Akquisition von EDV-BV Die Teccle Group fügt die nächste Einheit hinzu

Autor: Michael Hase

Erst 2020 gegründet, übernimmt die Teccle Group mit dem Oberpfälzer Systemhaus EDV-BV bereits das dritte Unternehmen. Damit treibt das Frankfurter Startup den Aufbau der Gruppe zügig voran. Mindestens zwei weitere Akquisitionen sollen bis Ende Mai folgen.

Firmen zum Thema

Die Teccle Group vergrößert sich konsequent, indem sie zügig Dienstleister zukauft und in die Organisation einfügt.
Die Teccle Group vergrößert sich konsequent, indem sie zügig Dienstleister zukauft und in die Organisation einfügt.
(Bild: Dmitry Sunagatov - stock.adobe.com)

Ihren Namen trägt die Teccle Group erst jetzt zu Recht. Denn die Neugründung aus Frankfurt / Main, die im vergangenen Jahr entstand, hat am 31. März das Oberpfälzer Systemhaus EDV-BV und damit den dritten Dienstleister insgesamt übernommen. Mehr als zwei sind bekanntlich eine Gruppe. Teccle hat die Transaktion heute offiziell bekanntgegeben. Mit dem dritten Zukauf innerhalb von vier Monaten erreicht das hessische Startup, das sich vorgenommen hat, über Akquisitionen einen modernen Dienstleister aufzubauen, das nächste Etappenziel.

EDV-BV versteht sich als ganzheitlicher Lösungsanbieter und betreut Unternehmen über den gesamten IT-Stack, wozu vor allem Infrastruktur, Workplace, Security und Business-Anwendungen gehören. Mit rund 60 Mitarbeitern erwirtschaftet das Systemhaus aus Nabburg, das seit 40 Jahren am Markt agiert, einen Jahresumsatz von 14 Millionen Euro. Der IT-Spezialist beschränkt sich nicht darauf, Kunden zu beraten, Technologien bei ihnen zu implementieren und zu warten, sondern er betreibt auch Systeme für sie als MSP – bei Bedarf sogar 24 / 7.

„Ich bin wirklich beeindruckt von der Lösungskompetenz, die EDV-BV über die vergangenen Jahre aufgebaut hat“, betont Klaus Kaiser, Managing Partner der Teccle Group. Dem Geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Lindner, der das Systemhaus seit Mitte 2015 führt, sei es gelungen, einen modernen Dienstleister zu formen, bei dem Managed Services inzwischen einen signifikanten Teil des Leistungsspektrums ausmachen. Mit seinem Profil passe das Unternehmen ideal zur strategischen Ausrichtung der Gruppe.

Ausbau des MSP-Geschäfts

Unter dem Dach von Teccle soll EDV-BV das Geschäft mit Managed Services weiter ausbauen und innerhalb der Organisation die Rolle des „Local Leader“ in Süddeutschland einnehmen. Dabei zeichnet Lindner, der sich im Zuge der Transaktion finanziell an der Gruppe beteiligt hat, weiterhin für das operative Geschäft der Oberpfälzer verantwortlich. Nachdem sich das Systemhaus von einem handelsorientierten Unternehmen zum Lösungsanbieter transformiert habe, „stehen wir nun an der Schwelle, das Ganze zu skalieren und unsere Strukturen weiter auszubauen“, begründet Lindner den Verkauf von EDV-BV. „Im Rahmen dieses nächsten Schritts haben wir uns der Teccle Group angeschlossen, um unsere Leistungen weiter zu fokussieren und unser Knowhow in eine größere Einheit einzubringen.“

Managed Services gelten bei der Teccle Group, die sich als Dienstleister für den Mittelstand versteht, als Modell der Zukunft. Nach Überzeugung der Hessen werden sich standardisierte Betriebsleistungen, die gegen monatliche Gebühr erbracht werden, auf lange Sicht gegenüber dem Zeit-gegen-Geld-Geschäft durchsetzen. Außerdem werden sich diese Leistungen immer öfter auf Lösungen beziehen, die in der Cloud bereitgestellt werden. Zu den Teccle-Prinzipien gehört daher „Cloud first“. Auch auf diesem Gebiet hat EDV-BV inzwischen Kompetenz aufgebaut, insbesondere für Microsoft 365 und Azure. Dabei verfolgt der Dienstleister ebenso wie die Gruppe einen hybriden Ansatz. Neben Microsoft gehören Citrix, Commvault, Dell, HPE, Lenovo, Nutanix, Pure und Sophos zu seinen Technologiepartnern.

Konsequente Wachstumsstrategie

Bislang hat Teccle im Dezember 2020 das Cloud-Beratungshaus Acontech mit Hauptsitz in Fürth übernommen und wenige Wochen später im Januar den MSP ADD IT & Consulting aus Saarbrücken. Mit dem aktuellen Zukauf beschäftigt die Organisation inzwischen mehr als 150 Mitarbeiter. Die einzelnen Unternehmen bleiben operativ weitgehend eigenständig und treten weiterhin unter ihrer Marke auf. Grundsätzlich erwerben die Eigentümer der übernommenen Dienstleister eine Rückbeteiligung an Teccle. Als Geschäftsführer wirken sie zudem bei zentralen Entscheidungen mit und bestimmen gemeinsam mit dem Frankfurter Führungsteam die Strategie der Gruppe. Hinter dem Startup steht die Bremer Beteiligungsgesellschaft FMC, die die Wachstumsstrategie finanziert.

Weitere Akquisitionen sollen in den kommenden Wochen folgen, wie Kaiser ankündigt. Nach seinen Worten befinden sich Gespräche mit einigen Übernahmekandidaten bereits auf der Zielgeraden. Somit werden die Frankfurter bis Ende Mai wohl mindestens zwei weitere Einheiten zur Gruppe hinzufügen. Wenn alles gut läuft, könnten es dem Teccle-Mitgründer zufolge sogar vier werden.

(ID:47324917)

Über den Autor

 Michael Hase

Michael Hase

Chefreporter