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Lagerlogistik und Handel

Architekten fürs digitale Lager

| Autor: Sarah Nollau

Das IT-Architekturhaus, wie sich die Sievers Group selbst bezeichnet, kümmert sich um die digitalen Prozesse in der Lagerhalle.
Das IT-Architekturhaus, wie sich die Sievers Group selbst bezeichnet, kümmert sich um die digitalen Prozesse in der Lagerhalle. (Bild: mitifoto - stock.adobe.com)

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Die Sievers Group mit Hauptsitz in Osnabrück versteht sich als IT-Architekturhaus. Das hat allerdings nur indirekt damit zu tun, dass die Lagerlogistik das vertikale Schwerpunktthema ist.

Mit der Planung von Wänden, Gängen und Hochregallagern haben die IT-Architekten nichts zu tun. Sie kümmern sich vielmehr um die digitalen Strukturen hinter der Lagerlogistik, die für schnelle, reibungslose und automatisierte Abläufe sorgen sollen – Implementierung inbegriffen.

IT in den Lagerhallen

Udo Wenker, Geschäftsführer der Sievers Group
Udo Wenker, Geschäftsführer der Sievers Group (Bild: Sievers Group)

Dabei kann die Sievers Group auf eine 20-jährige Erfahrung zurückgreifen. Das Herzstück der Logistiklösungen ist die ERP-Software Microsoft Dynamics NAV. Um sie herum wird die IT-Infrastruktur entwickelt. Dabei kommen digitalisierte Prozesse wie „Pick by Voice“, automatische Hochregallager-Roboter und Machine-Learning-Ansätze zum Einsatz: „Damit können Empfehlungen getroffen und Wahrscheinlichkeiten bestimmt werden, um Logistikprozesse zu optimieren“, so Geschäftsführer Udo Wenker. Die IT-Unterstützung endet allerdings an den Hallengrenzen. Denn die komplementäre Transportlogistik, also Themen wie die Optimierung der Routensteuerung, ist (noch) kein Thema.

Das „Radiating Cable“ von Sievers ermöglicht es, die Anzahl der Access Points zu reduzieren.
Das „Radiating Cable“ von Sievers ermöglicht es, die Anzahl der Access Points zu reduzieren. (Bild: Sievers Group)

Innerhalb der Lagerhallen kann Sievers einen ganz besonderen, hausgemachten Trumpf einsetzen: das sogenannte „Radiating Cable“. Dahinter steckt die weitläufige Verkabelung mit einem sogenannten Leck- oder Schlitzkabel, oft auch „strahlendes Kabel“ genannt. Es wirkt wie eine Antenne und reduziert so die Zahl der für die optimale WLAN-Ausleuchtung notwendigen Access Points innerhalb der Lagerwände. Die Verbreitung dieser Technologie reicht aktuell bis nach Dubai. Kein Wunder, dass Sievers dieses „WLAN-Kabel“ als USP definiert.

Übergreifende Beratung

Zweiter vertikaler Schwerpunkt ist der Handel: vom Großhandel bis zum Kassensystem im Einzelhandel. In strategischer Partnerschaft mit der Firma LS Retail, die Kassensysteme zum Portfolio beiträgt, können die Prozesse vom Wareneingang bis zum Verkauf an der Kasse nachverfolgt werden.

Sievers sieht sich hier auch in beratender Rolle für Themen wie Customer-Relationship-Management und Business Analytics, etwa wenn der Kunde sein bislang anonymes Geschäft zu einem personalisierten Service wandeln möchte. „Wir wollen den Kunden bewusst übergreifend beraten“, betont Udo Wenker. So könnten auch in Deutschland digitalisierte Einkaufserlebnisse, ähnlich den US-amerikanischen Vorbildern wie dem Amazon Shop, demnächst zum Shopping-Alltag gehören. Vielleicht hält ja der Bio-Supermarkt um die Ecke demnächst ein Geburtstagspräsent bereit, wenn der Kunde seinen Einkauf bezahlt.

Systemhaus-Alltag

Mit dem Thema Managed Services beschäftigt sich Sievers schon seit geraumer Zeit. Aber erst im Oktober 2016 wurden die bestehenden Units Business Solutions, ICT & Virtualization und Communication Solutions um den Geschäftsbereich Managed Service ergänzt. „Wir sind auf diesem Feld schon lange aktiv, haben dem Kind aber erst vor zwei Jahren den Namen ‚Managed Service‘ gegeben“, gibt sich Wenker selbstkritisch.

Dem Erfolg tut das offensichtlich keinen Abbruch. Einer der Kunden, den die IT-Architekten betreuen, ist die Firma 4Wheels, die „Hotels“ für Räder anbietet – Logistiker unter sich also. Kunden haben, ebenso wie die Sievers-Techniker, Zugriff auf ein Managed-Service-Portal, über das der System-Status gesteuert, kontrolliert und überwacht werden kann.

Was die Cloud Services der Sievers betrifft, warten die Verantwortlichen gespannt auf das Microsoft Dynamics 365 Financials & Operations, Business Edition, das im Frühling in Deutschland erscheinen wird. Dies soll über das bekannte Cloud-Solutions-Provider-Programm (CSP) verkauft werden. AX ist nach der Umstellung im letzten Jahr bereits integriert. Auch für das Querschnittsthema Unified Communications (UC) umfasst das Angebot größtenteils Microsoft-Lösungen. Daneben wird auch die Cloud-Lösung Unify Circuit für die Kommunikation bei Kunden implementiert. Mit dem Lösungsanbieter Estos befindet sich Sievers gerade in der Betatest-Phase.

move.IT

Um für Kunden weiterhin ein attraktiver Lösungspartner zu bleiben, hat Sievers vor zwei Jahren das Konzept „move.IT“ entwickelt. Dabei werden regelmäßig Mitarbeiter aus dem Tagesgeschäft beim Kunden herausgenommen, um intern die sich wandelnden Bedürfnisse und Ansprüche der Kunden zu reflektieren. Durch die wachsende Akzeptanz und Beliebtheit von Cloud Services erwarten viele Kunden, dass der IT-Ansprechpartner aus Kostengründen nur noch aus der Ferne agiert. Die „move.IT“-Diskussionen sollen Wege aufzeigen, wie dieser Wandel genutzt werden kann, um interessante Projekte zu identifizieren. Geschäftsführer Udo Wenker weiß, dass dieser Prozess schwierig, aber notwendig ist: „Das kostet Kraft und Mut, aber ich würde es jedem empfehlen: ‚Macht euch auf den Weg!‘“

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