Trends 2026 Fünf Trends für Datacenter: Worauf MSP vorbereitet sein sollten

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Rechenzentren sind zentral für unsere Wirtschaft, stehen aber vor Veränderungen. MSP, die nicht proaktiv handeln, könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren, warnt Jörg Hesselink, CEO von DC Smarter, und formuliert fünf Trends für 2026.

Rechenzentren stehen aufgrund neuer Technologien und Prioritäten vor Veränderungen. Doch wenn MSP proaktiv handeln, können sie sich dadurch wichtige Wettbewerbsvorteile verschaffen. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Rechenzentren stehen aufgrund neuer Technologien und Prioritäten vor Veränderungen. Doch wenn MSP proaktiv handeln, können sie sich dadurch wichtige Wettbewerbsvorteile verschaffen.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Rechenzentren befinden derzeit im Umbruch: Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Automatisierung, Edge Computing und Cybersecurity verändern den Betrieb von Rechenzentren tiefgreifend. Jörg Hesselink, CEO von DC Smarter, ist überzeugt: „Managed Service Provider (MSP), die nur darauf reagieren, riskieren überrollt zu werden. Unternehmen, die proaktiv handeln, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.“

1. Künstliche Intelligenz als Turbo – und Stromfresser

Generative AI stellt die IT-Landschaft auf den Kopf – und treibt den Energiebedarf von Rechenzentren dramatisch nach oben. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert einen Anstieg des globalen jährlichen Stromverbrauchs von Rechenzentren auf 945 TWh bis 2030. Er läge damit höher als der aktuelle Gesamt-Stromverbrauch Japans pro Jahr. Goldman Sachs erwartet bis 2030 ein Plus von bis zu 165 Prozent gegenüber 2023. Gartner prognostiziert, dass der Anteil der Rechenzentren am Stromverbrauch in den USA bis 2028 auf 10 Prozent steigen könnte – gegenüber 3 Prozent in 2025. Jörg Hesselink leitete lange Jahre selbst Rechenzentren und weiß: „Für Managed Service Provider kann das richtig teuer werden. Compute-Dichte und Kühlung werden zu kritischen Erfolgsfaktoren.“

2. Nachhaltigkeit & Regulierung

ESG, CSRD und CO₂-Reduktionsziele sind harte Compliance-Anforderungen. Kunden verlangen von ihren MSP den Nachweis, dass IT-Infrastrukturen nachhaltig betrieben und dokumentiert werden. Hesselink beobachtet hier eine häufig auftretende Ambivalenz: „Einerseits soll die Infrastruktur nachhaltig betrieben werden, andererseits legen die Unternehmen wert darauf, dass die IT-Systeme nach festgelegten Zyklen ausgetauscht werden. Dabei spart die Wiederverwendung von IT-Assets bis zu 20-mal mehr CO₂ als reines Recycling, der CO₂-Fußabdruck sinkt damit im Schnitt um 24 Prozent.“ IDC hebt hervor, dass 42 Prozent der Unternehmen durch ganzheitliches Asset Lifecycle Management ihre Produktivität steigern und 38 Prozent sogar die Kundenzufriedenheit verbessern konnten. Managed Service Provider, die auf Circular-Economy-Modelle setzen, schaffen nicht nur ökologische Vorteile, sondern senken gleichzeitig die Betriebskosten ihrer Kunden.

Jörg Hesselink, CEO DC Smarter(Bild:  DC Smarter)
Jörg Hesselink, CEO DC Smarter
(Bild: DC Smarter)

3. Automatisierung & Resilienz

80 Prozent aller Ausfälle im Rechenzentrum sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. In einer Welt, in der ein einzelner Ausfall auf Kundenseite schnell Schäden in sechsstelliger Höhe verursacht, ist das nicht akzeptabel. Insbesondere, da mit modernen KI-Verfahren, wie Vision AI und der Nutzung von Augmented Reality die Fehlerquoten deutlich reduziert und die Prozesse spürbar optimiert werden können. Gartner sieht in modularen Rechenzentren eine zukunftsorientierte Lösung. „Wer hier von Anfang an auf die geeignete Technologie setzt, verschafft sich einen enormen Vorteil. Gerade diese kompakten Einheiten können weitgehend automatisiert betrieben werden und bieten damit eine höhere Resilienz“, so Hesselink.

4. Edge Computing & verteilte IT

IoT und 5G verschieben Workloads an den Rand der Netze. Anstelle großer Rechenzentren entstehen viele kleine Edge-Standorte (Edge Data Center und Point of Presence), die stark an Bedeutung gewinnen. Laut Gartner wird die Zahl der Edge-Deployments, getrieben durch IoT-Daten und latenzkritische Anwendungen, bis 2030 drastisch steigen. Für MSP bedeutet das: Der Asset-Bestand vervielfacht sich – und damit auch die Komplexität. Manuelles Inventar-Tracking mit Excel reicht hier nicht mehr aus. Nur mit einer zentralen, automatisierten Verwaltung aller Standorte behalten MSP den Überblick, verhindern blinde Flecken und sichern die Qualität ihrer Services.

5. Cybersecurity & Daten-Souveränität

Geopolitische Spannungen und neue Datenschutzgesetze führen zu einer „Repatriierung“ von Workloads: Unternehmen holen Ihre Daten aus globalen Hyperscaler-Clouds zurück in regionale oder lokale Infrastrukturen. Gartner nennt diesen Trend Geopatriation: Unternehmen akzeptieren sogar schwächere technische Performance, um geopolitische Risiken zu vermeiden. MSP verbinden in diesem Szenario zwei Welten. Sie müssen sowohl Compliance und Security garantieren als auch flexibel auf die Anforderungen ihrer Kunden reagieren. Ein aktuelles, auditierbares IT Asset Management liefert hier das Fundament für eine sichere und regelkonforme Infrastruktur.

Fazit: Das Next-Gen Data Center als Wachstumschance für MSP

Die Megatrends „KI, Nachhaltigkeit, Automatisierung, Edge und Security“ sind keine isolierten Themen – sie bilden zusammen das neue „Betriebssystem“ der digitalen Infrastruktur. MSP haben jetzt die Chance, Prozesse zu optimieren und zum Vorreiter für dieses neue „Betriebssystem“ zu werden. Die notwendige Grundlage dafür schafft ein effizientes IT-Asset Management: Das Uptime Institute bestätigt, dass 66 bis 80 Prozent aller Downtimes durch integriertes IT-Asset Management und bessere Automatisierung vermieden werden könnten. Gartner empfiehlt die Verwendung von Digital Twins über alle Assets im Rechenzentrum, um Konfigurationsfehler vorab zu erkennen und SLAs zuverlässig zu erfüllen.

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MSP, die ihre eigenen Prozesse industrialisieren und ihre Provisionierungs- und Dokumentationsprozesse optimieren, können ihre SLAs sicher erfüllen, Fehler reduzieren, intelligente Automatisierung vorbereiten und ihren Kunden die notwendige Resilienz garantieren. Asset- und Lifecycle-Management-Lösungen, die KI nutzen, gewährleisten eine präzise, aktuelle Dokumentation und minimieren Fehlerquellen. Hesselink sieht hier die Zukunft: „Effizient betreiben lassen sich Next-Gen Data Center nur mit einem zuverlässigen Asset Management. Wer auf Automatisierung, Transparenz, Audit-Fähigkeit und KI-gestützte Tools setzt, sichert nicht nur die Verfügbarkeit, sondern auch die Profitabilität.“

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