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Angetestet: Lenovo Thinkbook Plus Thinkbook mit E-Ink-Zusatzpanel im Displaydeckel

Autor: Klaus Länger

Das „Plus“ im Lenovo Thinkbook Plus ist ein zusätzliches E-Ink-Display mit Stifterkennung im Deckel des 13,3-Zoll-Clamshell-Notebooks. Es dient als E-Book-Reader oder Notizblock und kann E-Mails oder Termine anzeigen. Was es bringt, zeigt unser Hands-on-Test.

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Unsere kleine Fotomontage zeigt die Besonderheit des Lenovo Thinkbook Plus: Im Displaydeckel ist ein zusätzliches E-Ink-Display mit Touch- und Stifterkennung eingelassen, das mit eigenen Applikationen genutzt wird.
Unsere kleine Fotomontage zeigt die Besonderheit des Lenovo Thinkbook Plus: Im Displaydeckel ist ein zusätzliches E-Ink-Display mit Touch- und Stifterkennung eingelassen, das mit eigenen Applikationen genutzt wird.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Das Thinkbook Plus ist nicht das einzige ­Lenovo-Notebook mit zusätzlichem E-Ink-Display. Denn daneben gibt es noch das kleinere Yoga Book C930, bei dem das 10,8-Zoll-Zusatzpanel mit Full-HD-Auf­lösung und 16 Graustufen auch noch als Touch-Keyboard oder Zweit-Display dient. Wir hatten das Yoga Book C930 bereits im Hands-on-Test. Beim Thinkbook Plus ist das E-Ink-Display allerdings im Display-Deckel eingelassen und daher ein reines Zweit-Display. Es funktioniert auch bei geschlossenem Displaydeckel. Das externe Panel kann als stromsparende Anzeige für E-Books, für Textdateien und für PDF-Dokumente sowie als elektronischer Notizblock dienen. Die Reader-App unterstützt dabei allerdings nur nicht geschützte E-Books im EPUB- und MOBI-Format. Die bei der Präsentation des Thinkbook Plus auf der CES gezeigte Kindle-App hat es nicht in die Serie geschafft.

Die Applikationen können manuell zwischen Hoch- und Querformat umgeschaltet werden. Eine automatische Lageerkennung gibt es nicht. Ähnlich wie bei vielen E-Book-Readern fehlt beim E-Ink-Panel eine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung. Man ist also auf ausreichend helles Umgebungslicht angewiesen. Dafür ist es bauartbedingt auch bei grellem Sonnenlicht perfekt ablesbar.

Der zum Lieferumfang zählende Stift kann für Anmerkungen in PDFs ­genutzt werden. Notizen können als Bilddatei oder als per OCR übersetzter Text in Windows übertragen werden. Positiv ist dabei die flüssige Stifteingabe und das ­angenehme Schreibgefühl. Zudem ist dieser Modus sehr stromsparend, da das E-Ink-Panel mit minimaler Energie auskommt. Wird der Stift nicht benötigt, wird er magnetisch an den Seiten des Displays angeheftet. Die Synchronisation mit OneNote ist ebenfalls möglich, allerdings wird Handschrift als Bild importiert und ist ­somit nicht editierbar.

Zudem zeigt das Display bei zugeklapptem Deckel Informationen wie Uhrzeit und Wetter an und kann auf Outlook-E-Mails sowie Kalendereinträge zugreifen. Für die Zukunft hat Lenovo noch weitere Funktionen für das E-Ink-Panel versprochen, die per Firmwareupdate nachgereicht werden. Momentan ist ein Klon-Modus im Betastadium, bei dem der Windows-Desktop bei geschlossenem Displaydeckel auf das E-Ink-Panel gespiegelt wird und dort per Touch bedienbar ist.

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Notebook-Modus ohne Touch und Stift

Als Notebook ist das Thinkbook Plus ein herkömmliches Clamshell-Gerät ohne Touch- und Stifterkennung für das Full-HD-IPS-Panel. Laut Lenovo hätte diese Funktion das Gerät dicker, schwerer und kostspieliger gemacht. So ist es trotz des zusätzlichen E-Ink-Displays mit 17,4 mm relativ dünn und mit 1,4 kg auch nicht übermäßig schwer. Das solide und laut Lenovo spritzwassergeschützte Chassis besteht aus grau anodisiertem Aluminium. Das hochwertige und entspiegelte Display ist hell, die Ränder um das Panel sind vergleichsweise breit. Daher ist die Grundfläche des Thinkbook Plus für ein modernes 13,3-Zoll-Notebook relativ groß, was allerdings dem Keyboard zugute kommt. Das gefällt durch große Tasten mit einer zweistufigen Beleuchtung und einem angenehmen Hub.

Einen zusätzlichen Trackpoint für die Maussteuerung gibt es beim Thinkbook im Gegensatz zu den Thinkpads nicht. Praktisch ist der Powerbutton mit integriertem Fingerprintsensor für die Windows-Hello-Anmeldung auf der rechten Seite des Notebooks. So kann es auch bei geschlossenem Displaydeckel ­gestartet werden, wenn man das E-Ink-Display nutzen will. Ein durch das vorinstallierte Windows 10 Pro für Bitlocker nutzbarer TP-Chip ist ebenfalls an Bord.

An Schnittstellen bietet das Gerät zwei USB-Typ-A-Buchsen, einen HDMI-Ausgang mit voller Größe und ­einen USB-C-Port, der gleichzeitig als ­Anschluss für das Netzteil genutzt wird. Er unterstützt ebenso wie die beiden Typ-A-Ports USB 3.2 Gen1 mit 5 Gbit/s. Als WLAN-Controller kommt der moderne Wi-Fi 6 AX201 von Intel mit Unterstützung von 802,11ax und Bluetooth 5.1 zum Einsatz. Zur Audioausstattung zählen Dolby Audio, gut klingende Harman-Kardon-Lautsprecher und vier Fernfeldmikrofone für Videokonferenzen. Das Notebook bietet eigene Funktionstasten für Skype.

Unter der Haube des Thinkbook Plus arbeitet als Prozessor ein Intel Core i5-10210U aus der Comet-Lake-Familie. Die Quadcore-CPU mit acht ­Threads und maximal 4,2 GHz Turbo-Takt kann auf acht GB DDR4-2066-SDRAM ­zugreifen. Ein DIMM-Slot ist frei. Als ­Massenspeicher ist eine schnelle Western-Digital-NVMe-SSD mit 256 GB Speicherplatz eingebaut. Wir messen für die WDC PC SN730 beim sequenziellen Lesezugriff immerhin 2.344 MB/s. Die Anwendungsperformance ist mit 3.686 Punkten im PCMark 10 auch für anspruchsvollere Business-Anwendungen mehr als ausreichend. Die intelligente Kühlungsfunktion, sie ist in der Lenovo-Vantage-Software voreingestellt, sorgt dafür, dass das Notebook die meiste Zeit lautlos arbeitet.

Für Spiele ist es mit seiner im Prozessor integrierten Intel-UHD-GPU nur sehr bedingt geeignet. Die Akkulaufzeit reicht mit etwas über fünf Stunden im Dauerbetrieb für ­einen Arbeitstag vollkommen aus. Der Steckplatz für einen zusätzlichen Speicherriegel und die M.2-SSD sind einfach erreichbar, wenn die durch neun Torx-Schrauben befestigte Unterseite des Notebooks abgenommen wird. Auch der 45-Wh-Akku kann so leicht ausgetauscht werden.

Zur Ausstattung des Thinkbook Plus zählt eine Tragetasche, die einen zusätzlichen Schutz für das außenliegende E-Ink-Panel bietet, das allerdings bereits unter einer robusten Glasabdeckung liegt. Zudem ist so auch der Stift während des Transports des Thinkbooks sicher verstaut.

Fazit: Gutes Business-Notebook mit begrenzt nutzbaren Zusatzfunktionen

Das Thinkbook Plus ist ein solides Business-Notebook für KMU mit ordentlicher Leistung, gutem Display und sehr angenehmem Keyboard. Zudem gefällt uns die robuste Bauweise des Aluminium-Gehäuses. Das zusätzliche E-Ink-Display ist praktisch als stromsparender PDF-Betrachter mit Anmerkungsfunktion und für schnelle Notizen in Besprechungen. Weitere Funktionen sind laut Lenovo in der Entwicklung und sollen in neuen Firmwareversionen nachgereicht werden. Allerdings ist das Lenovo-Notebook durch das zusätzliche Panel mit 1.449 Euro auch relativ kostspielig.

(ID:46750522)

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 Klaus Länger

Klaus Länger

Redakteur