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Cybersecurity Leadership Matrix 2020 Canalys kürt sieben Security-Champions

Autor: Melanie Staudacher

Das Marktforschungsunternehmen Canalys hat seine Cybersecurity Leadership Matrix 2020 veröffentlicht. Damit wird die Leistung der Anbieter aus dem Bereich Cybersecurity im Channel bewertet. Den Champion-Status erreichen in diesem Jahr Cisco, Eset, Fortinet, Palo Alto Networks, Juniper Networks, Kaspersky und Trend Micro.

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Insgesamt sieben IT-Sicherheitsunternehmen sind in diesem Jahr die Champions der Canalys Cybersecurity Leadership Matrix.
Insgesamt sieben IT-Sicherheitsunternehmen sind in diesem Jahr die Champions der Canalys Cybersecurity Leadership Matrix.
(Bild: vchalup - stock.adobe.com)

Gleich sieben Anbieter von IT-Sicherheitslösungen dürfen sich in diesem Jahr mit dem Champion-Status rühmen. Laut den Untersuchungen der Marktforscher des britischen Unternehmens Canalys tragen die Champions zu einer positiven Partnerstimmung bei, verbessern Prozesse und Einfachheit im Channel und zeigen Commitment, den Umsatz über den Channel zu steigern.

Die Cybersecurity Leadership Matrix

Die jährlich erscheinende Studie basiert auf dem Feedback des Channels zum Canalys Vendor Benchmark der vergangenen zwölf Monaten. Bei der unabhängigen Analyse der Cybersecurity-Anbieter werden Vision und Strategie, Fusionen und Akquisitionen, Wettbewerbsfähigkeit des Portfolios, Kundenabdeckung sowie Produktneueinführungen bewertet. Des Weiteren stehen das Engagement zur Verbesserung von Channel-Prozessen und die Steigerung der Einnahmen, die durch Partner generiert werden, im Fokus. Außerdem müssen Anwärter auf den Champion-Status zeigen, dass sie nachhaltig in die Zukunft ihrer Channel-Modelle investieren und Channel-Programme und -Initiativen vorantreiben.

Die Champions

  • Cisco: Das amerikanische Unternehmen gehörte bereits im vergangenen Jahr zu den Champions. Laut Canalys stellt Cisco dedizierte Ressourcen bereit, um Partner beim Aufbau ihrer selbstverwalteten Sicherheitsdienste zu helfen. Zudem trage die Einführung der SecureX-Plattform dazu bei, das MSP-Geschäft voranzutreiben.
  • Eset: Der letztjährige Champion wurde auch in diesem Jahr bei der Bewertung von Partnern für die Erleichterung der Geschäftsabwicklung hoch bewertet. In seinem neuen MSP-Enablement-Modul arbeitete Eset das Feedback lokaler Partner zu Technologien und Kundenbedürfnissen ein.
  • Fortinet: Mit der Integration der übernommenen Security-Anbieter enSilo und Cyber Sponse in seine Security-Fabric-Plattform bietet das amerikanische Unternehmen noch mehr Möglichkeiten für seine Partner. Der von Partnern generierte Umsatz bei neuen und bestehenden Kunden, konnte durch Spezialisierungen gefördert werden. Auch Fortinet gehörte bereits im vergangenen Jahr zu den Champions.
  • Juniper: Mit der Einführung seiner Connected-Security-Strategie hat Juniper massiv in Sicherheitslösungen investiert. Außerdem soll das auf Cloud und MSPs spezialisierte Partnerprogramm weiter ausgebaut werden.
  • Kaspersky: Auch der russische Security-Anbieter investierte in den Ausbau seiner Partnerprogramme, indem er neue Abrechnungsmodelle und spezielle Supportteams für MSPs anbot. Begründung von Canalys für die Vergabe des Champion-Status ist, dass Kaspersky die Rekrutierung und Integration von MSPs in wichtige Remote-Monitoring-Management- und Professional-Services-Automation-Plattformen fokussierte.
  • Palo Alto: Den Canalys-Ergebnissen von 2019 zufolge war Palo Alto unter den fünf am schnellsten wachsenden Anbietern für Cyber-Sicherheit. Wie schon 2019 ist das Unternehmen erneut einer der Champions und investiert weiterhin in MSPs und kundenspezifische Standardprodukte.
  • Trend Micro: Der japanische Sicherheitsspezialist hat die Investitionen in seine Channel-First-Strategie stark erhöht und das Wachstum von MSPs durch Co-Managed-Services und Security Operations Center as a Service (SOCaaS) unterstützt. Außerdem soll die Einführung der Cloud-One-Plattform das SaaS-Geschäft weiter vorantreiben.

In den anderen drei Quadranten der Matrix befinden sich Growers (die Wachsenden), Contenders (die Herausforderer) und Stragglers (die Nachzügler).

Zu den Herausforderern gehören Sophos und Sonicwall. Sie erhielten von den Partnern hohe Bewertungen, hatten jedoch in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Rückgang der Marktleistung und Channel-Zufriedenheit zu kämpfen.

Bitdefender, Check Point, Malwarebytes, Watchguard und Zscaler gehören für Canalys zu den aufstrebenden Unternehmen bei Cybersecurity. Sie haben in den Channel investiert, was die Wahrnehmung der Partner in den vergangenen zwölf Monaten verbessert hat. Durch verschiedene Ansätze, wie die Einführung neuer Partnerprogramme, Fusionen und Übernahmen, Fokus auf MSPs und die Entwicklung Cloud-zentrierter Unternehmen, verzeichneten sie ein starkes Wachstum. Die Bewertungen der Partner waren jedoch nur gering bis mittelmäßig.

Sogenannte Nachzügler sind Symantec, IBM und McAfee, die im Vergleich zur Konkurrenz am Canalys-Vendor-Benchmark in den vergangenen zwölf Monaten für eine weniger positive Channel-Stimmung sorgten. Die Anbieter dieser Gruppe haben, verglichen mit dem Marktdurchschnitt, eine Underperformance gezeigt und die Partner haben sie gegenüber dem Vorjahr schlechter bewertet. Am schlechtesten kamen sei bei Kennzahlen wie Lead-Generierung und Marketingaktivitäten, Wachstum durch Service und Support sowie Effektivität beim Account Management weg.

Rückblick und Ausblick

Auf dem von Canalys etablierten Channel Forum 2019 identifizierten die Marktforscher neben Cloud und KI auch Security als Wachstumsfeld. Steve Brazier, CEO von Canalys, appellierte an die Teilnehmer, zuversichtlich zu sein. Denn unabhängig von der wirtschaftlichen Lage würde der Channel funktionieren und Kunden in Technologien investieren. Vergangenes Jahr kritisierte Brazier noch, es würde im Fachhandel zu wenig in Security-Skills investiert. Das scheint sich allerdings zu ändern.

Insbesondere in Bezug auf Endpoint- und Cloud-Sicherheit, VPN-Zugänge und Identity Access Management sind laut Canalys die Sicherheitsausgaben im ersten Quartal 2020 erheblich gestiegen. Dies sei vor allem auf die Zunahme von Fernarbeit, bedingt durch die Coronakrise, zurückzuführen. „Neue Sicherheitsherausforderungen werden sich weiterhin ergeben, denn obwohl Unternehmen in Büros auf der ganzen Welt zurückkehren, wird eine beträchtliche Anzahl von Menschen weiterhin remote arbeiten“, ist sich Matthew Ball, Chief Analyst bei Canalys, sicher.

Dennoch werden sich die Ausgaben für Cyber-Sicherheit im restlichen Jahr wohl wieder verlangsamen, da die am stärksten von der Krise betroffenen Branchen mit Budgetkürzungen und Verzögerungen zu kämpfen haben. „Anbieter planen bereits, Kunden und den Channel durch kostenlose Lizenzerweiterungen und finanzielle Vorteile zu unterstützen“, sagt Ketaki Borade, Analystin bei Canalys. Der Channel spiele in dieser Situation eine Schlüsselrolle. Anbieter, die das Partnergeschäft weiterhin aufrechterhalten, würden am besten in der Lange sein, in den kommenden zwölf Monaten schnell auf Kundenbedürfnisse zu reagieren.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH