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Fingbox und Fing-App

Fingbox: Monitoring für den Hausgebrauch

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Die LEDs der Box lassen sich stufenlos per App dimmen.
Die LEDs der Box lassen sich stufenlos per App dimmen. (Bild: Srocke)

Mit einer vergleichsweise kostengünstigen und einfachen Hardware liefert Fing eine vielseitige Lösung für Security und Monitoring in kleineren Netzwerken. Nachfolgend beleuchten wir, was das Device leistet und welche Alternativen es gibt.

Die Fingbox kommt in Form einer weißen Dose mit circa zehn Zentimetern Durchmesser und vier Zentimetern Höhe. Als Zubehör gibt es eine Gummihülle, Universalnetzteil mit Micro-USB-Anschluss sowie ein flaches Patchkabel.

Dank Fing-App ist die Einrichtung der Fingbox ein Kinderspiel. Die Hardware muss lediglich mit Strom- und Netzwerkkabel verbunden werden und konfiguriert sich selbstständig. Im Laufe des Prozesses müssen Anwender allerdings ein Fing-Konto anlegen; damit können sie dann aber auch unterwegs per Web-App den Status ihres heimischen Netzes kontrollieren. Der zunächst grell leuchtende LED-Ring der Fingbox lässt sich per App übrigens stufenlos dimmen.

Seine Standard IT-Dienste für das Zusammenspiel mit der Fingbox stellt der Anbieter kostenlos zur Verfügung. Lobend hervorzuheben ist überdies der rasch agierende und offen kommunizierende Support von Fing über eine eigens eingerichtete Facebook-Gruppe.

Im Vorfeld unseres Tests hatten wir uns schon einige Gedanken gemacht, mit welchen Monitoringlösungen wir das Verhalten der Fingbox genauer unter die Lupe nehmen wollen – und sind bei verschiedenen sperrigen oder teuren Netzwerktools gelandet. Umso überraschter waren wir, wie bequem und kostengünstig das Device selbst ähnliche Aufgaben in heimischen Netzen lösen kann.

Monitoring und Management im Netz

So ist die Lösung in der Lage, den Netzwerkverkehr auf Geräteebene herunterzubrechen. Nutzer können also in der App auswählen, welche Geräte beobachtet werden sollen und eine Analyse starten. Solange diese läuft werden Geschwindigkeit und Volumen der aktuellen Up- und Downloads pro Device angezeigt. Leider läuft diese Analyse nur im Zusammenspiel mit der geöffneten Fing-App und nicht dauerhaft.

Überdies misst die Lösung die Geschwindigkeit zwischen WLAN-Client und Access Point. Auf diesem Wege lassen sich beispielsweise die idealen Standorte für Basisstation und Endgeräte finden. Auch hier waren wir von der nutzerfreundlichen Umsetzung begeistert – wollte man eine ähnliche Lösung in Eigenregie installieren, benötigte man eine passende App und müsste überdies einen eigenen Server als Gegenstelle aufsetzen.

Die Internet-Geschwindigkeit analysiert Fing in Zusammenarbeit mit M-Lab. Von unserem Standort in Süddeutschland konnten wir dabei auf Server in Frankfurt zugreifen. Die von der Fingbox angezeigten Ergebnisse unterschieden sich allerdings teils dramatisch von anderen, per Browser aufgerufenen Speedtests. Eine klare Tendenz war dabei nicht erkennbar: Mal lieferte der Desktop die besseren Ergebnisse, mal die Fingbox. Sollte die Internetverbindung ganz zusammenbrechen sendet Fing dank Cloud übrigens eine Benachrichtigung.

Netzwerk überwachen und regeln

Das heimische Netzwerk können Anwender nicht nur überwachen, sondern auch reglementieren. So lassen sich einzelne Geräte zeitweise komplett blockieren oder vom Internet trennen. Pausen werden per Kalender geplant – etwa zu bestimmten Wochentagen und Zeiten. Dabei werden nicht mehr einzelne Geräte blockiert, sondern alle Devices die einem Nutzer zugeordnet worden. So können Eltern etwa Tablet und Smartphone ihres Nachwuchses in einem Rutsch für die Zeit der Hausaufgaben oder Nachtruhe sperren. Mit welchen Techniken die Fingbox andere Geräte dabei genau blockiert, untersuchen wir übrigens im dritten Teil dieser Miniserie.

Die Funktionen zur Internet-Sicherheit stifteten derweil nicht nur bei uns mehr Verwirrung als Nutzen – wie einige Supportanfragen bei Facebook zeigen. So warnte uns das System gelegentlich – und nicht wirklich nachvollziehbar – vor offenen Ports mit wechselnden Nummern.

Umgebung und Zaungäste beobachten

Neben dem eigentlichen (W)LAN überwacht die Fingbox auch Geräte in der Umgebung, erkennt also bekannte und unbekannte Smartphones, Tablets oder Access Points in der Nähe. Mit dem „DigitalFence“ genannten Ansatz kann die Lösung Nutzer einerseits vor feindlichen Rogue Access Points warnen.

Andererseits kann das System per E-Mail Benachrichtigungen informieren, wenn sich bekannte Systeme melden – ganz gleich, ob diese im heimischen Netz eingebucht sind oder nicht; Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass das WLAN eingeschaltet ist. Im Zusammenspiel mit Automatisierungsdiensten wie IFTTT kann die Fingbox somit die Basis für einfache Automatisierungsaufgaben bilden – eine offizielle Unterstützung ist bislang nicht zu haben, aber geplant. Unserer Erfahrung nach reagiert das System im Einzelfall allerdings recht träge: Sich nähernde Systeme werden zwar meist zeitnah binnen Minuten angezeigt, aus der Funkreichweite entschwundene Devices werden bisweilen aber erst nach einer ganzen Stunde vermeldet.

Alternativen und Abgrenzung

Bei dem umfangreichen Funktionsumfang stellt sich die Frage, für was und wen sich die Fingbox eigentlich eignet. Der Hersteller selbst grenzt sein Produkt einerseits von klassischen Firewalls ab. Anders als diese route die Fingbox nicht jeden Traffic um – und vermeide somit Leistungsengpässe. Während Firewalls Nutzer vor Gefahren aus dem Internet bewahren sollen, schütze die Fingbox ihre Besitzer vor physischen Angriffen auf ihr Netzwerk und soll die Fehlersuche vereinfachen. Als besonderes Alleinstellungsmerkmal nennt Fing überdies das Sicherheitsfeature „DigitalFence“.

Andererseits trennt der Anbieter zwischen der für Privatnutzer gedachten Fingbox und dem leistungsfähigeren Gerät Domotz Pro (für iOS; für Android). Das biete zusätzliche Funktionen für professionelles Netzwerkmonitoring, automatisiertes Netzwerk-Mapping, SNMP Monitoring oder Remote Access.

Vorläufiges Fazit

Für 129 Euro liefert Fing ein erstaunlich vielseitiges Device, mit dem gerade auch unerfahrene Anwender Dienste und Geräte innerhalb und in der Nähe ihres Netzwerks überwachen und steuern können. Das Gerät überzeugt dabei mit komfortabler Bedienung, einem erfreulich niedrigem Strombedarf unter drei Watt sowie zahlreichen Funktionen. Bislang unterstützt der Anbieter das System überdies mit stetigen Updates und Funktionserweiterungen sowie einem sehr offenen Support. Weniger gefallen haben uns dagegen die nicht immer nachvollziehbaren Sicherheitswarnungen und die teils träge Reaktion des DigitalFence. Überdies könnte sich die technische Realisierung einiger Funktionen noch für Bedenken sorgen – mehr dazu in Teil 3 der Serie.

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