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Angetestet: Samsung Galaxy Book 12

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| Autor: Klaus Länger

Das Keyboard-Cover und der S-Pen genannte Stift gehören zur Grundausstattung des Samsung Galaxy Book mit Intel-Kaby-Lake-Prozessor und Windows 10.
Das Keyboard-Cover und der S-Pen genannte Stift gehören zur Grundausstattung des Samsung Galaxy Book mit Intel-Kaby-Lake-Prozessor und Windows 10. (Bild: Samsung)

Mit dem Galaxy Book hat Samsung nach dem Galaxy Tab S das zweite Windows-2-in-1-Tablet auf den deutschen Markt gebracht. Wir haben uns die 12-Zoll-Variante mit Core-i5-Prozessor, Stiftbedienung und AMOLED-Display näher angesehen.

Bei Samsung Galaxy denkt man gleich an Android als Betriebssystem. Vor allem hierzulande, da die Koreaner auf dem europäischen Markt den Verkauf von Windows-Rechnern einige Jahre komplett eingestellt hatten. Und auch heute bekommt man als Samsung-Kunde in Deutschland nur die 2-in-1-Tablets der Galaxy-Serie mit Windows 10 als Betriebssystem. Mit deren Verkauf scheint man aber bei Samsung durchaus zufrieden zu sein, denn mit dem Galaxy Book hat Samsung bereits die zweite Generation dieser Tablets auf den hiesigen Markt gebracht. Das Samsung Galaxy Book gibt es in zwei Varianten: Mit 10-Zoll-Display und als Galaxy Book 12 mit 12-Zoll-Screen. Diese Version haben wir für den Hands-on-Test bestellt.

Mehr Tablet als Notebook

Die meisten 2-in-1-Geräte folgen inzwischen dem Konzept mit ausklappbarem Stand und magnetisch angedockter Tastatur für den Notebook-Modus, das Microsoft mit der Surface-Baureihe eingeführt hat. Samsung geht hier einen eigenen Weg, der sich eher an den hauseigenen Android-Tablets und deren optionalem Book Cover Keyboard orientiert. Beim Galaxy Book mit Windows 10 gehört das Cover mit integriertem Keyboard zwar zum Lieferumfang. Allerdings ist das bereits beim Galaxy Tab S verwendete Aufstell-Konzept gleich geblieben: Das Tablet besitzt keinen ausstellbaren Standfuß, sondern wird durch den hinteren Teil des Book-Covers aufrecht gestellt. Dafür muss dieses gefaltet werden.

Neu ist dagegen die Tastaturbeleuchtung, die ein- oder ausgeschaltet werden kann. Magnete im Cover und in der Rückseite des 12-Zoll-Tablets sorgen dafür, dass das Galaxy Book mit drei verschiedenen Winkeln aufgestellt werden kann. Andere Geräte nach Surface-Vorbild bieten hier meist einen stufenlosen Aufstellwinkel. Ein Pluspunkt ist der starke Haltemagnet, der das Keyboard zuverlässig mit dem Tablet koppelt. Stromversorgung und Signalübertragung erfolgen über Kontaktstifte. Wie bei den meisten 2-in-1-Tablets oder Notebooks wird das komplette Umklappen der Tastatur auf die Rückseite des Tablets erkannt. Die Tasten des Keyboards und das Touchpad schalten sich ab, und Windows wechselt in den Tablet-Modus.

Während die flache Tastatur mit den angenehm großen Tasten auf dem Tisch gut funktioniert, macht das Tippen mit dem Galaxy Book auf den Knien keinen Spaß. Zum einen hat man auch beim steilsten Aufstellwinkel immer das Gefühl, dass das Gerät im nächsten Moment nach hinten kippt, zum anderen gibt das Keyboard beim Tippen etwas nach und biegt sich durch.

S-Pen mit Wacom-Technik

Zum Lieferumfang des Galaxy Book gehört mit dem S-Pen ein Stift mit 4.096 Druckstufen. Da Samsung für den S-Pen die Wacom-Technik mit induktiver Stromversorgung nutzt, kommt der Stift ohne Batterie aus. Er verfügt außerdem über eine Taste für die Radier-Funktion. Die weiche Spitze des Stifts sorgt für ein gutes Schreibgefühl und der Screen reagiert ohne spürbare Latenz. Der Stift wird bereits erkannt, wenn seine Spitze die Oberfläche des Displays noch nicht berührt. In dem eigenen Einstellungen-Dialog für das Galaxy Book kann ausgewählt werden, ob

beim Druck auf die Stift-Taste ein Overlay mit S-Pen-Befehlen erscheint (siehe Screenshot in der Bildergalerie) oder die Windows-Ink-Leiste aufgerufen wird.

AMOLED-Display und weitere Hardware

Das Galaxy Book gehört zur seltenen Gattung der Mobilgeräte mit großem OLED-Display. Bei Bildschirmdiagonalen die über jenen von Smartphones liegen, muss ein relativ kostspieliges Aktivmatrix-OLED (AMOLED) eingesetzt werden. Vorteile von AMOLED sind der sehr hohe Kontrast und eine kräftige Farbdarstellung. Die ist auch beim Galaxy Book sichtbar. Mit 2.160 x 1.440 Bildpunkten liefert es zudem eine hohe Auflösung. In den Samsung-Einstellungen kann eine für verschiedene Szenarien angepasste Farbdarstellung ausgewählt werden.

Der Nachteil von AMOLED ist die unterschiedlich schnelle Alterung der organischen Farbstoffe. Samsung wirkt dieser mit dem Bildschirmschoner entgegen. Während dieser bei TFTs nicht mehr benötigt wird, ist er beim Galaxy Book automatisch aktiviert. Zudem wird die Displayhelligkeit abgesenkt, sobald die Webcam keinen Nutzer vor dem Gerät wahrnimmt.

In dem ohne Keyboard-Hülle nur 7,4 mm dicken und 754 Gramm leichten Tablet hat Samsung mit dem Intel Core i5-7200U einen flotten Prozessor untergebracht. Die Dualcore-CPU kann zudem auf acht GB LPDDR3 als Arbeitsspeicher zugreifen. Im Systembenchmark PCMark8 liefert das Gerät mit 4.292 Punkten im Work-Testlauf mit OpenCL-Unterstützung ein gutes Ergebnis ab. Die 3D-Leistung der im Prozessor integrierten HD-620-GPU reicht für Tablet-typische Spiele aus dem Windows-Store gut aus. Bei der 256-GB-SSD aus eigenem Hause hat sich Samsung mit einem SATA-Modell zufriedengeben. Mit 502 MB/s beim sequenziellen Lesen ist sie zwar im Vergleich zu HDDs immer noch rasend schnell, aber deutlich langsamer als SSDs mit NVMe-Interface.

Die Akkulaufzeit war mit vier Stunden und zwölf Minuten im PCMark 8 nicht berauschend, reicht aber für die tägliche Arbeit aus. Bei dem Benchmark läuft das Gerät mit simulierter Büroarbeit permanent unter Last. Im Alltag sollten mindestens sechs Stunden möglich sein.

Die Schnittstellenausstattung ist bei einem flachen Tablet immer limitiert. Das Galaxy Book verfügt immerhin über zwei USB-C-Ports, von denen einer durch das Netzteil belegt wird. Das Gerät kann über beide Ports geladen werden, zudem können sie als Monitorausgang dienen. Über Thunderbolt 3 oder einen zusätzlichen USB-Controller verfügt das Tablet nicht, daher werden Daten maximal mit USB-3.0-Geschwindigkeit übertragen.

An drahtlosen Schnittstellen ist neben WLAN 802.11ac und Bluetooth 4.1 auch noch ein LTE-Modul für den mobilen Internetzugang vorhanden.

Bluetooth wird auch für Samsung Flow verwendet. Das Programm erlaubt das Entsperren des Galaxy Book über den Fingerabdruckscanner eines kompatiblen Galaxy-Smartphones. Zudem kann Samsung Flow auch für das Synchronisieren und Teilen von Daten verwendet werden.

Abgerundet wird die Ausstattung durch eine rückwärtige 13-MP-Kamera, die sehr passable Bilder macht, und eine 5-MP-Frontkamera, leider ohne Windows-Hello-Unterstützung. Einen Blitz für die Hauptkamera gibt es nicht. Außerdem ist ein Einschub für eine Micro-SD-Karte vorhanden. Zwei seitliche Lautsprecher sorgen für einen ordentlichen Sound.

Fazit

Positiv fallen beim Samsung Galaxy Book das tolles Display, die flache Bauform und der Wacom-Stift auf. Letzterer macht aus dem Gerät ein sehr gutes Windows-Tablet. Ein weiterer Pluspunkt ist das LTE-Modul. Auf dem Schreibtisch macht das 2-in-1-Tablet ebenfalls eine gute Figur, auch wenn die nur drei Aufstellwinkel des Book-Covers für die Nutzung als Notebook eine Einschränkung bedeuten und die Auswahl an Schnittstellen mit zwei USB-C-Ports nicht gerade groß ist. Dafür liefert das Galaxy Book eine für seine Kategorie gute Leistung.

Weit weniger geeignet ist das Gerät als Notebook auf Reisen, wenn man keinen Tisch als Unterlage für das Gerät zur Verfügung hat. Die Akkulaufzeit könnte besser sein. Der Preis von mit 1.629 Euro (UVP) für das Galaxy Book mit der Kennzeichnung SM-W728 ist angemessen. Immerhin gehören Keyboard sowie Stift zum Lieferumfang, was bei anderen Windows-Tablets nicht unbedingt der Fall ist. Allerdings hätten wir uns USB-A- und HDMI-Adapter für die USB-C-Buchsen gewünscht.

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