Channel Fokus: AV & Digital Signage Wieder vorwärts nach der Corona-Delle

Autor: Klaus Länger

In der Branche für Lösungen rund um AV und Digital Signage hat die Coronakrise für sinkende Umsätze gesorgt, da viele Kunden vom Lockdown betroffen waren. Allerdings sorgte der DigitalPakt Schule für einen gewissen Ausgleich. Doch nun geht es wieder voran.

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Das Geschäft mit Digital-Signage-Displays für die Innenwerbung zieht bereits wieder an. Bei der Ausßenwerbung ist es gar nicht erst eingebrochen.
Das Geschäft mit Digital-Signage-Displays für die Innenwerbung zieht bereits wieder an. Bei der Ausßenwerbung ist es gar nicht erst eingebrochen.
(Bild: WICHAI / metamorworks – stock.adobe.com / [M] J Rath)

Während viele Sektoren der IT-Branche von der Covid-19-Pandemie sogar profitiert haben, etwa vom gestiegenen Hardware-Absatz durch Homeoffice und Homeschooling, und eher ein Problem mit fehlendem Nachschub hatten, sah es bei AV und Digital Signage nicht so rosig aus. Der AV-Sektor leidet immer noch darunter, dass keine großen Veranstaltungen wie Konzerte oder Messen stattfinden konnten und der Verkauf von Digital-Signage-Lösungen unter den Schließungen bei Einzelhandel und Gastgewerbe. Das sorgte auch für einen Rückgang bei der zuvor boomenden digitalen Außenwerbung. Zudem stellten etliche Kunden Projekte für die Ausstattung von Konferenzräumen erst einmal zurück, da sowieso das Gros der Beschäftigen von Zuhause aus arbeitete. Für einen gewissen Ausgleich sorgte die Installation von Kundenleitsystemen im Einzelhandel, die automatisiert dafür sorgen, dass sich nicht zu viele Personen gleichzeitig im Laden aufhalten. Eine spürbare Linderung brachte das Education-Geschäft durch den DigitalPakt Schule. Bei einigen Distributoren macht der Absatz von interaktiven digitalen Whiteboards auf Basis von Projektoren oder großen Touch-Displays inzwischen deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes aus.

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Digital Out of Home (DOOH): Wachstum trotz Krise

In einem insgesamt zurückgehenden Werbemarkt im Jahr 2020, bei dem Kino durch die Schließungen stark verliert und Online ebenso stark zulegt, hat sich die digitalen Außenwerbung gut behauptet. Das ergibt eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen zum Bruttoumsatz im deutschen Gesamtwerbemarkt, die das Digital Media Institute veröffentlicht hat. In den ersten beiden Quartalen des Jahres gab es zwar leichte Einbußen, die aber durch Zuwächse in den beiden Folgequartalen wettgemacht wurden. Bei einem insgesamt um 6,7 Prozent geschrumpften Markt für Außenwerbung konnte DOOH sogar um 2,3 Prozent auf insgesamt 763,98 Millionen Euro zulegen und damit den Anteil am Gesamt-OOH-Markt auf 33 Prozent steigern.

Laut Nielsen haben die Umsätze in der digitalen Außenwerbung im letzten Jahr sogar zugelegt.
Laut Nielsen haben die Umsätze in der digitalen Außenwerbung im letzten Jahr sogar zugelegt.
( Bild: Digital Media Institute )

Allerdings haben längst nicht alle Kunden ihre Investitionen während des Lockdowns zurückgefahren, betont Markus Hollerbaum, Geschäftsführer beim Distributor Siewert & Kau. So haben Retailer mit genügend finanziellen Reserven die Zeit der Schließung genutzt, um schon geplante Digitalisierungsvorhaben wie die Installation neuer Indoor-Signage-Lösungen vorzuziehen. Auch Hotels nutzten den Stillstand für die Ausstattung der Zimmer mit neuen TV-Geräten. Mit den Milderungen beim Lockdown haben zudem diejenigen Kunden, die es sich noch leisten können, damit begonnen, aufgeschobene Projekte wieder in Gang zu bringen oder neue zu planen. Denn viele Einzelhändler haben während der Pandemie den Onlinehandel massiv ausgebaut, um so wenigstens einen Teil des sonst verlorenen Umsatzes aufzufangen. Nun geht es darum, Online-Angebot und Ladengeschäft besser zu verzahnen. Gefragt sind hier beispielsweise interaktive Kiosksysteme, mit denen die für den Onlineverkauf sowieso schon vorhandenen Informationen zu Produkten auch im Laden abgefragt werden können. Lösungen für die Übermittlung von Zusatzinformationen wie etwa Videos auf die Smartphones der Kunden werden zunehmend interessant für Retailer.

Für Projekte mit digitalen Whiteboards sind durch den DigitalPakt Schule noch üppige Finanzmittel vorhanden. Denn das Gros der Gelder ist noch nicht verplant.
Für Projekte mit digitalen Whiteboards sind durch den DigitalPakt Schule noch üppige Finanzmittel vorhanden. Denn das Gros der Gelder ist noch nicht verplant.
(Bild: © Gorodenkoff - stock.adobe.com)

DigitalPakt Schule als wichtiger Umsatzbringer

Eminent wichtig ist der Bildungsmarkt für die Digital-Signage-Hersteller und deren Channel. Denn von den Geldern des milliardenschweren DigitalPakt Schule, der für die Ausstattung der Schulen mit Netzwerkinfrastruktur und digitalen Whiteboards bestimmt war, wurde seitens der Schulträger erst ein kleiner Teil abgerufen. Die Gelder für die Beschaffung von Leihrechnern für Schüler und Lehrkräfte sowie für Administratoren an den Schulen stammen nicht aus dem ursprünglichen DigitalPakt, in dessen Rahmen der Bund fünf Milliarden Euro bereitstellt, sondern aus zusätzlichen Coronahilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt wurden bis Ende 2020 Mittel in Höhe von 1,36 Milliarden Euro ausgegeben oder bewilligt. Es ist also noch jede Menge Geld für Projekte an den Schulen vorhanden. Dieser Umstand hängt auch mit der föderalen Struktur des Bildungswesens und dem komplexen Antragsverfahren zusammen, in dem die einzelnen Schulträger bei den Bildungsministerien der Länder das Geld beantragen. Es gibt zwar in einzelnen Bundesländern Rahmenverträge für die Beschaffung bestimmter Geräte, in der Regel gibt es aber für jedes Projekt separate Ausschreibungen.

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Statemen von Siewert & Kau

Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau.
Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau.
( Bild: Intuitive Fotografie / Siewert & Kau )

Wir erwarten bei Siewert & Kau eine starke Belebung des Geschäfts mit digitaler Innen- und Außenwerbung. Einen Einbruch hat es bei uns sowieso nicht gegeben, da unsere Partner ausgefallene Projekte kompensieren konnten. Viele Kunden haben die Zwangsschließungen wegen der Pandemie dafür genutzt, Digitalisierungsvorhaben vorzuziehen und durchzuziehen, auch um eine bessere Basis für die Verbindung von Onlinehandel und lokalem Geschäft zu schaffen. Zudem konnten wir mit unseren Partnern viele Projekte mit Städten und Gemeinden realisieren, etwa für Informationssysteme an Haltestellen oder Parkleitsysteme.

Ein gutes Geschäft verspricht weiterhin der DigitalPakt Schule, da ein großer Teil der Gelder durch die Schulen noch gar nicht abgerufen wurden, nicht zuletzt durch die komplizierte Antragstellung. Das ist zwar problematisch für die Bildung, aber eine gute Chance für lokale Systemhäuser mit guten Kontakten zu den Schulträgern.

Die Hersteller würden große Ausschreibungen lieben, so Hollerbaum, aber gerade für kleinere Partner sei die Fragmentierung ein Segen. Sie hätten als „local heroes” oft aus anderen Projekten schon guten Kontakt zu den Schulträgern in ihrer Region und könnten sich so gut in Stellung bringen. Bei Ausschreibungen mit großem Umfang kämen dagegen eher große Systemhäuser oder Integratoren zum Zug. Eine wachsende Nachfrage aus dem Bildungssektor nach digitalen Whiteboards registriert man ebenfalls bei Kern & Stelly, so Arne Beismann, Vertriebsleiter des Hamburger Distributors. Gefragt sind interaktive Lösungen mit Kurzdistanzprojektoren und intelligente Touchdisplays mit großen Diagonalen.

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Statement von Kern & Stelly

Arne Beismann, Vertriebsleiter bei Kern & Stelly.
Arne Beismann, Vertriebsleiter bei Kern & Stelly.
( Bild: hallomats.de )

Aktuell steigt das Interesse an Produkten für den Bereich Digital Signage stark an und wir erwarten eine spürbare Erholung in den nächsten Monaten. Dabei gibt es zwei Tendenzen: Anbieter werden zu Generalisten oder spezialisieren sich. Immer häufiger wird nicht nur ein Display angefragt, sondern eine komplette Lösung mit entsprechender Software. Kunden werden durch zusätzliche Dienste und Abomodelle an die Marke gebunden, es geht nicht um das einmalige Geschäft, sondern um wiederkehrende Umsätze.

Der DigitalPakt Schule wird noch zahlreiche Projekte ermöglichen. Beim Thema Klassenraumausstattung geht es nicht nur um ein Anzeigemedium, sondern um Lösungen aus Hard- und Software. Inzwischen wurde durch die Pandemie aber auch technische Ausstattung zur Durchführung von Fernunterricht oder hybridem Unterricht wie zum Beispiel Videokonferenzlösungen zugelassen. Bieten Partner derartige Lösungen an, steht Projekten fast nichts mehr im Weg.

Aber nicht nur die direkten Projekte sind eine Chance für die Partner - durch die neuen digitalen Strukturen und die technische Ausstattung an den Schulen muss sich der Schulträger über die Zusatzvereinbarung "Administration" auch um die notwendige Lehrerfortbildung und eine zuverlässige Wartung der Systeme kümmern. Dies stellt dann langfristige Service- und Wartungsverträge in Aussicht.

Lösungen für die hybride Büroarbeit

Eine steigende Nachfrage nach Konferenzraumlösungen konstatiert Beismann ebenfalls. Der Trend hin zu Lösungen, die mit Zoom und Microsoft Teams nutzbar sind, hat sich noch weiter verstärkt, da auch nach dem Ende der Covid-19-Pandemie in vielen Firmen mehr Mitarbeiter im Homeoffice tätig sein werden. Gefragt sind Lösungen für das hybride Office, die auch dann eine reibungslose Kommunikation ermöglichen, wenn ein Teil des Teams im Konferenzraum sitzt und ein anderer aus den jeweiligen Arbeitszimmern im Homeoffice zugeschaltet ist. Ein wachsender Markt für Displaylösungen sind zudem Installationen für öffentliche Auftraggeber wie Städte und Gemeinden, ergänzt Hollerbaum. Siewert & Kau habe hier gemeinsam mit den Partnern bereits etliche Projekte wie Informationsdisplays an Bushaltestellen oder Parkleitsysteme durchgeführt.

Komponentenknappheit auch im Digital-Signage-Sektor

Die wachsende Zahl von Projekten verstärkt allerdings die bereits bestehenden Probleme mit der Knappheit bei vielen Produkten, wie etwa Standard-LFDs in mittleren Größen oder bei Mediaplayern. Gründe dafür sind einerseits die Knappheit bei vielen Komponenten, die dazu führt, dass die Hersteller gar nicht so viele Geräte bauen können, wie eigentlich benötigt werden, andererseits aber auch Probleme bei der Logistik. So seien beispielsweise die Folgen der mehrtägigen Blockade des Suezkanals durch das festsitzende Containerschiff Ever Given immer noch nicht überwunden, erklärt Beismann. Die hohen Preise für LCD-Displays sorgen auch dafür, dass die Nachfrage nach Mini- und Micro-LED-Panels zunimmt, die tendenziell günstiger werden und zudem den Einsatz sehr großer Diagonalen komplett ohne störende Stege zwischen den Anzeigeflächen ermöglichen. Allerdings sind Micro-LED-Screens mit 4K-Auflösung immer noch extrem teuer.

Eine weitere Displaytechnologie, die zulegt, ist E-Ink. Einsatzbereiche sind hier Retail für Preis- und Produktinformationen oder Beschilderungen in Gebäuden. Bei den Projektoren geht die Entwicklung weiter in Richtung Laser und LED als Lichtquelle. Damit sind die Geräte nahezu wartungsfrei und zudem flexibler einsetzbar. Kurz- oder Ultrakurzdistanzprojektoren bieten sich daher gerade im Indoor-Einsatz weiterhin als sinnvolle Alternative zum Display an.

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Statement ITZ Display Solutions

Für ITZ Display Solutions antwortet Florian Kinscher, Director Sales & Marketing.
Für ITZ Display Solutions antwortet Florian Kinscher, Director Sales & Marketing.
( Bild: ITZ )

Grundsätzlich sehen wir aktuell eine positive Entwicklung im Digital-Signage-Markt. Insbesondere Outdoor-Signage-Installationen sind in den kommenden Monaten gefragt und zuvor vertagte Projekte werden jetzt realisiert. Aber auch der Bereich Innenwerbung erholt sich langsam, sodass branchenübergreifend wieder neue Projekte anstehen. Nicht zuletzt aufgrund der in Aussicht gestellten Öffnungen und sinkenden Pandemiezahlen schauen wir daher optimistisch auf die zweite Jahreshälfte – und so bekommen wir es auch von unseren Partnern gespiegelt.

Weiteres Wachstum verspricht der DigitalPakt Schule. Nach wie vor zeichnet sich großes Interesse an digitalen Lösungen von Seiten der Bildungsträger ab und wir glauben fest an eine weitergehende Digitalisierung. Gerade die Initiative „Neues Lernen“ von Samsung zeigt uns einen deutlichen Bedarf und wir erwarten etliche Projektrealisierungen im zweiten Halbjahr.

KI kommt in Digital-Signage-Software

Beim Content-Management legen Cloudplattformen weiter zu. Lösungen mit lokalem Datenspeicher haben allerdings immer noch ihren Platz, speziell bei hohen Auflösungen und schlechter Netzwerkanbindung. Hier könnte 5G einen Umschwung bringen. Größere Projekte gibt es hier aber noch nicht. Der Trend zu Digital Experience Plattformen (DXP), also komplexen, cloudbasierten Softwarelösungen mit interaktiven Elementen und Datenanalyse, setzt sich laut den Analysten von MarketsandMarkets weiter fort. Hier sind neben auf DXP spezialisierten Firmen wie Acquia oder Episerver auch IT-Schwergewichte wie Adobe, Salesforce oder Oracle aktiv.

Für die Analysedaten sorgen dabei im Ladengeschäft ein ganze Reihe von Sensoren und Messverfahren wie etwa Infrarot, Lidar, Beacons und RFID-Leser bis hin zu Kameras. Mit ihnen wird beispielsweise erfasst, wie sich die Kunden Laden bewegen, welche Produkte sie intensiver ansehen und dann kaufen oder ins Regal zurückstellen und welche Kunden überhaupt unterwegs sind. Auch eine Gesichtserfassung findet dabei immer häufiger statt, mit der etwa auf Displays zu Geschlecht, Alter, Habitus oder auch zur Stimmung passende Werbung ausgespielt werden kann. Die dafür verwendeten Big-Data- und KI-Anwendungen sind allerdings kostspielig und nur für große Ketten rentabel. Dabei geht es im Gegensatz zur Gesichtserkennung nicht um die Identifikation einzelner Personen und Videodaten werden daher auch nicht gespeichert, sondern nach der Analyse verworfen. Genutzt werden nur anonyme Metadaten, daher gibt es keine Probleme mit der DSGVO.

Wachsendes Interesse der Security-Branche

Security-Anbieter sehen bei Digital-Signage-Lösungen durch die zunehmende Vernetzung und die Verwendung von Standard-Hard-und-Software eine wachsende Gefahr von Angriffen und damit natürlich auch Potenzial für ihre Lösungen. Als mögliche Attacken gelten beispielsweise die Übernahme von Anzeigetafeln im öffentlichen Raum, die dann unliebsame Inhalte oder die Botschaften von Ransomware-Erpressern anzeigen. Für die Betreiber ist das nicht nur unangenehm, ihnen gehen auch Werbeeinnahmen verloren. Dieses Problem sieht der Siewert-und-Kau-Geschäftsführer Hollerbaum ebenfalls, hält aber die Gefahr von Ramsomware-Angriffen über die Displays eher für gering. Er sieht hier eher einzelne Fälle von „digitalem Vandalismus” als Problem, vor denen die Systeme natürlich auch geschützt sein sollten. Ein lohnendes Angriffsziel für Erpresser sind eher die Content-Management-Systeme im Backend, die entsprechend abgesichert sein müssen, da es Schnittstellen zu den Warenwirtschaftssystemen gibt.

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Security und Digital Signage

Die zunehmende Vernetzung macht den Schutz von Digital-Signage-Installationen notwendig, meint Thomas Uhlemann von Eset.

Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset.
Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset.
( Bild: ESET )

ITB: Wie können Netzwerkangriffe auf Digital-Signage-Installationen aussehen?

Uhlemann: Wir haben Beispiele aus der Vergangenheit, dass Ransomware wie „WannaCry“ die Lösegeldforderungen auf den digitalen Anzeigen ausgegeben hat. Außerdem sind bereits in verschiedenen deutschen Städten Anzeigetafeln „gekapert“ worden. Die Inhalte wurden durch pornografische Anzeigen oder für politische Statements missbraucht. Weitere Beispiele sind Manipulationen von DS-Systemen in der Produktion, die zu Fehlern führen. Das können falsche Produktionszahlen oder Umgebungswerte, Zeitangaben und vieles mehr sein, die den Produktionsablauf langsam, aber nachhaltig stören.

ITB: Was sind die wesentlichen Schwachstellen bei Digital-Signage-Systemen?

Uhlemann: Im Wesentlichen werden Digital-Signage-Systeme über Netzwerkprotokolle (SMB, RDP & Co.) und Wechselmedien (USB-Sticks & Co.) angegriffen. Der Gedanke, dass die DS-Systeme ja keine persönlichen Daten speichern, lässt viele Betreiber unvorsichtig sein. So werden die Systeme selten bis nie gepatcht und Netzwerklücken bleiben offen und aus der Ferne angreifbar. Der physische Zugang ist nur mit einem leicht knackbaren Schloss „gesichert“. So lassen sich USB-Medien anschließen, deren Inhalt automatisch übertragen wird. Die Möglichkeiten für Cyberkriminelle sind leider vielfältig

ITB: Welche weiteren Maßnahmen können Unternehmen treffen, um Angriffen zu entgehen oder sie abzuwehren?

Uhlemann: Eine Update-Planung ist ein Muss. Updates sollten nach spätestens fünf Tagen installiert sein. Außerdem empfehlen wir, Standardzugänge zu verändern und Administrationszugriffe ausschließlich mit personalisierten Nutzerkonten zu gewähren. Zudem gehört auch eine gute Endpoint-Security-Lösung zum Schutzkonzept. Gerade in verwalteten Netzwerken, aber auch bei Stand-Alone-Geräten, können so Netzwerkangriffe und Schadcode, der über Wechselmedien eingeschleust wird, erkannt und blockiert werden.

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