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SolarWinds-Experten geben einen Ausblick

7 Technikprognosen für 2020

| Autor / Redakteur: Leon Adato, Sacha Dawes, Patrick Hubbard, Sascha Giese, Thomas LaRock / Andreas Donner

Nach Meinung der SolarWinds-Experten wird 2020 u.a. das Jahr für 5G und APM-Tools.
Nach Meinung der SolarWinds-Experten wird 2020 u.a. das Jahr für 5G und APM-Tools. (Bild: © – rasica – stock.adobe.com)

Die Experten von SolarWinds stellen sieben Prognosen vor, die Technikexperten 2020 berücksichtigen sollten. Das Team widmet sich den Themen Führungskräfte, IT-Silos, Tools für das Application Performance Management, Managed Security Services Provider, Cyberhygiene, 5G und Smart Citys.

1. Im Wandel: Führungskräfte in technologiegestützten Branchen

von Leon Adato

Leon Adato.
Leon Adato. (Bild: SolarWinds)

Führungskräfte arbeiten heute in einer servicedominierten Welt. Die Tage der IT-Investitionsausgaben gehören der Vergangenheit an. Entscheidungen werden nicht mehr im Hinblick auf Jahre oder Quartale getroffen, sondern basierend auf einer schnellen Anpassungsfähigkeit, durch die Führungskräfte in modernen Geschäftsumgebungen wettbewerbsfähig bleiben.

Infolgedessen verändert sich die Zusammenstellung von Führungsriegen. Es gibt immer weniger Vorstandsetagen, in denen ältere Führungskräfte das Sagen haben, denn zur Führungskompetenz gehören mehr und mehr auch das Know-how und die Fertigkeiten, die für den Erfolg in den heutigen technologiegestützten Branchen so unerlässlich sind. Während sich Führungskräfte im Jahr 2020 und darüber hinaus weiterentwickeln werden, können wir davon ausgehen, dass Führungsebenen und IT-Abteilungen einander stärker annähern werden, um einen Grundkonsens zu finden und die Organisation erfolgreich zu modernisieren, zu digitalisieren und zu transformieren.

In der Vergangenheit redeten Technikexperten und Führungskräfte oft aneinander vorbei. Durch diesen Mangel an Verständnis ist eine zusätzliche Komplexität hinzugekommen, was wiederum für Unternehmen mit dem Wunsch, sich zu modernisieren, zu kostspieligen Missverständnissen geführt hat. Führungsetagen, die sich weiterentwickelt haben, erkennen diese Herausforderung und begreifen sie als Chance, die Sprachbarriere zwischen IT und Führungskräften abzubauen.

Solche Führungskräfte suchen nach Mentoring-Möglichkeiten mit Technikexperten, um letztlich Technologien optimaler für ihr Geschäft einsetzen zu können. Die Umgestaltung des Dialogs mit der IT-Abteilung bedeutet, dass die Führungsebene den technischen Jargon nicht mehr analysieren und übertragen muss. Und so kann eine effektive Zusammenarbeit in Richtung eines gemeinsamen Ziels entstehen: der Verbesserung der Unternehmensleistung.

2. Mit IT-Betriebsmanagement Silos aufbrechen

von Sacha Dawes

Sacha Dawes.
Sacha Dawes. (Bild: SolarWinds)

Multi-Cloud und Multi-Premises werden auch 2020 die IT-Realität dominieren. Die allgegenwärtige abteilungsübergreifende Nutzung von IT in Unternehmen erfordert zwingend eine Auflösung von Silos. Technikexperten aus unterschiedlichen Teams müssen zusammenarbeiten, um Unternehmensziele wie Produktivität und Leistung zu unterstützen. Hinzu kommt die Schwierigkeit der Verwaltung extrem verteilter umgebungsübergreifender Anwendungen und Infrastrukturen.

Technikexperten werden der Ausbreitung der unterschiedlichsten Tools verschiedenster Anbieter überdrüssig und streben stattdessen integrierte Lösungen an, mit denen sie Umgebungen innerhalb ihrer Firewall sowie als Hybrid- und Public-Cloud-Umgebungen verwalten können. Um moderne Multi-Cloud- und Multi-Premises-Architekturen zu unterstützen, müssen Einblicke zentralisiert werden – mit einer integrierten Ansicht, die Abhängigkeiten und Beziehungen zwischen Anwendungen und der Infrastruktur, von der sie abhängen, aufzeigt. Nur dann können Technikexperten nicht nur die Leistungsmessdaten über das gesamte Unternehmen hinweg verstehen, sondern auch eine gemeinsame IT-Sprache sprechen und ehemals isolierte Funktionen zusammenführen.

3. APM – zum ersten Mal seit 30 Jahren

von Patrick Hubbard

Patrick Hubbard.
Patrick Hubbard. (Bild: SolarWinds)

Obwohl es Tools für das Application Performance Management (APM) seit den 1990er Jahren gibt, zählen sie noch immer zu den meistunterschätzten Programmen in der Technologiebranche. 2020 wird sich dies ändern. Unternehmen setzen die Hybrid Cloud ein und nutzen dabei dynamische Technologien zur Erstellung neuer Anwendungsfunktionen. Diese Änderungen bei der Anwendungsbereitstellung bieten tagtäglich mehr Flexibilität, Agilität und Skalierbarkeit. Gleichzeitig machen sie jedoch traditionelle Überwachungstechniken schwieriger – manchmal unmöglich, während das Unternehmen gleichzeitig sogar mehr Leistung erwartet.

Wir stehen in Sachen APM an einem Scheideweg. Und 2020 haben wir die seltene Chance, mit aktuellen technischen Veränderungen Schritt zu halten und die Kontrolle über die Überwachung der Anwendungsbereitstellung zurückzugewinnen. Technikexperten werden sich allein auf die Infrastrukturleistung konzentrieren, um mit erweiterten Erfolgskennzahlen auch die echten Erfahrungen der Endbenutzer mit einzubeziehen. Für viele Techniker beginnt dieser Prozess mit einem einfachen Perspektivenwechsel: Es geht darum, wie ein Endanwender zu denken, um wie ein weiser Administrator zu überwachen. Wenn die Einführung der APM-Grundsätze erneut in den Vordergrund gerückt wird, bietet dies Unternehmen einen Lichtblick: Innovationsfreiheit. Zudem bietet sich die Möglichkeit, fruchtbare Gespräche mit dem CIO zu führen – Gespräche, in denen Technikexperten die Geschäftsführung über neue Wege, Kunden glücklich zu machen, aufklären können.

Kundenorientierung und Endbenutzererlebnisse werden für Unternehmen im Jahr 2020 (und darüber hinaus) weiterhin Priorität haben. Dabei werden die Unternehmen APM-Tools einsetzen, um sich weiterzuentwickeln, innovationsfähig zu sein und umfassendere Unternehmensziele zu erreichen – was letztlich zu einer besseren Umsetzung und der entsprechenden Qualifikation führt.

4. Schluss mit gegenseitigen Schuldzuweisungen beim Thema Sicherheit – mit MSSPs

von Sascha Giese

Sascha Giese.
Sascha Giese. (Bild: SolarWinds)

Der nächste Schritt bei der Einführung verwalteter Dienste oder eines MSP-Anbieters besteht 2020 darin, einen MSSP, einen Managed Security Services Provider (Anbieter für verwaltete Sicherheitsdienste) hinzuzuziehen. MSSPs sind besonders geeignet für Unternehmen mit knappem Budget, wenigen Mitarbeitern oder geringen Ressourcen zur Aufrechterhaltung einer effektiven Cybersicherheit. Der Einsatz eines MSSPs macht Schluss mit den gegenseitigen internen Schuldzuweisungen, auch unter Technikexperten, und verschiebt die Verantwortung im Fall von Datensicherheitsnotfällen.

2019 kam es zu nie dagewesenen Krisenfällen im Bereich der Cybersicherheit: Von Datenschutzverletzungen bei Capital One, über Ransomware-Angriffe auf Krankenhäuser und Regierungsstellen bis hin zu Angriffen auf die Lieferkette bei Asus. Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass jede Organisation anfällig für Angriffe sein kann. Das macht es umso wichtiger, dass Unternehmen Verantwortung übernehmen. Wenn etwas schiefgeht, können es sich Unternehmen nicht leisten, sich gegenseitig die Schuld für ihre Sicherheitsfehler zuzuschieben. Und hier kommt ein MSSP ins Spiel.

Für das Outsourcing der Verantwortung für die Cybersicherheit an einen MSSP gibt es viele gute Gründe. Hierzu gehören etwa der Fokus speziell auf Sicherheit, Zugriff auf ausgebildetes Personal rund um die Uhr, Zugang zu Tools, die normalerweise teurer sind als andere IT-Lösungen, sowie die Flexibilität, spezialisierte Dienste in Anspruch zu nehmen, um Compliance-Vorschriften einzuhalten. Aus diesen Gründen werden wir auch 2020 beobachten können, dass mehr und mehr Unternehmen MSSPs einbeziehen. Diejenigen, die am meisten von MSSPs profitieren werden, sind Unternehmen, die, wenn etwas schiefläuft, mehr Verantwortung für ihre Datensicherheit übernehmen und nicht nach einem Sündenbock suchen.

5. Zurück zu den Wurzeln: Notfälle durch gute Cyberhygiene vermeiden

von Thomas LaRock

Thomas LaRock.
Thomas LaRock. (Bild: SolarWinds)

Egal, ob es um Spear-Phishing, Malware oder Ransomware geht: Kriminelle finden neue Wege, Unternehmen anzugreifen und ihre Sicherheit zu gefährden. 2020 werden Unternehmen erkennen, dass es, um diese Bedrohungen abzuwehren und Schwachstellen wie einfach erreichbare Ziele zu vermeiden, notwendig ist, Best Practices für gute Cyberhygiene ebenso Priorität zu geben wie Schulungen für alle – von Berufseinsteigern bis hin zu Führungskräften der obersten Ebene. Hierzu gehören einfache Best Practices für Mitarbeiter, von der Nutzung von Passwortmanagern und Tools zur Vermeidung von Kontoübernahmen über das Befolgen der 3-2-1-Backup-Regel (drei Kopien eines Datensatzes in zwei unterschiedlichen Formaten und eine Kopie offsite gespeichert) hin zu wichtigen Endbenutzerschulungen, um Ransomware und Phishing-Angriffe zu vermeiden.

Im kommenden Jahr wird sich unsere Einstellung zur Cybersicherheit sehr wahrscheinlich weiterentwickeln: weg von einem eher auf Hardwaresicherheit ausgelegten Ansatz, hin zu einem umfassenderen Fokus auf die digitale Sicherheit. So kann auch das riesige Volumen an persönlichen Daten berücksichtigt werden, das online existiert und möglicherweise gehackt oder anderweitig gefährdet werden könnte. Es lässt sich bereits feststellen, dass beim Thema Sicherheit und dem Blick von Technikexperten auf diese sich verändernde Landschaft sicherheitsbasierte Kompetenzen mehr und mehr im Mittelpunkt stehen. Der SolarWinds IT Trends Report 2019: Skills for Tech Pros of Tomorrow zeigte, dass 54 Prozent der Teilnehmer in den nächsten drei bis fünf Jahren planen, ihre Fähigkeiten in puncto Sicherheitsmanagement auszuweiten.

Hacker, Viren und intelligente Malware sind Teil der feindseligen Cybersicherheitslandschaft von heute. Durch gute Cyberhygiene können sich Unternehmen besser auf solche Sicherheitsbedrohungen vorbereiten und sie entsprechend verhindern.

6. 2020: Am 5G-Scheideweg

von Patrick Hubbard

Patrick Hubbard.
Patrick Hubbard. (Bild: SolarWinds)

2020 wird einen entscheidenden Wendepunkt darstellen, während Chiphersteller und Internet Service Provider (ISP) gleichermaßen dem Pfad zu einer breit angelegten 5G-Einführung folgen. Wir werden bestimmte Auswirkungen auf die Gesellschaft feststellen, wie etwa verbesserte Anwendungsleistung und die Ermöglichung neuer Technologien für IoT. Gleichzeitig können wir davon ausgehen, dass führende ISP-Unternehmen wie Time Warner ihr Portfolio radikal umstellen werden, während Telekommunikationsfirmen wie Verizon weiterhin in 5G-Ausstattung investieren werden.

5G ist im Kommen. Und auch wenn es den Anschein haben mag, die nächste Generation drahtloser Technologie brächte nichts außer Geschwindigkeit, Reaktionsschnelligkeit und die notwendige Reichweite, um die volle Funktionsfähigkeit aufkommender Technologietrends freizusetzen, wird sie auch nie dagewesene Problembereiche mit sich bringen, für die es aktuell keine Lösung gibt.

2019 brachten Smartphonehersteller wie Samsung und ZTE 5G-Handsets auf den Markt. Benutzer konnten jedoch nur an der Oberfläche des Potenzials von 5G kratzen, denn Telekommunikationsunternehmen und Netzwerkfirmen bauen noch immer an der Infrastruktur, um die umfassendere Abdeckung dieser Technologie der nächsten Generation zu unterstützen. Verbraucher, die Anwendungen auf einem „5G-light“-Netzwerk (wie das 5Ge-Netzwerk von AT&T) ausführen, erleben unter Umständen stockende Konnektivitätswechsel zwischen unterschiedlichen Geschwindigkeiten, was zu geringerer oder unberechenbarer Leistung für Apps führt, die ausgehend von umfassend verfügbaren Netzwerken mit hoher Leistung entwickelt wurden. Gleichzeitig werden Überwachungsanwendungen, die in zunehmend fragmentierten Netzwerken ausgeführt werden, noch wichtiger, weshalb Entwickler Anwendungen für alle Konnektivitätsgeschwindigkeiten optimieren müssen. Die Möglichkeit zur Messung der Netzwerkleistung muss ebenfalls gegeben sein, damit weitere Markteinführungen von 5G-Infrastrukturen die Latenzerwartungen erfüllen.

7. Unternehmen orientieren sich an Smart Citys

von Patrick Hubbard

Patrick Hubbard.
Patrick Hubbard. (Bild: SolarWinds)

Beim digitalen Wandel gibt es Parallelen zwischen Smart Citys und Unternehmen. Sowohl intelligente Städte als auch innovative Unternehmen nutzen Technologien als Motor des Wandels. Angesichts der steigenden Nachfrage nach digitalen Erlebnissen im Jahr 2020 werden Unternehmen begreifen, dass es von einer Smart City noch mehr zu lernen gibt.

Smart Citys setzen Technologien ein, um Dienste effektiver bereitzustellen und letztlich den Bürgern ein besseres Lebensumfeld zu bieten. Dasselbe gilt für Unternehmen, die versuchen, die Lieferkette ihrer Kunden zu entwirren oder dafür zu sorgen, dass eine technische Anlage effizienter läuft. Städte stehen aber ebenfalls vor den Herausforderungen der Komplexität, alternder benutzerdefinierter Anwendungen, überfälliger Infrastruktur-Upgrades… also allem, womit etablierte Unternehmen zu tun haben, und vieles mehr. Manche argumentieren jedoch, eine Smart City wandelt sich bereits schneller als ein Unternehmen, führt Smart-City-Mobilitätslösungen ein, von denen die Bürger profitieren, und entwickelt privat-öffentliche Partnerschaften, um Innovationen voranzubringen. Smart Citys lernen hinzu und machen letztlich Fortschritte in Bereichen, die Unternehmen gern angehen möchten. Die Untersuchungen, Experimente, Daten und Best Practices, die durch diese Anstrengungen im Bereich Smart City entstehen, können sehr hilfreich sein, wenn Unternehmen ihren Kurs für eine Unternehmenstransformation und technologische Modernisierung festlegen.

Über die Autoren

Leon Adato, Patrick Hubbard, Sascha Giese und Thomas LaRock sind Head Geeks bei SolarWinds. Sacha Dawes ist Director, Product Marketing im selben Unternehmen.

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