Angetestet: Toolstar Test LX Neo von Toolhouse

Test-Tool im Tool-Test

| Autor: Klaus Länger

Toolhouse hat mit Toolstar Test LX Neo eine neue Version der Testsoftware auf Linux-Basis auf den Markt gebracht und dabei die Oberfläche gründlich modernisiert.
Toolhouse hat mit Toolstar Test LX Neo eine neue Version der Testsoftware auf Linux-Basis auf den Markt gebracht und dabei die Oberfläche gründlich modernisiert. (Bild: Vogel IT-Medien)

Toolhouse entwickelt und vertreibt seit bald 25 Jahren professionelle Produkte für die Fehlersuche bei x86-Rechnern. Jüngster Spross ist die gerade in neuer Version erschienene Test-Software Toolstar Test LX. Wir haben uns die Testsoftware im Hands-on-Test angesehen.

Die Fehlersuche und Diagnose von PCs, Notebooks und Servern gehört zum Tagesgeschäft von IT-Fachhändlern und Systemhäuser. Die Pfaffenhofener Firma Toolhouse ist seit fast 25 Jahren im Geschäft mit Hard- und Software für den Test von x86-Rechnern aktiv. Die selbst entwickelte Test-Software Toolstar Test LX, das wichtigste Produkt von Toolhouse, hat gerade einen großen Versionssprung mit neuer Oberfläche und zusätzlichen Testoptionen hingelegt. Die Erwartungshaltung ist also groß.

Linux als Basis

Als Unterbau für Test LX nutzt Toolhouse ein Debian-Linux. Damit wird das Test-Tool entweder vom USB-Stick, per DVD-ROM oder via PXE vom Server gebootet. So ist die Test-Software auch auf Rechnern ­ohne funktionierendes Betriebssystem lauffähig oder wenn nicht gewünscht ist, dass ein Service-Techniker auf das OS Zugriff hat. Zudem kann der Tester damit eingrenzen, ob Fehler tatsächlich an der Hardware liegen, oder ob Betriebssystem und Treiber verantwortlich sind.

An Grenzen stößt Test LX allerdings bei Hardware, für die Linux keinen Treiber ­parat hat. Bei einem unserer Test-PC blieben für das Programm zwei Festplatten unsichtbar, die als Stripe-Set an einem Marvell-RAID-Controller hängen. Allerdings besteht die Möglichkeit, selbst passende Treiber zu integrieren. Der Nutzer muss nur auf die passende Kernel-Version achten.

Neue Oberfläche und zusätzliche Funktionen

Die Oberfläche der Software erinnert nun nicht mehr an ein altes DOS-Programm, sondern präsentiert sich modern und aufgeräumt. Toolhouse nutzt dafür Wayland und die Weston Desktop Shell. Praktisch an der Toolstar-Oberfläche ist die Option, mit der Fragezeichen-Schaltfläche in der Befehlsleiste ein Panel einzublenden, das über die jeweils gewählte Kategorie in der Optionsleiste ausführliche Informationen liefert. Neu ist auch die WLAN-Unterstützung. Beim Start der Software nach dem Bootvorgang werden in einer Dialogbox ­automatisch alle WLAN-Zugänge in Reichweite aufgelistet und die Anmeldung mit Passwort ermöglicht. Daneben ist ein ­Login bei eine WLAN auch über die Befehlsleiste möglich.

Umfangreiche Diagnosefunktionen für Rechnerkomponenten wie der CPU, des ­Arbeitsspeichers oder der Laufwerke gehörten schon bisher zu den Basisfunktionen der Toolhouse-Software. Mit der Version 4.04 Neo können einzelne Tests in Gruppen zusammengefasst und automa­tisiert ausgeführt werden. Die Testergebnisse werden auf dem Stick oder auf einem entfernten Service-PC gespeichert.

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Test LX ist mittels VNC fernsteuerbar und erlaubt dabei separate Passwörter für das Betrachten oder das Steuern der Software. Zudem verfügt Test LX über sehr weitgehende Diagnosefähigkeiten, um erst einmal zu erfassen, welche Hardware überhaupt im Rechner eingebaut ist. Die Software liefert detaillierte Informationen zu Prozessor, Mainboard, Speicher, Laufwerken, Grafik, Sound, Schnittstellen, Netzwerk, Eingabegeräten und dem Notebook-Akku.

Umfangreiche Belastungstests

Die Palette der Tests in den einzelnen ­Abschnitten ist enorm umfangreich. Für Prozessoren gibt es neben den Tests für ­einzelne Funktionseinheiten gleich zwei Belastungstests mit unterschiedlicher Intensität: einen Stresstest für alle Funktionseinheiten und einen Hochlasttest. Die Temperatur der einzelnen Prozessorkerne wird dynamisch angezeigt. Für den Arbeitsspeicher stehen verschiedene Testverfahren mit unterschiedlicher Dauer bereit. Für die Laufwerke bietet Test LX unterschiedliche Tests und Benchmarks. Auch der SMART-Status wird ausgelesen. Op­tional ist die Shredder-Funktion für ein ­sicheres Löschen von Laufwerken mit Löschzertifikat. Externe Laufwerke erkennt, testet oder löscht das Tool ohne Neustart. Eher oberflächlich sind die Tests für die Grafik, die teilweise wie Überbleibsel aus der Zeit der Röhrenmonitore wirken. 3D-Tests fehlen komplett.

Umfangreich sind die Testverfahren für Schnittstellen. Toolhouse bietet einen USB-Prüfstecker als optionales Zubehör an. Alle Tests werden automatisch protokolliert, die Protokolle sind in verschiedenen Formaten speicherbar. Für Dauertests kann das Programm selbst Skripte erstellen, indem man interaktiv einzelne Tests aus verschiedenen Katego­rien zusammenstellt. Mit Simultantests kann ein System besonders intensiv beansprucht werden. Die Protokolle können einfach mit Informationen zum Tester und zum ­getesteten Rechner versehen werden, die per Software nicht auslesbar sind, also Typenbezeichnung, Seriennummern oder Kundendaten.

Fazit: Sinnvolles Tool für Profis

Mit kostenlosen Tools auf Linux-Boot-Sticks kann man ­viele der Test durchführen, die Toolstar Test LX Neo anbietet. Dies aber nicht mit einheitlicher Bedienung unter einer ­gemeinsamen Oberfläche und mit der Erstellung ausführlicher Reports und ganz sicher nicht mit einer zeitsparenden Automatisierung der Tests.

Da beim professionellen Einsatz, und für den ist die Toolhouse-Software bestimmt, die Technikerstunden einen größerer Kostenfaktor darstellen, als Lizenzkosten für Software, haben sich die 299 Euro für die Software schnell rentiert. Eine Plus-Lizenz für den parallelen Test von zwei Rechnern kostet 399 Euro.

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