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Was ist ein Computervirus?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Dr. Andreas Bergler

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Unter Computervirus versteht man eine Schadsoftware, die sich – ähnlich wie ein biologischer Virus – selbst reproduziert, indem sie sich in anderen Programmen, im RAM oder im Bootsektor eines Rechners festsetzt und bei Aufruf ausbreitet.

Die Idee eines Virus in Computern wurde zum ersten Mal durch den Mathematiker John von Neumann im Jahr 1949 mit seiner These aufgestellt, dass eine Software sich selbst reproduzieren könne. In den darauf folgenden Jahrzehnten erschienen weitere theoretische Ansätze. Wann genau der erste „praktische“ Virus auftauchte, lässt sich nicht exakt zurückverfolgen. Häufig wird in der Fachliteratur der Creeper-Virus genannt, der 1971 entwickelt wurde und sich im Arpanet, dem Vorläufer des Internets, ausbreitete. Dabei handelte es sich um ein zwar lästiges, aber harmloses Experiment.

Schädliche Viren entstanden dann in zunehmender Zahl ab den 1980er Jahren mit teilweise sehr massiven Auswirkungen. Mittlerweile wurden sie aber nahezu vollständig von Würmern, Trojanern und anderer Malware abgelöst. Da es kaum noch Computer gibt, die nicht ans Internet oder an lokale Netzwerke angeschlossen sind, lässt sich mit diesen eine deutlich schnellere und größere Verbreitung erzielen, wodurch auch die Schäden größer werden. Allerdings entstanden in den 2000er Jahren neue Nischen für Viren, vor allem für Pocket-PCs mit dem Betriebssystem Windows CE und für Mobiltelefone.

Wie arbeitet ein Computervirus?

Ein Computervirus nutzt wie sein biologisches Vorbild die Ressourcen seines Wirtes, also des befallenen Rechners, und vermehrt sich in der Regel völlig unkontrolliert. Je nach den eingebauten, auf Schäden abzielenden Funktionen, kann er das Betriebssystem oder Programme befallen, aber auch zu Datenverlusten und sogar Hardwarekomplikationen führen. Viren sind in andere Programme, ausführende Dateien (.exe-Dateien) oder Makros eingebettet. Werden diese aufgerufen oder ausgeführt, erwacht der Eindringling „zum Leben“ und beginnt mit seiner zerstörerischen Tätigkeit.

Unterschied zwischen Virus und Wurm

Computerviren und Computerwürmer werden häufig miteinander verwechselt beziehungsweise als Synonym gebraucht. Genau betrachtet, ist das aber nicht korrekt. Ein Wurm kann sich zwar ebenfalls selbst reproduzieren, er verbreitet sich allerdings, ohne sich in anderen Dateien oder in Bootsektoren festzusetzen. Er nutzt vor allem Dateiübertragungsfunktionen, deshalb kann er sich ohne fremde Hilfe fortbewegen und sich von Rechner zu Rechner ausbreiten, häufig über E-Mails. Ein Virus hingegen wird, wie erwähnt, nur durch menschliche Hilfe aktiv, wenn der Nutzer ein infiziertes Programm ausführt. Würmer sind also potenziell die größere Gefahr und haben seit ihrem Aufkommen zum Teil gigantische Schäden in Milliardenhöhe angerichtet.

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