Die wirtschaftliche Lage stellt die Digital-Signage-Branche vor große Herausforderungen: Projekte werden geschoben, Kosten steigen und die Hardware-Verfügbarkeit wird problematisch. Beheben integrierte Lösungen mit Mehrwert für die Kunden das Problem?
Die Hardware, etwa großformatige LED-Displays, ist nur noch ein Teil einer kompletten Lösung, nach der die Kunden verlangen. Ein Partner muss zudem die passende Software und begleitende Services liefern, um Projekte zu gewinnen.
Der Markt für Digital-Signage- und Pro-AV-Lösungen wächst weiterhin. Die Marktforscher von Futuresource gehen davon aus, dass die globale Nachfrage nach großformatigen Display- und Projektionslösungen in den kommenden drei Jahren weiter ansteigt, allerdings mit einem klaren Schwerpunkt auf LED bei einem Rückgang für Projektion. LCD bleibt als Technologie dominierend, stagniert aber. Insgesamt sagt Futuresource für die Jahre von 2023 bis 2028 ein Plus von fünf Prozent voraus. Für das Pro-AV-Geschäft geht der Branchenverband AVIXA ebenfalls von einem weiteren Wachstum aus, das allerdings mit rund vier Prozent niedriger angesetzt wird als noch vor einem Jahr erwartet. Hier spielen Projektoren weiterhin eine wichtige Rolle, etwa bei Veranstaltungen oder für komplexe Multimedia-Installationen.
Auch die ISE wird wieder Massen an Fachbesuchern nach Barcelona locken, ebenso wie im Vorjahr.
(Bild: BENJAMIN ARTHUR PHOTOGRAPHY)
Am 3. Februar öffnet die ISE 2026 in Barcelona ihre Tore für das Fachpublikum. Auf der Messe in der Fira de Barcelona Gran Via zeigen die Hersteller ihre neuesten Lösungen für die Digital-Signage- und Pro-AV-Branche. So wird etwa Viewsonic eine All-in-One-dvLED-Lösung der nächsten Generation präsentieren und PPDS Digital Signage-Displays mit KI-Funktionen. Bei Benq werden neue 4K-Laserprojektoren mit vollständiger DCI-P3-Farbraumabdeckung gezeigt. Zudem soll auf der Messe das Bildungsthema einen größeren Raum einnehmen.
Mike Finckh, Geschäftsführer beim VAD Concept International, sieht allerdings in der aktuellen Wirtschaftslage und im politischen Umfeld eine enorme Herausforderung für die Digital-Signage-Branche. Die Hindernisse reichen laut Finckh von den „unkalkulierbaren Zoll-Eskapaden der USA über die weltweiten Lieferengpässe bei Prozessoren und Speichern bis zur Hängepartie beim Digitalpakt Education.“ Florian Kinscher, Director Display Solutions bei ITZ Display Solutions, berichtet ebenfalls von einer anhaltenden Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen der Kunden, mit denen sich seine Partner konfrontiert sehen. „Vorhaben werden intensiver geprüft, Freigaben dauern länger und Budgets werden bewusster eingesetzt“, konkretisiert Kinscher. Eine Unsicherheit in der langfristigen Planung der Unternehmen konstatiert auch Andreas Helmling, Head of B2B Deutschland bei Littlebit.
Atila Kaplan, Executive Director Category Management bei Ingram Micro, bekommt von den Partnern ebenfalls die Rückmeldung, dass „Unternehmen Investitionsentscheidungen teilweise sorgfältiger prüfen, insbesondere bei langfristigen Projekten“. Allerdings bestehe weiterhin ein „breites Interesse“ an digitalen Kommunikations- und Informationslösungen.
Aus Gesprächen mit Partnern beobachten wir, dass Unternehmen Investitionsentscheidungen teilweise sorgfältiger prüfen, insbesondere bei langfristigen Projekten.
Atila Kaplan
Atila Kaplan, Executive Director Category Management bei Ingram Micro
(Bild: Gudrun Kaiser)
Speziell für „Themen wie Unternehmens- und Mitarbeiterkommunikation“ sieht auch Norman Winter, Leiter Marketing DACH bei Kern & Stelly, trotz der derzeitigen Wirtschaftslage weiterhin eine starke Nachfrage. Digitale Bildschirmnetzwerke seien für Unternehmen ein wichtiger Bestandteil ihrer Infrastruktur. Allerdings werden die Anforderungen der Kunden laut Winter stetig komplexer. Daher fragen die Kunden nicht mehr nach einzelnen Lösungen, sondern „nach umfassenden, integrierten Lösungen aus einer Hand“. Konkrete Beispiele aus der Praxis sind für ihn kollaboratives Arbeiten, Hybrid Work und Unified Communication sowie das digitale Klassenzimmer. Dabei bestehe bei den Kunden eine hohe Nachfrage nach einfachen, intuitiven und cloudbasierten sowie KI-Lösungen. Auch Helmling sieht für Littlebit „Themen rund um Cloud und KI für das Management der Signage-Software sowie LED und E-Paper-Lösungen für eine breite Kundengruppe“ als die derzeit wichtigsten technologischen Trends für die Partner.
Die Anforderungen unserer Kunden werden stetig komplexer, und es wird weniger nach einzelnen Produkten gefragt, sondern vermehrt nach umfassenden, integrierten Lösungen aus einer Hand.
Norman Winter
Norman Winter, Leiter Marketing DACH bei Kern & Stelly
(Bild: Lutz Blum)
Trends bei Display-Technologien
E-Paper-Displays werden auch einer der Trends auf der bevorstehenden ISE in Barcelona sein. Sie sind vor allem für eine statische Beschilderung geeignet und kommen mit deutlich weniger Energie aus als herkömmliche LCD-Screens. Im Gegensatz zu gedruckten Schildern können E-Paper-Displays aber einfach elektronisch jederzeit aktualisiert werden.
Für Finckh ist bei Displays die LED-Technologie als Top-Thema gesetzt. Sie bietet eine hohe Helligkeit, einen niedrigen Energieverbrauch vor allem bei dunklen Inhalten und flexible Formate. Allerdings stellen sie hohe Anforderungen bei Planung, Content-Gestaltung und Ersatzteilmanagement. Zudem ist der Concept-International-Chef ebenso wie Winter davon überzeugt, dass Künstliche Intelligenz die Digital-Signage-Welt verändert. Finckh nennt kontextabhängige Inhalte auf Knopfdruck, eine automatisierte Kampagnenplanung sowie kürzere Produktionszyklen als Vorteile. Allerdings ist KI Segen und Fluch gleichzeitig. Denn der Hunger der Datacenter nach DRAM und SSDs lässt die Preise steigen und Hardware knapp werden. Daher sollte sich jeder, der 2026 Digital-Signage-Projekte plant, mit der Frage der Hardware-Verfügbarkeit beschäftigen. Speziell bei PC-basierten Mediaplayern können CPUs und Speicher knapp werden.
Stand: 08.12.2025
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Wer 2026 Digital-Signage-Projekte plant, tut gut daran, mit der Frage nach der Hardware-Verfügbarkeit zu starten, bevor er seinen Content ausgestaltet.
Mike Finckh
Mike Finckh, Geschäftsführer von Concept International
(Bild: Concept International)
Partner als Lösungsanbieter
Bei ITZ Display Solutions als Full-Service-Distributor sieht man aktuell die größten Chancen „im Zusammenspiel aus Hardware, Software und projektbegleitenden Services“, wie Kinscher betont. „Gefragt sind nicht nur hochwertige Displays, sondern ganzheitlich gedachte Lösungspakete, die von der technischen Beratung und Planung über vorkonfigurierte Auslieferungen bis hin zu Installation und Roll-out reichen.“ Da Digital-Signage-Projekte heute mehr Vorbereitung und Koordination als vor wenigen Jahren erfordern, spielen transparente Abläufe, realistische Einschätzungen und eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten eine große Rolle. Wie Kinscher anmerkt, „lassen sich Projekte mit einer fundierten Konzeption und einem belastbaren Netzwerk aus Herstellern und Partnern weiterhin erfolgreich realisieren – auch unter herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen.“ Dabei sollten sich die Partner als Lösungsanbieter positionieren und projektbezogene Services wie Beratung, Schulungen und SLA-Leistungen anbieten.
Die größten Chancen sehen wir als Full-Service Distributor aktuell im Zusammenspiel aus Hardware, Software und projektbegleitenden Services.
Florian Kinscher
Florian Kinscher, Director Display Solutions beim VAD ITZ Display Solutions
(Bild: ITZ Display Solutions)
Kaplan konstatiert für Ingram Micro vor allem eine anhaltende Relevanz von Lösungen, „die Sicherheits- und Effizienzaspekte adressieren“. Als Beispiele nennt er Security-Lösungen für Digital-Signage-Anwendungen oder Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, etwa für die strukturierte Dokumentation und Nachbereitung von Meetings.
Was bringt der Digitalpakt Schule 2.0 für die Branche?
Der erste Digitalpakt Schule war für die Hersteller von interaktiven Displays und Projektoren, deren Distributoren und die Partner ein erheblicher Umsatzbringer. Nun haben Bund und Länder den Digitalpakt 2.0 mit einem Volumen von insgesamt fünf Milliarden Euro bis 2030 auf den Weg gebracht. Bei Littlebit sieht man das sehr positiv, erklärt Helmling: „Der Digitalpakt wird helfen, Projekte schneller umsetzen zu können – sowohl im Bereich Hard- und Software als auch bei Service und Dienstleistungen.“
Der Digitalpakt wird helfen, Projekte schneller umsetzen zu können.
Andreas Helmling
Andreas Helmling, Head of B2B Deutschland bei Littlebit
(Bild: Littlebit)
Für Winter ist der Digitalpakt 2.0 „wesentlich stärker auf Software und Lösungen ausgerichtet“ und biete den Partnern vor allem die Option, mit Fortbildungen Geld zu verdienen. Die wird Kern & Stelly gemeinsam mit den Herstellern durch gezielte Trainings an Produkten und der jeweiligen Software unterstützen. Finckh sieht große Chancen für zusätzliche Projekte, fürchtet aber eine schleppende Umsetzung. Laut Kaplan beobachtet man bei Ingram Micro die weitere Entwicklung aufmerksam, kann aber noch nicht abschätzen, inwieweit der Digitalpakt der Branche zusätzliche Impulse geben kann. Umfang und konkrete Ausgestaltung lassen sich noch nicht abschließend bewerten, so der Executive Director Category Management bei Ingram Micro.
Für den Verkauf interaktiver Displays an Schulträger wird der Digitalpakt 2.0 wohl keine sehr große Rolle spielen: Der Schwerpunkt liegt eher auf Schulungen, Software und Lösungen.