht auf das Display blickt und es dann dimmen oder abschalten, um Energie zu sparen. Für den mobilen Internetzugang steht nun optional auch 5G zur Verfügung. Die neuen Thinpad-X1-Modelle sollen im Mai in den Handel kommen. Das X1 Carbon Gen10 wird ab 1.579 Euro (UVP) kosten, das X1 Yoga Gen 2 ab 1.769 Euro (UVP) und das X1 Nano Gen2 ab 1.749 Euro (UVP).

Für kleinere und mittlere Unternehmen stellt Lenovo eine Reihe neuer Thinkbooks vor. Ein ganz besonderes Notebook ist dabei das Thinkbook Plus Gen 3 mit zwei Displays. Im Gegensatz zur letzten Generation mit einem E-Ink-Display im Display-Deckel platziert Lenovo hier ein konventionelles 8-Zoll-Touchdisplay neben dem Keyboard. Da das Gerät dadurch ziemlich breit wird, dient ein 17,3-Zoll-IPS-Panel im 21:9-Format als Hauptdisplay. Es verfügt über eine Auflösung von 3.072 x 1.440 Pixel. Trotz seiner Größe bringt das Thinkbook Plus Gen 3 nur zwei Kilo auf die Waage. Der zusätzliche Touchscreen mit einer Auflösung von 800 x 1.280 Pixel wird durch das vorinstallierte Windows 11 als zweiter Monitor genutzt. Er verfügt auch über eine Stifterkennung für handschriftliche Notizen oder die Bearbeitung von Bildern. Zudem kann das Zweitdisplay so konfiguriert werden, dass hier automatisch der Taschenrechner startet, wenn auf dem Hauptdisplay eine Tabellenkalkulation oder eine Finanzanwendung läuft. Schließlich steht mit dem Magic Launcher noch ein eigener konfigurierbarer Programmstarter bereit. Das mit Intel-Alder-Lake-Prozessoren und bis zu 32 GB LPDDR5 bestückte Dual-Screen-Thinkbook kommt allerdings erst im September mit einem Preis ab 1.049 Euro auf den Markt.

Ab Juni ist das Thinkbook 13x Gen 2 verfügbar. Hier hat Lenovo bei der Entwicklung mit Intel kooperiert und ein nur 1,2 kg schweres Evo-Notebook mit Alder-Lake-U-Prozessor geschaffen, das mit der optionalen Thinkbook Wireless Multi-Device Charging Mat kabellos geladen werden kann. Das in ein Alugehäuse gehüllte Thinkbook verfügt über ein 13,3-Zoll-16:10-Display mit 2.560 x 1.600 Bildpunkten. Es soll ab 1.099 Euro (UVP) kosten. Für die Ladematte kommen noch einmal 199 Euro (UVP) hinzu.

Thinkcentre und Thinkvision

Weitere CES-Neuvorstellungen für Business-Anwender sind die Thinkcentre-Desktop-PCs Neo 70t und 50s sowie die All-in-One-Rechner Neo 30a 24 und M90a Gen 3 Pro mit Intel-Core-Prozessoren der 12. Generation. Die beiden AiO-PCs sind besonders gut für Videokonferenzen gerüstet. Ebenfalls für ein hybrides Arbeiten ausgelegt sind die Thinkvision-Monitore P27h-30 und P27q-30. Die kalibrierten 27-Zöller –der P27h-30 verfügt beispielsweise über ein integriertes USB-C-Dock mit KVM-Switch – lassen sich modular durch das Thinkvision VOIP Modular Stack erweitern. Dabei wird an der Oberseite des Monitors ein ausziehbares USB-Stativ eingesteckt, an dem die MS30 Monitor-Soundbar und die MC60 Monitor-Webcam befestigt werden können – entweder einzeln oder zusammen. Die Soundbar enthält zwei 2-Watt-Lautsprecher, die Full-HD-Kamera mit Autofokus und wählbarem Sichtfeld zusätzlich ein Dual-Array-Mikrofone mit Beamforming-Technologie.

Die beiden QHD-Monitore kosten 499 beziehungsweise 599 Euro (UVP), das Thinkvision VOIP Modular Stack kommt auf 129 Euro (UVP).

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