Akquisition Nummer fünf Dreger IT schließt sich der Teccle Group an

Autor: Michael Hase

Die Frankfurter Teccle Group übernimmt den MSP Dreger IT, der ebenfalls in der Mainmetropole ansässig ist. Damit bringt die im Sommer 2020 gegründete Dienstleistungsgruppe bereits die fünfte Akquisition seit Dezember unter Dach und Fach.

Firmen zum Thema

Mit dem Kauf von Dreger IT übernimmt die Teccle Group ein Unternehmen am Hauptstandort Frankfurt / Main.
Mit dem Kauf von Dreger IT übernimmt die Teccle Group ein Unternehmen am Hauptstandort Frankfurt / Main.
(Bild: © markus thoenen - stock.adobe.com)

Die Teccle Group hält Wort. Wie zu Beginn des Monats bei der Übernahme von Smea IT angekündigt, hat das Startup noch im Mai eine weitere Akquisition abgeschlossen: Der Frankfurter MSP Dreger IT ist seit Ende vergangener Woche jüngstes Teccle-Mitglied, wie die Dienstleistungsgruppe heute bekanntgibt. „Als Frankfurter Unternehmen war für uns von Anfang an klar, dass wir in der Stadt nicht nur mit einer Holding sitzen, sondern auch mit einer operativen Einheit tätig sein würden“, sagt Sven Kalisch, Managing Partner bei Teccle.

Damit hat die im Sommer 2020 entstandene Neugründung, die im Dezember erstmals mit einer Akquisition auf sich aufmerksam machte, mittlerweile sechs Unternehmen erworben. Innerhalb der Gruppe übernimmt Dreger nun den Lead für die Region Mitte und zugleich die fachliche Rolle des Experten für Managed Services.

80 Prozent Managed Services

Der ITK-Spezialist, der 1992 gegründet wurde, hat sein Geschäftsmodell frühzeitig auf das Dienstleistungsmodell ausgerichtet und erzielt mittlerweile gut 80 Prozent des Deckungsbeitrags über wiederkehrende Erlöse. Zu den Kunden der Hessen zählen Organisationen mit mehr als 10.000 IT-Arbeitsplätzen, für die sie Leistungen im 24x7-Betrieb erbringen. „Das Team um Jens Dreger hat das reifste Portfolio an standardisierten und lückenlos dokumentierten Managed Services aufgebaut, das ich bisher im deutschen Systemhausmarkt gesehen haben“, betont Kalisch.

Der Frankfurter Dienstleister beschäftigt knapp 50 Mitarbeiter, mit denen das Teccle-Team auf mehr als 220 Köpfe anwächst. Gründer und Hauptgesellschafter Jens Dreger bleibt nicht nur Geschäftsführer bei dem MSP, sondern wird in dieser Funktion auch Mitglied des Managements der Gruppe. Mit dem Verkauf von Dreger IT erwirbt er ebenso wie die beiden Manager und Mitgesellschafter Tilo Beisiegel, Director Sales, und Jan Berka, Solution Architect, eine finanzielle Beteiligung an Teccle.

Bündelung von Kompetenzen

„Trotz unserer extrem erfolgreichen Transformation war uns bewusst, dass die nächste Stufe der Unternehmensentwicklung nur gelingen kann, wenn wir unsere Kompetenz mit der von anderen bündeln“, begründet Dreger den aktuellen Schritt. Das Unternehmen sei an einem Tipping Point angekommen, an dem es „andere clevere Köpfe brauche, die Dinge weiterdenken, vielleicht sogar größer denken“. Und solche Köpfe gebe es in der Teccle Group. Umgekehrt werde Dreger seine Kompetenz bei Managed Services und den Vorsprung, den der Dienstleister auf einigen Feldern besitze, mit den anderen Mitgliedern der Gruppe teilen, um Synergien zu nutzen. „Wir wollen aktiv die Zukunft gestalten und haben dafür nun den perfekten Partner gefunden.“

Der MSP stellt einen Teil seiner Services auf einer eigenen Infrastruktur in einem Frankfurter Rechenzentrum bereit. Er betreibt aber auch Systeme sowohl bei Kunden vor Ort als auch in der Cloud. Consulting bildet neben Managed Services einen weiteren Schwerpunkt im Leistungsspektrum der Hessen. Zu ihren Technologiepartnern zählen unter anderem Dell EMC, Deutsche Telekom, HPE Aruba, IBM, Microsoft und Sophos.

Mit der Teccle Group formiert sich eine bundesweit agierende Dienstleistungsgruppe, der auf Sicht etwa zehn bis zwölf Mitglieder angehören sollen. Anspruch ist es, mit dem Leistungsportfolio den kompletten IT-Bedarf mittelständischer Unternehmen abzudecken. Dabei spielen Managed Services eine zentrale Rolle, die sich nach Überzeugung Kalischs und seiner Management-Kollegen langfristig gegenüber dem klassischen Handels- und Dienstleistungsgeschäft im ITK-Channel durchsetzen werden. Zugleich verfolgt die Gruppe eine Cloud-first-Strategie, die durchaus Kompetenz für On-Premises-Infrastrukturen und hybride Szenarien einschließt.

Akquise geht weiter

Regional deckt Teccle mit dem Rostocker MSP Smea den Nordosten Deutschlands, mit dem Oberpfälzer Systemhaus EDV-BV den Süden und mit dem Saarbrücker MSP ADD IT & Consulting den Südwesten ab. Dreger füllt nun eine Lücke in der Mitte des Landes. Somit verbleiben wichtige Wirtschaftsräume wie die Metropolregionen Rhein-Ruhr oder Stuttgart, in denen das Startup bislang noch nicht mit einem Standort präsent ist. Allerdings hat es seine Akquisitionstour noch nicht abgeschlossen. Der nächste Zukauf wird voraussichtlich schon in wenigen Wochen folgen, wie die Frankfurter ankündigen.

Zu Teccle gehören auch der Fürther Microsoft-Cloud-Spezialist Acontech, dessen Collaboration- und IaaS-Experten über ganz Deutschland verteilt arbeiten, und der Nürnberger Security-Anbieter Certvision, eine Tochtergesellschaft von Acontech. Beide Unternehmen wurden im Dezember 2020 akquiriert. Prinzipiell erwerben die Eigentümer der übernommenen Dienstleister eine Rückbeteiligung an der Gruppe. Als Geschäftsführer wirken sie zudem bei zentralen Entscheidungen mit und bestimmen gemeinsam mit dem Frankfurter Führungsteam die übergreifende Teccle-Strategie. Hinter dem Startup steht die Bremer Beteiligungsgesellschaft FMC, die die Wachstumsstrategie finanziert.

(ID:47429398)

Über den Autor

 Michael Hase

Michael Hase

Chefreporter