Ausbau der Dienstleistungsgruppe Jens Stief geht als CEO zu Connexta

Von Michael Hase

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Die Dienstleistungsgruppe Connexta formierte sich Mitte 2021. Mit Jens Stief hat das junge Münchner Unternehmen jetzt erstmals einen CEO bekommen. Auf seiner Agenda stehen die tiefere Integration nach innen und der Ausbau des Leistungsspektrums.

Jens Stief wechselt vom norddeutschen Software-Anbieter FLS zu Connexta nach München.
Jens Stief wechselt vom norddeutschen Software-Anbieter FLS zu Connexta nach München.
(Bild: Andreas J. Focke / Jens Stief )

Zu Connexta gehören inzwischen sechs IT-Dienstleister. Zusammen beschäftigen sie rund 300 Mitarbeiter an neun Standorten von Bremen bis Passau. Was dem Konstrukt, das Mitte 2021 entstand, bislang noch fehlte, war ein CEO. Der ist jetzt an Bord gekommen: Jens Stief, zuletzt CEO beim Software-Anbieter Fast Lean Smart (FLS) und der Solvares Group aus Heikendorf bei Kiel, übernimmt die Leitung der IT-Services-Gruppe und zeichnet für deren strategische Weiterentwicklung verantwortlich.

In der Geschäftsführung von Connexta arbeitet der 52-Jährige mit Christian Schaub, zuständig für Business Development sowie Mergers & Acquistions, und Chief Financial Officer (CFO) Andreas Wagner zusammen. Hauptsitz der Gesellschaft ist in München-Riem. „Mir geht es vor allem darum, das Profil der Gruppe nach außen zu schärfen und intern die Kommunikationen unter den Gruppenunternehmen zu fördern, damit wir die Synergiepotenziale möglichst effektiv erschließen“, betont Stief.

Investor zieht die Fäden

Hinter Connexta steht die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aurelius Wachstumskapital (AWK) als Investor. Sie formierte die Gruppe nach den Akquisitionen der Systemhäuser ID.kom mit Sitz in Kempten im Oktober 2019, Basys aus Bremen im November 2020 und Neam aus Paderborn im Mai 2021. Im September 2021 stieß das Münchner IT-Beratungshaus If-Tech hinzu, das im Juli 2020 den Microsoft-365-Spezialisten Newcotec aus Ansbach erworben hatte. Als sechstes Connexta-Mitglied übernahm If-Tech im März dieses Jahres den Passauer Netzwerkspezialisten Anduras.

Schwerpunkte der Gruppe liegen auf IT-Infrastruktur, Hybrid-Cloud-Umgebungen, Modern Workplace und Cybersecurity. Dabei decken die sechs Unternehmen ein breites Spektrum an Technologien namhafter Hersteller ab, zu denen Cisco, Citrix, Dell, Fujitsu, HP, HPE, Lenovo, Microsoft, NetApp, Nutanix, Sophos und VMware zählen. Ihre Services erstrecken sich von der Beratung über Implementierung und Support bis hin zu Betriebsleistungen und Managed Services. Zu den Kunden zählen vor allem mittelständische Unternehmen, aber auch Behörden und öffentliche Einrichtungen.

Software und Services

Connexta-Chef Stief ist seit nahezu 25 Jahren in der ITK-Branche tätig, hauptsächlich in Leitungsfunktionen bei Software- und Dienstleistungsunternehmen. Ehe er 2020 bei FLS, einem Spezialisten für die Automatisierung von Service-Prozessen, einstieg, führte der promovierte Wirtschaftsingenieur die Geschäfte bei Xing E-Recruiting und davor bei Esri Deutschland, einem Anbieter von Geoinformationssystemen. Zwischen 2015 und 2016 gehörte Stief dem Vorstand von Allgeier IT Solutions an. Zu seinen weiteren beruflichen Stationen zählen der Software-Anbieter Compugroup Medical und der KI-Spezialist Empolis Information Management.

Mit seiner Erfahrung in der Umsetzung von Wachstumsstrategien und Change-Prozessen im IT-Sektor ergänze Stief „das bisherige Management-Team von Connexta in idealer Weise“, kommentiert Nils Haase, Portfolio-Director bei AWK, die Personalie.

Die Strategie der Gruppe ist auf weitere Akquisitionen ausgerichtet. Aktuell kommen die Dienstleister zusammen auf einen Jahresumsatz von etwa 60 Millionen Euro. Bis Jahresende sollen es mindestens 80 Millionen Euro werden, wie Geschäftsführer Schaub ankündigt. „Wir werden zusätzlichen IT-Service-Unternehmen einen Platz in der Gruppe anbieten, damit sie ihr Geschäft durch die Synergien skalieren können.“ Derzeit führt er Gespräche mit mehreren Kandidaten, die teils offenbar schon weit gediehen sind. Die nächste Übernahme werde voraussichtlich bis Ende Juli vollzogen sein.

Nach dem Anschluss an den Verbund agieren die Unternehmen weiterhin eigenständig unter ihren etablierten Marken, führen aber den Zusatz „Part of Connexta“. In der Gruppe können sie auf zentrale Services auf Gebieten wie Finanzbuchhaltung oder Recht zugreifen. Ein standardisiertes Reporting mit einem einheitlichen Kennzahlensystem hat das Management bereits eingeführt.

Ausbau des Leistungsspektrums

Auch für den neuen CEO steht der Ausbau der Gruppe durch anorganisches Wachstum weit oben auf der Agenda. „Dadurch erweitern wir das Leistungsspektrum, mit dem wir unsere Kunden bei der Digitalisierung unterstützen, in Breite und Tiefe“, führt Stief aus. „Zugleich versetzen wir damit jedes unserer Gruppenunternehmen in die Lage, sein Portfolio um hochwertige Dienstleistungen zu ergänzen, die Kundenbasis zu verbreitern und das organische Wachstum zu beschleunigen.“

Nach Beobachtung des IT-Profis wird das Dienstleistungsgeschäft zunehmend komplexer, sodass Systemhäuser die Anforderungen ihrer Kunden mit ihrem eigenen Knowhow und ihren Ressourcen oft nicht mehr vollständig abdecken können. Daher wachse bei ihnen die Bereitschaft, sich zu größeren Einheiten zusammenzuschließen. Sein Ziel für Connexta sei es, dass die Gruppenunternehmen künftig alle für ihr Geschäft relevanten Skills innerhalb des Verbunds finden.

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