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IDC zu Datacenter Ressourcen in Deutschland

Modernisierung von Datacenter steht dringend an

| Autor: Heidemarie Schuster

Wer seine Data-Center-Strategie auf Buzzwords aufbaut, wird kaum das Maximum für sein Unternehmen herausholen. Vielmehr geht es darum, aktuelle Technologie intelligent einzuführen.
Wer seine Data-Center-Strategie auf Buzzwords aufbaut, wird kaum das Maximum für sein Unternehmen herausholen. Vielmehr geht es darum, aktuelle Technologie intelligent einzuführen. (Bild: © vladimircaribb - stock.adobe.com)

Deutschland hängt bei der Digitalisierung vielen Ländern hinterher. Umso wichtiger ist es, dass die Rechenzentren hierzulande am Puls der Zeit bleiben. Um detaillierte Einblicke in die aktuellen Umsetzungspläne, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in puncto Datacenter-Modernisierung zu erhalten, hat IDC 210 Organisationen befragt.

An der Umfrage „Datacenter Ressourcen in Deutschland 2019“ von IDC nahmen im Februar IT- und Fachentscheider aus 210 Organisationen mit mehr als 500 Mitarbeitern teil. 57 Prozent der befragten Unternehmen gaben dabei an, derzeit ihre IT zu modernisieren, um Business-Innovationen in den nächsten Jahren bestmöglich nutzen zu können. Ein wichtiger Treiber für Investitionen ist für 32 Prozent die Steigerung der Produktivität der Geschäftsbereiche. Die Unternehmen haben demnach erkannt, dass die IT über enormes Potenzial zur Verbesserung aller Geschäftsprozesse verfügt. Für 23 Prozent der Unternehmen steht die Konsolidierung der IT im Datacenter im Mittelpunkt der Aktivitäten. IT-Konsolidierung ist in den vergangenen Jahren in mehreren Wellen durch die IT-Organisationen geschwappt. Zu ihren Vorteilen zählen eine bessere Auslastung der Ressourcen, ein einfaches Management der Systeme und eine funktionale Entflechtung gewachsener Strukturen. Sie führt gleichzeitig zu höherer Sicherheit und Compliance sowie zu Kostensenkungen. Beide Aspekte sind für jeweils 15 Prozent die Hauptmotivation für Investitionen.

Auf dem Prüfstand

Die Modernisierungsaktivitäten der Befragten basieren auf einer klaren Strategie. Auch Teilschritte müssen immer in die IT-Strategie und das Architektur-Modell eingebettet sein. 49 Prozent der Befragten optimieren ihre IT-Architektur. Das ist eine wichtige Grundlage für die Nutzung aktueller IT-Infrastruktur. Das Architekturmodell gibt auch den Rahmen für die Orchestrierung und Automatisierung der IT-Services über verschiedene Systeme und Domains vor und darüber, wie und in welchem Umfang externe IT- und Business-Services genutzt werden. Dank Edge Computing beschäftigen sich Unternehmen im Kontext von IoT wieder stärker mit einem dezentralen Computing-Modell. Edge ist bei 35 Prozent der befragten Unternehmen ein Thema.

Analytics und Künstliche Intelligenz (KI) auf dem Vormarsch

Analytics und immer häufiger Künstliche Intelligenz (KI) liefern Informationen über das Verhalten der IT-Infrastruktur und ermöglichen, aufgrund der Analyse der Prozesse, den Ausfall einzelner Komponenten der IT-Infrastruktur vorherzusagen. 51 Prozent der Befragten nutzen bereits Analytics im IT-Betrieb. Auch immer mehr IT-Security-Lösungen setzen auf Machine Learning, um Auffälligkeiten zu erkennen und Abwehr- oder Quarantäne-Maßnahmen anzustoßen. 41 Prozent der Befragten setzen derzeit gezielt auf die Optimierung unterschiedlicher Automatisierungsaufgaben.

„Die meisten IT-Organisationen in Deutschland haben die Zeichen der Zeit erkannt, “, sagt Matthias Zacher, Senior Consulting Manager bei IDC und Projektleiter der Studie. „Allerdings ist noch Luft nach oben. Das gilt besonders für die Automatisierung im Datacenter und die Nutzung von Analytics und künstlicher Intelligenz im operativen IT-Betrieb.“

Immer in Richtung Cloud

Der prägendste Trend im Datacenter ist Cloud Computing. 90 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über eine Cloud-Strategie. Damit belegt diese Studie, dass Cloud Computing in Deutschland etabliert ist. Eine Diskussion über das „Ob“ von Cloud hat sich damit erübrigt. Unternehmen sind vielfach an einem One-Stop-Shopping interessiert, aber in der Realität lässt sich das nur schwer erreichen. Aus diesem Grund wächst in den nächsten 24 Monaten die Zahl derjenigen, die mehr als eine Cloud-Plattform nutzen, erklärt IDC. 59 Prozent werden mittelfristig auf zwei oder drei Plattformen setzen. Damit ist auch der Weg in die Multi Cloud deutlich vorgezeichnet.

Auch Workloads laufen immer häufiger in der Cloud. Aktuell dominiert noch die Private Cloud, entweder im eigenen Datacenter oder im Provider Datacenter. Investitionen fließen am häufigsten in datenrelevante Themen wie Analytics und Management von relationalen Datenbanken (63 Prozent), Künstliche Intelligenz / Machine Learning (63 Prozent) und Business Intelligence / Data Warehouse (61 Prozent).

Software Defined Infrastructure (SDI)

Basis der geschilderten Entwicklungen ist Software Defined Infrastructure. Die Erweiterung virtualisierter Infrastrukturen (Software Defined Compute, Software Defined Storage, Software Defined Networking) um Automatisierungs- und Orchestrierungskomponenten schafft die technische Basis, um Private Clouds und Public Clouds umzusetzen und in hybriden und Multi-Cloud-Szenarien zusammenzufügen, so die Marktforscher. 61 Prozent der Befragten nutzen oder evaluieren SDI. IDC betrachtet Software Defined Infrastructure als einen der Kernfaktoren der Modernisierung der IT-Infrastruktur.

Colocation

Colocation ist längst Bestandteil moderner Datacenter-Architekturen. Die Angebote beschränken sich nicht mehr auf die Core-Komponenten Space, Power und Netzwerk, sondern wurden um Plattformen für den Betrieb hybrider Infrastrukturen erweitert. Damit treffen sie auf einen hohen Bedarf seitens der Anwenderunternehmen. 53 Prozent der Befragten nutzen Colocation-Services oder planen eine Nutzung. Lediglich 37 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Colocation derzeit kein Thema für sie sei.

Open Source

IDC ist der Ansicht, dass Open Source Software in vielen Fällen die Grundlage für neue moderne Anwendungen ist, beziehungsweise die Tools für neue Lösungen bereitstellt. Mehr als drei Viertel der Befragten nutzen eine oder mehrere Open-Source-Lösungen im Datacenter. Die Antworten der Umfrageteilnehmer zeigen, dass Open Source in allen Bereichen im Datacenter vorhanden ist. Haupttreiber für die Nutzung von Open-Source-Technologie sind die Flexibilität bei der Bereitstellung von IT-Ressourcen, Kostenreduzierung sowie die Unterstützung der digitalen Transformation.

Zum umfassenden Blick auf das Datacenter gehören zwingend auch DevOps, die eine Antwort auf die Schlüsselfrage von IT-Managern geben: Wie lässt sich das Applikations-Deployment beschleunigen und den Anforderungen der Fachabteilungen besser gerecht werden? Umso erstaunlicher, dass lediglich 31 Prozent der Unternehmen angaben, DevOps zu nutzen.

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