Zwang der betagte Singlecore-Broadcom-Chip BCM2835 mit 256/512-MB-DDR2-SDRAM und 700 MHz Takt bis dato alle Raspberry Pis gerade bei leistungs- und speicherintensiven Aufgaben ins Schneckentempo, hebt nun Raspberry Pi 2 Modell B (Februar 2015) die Plattform auf eine völlig neue Leistungsstufe:
Bis zu sechsfache Leistungssteigerung bei Multithreading-Anwendungen gegenüber dem Vorgänger Raspberry Pi B+ und Windows-Tauglichkeit, das sind die herausragenden Merkmale des Raspberry Pi 2Bs.
Die Basis für diesen Geschwindigkeitsschub legt Broadcoms BCM2836 (ARM Cortex A7) mit 900 Mhz Takt. Desweiteren verdoppelt (vervierfacht) sich beim Raspberry Pi 2B der Arbeitsspeicher: 1 GB LPDDR2-SDRAM statt der bisher üblichen 512 (256) MB LPDDR2-SDRAM sind verfügbar.
Auch Raspberry Pi 2B bietet die abwärtskompatible 40-Pin-Stiftleiste und ist HAT-tauglich. Dank eines erweiterten, intelligenten Energiemanagements lassen sich die vier USB-2.0-Schnittstellen mit bis zu 1,2 A betreiben, so dass jetzt auch ein energieintensiveres Gerät wie eine Festplatte angeschlossen werden kann. Dank der hohen Leistungsreserven und der Schnittstellenvielfakt eignet sich Raspberry Pi 2B auch als Multimedia-PC.
Erster, Windows-tauglicher Raspberry Pi
Der ARMv7-Quadcore-SoC Broadcom BCM2836 mit 900 MHz Takt legt zudem den Grundstein für Windows auf dem Raspberry Pi. Die Vorgänger mit ARMv6-Singlecore-SoC Broadcom BCM2835 waren für Windows ungeeignet.
Ärgerlich ist jedoch der Flaschenhals in puncto Datentransfer, der sich daraus ergibt, dass bei den Raspberry-Pi-Modellen mit zwei USB-Buchsen der I/O-Chip SMSC LAN9512 von Microchip (SMSC wurde 2012 von Microchip übernommen) und bei Modellen mit vier USB-Buchsen der I/O-Chip SMSC LAN9514 zum Einsatz kommt.
Beide kombinieren einen LAN-Controller und einen USB-Hub mit zwei respektive vier Ports in einem Chip. Ein USB-Controller fehlt. Diese Aufgabe übernimmt der BCM2835, beim Raspberry Pi 2B der BCM2836. Er leitet die Daten zum USB-Hub weiter. Für den Datentransfer ist dies eine massive Engstelle, insbesondere dann, wenn mehrere am Rasp- berry Pi angeschlossene USB-Geräte sich einen Hub teilen müssen und zudem über LAN Daten übertragen werden.
Raspberry Pi Zero, leistungsstarker Winzling für 4 £
Raspberry Pi Zero für 4 £ (November 2015) ist der kleinste, energieeffizienteste und preiswerteste RPi aller Zeiten und zudem rund 40% leistungsstärker als die übrigen Raspberry-Pi-1-Modelle.
Raspberry Pi Zero basiert auf dem betagten Broadcom-SoC BCM2835; allerdings ist dieser werksseitig von 700 MHz auf bis zu 1GHz Takt getunt. Im Raspberry Pi Zero ist aus Kostengründen alles in Miniaturausführung: Die 40-Pin-Kontaktleiste für den Anschluss externer Geräte ist unbestückt, verfügbar sind nur ein Mini-USB-Datenport, ein Micro-USB-5-V-Anschluss und Mini-HDMI. Es fehlen ein 3,5-mm-Klinkenstecker, ein DSI-Display-Anschluss sowie ein Kameraport (CSI; Camera Serial Interface).
Raspberry Pi Zero mit Kameramodul
Im Juli 2016 präsentierte die Raspberry Pi Foundation die neue Variante 1.3 des Raspberry Pi Zeros. Diese ist identisch zum Vorgänger, bietet aber wieder eine Kamera-Schnittstelle (CSI; Camera Serial Interface). Allerdings sind die CSI-Anschlüsse kleiner als die der übrigen Raspberry-Pi-Modelle. Bisherige Raspberry-Pi-Kamerakabel können nicht verwendet werden, um die Tag- und Nachtkameramodule anzuschließen.
Nach wie vor ist Raspberry Pi Zero vergriffen. RPi Zero mit Kameraport ist jedoch über den englischen Shop Pimoroni.com erhältlich.
Die Low-Cost-Platine eignet sich wegen der geringen Größe und des minimalen Stromverbrauchs insbesondere für mobile Anwendungen. Interessenten des Raspberry Pi Zeros sollten jedoch nicht nur den günstigen Preis im Blick haben. Benötigt wird etwa ein Stromkabel. Denn es ist nicht empfehlenswert, einen Raspberry Pi via USB-Kabel am Computer oder über eine Powerbank zu betreiben.
Stand: 08.12.2025
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Die Spannung bricht hier oft ein, und dies kann die Speicherkarte mit dem Betriebssysem zerstören. Desweiteren wird ein Micro-USB-Adapter und ein Mini-HDMI-auf-HDMI-Adapter benötigt. Dieses Zubehör kostet natürlich extra. So bietet Pimoroni den „Pi Zero only“ zwar für vier Pfund an, verlangt aber für das „Pi Zero Complete Starter Kit“ bereits 24 Pfund – ohne Stromkabel.
Die technischen Daten des Raspberry Pi Zero auf einen Blick
CPU: Broadcom BCM2835 bis 1 GHz Takt (ARM11)
RAM: 512 MB LPDDR2-SDRAM, 400 MHz
Power: 5 V, über Micro USB; 160 mA, auch bei Anschluss eines HD-Displays.
Video: 1080p60 HD-Video Ausgang.
unbestücktes Composite Video
Audio: Ausgang via mini-HDMI
Speicher: MicroSD-Kartenslot.
Kontaktleiste: 40 Pin unbestückt; Pinout wie bei den Modellen A+/B+/2B mit 40-Pin-Leiste
Maße: 65 mm x 30 mm x 5 mm
Kamera-Schnittstelle: nur beim Rasperry Pi Zero ab V. 1.3