Infrastruktur als Service für Clouds und Rechenzentren HPE Greenlake wächst, auch mit neuen Services

Von Ulrike Ostler

HPE erweitert sein Service-Angebot, das sich insbesondere an Unternehmen mit Hybrid-Cloud-Implementierungen richtet, um 50 weitere Dienste. Die Highlights liefern die Integration von Aruba, Block-Storage sowie Backup und Disaster Recovery, System-Management und High Performance Computing.

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Insgesamt bekommt das Service-Angebot „HPE Greenlake“ 50 Dienstleistungen hinzu.
Insgesamt bekommt das Service-Angebot „HPE Greenlake“ 50 Dienstleistungen hinzu.
(Bild: HPE)

Mit seinen Service-Angeboten soll „HPE Greenlake“ die Edge-to-Cloud-Plattform sein. Denn zwar ist das Rechenzentrum nach wie vor das Zentrum der Datenerfassung und -verarbeitung, aber nicht mehr allein. Mit dem Aufkommen immer schnellerer Konnektivität und der Notwendigkeit, Daten und Verarbeitungsleistung näher an den Endkunden zu bringen, stellen Unternehmen heute ihre Infrastruktur in einem immer größer werdenden Bereich bereit, von der Edge bis zur Cloud.

Compute Ops Management

So sind die Vorteile einer Public Cloud zwar hinreichend bekannt, aber 70 Prozent der Anwendungen liegen außerhalb, aus Gründen der Sicherheit, Governance, Compliance, Verflechtungen und Data Gravity zum Beispiel. Mit HPE Greenlake soll sich die gleiche Cloud-ähnliche Erfahrung mit der Infrastruktur in Edge-Standorten, Co-Location-Einrichtungen und Rechenzentren erreichen lassen.

Zu den SaaS-Angeboten gehört nun auch das „HPE Greenlake for Compute Ops Management“. Dieses soll „eine Cloud-Erfahrung mit globaler Reichweite bietet, um alles zu verwalten, einschließlich der Batch-Bereitstellung mit einem Klick, der einfachen Bestellung und der schnellen Einrichtung neuer Services entsprechend den Projektanforderungen“, wie Matt Heines, Vice President und General Manager des Compute Cloud Services Business bei HPE, es formuliert.

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Er beschreibt Compute Ops Management als ein Cloud-natives SaaS-Angebot für die Verwaltung von „HPE Proliant“-Servern, egal wo sie sich befinden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Serververwaltungen, bei denen die Kunden die Verwaltungslösung oft in unmittelbarer Nähe der von ihnen verwalteten Server installieren und verwalten müssen, wird diese nicht nur von HPE entwickelt, sondern auch verwaltet. HPE stellt das Server-Management in einer 90-tägigen Testversion zur Verfügung, die dann im Juni 2022 bezahlt werden müsste.

HPE erweitert seine „Greenlake“-Angebote um Operations-Management sowie um neue Features im HPC-Umfeld.
HPE erweitert seine „Greenlake“-Angebote um Operations-Management sowie um neue Features im HPC-Umfeld.
(Bild: HPE)

High Performance Computing

Die digitale Transformation führt zu datenintensiven Workloads und Echtzeitanalysen, für die es immenser Rechenkapazitäten bedarf: High-Performance-Computing (HPC). HPC wird in vielen Branchen für so unterschiedliche Anwendungsfälle wie computergestütztes Design und Engineering, autonomes Fahren, Produktionsoptimierung, vorausschauende Wartung, Arzneimittelforschung, Präzisionsmedizin, Erkennung von Betrug und Anomalien, Finanz- und Handelsanalysen, IoT/Smart Cities und viele mehr eingesetzt. In jedem dieser Bereiche wird die Leistung von HPC benötigt, um präzise Simulationen und Modellierungen in kurzer Zeit durchzuführen. Erkenntnisse vor der Konkurrenz zu gewinnen oder bevor Ereignisse die Analyse überholen, kann den Unterschied zwischen geschäftlichem Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Allerdings ist die Bereitstellung einer HPC-Infrastruktur oft eine Herausforderung. Denn HPC ist eine spezialisierte Technik, und oft sind die Fähigkeiten und Ressourcen für den Entwurf, die Implementierung und den Betrieb von HPC-Umgebungen knapp bemessen. Obwohl HPC eine außergewöhnliche Rendite erzielen kann, kann das für HPC benötigte Kapital entmutigend sein. Die Entwicklung und Implementierung von HPC kann Jahre dauern und ist oft eine unflexible Umgebung, sobald sie in Betrieb ist.

Auch Cloud ist zumeist nicht die Lösung. Tatsächlich finden sich heute 83 Prozent der HPC-Implementierungen außerhalb der öffentlichen Cloud. Kunden, die HPC in der öffentlichen Cloud testen, stellen fest, dass diese dafür nicht ausgelegt ist. Es kann eine Herausforderung sein, die erwartete Leistung und vorhersehbare Kosten zu erzielen. Das soll sich mit „HPE Greenlake für HPC“ ändern. Das Angebot ist gedacht als End-to-End-Lösung vor Ort, mit der Kunden HPC- und KI-Workloads einfacher und schneller bereitstellen können.

Damit HPC die erwarteten Ergebnisse erzielen kann, müssen die Implementierungen strenge Anforderungen erfüllen. Dazu gehören eine konsistente Leistung, die Ausfallsicherheit der Plattform, insbesondere angesichts der Tatsache, dass einige HPC-Aufträge Tage oder Wochen laufen können, und die Möglichkeit, öffentliche Cloud-Dienste opportunistisch zu nutzen – wann und wo es sinnvoll ist. Wichtig ist auch die Verwendung von für die Arbeitslast optimierten Ressourcen, was im Falle von HPC bedeutet, dass spezielle Prozessor-, Speicher- und Verbindungstechnologien sowie HPC-spezifische Software verwendet werden.

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HPE Greenlake for HPC entspricht einem standardisierten, selbstverwaltete Dienst, der auf validierten Konfigurationen basiert, die erforderliche Hardware, Software und Services umfassen. Kunden sollen von einzelnen Prozessschritten entlastet werden. Sie sollen sich um die Bereitstellung und Verwaltung der zugrunde liegenden HPC-Cluster und der zugehörigen Infrastruktur nicht kümmern müssen.

HPE stellt den gesamten IP-Stack:

  • Massive E/A-Fähigkeiten und -Geschwindigkeiten bis hin zu und einschließlich „HPE Slingshot“.
  • Eine Auswahl an Nvidia-Beschleunigern zur Leistungssteigerung bei Matrix- und Tensorberechnungen, die in KI/DL-Anwendungen weit verbreitet sind.
  • HPC-Workload-Management, Container und Orchestrierung für Flexibilität.
  • Auswahl an Entwickler-Tools, Dienstprogrammen und HPC-Anwendungen.
  • Lokaler Scratch-Speicher, Enterprise- und HPE Parallel File System-Speicher speziell für HPC und KI.
  • HPC-Job-Scheduler zur Optimierung der Nutzung des Clusters.

Zu den jüngsten Erweiterungen gehören speziell entwickelte HPC- und KI-Angebote, die neue Funktionen für KI-, ML- und Big-Data-Analysen ermöglichen, die die Zeit bis zu den Ergebnissen verkürzen oder KI-Modelle in einem großen Maßstab trainieren. HPE bietet GPU-Fähigkeiten, Hochleistungsnetzwerke, parallele Dateispeicherung und APIs für Multicloud-Unterstützung, um anderen Workflows anzubinden und Silos zu beseitigen. Darüber hinaus senkt das neueste Angebot die Einstiegshürde von 20 auf 10 Nodes.

HPE erweitert das Service-Angebot „Greenlake“ um Aruba-Dienste und Block-Storage.
HPE erweitert das Service-Angebot „Greenlake“ um Aruba-Dienste und Block-Storage.
(Bild: HPE)

Integration von Aruba

„HPE Greenlake for Aruba“ soll Kunden die langfristige Netzwerkplanung und Budgetierung erleichtern, indem Hardware, Software und Services in einem einzigen monatlichen Abonnement bereitstellt werden, ohne dass Vorabinvestitionen erforderlich sind. Dazu gehören flexible Zahlungsoptionen, etwa um nur für aktive Standorte zu zahlen und weitere Standorte nach und nach in das Abonnement aufzunehmen.

Zum Leistungsumfang gehört zum Beispiel das „Customer Experience Management“, das zur Risikominimierung beitragen soll, indem es einen „Aruba Customer Success Manager“ speziell für ein Unternehmenskonto bereitstellt. Außerdem ist der „Aruba Service Manager“ enthalten, ein speziell entwickeltes ITSM-Dashboard, das einen Überblick über den Netzwerkbetrieb bietet.

Optional ist der Service „Intelligent Operations“, der die tägliche Netzwerküberwachung, -administration und -operationen an Aruba überträgt. Das führt dazu, reaktive Prozesse zu reduzieren, die sich negativ auf die Netzwerkleistung auswirken können. Stattdessen wird ein proaktiver Service geboten, der einen möglichst optimalen Betrieb der Aruba-Technik sicherstellt.

Block-Storage und 100 Prozent Verfügbarkeit

Zu den jüngsten Erweiterungen der Greenlake-Services gehört auch das Angebot an Block-Storage. Nach HPE-Angaben besteht der Kundenvorteil vor allem darin, dass Line of Business- und Datenbank-Administratoren:innen Speicher sofort selbst zur Verfügung stellen können, um wiederum die Bereitstellung von Anwendungen zu beschleunigen: Dieses so genannte lntent Based Provisioning spare 98 Prozent an Betriebszeit.

Zudem lässt sich die Bezahlung auf monatliche Gebühren umstellen und geschäftskritische Anwendungen lassen sich mit einer 99,999-prozentigen Verfügbarkeit absichern. Nach HPE-Angaben ist das einmalig im Markt.

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Neu ist zudem der HPE-Backup- und Recovery Service für Hybrid-Umgebungen auf Basis von VMware-Infrastrukturen. Der Dienst für virtualisierte Anwendungen gilt sowohl für HPE- als auch ohne HPE-Speicher. Nach Unternehmensangaben schützt eine richtlinienbasierte Automatisierung schützt die virtuellen Maschinen mit wenigen Klicks, ohne dass eine Backup-Infrastruktur oder zusätzliche Medienserver, Appliances oder Backup-Ziele verwaltet werden müssten.

Außerdem sorge der Service für vermehrten Schutz; denn unveränderliche Datenkopien gewährleisteten zusammen mit integrierter Verschlüsselung vor Ort und in der Cloud den Schutz der Daten im Falle von Ransomware und anderen Malware-Angriffen.

In ausgewählten Ländern ist HPE Greenlake for Block Storage über globale Vertriebspartner und Wiederverkäufer ab Mai 2022 erhältlich. Der HPE Backup and Recovery Service steht ebenfalls über globale Vertriebspartner und Wiederverkäufer aber bereits weltweit zur Verfügung.

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