Nachbericht Microsoft Ignite 2021 Microsoft erweitert KI-Portfolio und kündigt SQL Server 2022 an

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Microsoft hat auf der Kundenkonferenz Ignite 2021 über 90 Neuheiten und Erweiterungen vorgestellt. Dazu gehören der KI-Dienst OpenAI, Erweiterungen für CosmosDB und Synapse Analytics sowie Azure SQL Managed Instance. Von SQL Server 2022 zeigten die Redmonder eine Preview.

Firmen zum Thema

Microsoft hat auf der Kundenkonferenz Ignite 2021 über 90 Neuheiten und Erweiterungen vorgestellt.
Microsoft hat auf der Kundenkonferenz Ignite 2021 über 90 Neuheiten und Erweiterungen vorgestellt.
(Bild: © Microsoft / Matzer)

Die große umfassende KI-Umgebung auf Azure besteht unter anderem aus den Cognitive Services. Cognitive Search, die Funktion für die semantische Volltextsuche, unterstützt inzwischen über 50 Sprachen – weitere sollen dazukommen. Der neue Dienst Azure OpenAI erlaubt dem Nutzer den Zugang zu KI-Modellen, die auf dem Niveau von GPT-3 stehen. Generative Pre-trained Transformer 3 ist ein autoregressives Sprachmodell, das Deep Learning von OpenAI verwendet, um täuschend echte Texte zu erzeugen.

Microsoft-CEO Satya Nadella, demonstrierte, wie OpenAI aus verschiedenen Sportberichten zu einem Match Schlüsselphrasen exzerpieren und zu neuen Formulierungen und Programmcode zusammensetzen kann, passend zu den ebenfalls mitgelieferten Videos und Fotos. Die neue KI-Funktion soll den Prinzipien des „Responsible AI“ wie etwa Transparenz und Erklärbarkeit gehorchen. Um den neuen Service erproben zu können, braucht man eine Einladung.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Der Azure Cognitive Service for Language fasst mit dem neuen Language Studie drei bisherige Dienste zusammen: Text Analytics, QnA Maker and Language Understanding. Indem verschiedene sprachrelevante Funktionen an einer einzigen Stelle zusammengefasst werden, soll dies den Entwickler in seiner Arbeit besser unterstützen.

Azure Data

Entwicklerfreundliche Leistungsmerkmale sollen den Nutzwert der NoSQL-Datenbank Azure CosmosDB erhöhen. Der Hauptaspekt hierbei ist Kostenkontrolle durch eine Datendurchsatzbegrenzung, Warnmeldung im Azure Advisor und die teilweise Dokumentaktualisierung in der Core (SQL) API.

Die inzwischen allgemein verfügbare Azure Managed Instance for Apache Cassandra soll Entwickler und Admins dabei unterstützen, ihre Cassandra-Workloads in die Cloud zu transferieren. Durch automatische Synchronisation können solche hybriden Workloads zugleich on-premises und in der Cloud ausgeführt werden. In der Cloud genießen sie die Vorteile der Skalierung und der Infrastrukturverwaltung.

Azure Synapse Analytics

Azure Synapse Analytics vereint Datenintegration, Enterprise Data Warehouse und Big Data Analytics. Branchenspezifische Datenbankvorlagen sind neu hinzugefügt worden. Kunden können ihre Daten nun branchenspezifisch modellieren, aber auch verschiedene Datenquellen leichter integrieren. In der jeweiligen Betaversion können Kunden Templates für Retail, verpackte Lebensmittel und Finanzdienstleistungen (Banken, Fondsverwaltung, Eigentums- und Schadensversicherung) erproben.

Ebenfalls in der Betaphase befinden sich Echtzeitanalysefunktionen für Daten aus Telemetrie, Zeitreihen und Logfiles. Kunden können diese Datenquellen mithilfe des Azure Synapse Data Explorers und seiner Query Engine abfragen, welche für solche Datentypen und Workloads ausgerichtet wurde. Damit sollen sich Maschinen- und Nutzerdaten für Entscheidungsfindungen heranziehen lassen. Das ist quasi Splunk für Azure.

Event Hub Premium

Für die IoT-Analyse eignet sich in Azure Synapse vor allem Event Hub, das zu den ersten Bausteinen von Azure überhaupt gehört. Event Hub Premium, das nun verfügbar ist, erlaubt es anspruchsvollen Kunden, Streaming-Workloads mit maximaler Performance und Vorhersagbarkeit auszuführen. Datenerfassung, Streaming und Analyse erfolgen in Echtzeit. Hinzukommt auch das Erstellen entsprechender Daten-Pipelines, um Daten zu sammeln und auszuwerten. Nutzt der Kunde die Optionen für mandantenfähige Instanzen mit reservierter Leistung, soll er in der Lage sein, in dieser PaaS-Umgebung maximale Ergebnisse zu erzielen.

Azure Database for MySQL und Azure Database for PostgreSQL sind vollständig verwaltete Datenbankdienste. Für sie steht nun mit Flexible Server eine Deployment-Option zur Verfügung, die maximale Kontrolle erlaubt, also etwa Kostenkontrolle und Hochverfügbarkeit. Diese Option soll noch im November erhältlich sein.

Azure SQL Managed Instance ist ein vollständig verwalteter Datenbankservice, mit dem sich Apps modernisieren lassen sollen. Mithilfe der neuen Funktion „Link“ lassen sich nun beliebige SQL-Server ankoppeln, um Flexibilität bei hybriden Daten und hinsichtlich der Mobilität von Datenbanken zu offerieren. Den Nutzern stehen Disaster Recovery die bidirektionale Datenmigration zwischen diesem Dienst und dem kommenden SQL Server 2022 zur Verfügung. Das bedeutet, dass sich Workloads so einstellen lassen, dass Nur-lesen-Szenarien realisierbar sind, die Performance und Skalierung unterstützen.

Intel-Ice-Lake-Prozessoren sind die Hardware der nächsten Generation, die sich mit der aktuellen Version von Azure SQL Managed Instance nutzen lässt. Die Leistungssteigerung gegenüber der Vorgängergeneration dürfte dementsprechend hoch ausfallen. Pro vCore lassen sich nicht nur mehr RAM zuweisen, sondern auch Speicherkapazität (bis zu 16 Terabyte). Mithilfe der Windows-Authentisierung, die jetzt in SQL Managed Instance bereitsteht, ist es dem Kunden möglich, in der Cloud von App zu App zu wechseln, ohne sich ständig neu einloggen zu müssen.

SQL Server 2022

Der SQL Server 2022 befindet sich ebenfalls in der Betaphase. Er ist mit dem oben genannten Synapse Link ebenso integriert wie mit Azure Purview, um den Kunden tiefere Einblicke zu gewähren, zu Vorhersagen zu verhelfen und um Governance zu realisieren. Purview verwaltet Daten in Multi-Cloud, SaaS-Lösungen und on-premises, also auch in Azure, Microsoft 365 und der Power-Plattform.

Diese Version soll eng mit der Cloud gekoppelt sein – und das zeigt sich etwa im Bereich Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery (HA/DR): Hierfür soll die Datenmigration ohne Ausfallzeit möglich sein. ETL-Verbindungen zu Cloud-Analysewerkzeugen seien nicht mehr notwendig. Das soll es Datenbank-Admins erlauben, ihre Daten-„Immobilien“ mit größerer Flexibilität und geringstmöglicher Störung für die jeweiligen Nutzer zu verwalten. Die eingebaute „Intelligenz“ soll die Performance und Skalierbarkeit automatisch steigern. Der SQL Server 2022 lässt sich auf Linux, Windows und Kubernetes bereitstellen.

(ID:47787128)