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ITscope-Marktbarometer Q2/2019

Margenträchtige Newcomer und lohnende alte Hasen

| Autor: Sarah Gandorfer

Im zweiten Quartal gab es selbst in Kategorien, die normalerweise von langen Produktlebenszyklen geprägt sind, einige Rising Stars.
Im zweiten Quartal gab es selbst in Kategorien, die normalerweise von langen Produktlebenszyklen geprägt sind, einige Rising Stars. (Bild: © 3dsculptor - stock.adobe.com)

Diesmal sind die Shooting Stars nicht nur bei den Smartphones zu finden. Interessant sind unter anderem Apples AirPods 2. Auch bei den Transceivern ist eine Dynamik zu beobachten. Außerdem duellieren sich HP und Dell weiterhin um die Vorherrschaft im Monitorsegment während Samsung und Apple den gemeinsamen Kontrahenten Huawei in Sachen Mobiltelefone erfolgreich in die Schranken weisen.

Das Marktbarometer von ITscope analysiert rückwirkend die Produktaufrufe aller drei Millionen gelisteten ITK-Artikel auf der eigenen Website und bietet so einen Einblick in das kategoriespezifische Produktinteresse der ITK-Reseller.

Stürmische Newcomer

Anführer der Neueinsteiger sind die kabellosen AirPods der zweiten Generation von Apple. Mit 3.604 Klicks war das Reseller-Interesse an den neuen In-Ear-Bluetooth-Hörern hoch. Eigentlich ein Endkundenprodukt, doch der verbesserte, klarere Klang sowie die optimierte Steuerung von Siri hat die Nachfrage der Business-Kunden angekurbelt.

Auf Rang zwei der Neueinsteiger findet sich das Aruba Transceiver-Modul von HP Enterprise. Die Produktlebenszyklen in diesem hart umkämpften Markt sind lang und Verkaufserfolge oft durch deutlich günstigere Copycats und Gebrauchtware beeinflusst. Umso größer also der Aufruhr, wenn es nach langer Zeit mal wieder ein Nachfolgemodell gibt. Vergleicht man jedoch die Spezifikationen des neuen Moduls mit dem Vorgängermodell J4858C, fällt auf, dass beide Ausführungen identisch sind. Es scheint sich hierbei also eher um ein Rebranding zu handeln. Da die neue Ausführung günstiger ist, setzen Systemhäuser zumindest fürs Neugeschäft nun konsequent auf die jüngste Version. Entsprechend sahnte das Transceiver-Modul 2.057 Klicks ab.

Mit dem Samsung Galaxy S10e mit 128 GB Speicherplatz steht in diesem Quartal ein Smartphone auf dem dritten Treppchen des Highflyer-Podests. Der schnelle Aufstieg des Mobilgeräts ist bei dem raschen Preissturz nicht verwunderlich. So sank der HEK um rund 160 Euro seit dem Marktstart im Februar.

Das Siegerpodest knapp verfehlt hat das iPad Air in der 64 GB-Version. Mit 1.252 Aufrufen konnte das 10,5-Zoll-Tablet dennoch großes Interesse wecken. Auch hier dürfte der Preissturz nur zwei Wochen nach Release eine Rolle gespielt haben. Bei aktuellen Straßenpreisen ab 487 Euro ist hier also durchaus eine Marge zu erwarten.

Bei den CPUs sorgt die AMD Ryzen 9 3900X für Furore. Mit zwölf Kernen und 3,8 GHz Taktfrequenz überzeugt der Prozessor vor allem durch seine starke Leistung. Leistung, die allerdings ihren Preis hat. Hier ist ebenfalls gute Marge zu erwarten. In der Highflyerliste des ITscope Marktbarometers reichte es für Platz 20.

Der Beginn der Outdoor-Saison machte sich auch diese Jahr in Anfragen der Reseller bemerkbar. Deutlich wird dies unter anderem bei der Platzierung der Osmo Action von DJI. DJI ist bekannt für seine Drohnen und den daran montierten, hochauflösenden Kameras. Jetzt gilt es, die Konkurrenz von GoPro im Bereich Action-Cams aufzumischen. Zwei Bildschirme, hochauflösende Videofunktion (4K) und einfache Bedienbarkeit überzeugen dabei. Das bescherte DJI Platz 30 in der Highflyerliste.

TFTs: HP unangefochten mit Verfolgern im Nacken

Bei den TFTs bleibt unangefochten auf Platz eins auch in diesem Quartal der EliteDisplay E243i von HP. Im Vergleich zum Vorquartal sind die Klickzahlen zwar leicht gesunken, dennoch hält sich das 24 Zoll große EliteDisplay mit über 1.000 Klicks Vorsprung vor dem zweitplatzierten Dell P2419H klar an der Spitze.

Auf den zweiten Blick ist der Sieg allerdings nur ein halber: Mit fünf Modellen in den Top 10 kann sich Dell ebenfalls als absoluten Top-Player des TFT-Segments rühmen. So beansprucht Dell die Ränge zwei, drei, sieben und acht für sich und schaffte zusätzlich mit dem Dell UltraSharp U2719D den Sprung auf Platz 9. Letzterer besticht nicht alleine durch seine Optik sondern bringt durch seine QHD 2.560 x 1.440 Auflösung bei 60 Hz gestochen scharfe Bilder. Er ist der teuerste TFT unter den Top 10.

Nochmal interessant wird es im Mittelfeld: Die Top 15 knapp verpasst hat der Samsung UD590 Series U28E590D mit einer Bildschirmdiagonale von 28 Zoll. Dieser konnte sich immerhin von Platz 19 auf Platz 16 vorkämpfen und ist damit der einzige Ultra-HD (3.840 x 2.160) Bildschirm, der es dieses Quartal in die Top 20 des ITscope Marktbarometers geschafft hat. Nach einer Marktpräsenz von mittlerweile über vier Jahren ist der Technologie der Durchbruch im Office allerdings immer noch nicht gelungen. Es bleibt abzuwarten, ob das weiter sinkende Preisniveau endlich die Massen anlockt.

Duell zwischen Apple und Samsung bei den Handys

Unverändert bleibt das iPhone 8 mit 64 GB mit 2.273 Klicks die Nummer 1 der Mobiltelefone und hat auch zehn Monate nach Release der neuen Generation seinen Titel verteidigt. Das iPhone Xr mit 64 GB ist diesem mit nur 23 Klicks weniger dicht auf den Fersen. Beide Smartphones profitieren hierbei nicht nur vom stabilen Markenimage des Apple-Konzerns, sondern auch von den sich langsam in erschwingliche Sphären einpendelnden HEKs.

Bemerkenswert ist auch, dass die Preise für das 8er-Modell wieder anziehen — und das, obwohl das Modell bei eBay bereits ab 409 Euro zu erstehen ist. Fachhändler hingegen müssen immer noch um die 500 Euro pro Gerät hinblättern. Möglich also, dass Apple hier das Ende des großen Abverkaufes erwirken will.

Beachtlich zugelegt hat das Samsung Galaxy S10e. Dieses ist innerhalb eines Quartals von Platz 47 auf den vierten Platz gesprungen. Mit dem Galaxy A50 liefert Samsung außerdem einen weiteren Aufsteiger. Das seit März gelistete Smartphone schafft es von Platz 175 auf den 15. Platz.

Huawei ist in diesem Quartal nicht unter den Top 15 vertreten. Diese sind ausschließlich Apple und Samsung vorbehalten. Die Chinesen schaffen es mit dem Huawei Mate 20 Lite in der 64 GB ausführung immerhin auf den 16. Platz. Außerdem liefert Huawei mit dem P30 Pro in der 128 GB-Ausführung einen echten Aufsteiger: Das seit März gelistete Smartphone schießt von Rang 369 auf den 23. Platz.

Surfaces weisen iPads in die Schranken

Ein heißer Aufsteiger im Tablet-Segment ist das Apple iPad Air Wi-Fi der dritten Generation. Nach dem erwartungsgemäß erfolgreichen Marktstart im März schaffte das Tablet im zweiten Quartal einen beachtlichen Sprung von Platz 157 auf den sechsten Rang. Damit liegt es nur knapp hinter dem Samsung Galaxy Tab A, das derzeit den fünften Platz belegt.

Die Top 5 dominiert weiterhin Erzrivale Microsoft: Mit gleich drei Tablets ist Microsoft vertreten und verteidigt eisern die Plätze eins, drei und vier. An der Spitze steht dabei nach wie vor das Microsoft Surface Pro mit 256 GB.

Notebooks in Bewegung

Bei den Notebooks gab es im zweiten Quartal mächtig Bewegung: Fünf der Top-10-Plätze werden durch Aufsteiger außerhalb der besten zehn aus dem vorhergehenden Quartal belegt. HP und Lenovo kämpfen weiterhin um die begehrten Plätze innerhalb der Top 10; an der Spitze durchgesetzt hat sich letztendlich das Lenovo ThinkPad L580 in der 512-GB-Ausführung. Damit löst es den Vorquartalssieger von HP ab, der einen Absturz auf Platz 19 verkraften muss. Beim jüngsten Spitzenreiter handelt es sich jedoch keineswegs um ein Kampfpreismodell: Das ThinkPad bewegt sich beim HEK im mittleren Preissegment und überzeugt durch ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

HP zieht mit dem HP ProBook mit 450 GB auf der Überholspur von Platz 24 auf den 2. Platz und sitzt mit nur 400 Klicks Rückstand der Konkurrenz von Lenovo im Nacken. Das Modell hat Mitte März einen erheblichen Preissturz erlebt. Seither können die Einstandspreise der Distribution auch wieder mit den Verbraucherpreisen mithalten.

Den größten Sprung in den Charts legte das Lenovo ThinkPad E590 hin. Auf Platz 28 im Vorquartal, landet es auf Platz vier. Lenovo setzt bei der neuen E-Serie auf den altbewährten Look und liefert mit dem E590 ein Office-Einsteigermodell.

Meist rangieren Apple Produkte kurz nach dem Launch in den Top 3, doch das MacBook Pro, 15.4 Zoll, i7 mit 512 GB SSD-Speicher schafft es lediglich auf Platz 11. Grund für den verhaltenen Start dürfte der saftige Einkaufspreis sein. Im Highend-Bereich ist neben dem MacBook Pro nur das Microsoft Surface Book 2 in den Top 15. Im HEK ist dieses unwesentlich günstiger als das Macbook Pro und belegt Platz 8 im aktuellen Ranking. Ein heißer Anwärter auf die Top 15 scheint derzeit das HP 250 G7, 15,6 Zoll, i5, 8 GB mit 256 GB SSD, zu sein. Gesprungen von Platz 187 auf Platz 16 wurde die Hitliste nur knapp verfehlt.

Bei Komplettsystemen luchst HP Lenovo die Krone ab

HP führt die Spitze des Charts bei Komplettsysteme an. Mit über 2.400 Klicks Vorsprung sichert sich der HP ProDesk 400 G5, i5 mit 3 GHz und 256-GB-SSD die Führung und verdrängt Lenovo mit seinem ThinkCentre M720q 10T7 auf Platz zwei. Das G4-Modell von HPs ProDesk 400 verteidigt derweil seine Bronzemedaille.

Dell macht vier Plätze gut und schafft den Sprung unter die Top 5 mit seinem OptiPlex 3060, i5 2,1 GHz, 256-GB-SSD. Das platzsparende Gehäuse und die vielseitigen Montagemöglichkeiten des Mini-PCs bringen Pluspunkte und verhelfen Dell mit seinem 3060er-Modell auf Platz 4.

Ein anderer Shootingstar bringt sich währenddessen in den Top 20 in Stellung: Das Apple iMac mit Retina 5K Display schießt von Platz 328 auf den 16. Platz. Im Vergleich zu anderen iMacs ist der Start relativ verhalten. Der im Juni 2017 erschienene iMac 27 Zoll, ebenfalls mit Retina 5K ausgestattet, schaffte binnen der wenigen im Quartal verbleibenden Wochen den Sprung direkt in die Top 3.

Kontinuität bei Grafikkarten

Unverändert beliebt bei den Grafikkarten ist die PNY Nvidia Quadro P2000, 5GB GDDR5, VCQP2000-PB. Damit hat sich das seit Februar 2017 gelistete Modul zu einem soliden Dauerbrenner entwickelt. Auf den darauffolgenden Plätzen wurden die Karten jedoch teilweise kräftig gemischt:

Die Asus Turbo-RTX2080TI-11G, 11 GB GDDR6 macht drei Plätze gut und heftet sich auf Platz zwei an die Fersen des Spitzenreiters PNY. Dabei ist sie erstaunlich gut im Rennen wenn man bedenkt, dass sie zum Premiumpreissegment gehört. Das Produktversprechen von einer zweimal längeren Lebensdauer sowie die Kombination von fortschrittlichem VR-Rendering, Echtzeit-Raytracing und künstlicher Intelligenz scheinen jedoch anzukommen.

Von Platz 16 auf den vierten Platz schaffte es die GTX 1660 Ti Gaming X 6G von MSI. Diese ist seit Februar 2019 gelistet und zählt preislich zu den günstigen Modellen. Den größten Sprung bei den Grafikkarten machte jedoch Asus mit der Dual-GTX1060-O3G: Mit einer Verbesserung von Platz 69 auf den 9. Platz hält auch hier ein äußerst preiswertes Modell Einzug in die Top 10.

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