Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Equinix und der ITK-Channel Wovon träumen CTOs nachts?

| Autor: Sarah Böttcher

Colocation wird aufgrund der steigenden Akzeptanz von Cloud Computing mehr denn je zu einem Grundpfeiler der IT. Doch fristet sie in vielen Köpfen noch ein Nischendasein. Durch ein starkes Partnernetzwerk möchte Equinix dem ein Ende bereiten.

Firmen zum Thema

Von Colocation, genauer gesagt über die Unterbringung und Netzanbindung eines Kundenservers in einem Rechenzentrum, träumen vermutlich die wenigsten Chief Technology Officer (CTOs).
Von Colocation, genauer gesagt über die Unterbringung und Netzanbindung eines Kundenservers in einem Rechenzentrum, träumen vermutlich die wenigsten Chief Technology Officer (CTOs).
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Wovon träumen CTOs nachts? Vermutlich von den Möglichkeiten der Hybrid Cloud oder der Absicherung des Unternehmensnetzwerks. Wahrscheinlich nicht von Colocation, glaubt Oren Yehudai, Senior Director EMEA Channel Sales bei Equinix. Als Anbieter von Interconnection- und Rechenzentrumsdienstleistungen spielt Equinix in den genannten Wertschöpfungen zwar eine Rolle – jedoch bisher keine besonders große.

Oren Yehudai zeichnet seit 2018 als Senior Director EMEA Channel Sales maßgeblich für die Konzeption der Channel-Strategie von Equinix verantwortlich.
Oren Yehudai zeichnet seit 2018 als Senior Director EMEA Channel Sales maßgeblich für die Konzeption der Channel-Strategie von Equinix verantwortlich.
(Bild: Equinix)

Der US-Konzern agiert bereits seit 1998 am Markt, vertrieb sein Angebot jedoch ausschließlich direkt. Erst seit vier, fünf Jahren schließt das Unternehmen Kooperationen mit dem ITK-Channel. Zwar gehören IT-Dienstleister seit Bestehen zu seiner Klientel, jedoch wurden diese als Kunden betrachtet. Mit dem Channel-Bekenntnis wurden bestehende Kunden allmählich zu Partnern. Aktuell erzielt der Colocation-Anbieter allein über den Channel mehr als 30 Prozent des Umsatzes – Tendenz steigend. Und bis 2023 sollen es bereits 50 Prozent sein.

Win-win-Situation

„Die Bedeutung von Partnern ist für Equinix nach wie vor gewaltig“, betont Yehudai. Dem Top-Manager zufolge profitiert der US-Konzern von der Zusammenarbeit mit Service Providern auf vielfältige Weise. Zum einen durch deren großes Netzwerk und der daraus resultierenden Reichweite. Aber natürlich auch durch die meist langjährigen, oft sogar familiären Beziehungen zwischen Service Providern und ihren Kunden. Zu guter Letzt stehe natürlich die Erweiterung und Komplettierung des Equinix-Portfolios durch die Lösungen der MSPs im Vordergrund.

Laut Yehudai ist das einer der wesentlichen Punkte von dem Service Provider von einer Zusammenarbeit mit dem Colocation-Anbieter profitieren: „Das Portfolio von Equinix steht in keinster Weise in Konkurrenz mit denen unserer Partner. Im Gegenteil sie befruchten und verstärken sich gegenseitig.“ Equinix liefert die nötige Infrastruktur und die Service Provider bauen mit ihrer Expertise Lösungen darauf auf. Dabei unterstützt der Colocation-Anbieter mit seinem Netzwerk aus Cloud- (AWS, Oracle, Microsoft), Netzwerk- (AT&T, Orange Business Services) und Technologieanbietern (Capgemini, Accenture) die Service-Provider-Partner, um gemeinsam Lösungen zu kreieren. „Das macht eine Zusammenarbeit mit Equinix so kostbar für den ITK-Channel. Denn nur durch ein einzigartiges Portfolio können Service Provider am Markt künftig bestehen“, ist Yehudai überzeugt. Denn ITK-Systeme werden weiter an Komplexität gewinnen, weshalb Partnerschaften dieser Art immer wichtiger werden, so der Manager.

Kein klassischer Produktvertrieb

Obwohl sich Equinix seit rund zwei Jahren stärker auf bestehende Partnerschaften konzentriert, ist der Colocation-Anbieter weiterhin auf Partnersuche. Vor allem in Deutschland sieht der EMEA-Verantwortliche noch hohes Potenzial in der Ausweitung der Partnerlandschaft. Klassische Systemhäuser und IT-Dienstleister kommen für den Konzern allerdings nicht in Frage. „Wir werden nie Partner haben, die noch im klassischen Produktvertrieb unterwegs sind“, erläutert Yehudai. Lediglich Managed Service Provider, die Services auf Basis von Equinix Infrastruktur anbieten und so die Bekanntheit und Marktdurchdringung des Interconnection- und Rechenzentrumsdienstleisters steigern, möchte Equinix als Partner gewinnen.

In diesem Zuge sucht Equinix seit über einem Jahr einen passenden Distributor. Vor allem durch den großen Einfluss der Distribution im deutschen ITK-Channel sei die Zusammenarbeit für das Unternehmen von strategischer Bedeutung. Auch die Transformationsbestrebungen zahlreicher Distributoren zu VADs verstärke den Wunsch einer partnerschaftlichen Beziehung.

(ID:46910305)

Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin