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Vision für 2030 Acmeo visiert die nächste Generation der Managed Services an

| Autor: Michael Hase

Die Vision von Henning Meyer, Geschäftsführer bei Acmeo, geht dahin, dass Systemhäuser ihren Kunden buchstäblich alles als Managed Service bereitstellen. Auf dieses langfristige Ziel richtet der Distributor unter dem Label „Acmeo 2030“ bereits heute seine Strategie aus.

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Künftig werden MSPs nicht nur Systeme für Kunden betreiben, sondern ihnen in zunehmendem Maße komplette IT-Umgebungen bereitstellen.
Künftig werden MSPs nicht nur Systeme für Kunden betreiben, sondern ihnen in zunehmendem Maße komplette IT-Umgebungen bereitstellen.
(Bild: © Production Perig - stock.adobe.com)

Managed Services sind ein weites Feld. Die Angebote am Markt decken mittlerweile nahezu alle Anwendungsgebiete der IT ab, und es gibt verschiedene Spielarten, wie die Leistungen erbracht werden. Das gängigste Modell besteht darin, dass Managed ­Service Provider (MSP) die Endgeräte oder Server ­ihrer Kunden überwachen und ­deren möglichst reibungslosen Betrieb ­sicherstellen. Dieser Service wird im europäischen Channel von 91 Prozent (Endgeräte) beziehungsweise 85 Prozent (Server) der Dienstleister angeboten, wie die Studie „2019 Trends in ­European Managed Services“ von Solarwinds MSP ergeben hat. Dabei befindet sich die Hardware in den meisten Fällen im Besitz des Kunden.

Mit diesem Modell ist der Distributor ­Acmeo seit 2007 groß geworden. Seitdem hat das hannoversche Unternehmen zahlreiche Systemhäuser, insbesondere kleinere, dabei unterstützt, ihr Geschäft von Hardwarevertrieb und klassischen Wartungsdiensten auf langfristige Serviceverträge, standardisierte Leistungen und wiederkehrende Erlöse umzustellen. Derweil hat der VAD seinen Umsatz seit 2012 von 2,5 Millionen Euro auf 23 Millionen Euro im zuletzt abgeschlossenen Fiskaljahr (31. März 2020) fast verzehnfacht. Für das laufende Jahr rechnen die Niedersachsen mit Erlösen von 31 Millionen Euro.

Henning Meyer, Geschäftsführer bei Acmeo, strebt eine engere Verzahnung von Technologien und Prozessen an.
Henning Meyer, Geschäftsführer bei Acmeo, strebt eine engere Verzahnung von Technologien und Prozessen an.
(Bild: Michael Hase)

Und das Wachstum soll in kaum vermindertem Tempo weitergehen: Für 2024 plant Acmeo mit einem Umsatz von 100 Millionen und für 2030 mit 200 Millionen Euro. Diese Ziele formulierte Geschäftsführer Henning Meyer auf dem virtuellen Partnertag des Distributors im April mit Blick auf „Acmeo 2030“. Mit dieser Vision verbindet der Unternehmensgründer nicht nur Zahlen, sondern auch inhaltlich-strategische Ziele. So möchte er den VAD langfristig „zum wertvollsten Partner für MSPs in ­Europa“ machen. Seit Herbst 2018 gehört Acmeo zur Infinigate-Gruppe und hat sein Geschäftsmodell unter der Marke „Infinigate MSP“ mittlerweile in mehrere europäische Länder exportiert.

Strukturelle Veränderungen

Um das Technologie- und Dienstleistungsangebot des Distributors am Bedarf der Zielgruppe auszurichten, setzt sich Meyer intensiv mit der Marktentwicklung auseinander. So hat er das Portfolio bereits in den vergangenen Jahren über Remote ­Monitoring & Management (RMM) hinaus erweitert, vor allem in Richtung Managed Security Services. Zudem beobachtet der Acmeo-Chef, dass sich Managed Services strukturell verändern, und zwar hin zu ­einem Modell, bei dem der Dienstleister nicht mehr primär fremde IT überwacht und betreibt („Managed Only“), sondern bei dem ihm auch die Hardware selbst gehört („Owned and Managed“).

Noch ist der Managed-Only-Ansatz am weitesten verbreitet, wie die Analysten von The Channel Company ermittelt haben. Ihn verfolgen 39 Prozent der MSPs, während 27 Prozent auf das Owned-and-Managed-Modell setzen. Weitere 34 Prozent vertreiben lediglich Managed Services anderer Anbieter, teils als Whitelabel unter eigenem Namen. Managed Only ist vor ­allem bei Dienstleistern üblich, die kleine (42 %) und mittelgroße Kunden (47 %) betreuen. Allerdings wird der Owned-and-Managed-Ansatz den meisten Befragten zufolge in Zukunft am stärksten wachsen, vor allem bei MSPs im Mittelstand.

In dieser Entwicklung sieht Meyer eine Chance. Für MSPs ist es zwar mit höheren Investitionen und größerem administrativen Aufwand verbunden, wenn sie umfassende Service-Pakete schnüren, die auch die Hardware einschließen. Dafür sind gegenüber dem Managed-Only-Ansatz, wie der Acmeo-Chef vorrechnet, aber sowohl die Roherträge (90 % versus 75 %) als auch die Umsatzrenditen (10 bis 20 % versus 8 bis 15 %) höher. Nicht zuletzt möchte der Distributor seinen Partnern bei der Konzeption, Kalkulation, Bereitstellung und Abrechnung komplexerer Angebote helfen. „Unsere Vision geht dahin, dass Systemhäuser ihren Kunden alles das, was sie ihnen heute noch verkaufen, künftig als Managed Service bereitstellen, und zwar auf Basis unserer Lösungen.“

Ehrgeiziges Middleware-Projekt

Die Acmeo-Strategie für die kommenden Jahre zielt daher darauf ab, Partnern ­innovative Service-Konzepte an die Hand zu geben und sie zugleich bei der Verzahnung von Technologien und Prozessen zu unterstützen. Letzterem Zweck dient ein ehrgeiziges Projekt, das Meyer in den kommenden zwei, drei Jahren intensiv beschäftigen wird: die Entwicklung einer Middleware, die alle für einen MSP relevanten ERP-/ CRM-Module und sein ­Ticketsystem miteinander verbindet, um einen durchgängigen Datenaustausch und eine Automatisierung von Prozessen zu ermöglichen. Dazu sollen Schnittstellen zu gängigen ERP-Systemen wie SAP Business One, Microsoft Dynamics Nav, Sage oder Lexware programmiert werden.

„Unser Ziel ist, dass der Partner einen strukturierten Überblick erhält, sodass er seine Managed Services einfach kalkulieren, zuordnen und abrechnen kann, ohne dafür manuelle Prozesse ausführen zu müssen.“ Bei der Middleware soll es letztlich keine Rolle spielen, ob ein Managed Service ausschließlich aus Komponenten aus dem Acmeo-Portfolio besteht, oder ob der MSP dafür auch andere Services und Produkte, etwa Dienste von Hyperscalern oder Hardware, bezieht.

Solche Projekte sind für den Distributor letztlich genauso wichtig wie die Weiterentwicklung des Portfolios, in dem RMM und Managed Security weiterhin Schwerpunkte bilden. Bereits seit 2015 befasst sich bei dem Unternehmen eine dedizierte Einheit unter der Bezeichnung „Systemhaussoftware“ mit Systemen und Tools, die Partnern dabei helfen, ihre ­internen Prozesse zu verbessern. „Darin sehen wir ein Alleinstellungsmerkmal von Acmeo“, betont Meyer.

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 Michael Hase

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Chefreporter