Finale erste Version von Microsoft Windows Server 2022 Die wichtigsten Neuerungen in Windows Server 2022

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Microsoft hat „Windows Server 2022“ final zur Verfügung gestellt. Die „Build 20148.169, Version 21H2“, ist die erste, offizielle Version des Nachfolgers von „Windows Server 2019“. Sie soll sich vor allem durch eine bessere Zusammenarbeit mit Cloud-Diensten auszeichnen.

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Unternehmen, die noch auf die endgültige Freigabe von „Windows Server 2022“ gewartet haben, können jetzt loslegen.
Unternehmen, die noch auf die endgültige Freigabe von „Windows Server 2022“ gewartet haben, können jetzt loslegen.
(Bild: Alexandra_Koch auf Pixabay)

Windows Server 2022 (Build 20148.169, Version 21H2) ist die finale Version von Windows Server 2022, dem LTSC-Nachfolger von Windows Server 2019. Der Support für Windows Server 2022 soll bis zum 13.Oktober 2026 und der erweiterte Support bis zum 14. Oktober 2031 laufen. Bei der neuen Version spielen vor allem die Zusammenarbeit mit Microsoft Azure und der sichere Betrieb eine wichtige Rolle.

Hybrid-Netzwerke und Microsoft Azure im Fokus

Im Fokus des Betriebs stehen Hybrid-Netzwerke, bei denen lokale Server parallel zu virtuellen Servern in Microsoft Azure und andere Cloud-Dienste von Microsoft eine Rolle spielen. Im Beitrag „Einstieg in Windows Server 2022“ sind bereits einige Neuerungen dazu in der Praxis erläutert.

Auch die Container-Technologie hat Microsoft noch einmal deutlich verbessert. Kubernetes wird wesentlich enger mit dem Windows-Server verknüpft. Windows Server 2022 kann als Knoten in einem Kubernetes-Cluster installiert werden.

Es ist in Zukunft auch möglich, parallel Linux- und Windows-Computer einzusetzen. Durch die engere Verzahnung mit Microsoft Azure ergeben sich für Rechenzentren zahlreiche Vorteile, auch beim Einsatz von Microservices-Infrastrukturen.

Die „Build 20148.169, Version 21H2“, ist die erste für „Windows Server 2022“
Die „Build 20148.169, Version 21H2“, ist die erste für „Windows Server 2022“
(Bild: Microsoft)

In diesem Zusammenhang ist das Windows-Subsystem für Linux 2.0 (WSL) Bestandteil von Windows Server 2022. Damit lassen sich Linux-Distributionen direkt in den Windows-Server integrieren, ohne Virtualisierung nutzen zu müssen. Auch Sicherheits-Systeme wie Kali sind auf diesem Weg in Windows Server 2022 ohne Umwege nutzbar.

Windows Admin Center verbindet Cloud und Datacenter

Rechenzentren profitieren vor allem durch die engere Anbindung an Microsoft Azure. Windows Server 2022 kann weiterhin auch als Server in lokalen Rechenzentren zum Einsatz kommen, bietet aber eine engere Anknüpfung an Microsoft Azure, wenn das notwendig ist. Davon profitieren natürlich auch mittelständische Unternehmen.

Die Verwaltung kann mit dem neuen „Windows Admin Center“ erfolgen, dessen aktuelle Version bereits voll kompatibel mit Windows Server 2022 und aktuellen Diensten in Microsoft Azure ist. Dazu kommt die Möglichkeit, auch Dienste aus Azure mit dem Windows Admin Center sehr einfach an Windows Server 2022 anbinden zu können. Beispiele dafür sind die Sicherung mit „Azure Backup“, die Installation von Updates mit „Azure Update“ und die Überwachung von hybriden Netzwerken mit „Azure Monitor“.

Secured-Core-Technology – Mehr Sicherheit für Server

Die Secured-Core-Technology erlaubt, zusammen mit zertifizierten Servern, einen wesentlich sichereren Betrieb von Servern als bisher. Der Beitrag „Windows Server 2022: Secured-Core-Server“ setzt sich ausführlich mit dem Thema auseinander.

Zu den Verbesserungen des Windows Admin Center für die Verwaltung von Windows Server 2022 gehören Funktionen, die den aktuellen Status der Secured-Core-Features anzeigen und es auch ermöglichen, die Features zu aktivieren. Einfach ausgedrückt stellt Microsoft mit dieser Technologie, zusammen mit seinen Hardware-Partnern, Sicherheitstechnologien aus Microsoft Azure auch für lokale Rechenzentren zur Verfügung.

Generell hat Microsoft die Sicherheit in der neuen Version verbessert. Windows Server 2022 unterstützt AES-256-GCM und AES-256-CCM für die SMB-Verschlüsselung und -Signierung. HTTPS und TLS 1.3 sind Standard in Windows Server 2022.

HTTPS, Chromium und Edge

Der DNS-Client in Windows Server 2022 unterstützt DNS-over-HTTPS (DoH). Dadurch werden DNS-Anfragen über das HTTPS-Protokoll verschlüsselt. Auf dem Server steht jetzt die „Chromium“-basierte Version von „Microsoft Edge“ zur Verfügung. Das ermöglicht die Verwendung von Webdiensten mit dem Server und vermeidet Internet Explorer-Sicherheitslücken.

Die eingebettete Virtualisierung (Nested Virtualization) ist jetzt auch mit AMD-Prozessoren möglich. Bis Windows Server 2019 konnten nur Systeme mit Intel-Prozessoren diese Funktionen nutzen. Sinnvoll sind diese für Test- und Entwicklungsumgebungen sowie für Container-Hosts.

Predictive Analytics und Machine Learning

Windows Server 2022 ist in der Lage, Informationen zur Kapazitätsplanung wesentlich besser zur Verfügung zu stellen und zu analysieren. Dabei helfen Technologien aus dem Bereich der Predictive Analytics und dem Machine Learning. Die Steuerung dazu hat Microsoft in das Windows Admin Center integriert.

„System Insight“ kann nicht nur die aktuelle Systemauslastung messen, sondern mit intelligenten Technologien auch vorhersehen, wie die Auslastung des Servers in Zukunft sein wird. Auf Basis dieser Informationen lassen sich auch Regeln hinterlegen, mit denen sich Server selbst auf die zu erwartende Auslastungen vorbereiten können.

Die Vorhersagemethoden dazu sind offen. Partner und Anbieter von Dritthersteller-Software können dazu weitere Informationen nutzen und Daten eigener Systeme in System Insights einbinden.

Storage Replication und Storage Migration Services

Mit Windows Server 2022 verbessert Microsoft weiter die Möglichkeit Daten zwischen Windows-Servern zu replizieren. Storage Replication ist Bestandteil der Datacenter und der Standard-Edition von Windows Server 2022.

Das System bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen als Windows Server 2019. Die Technik wurde mit „Windows Server 2016“ für die Datacenter-Edition eingeführt, ist aber seit Windows Server 2019 auch für die Standard-Edition verfügbar. Mit Windows Server 2022 wird das System enger an das Betriebssystem gebunden.

Windows Server 2022 kann, zusammen mit dem Windows Admin Center, Daten leichter über den Storage Migration Service migrieren. Neben lokalen Servern lassen sicher hier auch Ressourcen aus Microsoft Azure anbinden, auch Blob-Storage. Der Storage Migration Service unterstützt jetzt:

  • Das Migrieren von lokalen Benutzern und Gruppen auf den neuen Server.
  • Das Migrieren von Speicher aus Failover-Clustern, Migrieren zu Failover-Clustern und das Migrieren zwischen eigenständigen Servern und Failover-Clustern.
  • Das Migrieren von Speicher von einem Linux-Server, der „Samba“ verwendet.
  • Eine einfachere Synchronisierung von migrierten Freigaben in Azure mit „Azure File Sync“.
  • Das Migrieren von NetApp CIFS-Server und NetApp FAS-Arrays auf Windows-Server und -Cluster.

Die einstellbare Speicherreparaturgeschwindigkeit ist eine neue Funktion in „Storage Spaces Direct“, die mehr Kontrolle über den Daten-Resync-Prozess bietet. Die Verbesserung von SMB in Windows Server 2022 und „Windows 11“ ermöglicht es einem Benutzer oder einer Anwendung, Dateien zu komprimieren, während sie über das Netzwerk übertragen werden. Benutzer müssen Dateien nicht mehr manuell komprimieren.

Kein SAC mehr – Funktionen werden in Azure Stack HCI ausgelagert

Mit Windows Server 2022 stellt Microsoft das SAC-Programm ein. Es wird keine Zwischenversionen mehr von Windows Server 2022 geben. Neue Funktionen fließen jetzt direkt in Azure Stack HCI ein, nicht mehr in eigenständige Windows-Server.

„Guarded Fabric“ und „Shielded Virtual Machines“ (VMs) sind zwar noch Bestandteil von Windows Server 2022, werden aber nicht mehr weiterentwickelt. Die Technologien sind jetzt ebenfalls Bestandteil von „Azure Stack HCI“ und spielen für herkömmliche Server keine Rolle mehr.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist