Akquisition von Smea IT Die Teccle Group expandiert in den Norden

Redakteur: Michael Hase

Die Teccle Group vermeldet bereits die vierte Akquisition, seit sie im Dezember 2020 erstmals in Erscheinung trat. Jetzt übernimmt die Frankfurter Neugründung den Rostocker MSP Smea. Weitere Zukäufe sollen schon bald folgen.

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Mit seiner Zentrale ist der IT-Dienstleister Smea in der Hansestadt Rostock ansässig.
Mit seiner Zentrale ist der IT-Dienstleister Smea in der Hansestadt Rostock ansässig.
(Bild: Heinz Waldukat_stock.adobe.com)

Schlag um Schlag setzt die Teccle Group ihren Masterplan um. Vermeldete die Neugründung aus Frankfurt an Main erst Anfang April die Akquisition des Oberpfälzer Systemhauses EDV-BV, so gibt sie heute die Übernahme des Rostocker MSPs Smea IT bekannt. Der Microsoft-Partner bleibt operativ weitgehend eigenständig und tritt weiterhin unter seinem Namen auf. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Torsten Prehn und Christian Bartsch, die ihre Funktionen auch künftig wahrnehmen, beteiligen sich im Rahmen der Transaktion finanziell an der Gruppe. Zugleich werden sie Mitglieder des Teccle-Managements.

Mit dem Erwerb von Smea dehnt die sich formierende Dienstleistungsgruppe, die formal im August 2020 gegründet wurde, ihre Präsenz in den Norden und Osten Deutschlands aus. Die Rostocker unterhalten neben ihrer Zentrale weitere Standorte in Hamburg und Berlin. „Smea IT ist für uns ein technologisch wichtiger Baustein im Ausbau unserer Leistungen“, erläutert Sven Kalisch, Managing Partner bei Teccle. Das Unternehmen bringe „höchste Expertise in hybriden Cloud-Szenarien“ mit. Außerdem erweitere die Gruppe mit dem Zukauf ihre Kompetenz auf die Technologiefelder Kommunikation und Telefonie. Nicht zuletzt habe „sich Smea bei Kunden den Status eines Trusted Advisor erarbeitet“.

Direkter CSP-Partner

Als enger Microsoft-Partner halten die Norddeutschen innerhalb des Programms für Cloud Solution Provider (CSP) den Direktstatus. Außer mit Azure und Microsoft 365 befassen sie sich auch mit klassischer Infrastruktur, Enterprise Content Management, Security und Unified Communications. Weitere Technologiepartner von Smea sind D.velop, Fujitsu, HPE, HP Inc., Sennheiser, Sophos, Starface und Veeam. Das Gros seiner Leistungen erbringt das Unternehmen inzwischen als Managed Services. Etwa 60 Prozent der Erlöse stammen aus längerfristigen Dienstleistungsverträgen.

„Um technologisch weiterhin führend im Markt zu sein, sind wir als IT-Dienstleister angehalten, uns auf bestehende Kernkompetenzen und Marktsegmente zu fokussieren“, begründet Christian Bartsch den Verkauf von Smea an Teccle. Durch die steigende Komplexität der IT werde es zunehmend schwieriger, mittelständischen Kunden die Lösungen, die sie für ihre digitale Transformation benötigen, aus einer Hand bereitzustellen. „Der aus unserer Sicht einzig logische Schritt ist daher, Kräfte und Knowhow zu bündeln.“

Dezentrale Organisation

Die Köpfe hinter Teccle haben es sich zum Ziel gesetzt, eine bundesweit agierende Dienstleistungsgruppe mit zehn bis zwölf Mitgliedern zu formen. Anspruch ist es, den kompletten IT-Bedarf mittelständischer Unternehmen abzudecken. Im Leistungsportfolio der Hessen spielen Managed Services eine wesentliche Rolle. Zugleich verfolgen sie eine Cloud-first-Strategie, die mit tiefer Kompetenz auf dem Gebiet der klassischen Infrastruktur einhergeht. Nach ihrer Überzeugung lassen sich viele Anforderungen des Mittelstands derzeit noch am sinnvollsten mit hybriden Lösungsszenarien erfüllen. Smea verfolgt bereits seit 2015 einen Cloud-first-Ansatz. „Wir haben uns frühzeitig entschieden, an der Seite von Microsoft das CSP-Geschäft auszubauen“, berichtet Bartsch.

Vor der Akquisition von EDV-BV im April übernahm Teccle im Dezember 2020 das Cloud-Beratungshaus Acontech mit Hauptsitz in Fürth und wenige Wochen später im Januar den MSP ADD IT & Consulting aus Saarbrücken. Mit dem aktuellen Zukauf im Norden kommt ein 20-köpfiges Team neu hinzu, sodass die Gruppe inzwischen mehr als 170 Mitarbeiter beschäftigt. Die einzelnen Unternehmen agieren als weitgehend eigenständige Einheiten innerhalb einer dezentralen Organisation. Indem sie sich mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen und Schwerpunkten ergänzen, soll ein ganzheitliches Leistungsportfolio entstehen.

Bei Teccle erwerben die Eigentümer der übernommenen Dienstleister prinzipiell eine Rückbeteiligung an der Gruppe. Als Geschäftsführer wirken sie zudem bei zentralen Entscheidungen mit und bestimmen gemeinsam mit dem Frankfurter Führungsteam die Gesamtstrategie. Hinter dem Startup steht die Bremer Beteiligungsgesellschaft FMC, die die Wachstumsstrategie finanziert. In diesem Monat und im Juni sollen weitere Akquisitionen folgen, kündigt Teccle-Mitgründer Kalisch an.

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