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Solutions, Services & Support Die Tech-Data-Formel für Cloud-Distribution

| Autor: Michael Hase

Das Cloud-Geschäft ist komplex und vor allem schnell. Tech Data stellt Partnern daher nicht nur Angebote der Hyperscaler über einen Cloud-Marktplatz bereit, sondern unterstützt sie zudem mit Ready-to-Run-Lösungen, genannt Solutions, mit Services und mit Support.

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Für das Cloud-Geschäft brauchen Systemhäuser eine zielgerichtete Strategie. Distributoren können ihnen dabei Hilfestellung leisten.
Für das Cloud-Geschäft brauchen Systemhäuser eine zielgerichtete Strategie. Distributoren können ihnen dabei Hilfestellung leisten.
(Bild: markoaliaksandr - stock.adobe.com)

Infrastructure as a Service (IaaS) zählt zu den schnellst wachsenden Segmenten des ITK-Markts. 2019 übertrafen die globalen Erlöse erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Mit einem Anteil von 32,3 Prozent ist AWS nach Zahlen von Canalys der führende Anbieter vor Microsoft mit Azure (16,9 %) und Google (5,8 %). Die Cloud-Sparte von Amazon begründete das Segment, als sie 2006 mit den ersten Angeboten an den Start ging und damit eine Transformation des IT-Infrastrukturgeschäfts einleitete. Für dieses Jahr rechnen die britischen Analysten damit, dass der Markt erneut stark wächst, nämlich um 32 Prozent auf 141 Milliarden Dollar.

Stefan Bichler, Director Software & Solutions bei Tech Data, rechnet damit, dass sich hybride Multicloud-Szenarien zum Normalzustand entwickeln.
Stefan Bichler, Director Software & Solutions bei Tech Data, rechnet damit, dass sich hybride Multicloud-Szenarien zum Normalzustand entwickeln.
(Bild: Tech Data)

Das erste IaaS-Angebot war übrigens der Simple Storage Service von AWS, kurz S3. Bei Tech Data, Distributionspartner des Hyperscalers (ebenso wie von Microsoft), stehen drei „S“ in Folge für etwas anderes: Solutions, Services & Support. Die Begriffe umreißen die Cloud-Strategie des Unternehmens. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass klassisches Enablement in diesem dynamischen Markt zu kurz greift. „Früher hat ein Systemhaus fünf Techniker zum Zertifizierungstraining ­geschickt und dann damit begonnen, das Geschäft aufzubauen“, erläutert Stefan Bichler, Director Software & Solutions bei Tech Data Deutschland. Bei Cloud funktioniere der Ansatz aber nicht, weil viele Endkunden bereits heute akuten Bedarf an Migrations- und Betriebsleistungen haben. „Das ist ­eine Frage der Geschwindigkeit. Bis der Partner seine Leute ausgebildet hat und ready ist, haben andere das Geschäft längst unter sich aufgeteilt.“

Assessment und Migration

Um es Partnern zu ermöglichen, am Cloud-Geschäft zu partizipieren, bevor sie selbst alle notwendigen Fähigkeiten dafür erworben haben, stellt Tech Data ihnen ein Portfolio an Dienstleistungen bereit. Im Kern handelt es sich dabei um Assessment- und Migrationsservices. „Viele denken anfangs: Sie nehmen einen Server, setzen ihn in der Cloud auf, und die Anwendung läuft dann genauso wie vorher On Premises“, berichtet Bichler. „Dem ist oft aber nicht so.“ Vor jeder Migration von Workloads sei daher eine Machbarkeitsstudie erforderlich, mit der ermittelt wird, welche virtuellen Server überhaupt migrierbar sind und wie groß der Aufwand dafür ist. Für ein solches ­Assessment wird über Wochen der Datenverkehr bei den Kunden gescannt. Neben technologischen Fragen werden dabei auch Kostenaspekte betrachtet. „Jedes Migrationsszenario hat zahlreiche Facetten, die es zu berücksichtigen gilt.“ Diese Leistungen können Partner bei Tech Data buchen, so wie der Distributor auch anschließend die Aufgabe übernimmt, die Workloads auf ­eine IaaS-Plattform zu schieben.

Die Migrationskosten sind für Partner leicht zu kalkulieren. Tech Data berechnet 400 Dollar (aktuell knapp 340 Euro) für die Übertragung einer einfachen virtuellen Maschine in die Cloud, egal wie lange der Vorgang dauert. Dagegen hängen die Kosten für ein ­Assessment von der Größe der Infrastruktur ab, die zu überprüfen ist. In jedem Fall sind Systemhäuser mit diesen Services aber in der Lage, ihren Kunden ­wesentliche Dienstleistungen anzubieten, selbst wenn ihnen dazu Knowhow, Skills oder Ressourcen fehlen. Ähnliches gilt für den Betrieb von Cloud-Umgebungen, bei dem der Distributor seine Partner mit den nötigen Supportleistungen unterstützt, sodass sie ihren Kunden gegenüber als Managed Cloud Provider auftreten und sie „vollumfänglich“ betreuen können.

Vorteile der Konzernstruktur

Für die Bereitstellung von Services und Support zeichnet bei Tech Data die europäische Ebene verantwortlich. „Das ist der Vorteil einer großen, internationalen Organisation, dass wir zentral die entsprechenden Ressourcen vorhalten und skalieren können. Kein Land wäre aus ­eigener Kraft in der Lage, einen 24x7-Support zu gewährleisten“, führt der Software- und Cloud-Verantwortliche aus. Zugleich ist ihm aber wichtig, dass Partner in der deutschen Organisation stets die richtigen Ansprechpartner finden und von gut ausgebildeten Mitarbeitern in Presales und Business Development beraten werden. „Das Geschäft wird immer noch vor Ort gemacht.“

Die dritte Säule der Cloud-Strategie von Tech Data bilden Solutions. Dabei handelt es sich um so genannte Click-to-Run-Lösungen, bei denen Software- und Infrastrukturkomponenten verschiedener Anbieter wie AWS, Microsoft, NetApp, Red Hat oder Veeam miteinander verbunden werden. Ein solches Paket besteht beispielsweise aus Office 365, einer Backup-Software und Azure-Instanzen. Diese End-to-End-Cloud-Lösungen, die auch Themenfelder wie Datenschutz, Analytics und IoT abdecken, können Bichler zufolge „einfach und schnell konfiguriert, angepasst und implementiert werden“. Partner beziehen die Solutions über den Cloud-Marktplatz StreamOne. Mit Hilfe der automatisierten Plattform wickelt der Distributor die Bestellung, Provisionierung und Abrechnung von Cloud-Diensten ab.

Hybride Multicloud-Szenarien

Auch wenn Unternehmen immer mehr Teile ihrer IT in die Cloud verlagern und diese Entwicklung, wie die Marktzahlen zeigen, eine große Dynamik besitzt, so weiß man bei Tech Data, dass sich Stand heute nicht jeder Workload für eine ­Migration eignet. Dadurch entstehen ­hybride Multicloud-Szenarien: „Ein Teil der Server bleibt On Premises, andere Teile gehen in die Cloud, nicht selten zu mehreren Hyperscalern.“ Die Nutzung unterschiedlicher ­Bereitstellungsmodelle und Cloud Provider erhöht aber die Komplexität. Darin sieht Bichler einen Grund, warum Anbieter wie VMware und Red Hat die Containerisierung stark vorantreiben. „Hybride Multicloud-Umgebungen müssen managebar bleiben. Und das wird man nur über Container-Technologie und entsprechende Management-Systeme erreichen.“ Auf der anderen ­Seite sind zahlreiche Unternehmen mit ihrer Cloud-Strategie noch gar nicht an diesem Punkt angelangt. Vielerorts sei zunächst noch Basisarbeit zu leisten. „Derzeit beobachten wir häufig, dass Endkunden ihr Netzwerk Cloud-ready machen, bevor sie erste Maschinen migrieren.“

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Über den Autor

 Michael Hase

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Chefreporter