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Backup-Trends und -Entwicklungen: Ansprüche und Anforderungen steigen

Von der Randerscheinung zum Fokusthema

| Autor / Redakteur: Andreas Mayer* / Dr. Jürgen Ehneß

Business Continuity im Brennpunkt: Die Anforderungen ans Backup steigen.
Business Continuity im Brennpunkt: Die Anforderungen ans Backup steigen. (Bild: ©ilkercelik - stock.adobe.com)

Compliance-Anforderungen, heterogene Umgebungen, Virtualisierung, Cloud-Storage, Ransomware-Attacken – die Zeiten einer simplen Datensicherung sind definitiv vorbei. Und über allem schwebt die Forderung nach einem unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb.

Anforderungen an Backup/Recovery-Lösungen werden immer vielfältiger. Compliance-Anforderungen wie zum Beispiel die DSGVO sind bei einer Backup-Lösung zwingend zu berücksichtigen und konzeptionell einzubringen. Die DSGVO-Thematik ist in vielen Fällen immer noch nicht ganz umgesetzt. DSGVO-Verstöße werden nun auch hart bestraft, wie zum Beispiel am Fall von 1&1 und der Strafe von fast zehn Millionen Euro ersichtlich wurde.

Weiter steigende Faktoren sind die Heterogenität der Umgebungen, die Zunahme von Virtualisierungsplattformen, businesskritische Applikationen und verschiedene Einsatzszenarien für Cloud bis hin zu Cloud-Applikationen. Dies ist alles unter einen Hut zu bringen, idealerweise mit einer einzigen, zentral verwaltbaren Lösung. Dazu kommt die Gefahrenlage, das heißt, zunehmende Virus- und Ransomware-Attacken sorgen neben herkömmlichen menschlichen Fehlern, Naturkatastrophen et cetera für weitere Brisanz.

Backup/Recovery wird immer wichtiger und rückt von der ungeliebten Randerscheinung immer mehr in einen strategischen Fokus. Eine umfassende, modulare, breit aufgestellte und zuverlässige Backup-Lösung wird benötigt als Lebensversicherung, wenn zum Beispiel der Virenschutz versagt.

Business Continuity verstärkt im Brennpunkt

Daten/Informationen sind das Herz von Organisationen und müssen verfügbar sein. Business Continuity (BC) rückt immer mehr in den Fokus. Die Backup-Lösung muss zukünftig mehr in diese Richtung gehen, das heißt, sie muss eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Daten gewährleisten und dazu beitragen, dass die SLAs eingehalten werden.

In vielen Unternehmen werden die Umgebungen immer heterogener, und mehr businesskritische Applikationen sind zu finden. Wichtig ist ein zuverlässiges Backup/Recovery, das nach Herstellervorgaben gemacht wird und idealerweise für die Applikationen zertifiziert ist, damit der originale Hersteller-Support erhalten bleibt. Zum Beispiel ist dies gerade im SAP-Umfeld extrem wichtig, da es ohne zertifizierte Backup-Lösung auch keinen SAP-Support gibt.

Zur Gewährleistung von BC ist es wichtig, dass neben granularen RPOs (Recovery Point Objectives) auf die RTOs (Recovery Time Objectives) geachtet wird und die Backup-Lösung dies unterstützt. Eine hohe Granularität mit vielen RPOs ermöglicht im Desasterfall in kleinen Schritten an den letzten nicht korrupten Datenbestand zurückz gehen, und dass dabei möglichst wenig Daten verlorengehen. Fokussierung auf die RTOs heißt im Desasterfall eine schnelle und konsistente Wiederherstellung der Daten und Systeme.

Zur Erreichung eines optimalen Recovery-Ergebnisses im Desasterfall empfiehlt sich die Durchführung von regelmäßigen Recovery-Tests. Hier wird es für eine Backup-Lösung immer wichtiger, dass Tests einfach im laufenden Betrieb gemacht werden können und nicht mühsam mit Offline-Gehen sowie Wochenendarbeit einhergehen.

Diversifizierung bei virtuellen Plattformen und Heterogenität

Häufig sind mehrere Virtualisierungsplattformen im Einsatz; diese Umgebungen sollten mit einer Lösung gesichert werden können, denn dies vereinfacht das Management, erhöht die Zuverlässigkeit und spart Kosten. Backup-Lösungen sollten daher verstärkt einen Multi-Hypervisor-Support bieten.

Wachsende Heterogenität: Heterogene Systeme, physische und virtuelle Umgebungen, Hybrid, Public und Private Cloud sowie auch Cloud-Applikationen wie zum Beispiel Microsoft Office 365, Google G Suite, Salesforce und Microsoft Dynamics sollten von einer Backup-Lösung unterstützt werden. Cloud-Applikationen müssen gesichert werden, da vom Anbieter nur die Verfügbarkeit angeboten wird, aber nicht das Backup dazu. Der Anwender hat bei der Nutzung von Cloud-Applikationen die gleiche Pflicht zur Datensicherung wie bei einer On-Premises-Lösung.

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Letztlich gehört zu den Backup-Trends, dass eine Backup-Lösung ein breites Spektrum an Applikationen, Betriebssystemen und Hypervisoren abdecken sowie On-Premises, in der Cloud und für Cloud-Applikationen bei zentralem Management einsetzbar sein sollte.

Rechtliche Anforderungen – nicht nur auf dem Papier

Rechtliche Vorgaben wie zum Beispiel die DSGVO sind bei der Backup-Lösung zu berücksichtigen. Die Gesetzeslage ist eindeutig und wird zunehmend durchgesetzt sowie mit empfindlichen Strafen geahndet. Organisatorische Pläne, Maßnahmen und Strukturen, welche die rechtlichen Anforderungen abdecken, sind zuerst zu schaffen. Tiefgreifende Veränderungen der IT-Infrastruktur sind dadurch häufig vorzunehmen, und die Datenhaltung und -sicherung muss mit den richtigen Datensicherungskonzepten verknüpft werden. Nach den organisatorischen Maßnahmen erfolgt die technische Umsetzung mittels der Backup-Lösung, welche technisch dem aktuellen Stand sein, dem Datenschutzniveau entsprechen sowie den Risiken angemessen sein muss.

Elemente zur Umsetzung der technischen Sicherheit:

  • Verschlüsselung der Backups, des Datenstromes, der Kommunikation,
  • externes Passwort,
  • Medienbruch: Offline- und WORM-Medien,
  • herstellerkonforme Datensicherung,
  • Sicherung der Daten auf verschiedenen Ebenen (zum Beispiel Hypervisor und Applikation),
  • standortübergreifendes Backup,
  • automatische Migration beziehungsweise Kopie von Sicherungsdaten auf unterschiedliche Medien,
  • gesetzeskonforme Sicherung,
  • Netzwerksicherheit in Firewall-Umgebungen (Einschränken der Kommunikation und des Datentransports auf wenige dedizierte Ports),
  • geplanter und automatischer Restore auf Stand-by-Systeme (Verifizieren der Backups),
  • Disaster-Recovery-Tests im laufenden Betrieb inklusive Reporting und so weiter.

Gerüstet gegen Attacken

Fehlerquellen, die zu einem Desaster führen, sind vielseitig. Logische Fehler, wie zum Beispiel Ransomware-Attacken, gibt es viele, und dafür ist ein Backup unabdingbar. Die Zahl und der Umfang von Ransomware-Angriffen nehmen laut Studien rasant zu. Die derzeitigen jährlichen Wachstumsraten von Attacken liegen je nach Studie zwischen 35 bis 50 Prozent. Laut einer repräsentativen Umfrage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) anlässlich des World Backup Days 2018 haben 53 Prozent der Anwender schon einmal einen Datenverlust gehabt.

Bei den aktuellen Sicherheitsdiskussionen und der Gefahr von Sicherheitslücken in Software ist ein wichtiger Punkt, dass die Software ohne backdoors ist, was gerade bei nichteuropäischen Lösungen ein Problem sein kann.

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27.01.20 - Wir stehen am Rande eines neuen Jahrzehnts und tauchen immer tiefer in die vierte industrielle Revolution ein. In diesen Zeiten gibt es mehrere Trends, die weiterhin an der Spitze der Technologielandschaft stehen. Neben dem Internet of Things und Künstlicher Intelligenz erweist sich die Datenspeicherung als Innovationsmotor. lesen

Die 3-2-1-Regel der Datensicherung wird weiter im Trend bleiben: Drei Kopien der Daten auf zwei unterschiedlichen Medien (Medienbruch) und eine Kopie an einem anderen Standort bieten beste Voraussetzungen, im Katastrophenfall optimal gerüstet zu sein. Dazu kommen entsprechende Replikations- und Deduplizierungsfunktionalitäten, die eine optimale Datenübertragung bei geringer Belastung des Netzwerkes sowie eine Speicherplatzersparnis mit sich bringen.

Hype-Themen werden realer

Die Realisierung von IoT (Internet of Things), Industrie 4.0, KI (Künstliche Intelligenz) und Big Data wird immer stärker spürbar und wirkt sich auf die Datenmenge, -haltung und -sicherheit maßgeblich aus. Daher werden Backup-Lösungen nötig, welche die Datensicherung granularer und besser handhabbar machen und ein schnelles Recovery bieten.

Hardware-Lösungen mit Software-Intelligenz sind auf dem Vormarsch und müssen bei der Backup-Lösung berücksichtigt werden. Schnelle Veränderung bei den IT-Umgebungen mit ihren Applikationen, Containern und Hypervisoren sind zu beobachten und nehmen noch zu. Damit Unternehmen und ihre Administratoren die Freiheit haben, diese neuen Technologien optimal einsetzen zu können, bedarf es einer flexiblen Backup-Lösung, die diese neuen Anforderungen unterstützen kann. Ein steigendes Interesse an Backup-as-a-Service (BaaS) ist zudem zu beobachten.

Andreas Mayer, Senior Marketing Manager bei SEP.
Andreas Mayer, Senior Marketing Manager bei SEP. (Bild: SEP)

SEP sesam

Ausblick bei der SEP-sesam-Hybrid-Backup-Lösung: diese wird kontinuierlich weiterentwickelt, auch speziell bei Virtualisierungsplattformen. Hier werden bereits neun Hypervisoren unterstützt. Ebenso bleibt das Thema der Sicherheitsmechanismen auf dem Radar. Cloud-Thematiken, Container, Cloud Application Protection Services und BaaS sind weitere Themen – generell mit dem Fokus, den Kunden optimal zu unterstützen, so dass dieser sich auf sein Business konzentrieren kann.

*Der Autor: Andreas Mayer, Senior Marketing Manager bei SEP

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