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Computex 2016

Gaming und VR: Top-Themen der Taiwan-Messe

| Autor: Klaus Länger

Gaming-Rechner wie der Asus G31 gehörten zu den Top-Themen der Computex 2016.
Gaming-Rechner wie der Asus G31 gehörten zu den Top-Themen der Computex 2016. (Bild: Bild: Asus)

Da der größte Teil der weltweit produzierten Hardware aus Asien kommt, ist die Computex in Taipeh auch die wichtigste Messe für diesen Bereich. Die Trend-Themen der Taiwan-Messe waren VR, Gaming und 2-in-1-Geräte.

Seit den späten 1990er-Jahren ist die Computex in Taipeh, neben der CES wichtigste Messe für Hardware-Hersteller. Das ist auch kein Wunder, schließlich kommt auch der Löwenanteil der Produkte inzwischen aus China, oft aus Fabriken taiwanischer Firmen. Daher ist die Computex auch ein guter Gradmesser für die aktuellen Hardware-Trends. Denn auch wenn die Taiwan-Messe inzwischen auch die Themen Internet of Things und Industrie 4.0 für sich entdeckt hat, dominieren immer noch klassische Hardware-Produkte wie Rechner, PC-Komponenten und Peripherie wie Monitore oder Eingabegeräte.

Dass die Nachfrage nach herkömmlichen Desktop-PCs, Notebooks aber auch Tablets zurückgeht, zeigen auch die Top-Themen der Computex. Dort ging es vor allem um Gaming im Allgemeinen, Virtual Reality im Speziellen und um 2-in-1-Mobilrechner. Also die Bereiche, in denen der Bedarf nach neuen Geräten nicht gedeckt ist oder die zumindest als Wachstumsbereiche gesehen werden. Speziell für PC-Spieler gab es eine Fülle an neuen Produkten.

Rasante Rechner für virtuelle Welten

Gaming ist einer der wenigen Bereiche, in denen PCs oder wenigstens Komponenten wie Prozessor, Mainboard oder Grafikkarte nach vergleichsweise geringer Zeit gegen schnellere Modelle ersetzt werden. Neue Spiele mit immer realistischerer Grafik, aufwändigen Effekten und intelligenterer AI erfordern eben neue Hardware, wenn sie noch flüssig laufen sollen. Dazu kommt noch der Trend zu höheren Auflösungen, die ebenfalls rasantere Hardware erfordern.

Gutes Omen

HP hat auf der Computex gleich zwei Gaming-Notebooks und einen Desktop-PC vorgestellt, die unter dem Brand „Omen“ laufen. Die beiden Omen-Laptops unterscheiden sich nur durch ihre Displaydiagonale: Eines kommt mit 17,3 Zoll, das andere mit 15,6 Zoll, jeweils entweder mit Full-HD- oder mit 4K-Auflösung. Für Gaming-Notebooks sind die relativ flachen Geräte eher dezent gestaltet, nur auf dem Display-Deckel prangt das rote Omen-Logo. Zudem ist das Keyboard mit einer roten Hintergrundbeleuchtung ausgestattet. Zur Einführung der Laptops sind Modelle mit Nvidia-Grafikkarten bis zur GTX 965M und Intel Core i7-Vierkernprozessoren aus der Skylake-Generation verfügbar, die auf bis zu 16 GB DDR4 zugreifen können. Als Massenspeicher gibt es Festplatten mit bis zu 2 TB Speicher oder PCIe SSDs mit bis zu 512 GB Kapazität. Alternativ zu einer herkömmlichen Webcam ist auch eine Intel Realsense erhältlich, die dann die Steuerung einiger Spiele per Gesten erlaubt.

Wird das Omen als Arbeitsgerät genutzt, dann sollen laut HP bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit möglich sein. Beide Geräte sollen noch in diesem Monat zu Preisen ab 1.199 Euro (UVP) auf den Markt kommen.

Ebenfalls 1.199 Euro als Startpreis ruft HP für den Omen-Desktop auf. Die als Grafikkarte maximal lieferbare Nvidia Geforce GTX 1080 oder eine AMD Radeon R9 Fury X bekommt man für diesen Preis allerdings nicht. Der Intel Core i7-6700K wird auf Wunsch durch Wasser gekühlt, das Micro-ATX-Mainboard bietet Platz für bis zu 32 GB Arbeitsspeicher. Mit einer der großen Grafikkarten ist der Omen-Desktop laut HP auch für Virtual Reality zertifiziert.

Als passenden Monitor für den Omen-Desktop präsentierte HP ein 32-Zoll-Display mit Quad-HD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel)

Asus: Zehn Jahre ROG

Für Asus ist die Computex ein Heimspiel. Daher brannte der taiwanische Hersteller auf der Messe in Taipeh ein wahres Produktfeuerwerk ab. Die Palette der Neuvorstellungen umfasst gleich drei neue Transformer-2-in-1-Tablets, das superflache Zenbook 3, drei neue Zenphones und diverse Gaming-Produkte. Zu ihnen zählt etwa das ROG GX800, laut Asus das weltweit stärkste Gaming-Notebook, sowie der kompakte Desktop-PC ROG G31 Edition 10. Mit dem kompakten 20-Liter-Rechner, in dessen futuristischem Gehäuse gleich zwei Geforce-GTX-1080-GPUs stecken, feiert Asus den zehnten Geburtstag der Marke „Republic of Gamers“, kurz ROG.

Im Gaming-Notebook ROG GX800 sorgen ebenfalls zwei Nvidia-Grafikchips für eine VR-taugliche Performance. Allerdings sind es hier zwei wassergekühlte Geforce-GTX-980-GPU im Gespann mit einem ebenfalls wassergekühlten Intel-Prozessor aus der K-Serie. Seine volle Leistung erreicht das Notebook allerdings nur, wenn es mit seiner Docking-Station verbunden ist, die Wärmetauscher für die Wasserkühlung enthält. Gleich zwei Netzteile mit zusammen 660 Watt stillen dabei den Energiebedarf des ROG GX800.

Windows-Tablets wie die neuen Transformer sind nicht gerade typische Gaming-Rechner, abgesehen von Casual-Games. Mit der ROG XG Station 2 lässt sich das ändern. Die externe Grafikbox kann aktuelle leistungsstarke Nvidia- oder AMD-Grafikkarten aufnehmen und diese den Tablets über deren Thunderbolt-3-Schnittstelle als GPU zur Verfügung stellen.

Wie sich Asus die Zukunft des Gaming-PCs vorstellt, illustriert der Prototyp ROG Avalon. Bei dem modularen Rechner sollen sich alle Komponenten einfach austauschen lassen. So steckt die Grafikkarte in einem seitlichen Abteil, das Netzteil wird ohne Kabel über ein Stecksystem verbunden und auch Schnittstellen des Mainboards sind in Modulen untergebracht.

Mit dem kleinen Roboter Zenbo will Asus bei dem neuen Markt der digitalen Assistenten mitmischen. Der „Kopf“ des etwa 60 Zentimeter großen Roboters ist ein Display, das nicht nur ein animiertes Gesicht darstellt, sondern auch Filme darstellen kann oder für Videotelefonie dient. Zenbo soll Gesichter und Sprachkommandos erkennen und als Gefährte für Kinder oder Senioren dienen. Zenbo basiert auf Intel-Technik, soll eigene Apps ausführen und nutzt die Cloud für Rechenleistung und Speicherplatz. Als Preis peilt Asus 599 US-Dollar an, vor einer Markteinführung sollen aber erst einmal genügend Apps entstehen. Asus stellt ein SDK bereit.

Daneben zeigte Asus noch diverse neue Komponenten: Etwa die übertaktete Grafikkarte ROG Strix GeForce GTX 1080 oder das X99-Mainboard Rampage V Edition 10.

Zehn Kerne für den Desktop

Das Asus-Mainboard soll auch die passende Plattform für den neuesten Intel Core i7 Extreme bilden. Der Core i7-6950X ist mit zehn Kernen die bislang stärkste Desktop-CPU von Intel. Der 14-nm-Broadwell-E-Prozessor für den Sockel 2011-3 ist mit einem Listenpreis von mehr als 1.700 US-Dollar auch der teuerste PC-Prozessor, den Intel jeweils gebaut hat. Er verfügt über 25 MB L3-Cache, vier Speicherkanäle, 40 PCIe-3.0-Lanes und einen neuen Turbo-Boost-Modus, der die Single-Thread-Performance um 15 Prozent verbessern soll.

Farbenspiele bei Gigabyte

Gigabyte zeigte in Taipeh zwei neue High-End-Mainboards für Intels Broadwell-E: Das X99 Ultra Gaming und das X99 Designare EX. Das erste richtet sich vor allem an passionierte Gamer, das zweite an Käufer, die einen schnellen Rechner auch professionell einsetzen wollen. So ist das Designare mit einem Dual-GBit-Ethernet-Controller von Intel ausgestattet. Zudem unterstützt das Board laut Gigabyte bis zu drei Intel-NVMe-SSDs vom Typ 750.

MSI: Virtual Reality im Mittelpunkt

Das passende MSI-Mainboard für Intels Dekacore-Prozessor sind das X99A XPower Gaming Titanium oder das X99A Godlike Gaming. Beide bieten umfangreiche Übertaktungsmöglichkeiten und die Möglichkeit, bis zu vier Grafikkarten einzusetzen. Das 539 Euro (UVP) teure Godlike Gaming ist zudem mit zwei Killer-Ethernet-Anschlüssen und dem Killer-Wi-Fi-Adapter ausgestattet. Die Turbo-U.2-Host-Karte bereitet das Board für schnelle NVMe-SSDs vor.

Damit sind die Mainboards die passende Basis für einen Gamig-PC, der VR-Games auch in den höchsten Qualitätseinstellungen flüssig auf die Displays einer Oculus Rift oder HTC Vive bringt.

An Komplettrechnern für Virtual Reality präsentierte MSI auf der heimischen Computex den kompakten Gaming-PC Aegis X mit Geforce-GTX-1080-Grafikkarte PCI-Express-SSD und Super-RAID4-Option. Auf Wunsch gibt es den Rechner auch mit Wasserkühlung.

Neue MSI-Notebooks mit starker Grafik für VR sind das GT83 Titan SLI und das GT73 Titan mit neuem Gehäusedesign. Sie verfügen über jeweils zwei Geforce-GTX-GPUs im SLI-Verbund. Das GT83 Titan SLI bietet eine mechanische Steelseries-Tastatur mit Cherry-MX-Switches, die jetzt mit mehrfarbiger Beleuchtung aufwarten. Das GT73 Titan ist mit einem 120-Hz-IPS-Panel ausgerüstet, das mit eine Schaltzeit von nur 5 Millisekunden liefern soll.

Noch nicht serienreif ist der eine weiterer Virtual-Reality-Rechner: Der „Backpack PC“ soll dem VR-Spieler mehr Bewegungsfreiheit verschaffen. Der Rechner mit Core-i7-CPU und Geforce-GTX-Grafik wird wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen.

Ähnliche Konzepte gab es von HP mit einem Omen-Prototyp und von Zotac zu sehen.

Zotac mit VR-Mini-PC und Grafikkarten

Bei Zotac hat man allerdings keinen speziellen PC gebaut, der auf dem Rücken getragen wird, sondern packt die für VR nötigen Komponenten einfach in einen Rucksack.

Der VR-taugliche Mini-PC von Zotac ist der Magnus EN980. Der Skylake-Prozessor und die Geforce-GTX-980-GPU werden hier mittels Wasser gekühlt. Die Wärme wird dabei laut Zotac über das Gehäuse abgeleitet.

Auf Nvidias Pascal-Architektur basieren gleich drei neue Zotac-Grafikkarten: Die GTX 1080 Founders Edition mit Nvidia-Referenzdesign sowie die AMP! und die AMP! Extreme mit höherem Takt und optimierten Kühlern. Bei der AMP! Extreme kommen gleich drei Lüfter zum Einsatz.

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