VMware, eine Tochter von Broadcom, stellt auf ihrer Jahreskonferenz Explore 2024 zahlreiche Neuheiten vor. Sie sollen den derzeit recht unzufriedenen Kunden eine Reihe von Vorteilen bieten, vor allem im Hinblick auf Effizienz, Sicherheit und Produktivität.
In der VMware Cloud Foundation (VCF) 9 hat sich auf allen Ebenen viel getan, v.a. aber bei den Advanced Services (ganz oben).
(Bild: Matzer - VMware)
Broadcom kündigt für VCF eine umfassende Erweiterung des Katalogs an vorhandenen Technologien an. VMCloud Foundation (VCF) 9 dient, wie ihre Vorgänger, der Einrichtung, dem Betrieb und der Verwaltung einer Private Cloud. Diverse Herausforderungen bestehen für Kunden hinsichtlich des Aufbaus ihrer Private Cloud, insbesondere die Daten-Silos, die keine zusammenhängende Datennutzung zulassen, sondern stets nur Teil-Ausschnitte der Gesamtsituation bieten. Diese Legacy-Architekturen würden 34 Prozent mehr als eine Private Cloud kosten und einen 40 Prozent größeren CO2-Fußabdruck mit Hinblick auf die physischen Server aufweisen – was sich auch in der CO2-Gesamtbetrachtung niederschlage.
Auf dieser Folie sind alle Vorteile von VCF9 zusammengefasst.
(Bild: Matzer - VMware)
VCF9 dient u.a. der Modernisierung der Infrastruktur. Die neue VCF-Import-Funktion erlaubt es Unternehmen, ihre bestehenden „vSphere“- und „vSAN“-Umgebungen nahtlos in VCF zu integrieren, ohne die bestehende Umgebung neu aufzubauen. Außerdem sind nun die Versionen „vSAN Max“ und „vSAN ESA Stretched Cluster“ in VCF vorhanden. Mit diesen Versionen soll großer Speicherbedarf effizient genutzt werden. Dass (Multi-)Tenant-Management und Cloud Governance zu VCF gehören, versteht sich – fast – von selbst. Native VPCs (Virtual Private Clouds) lassen sich in vCenter einrichten und VCF Automation nutzen, um die Betriebskosten zu senken.
Neu ist ebenfalls das „ESXi Live Patching“, das Administratoren ermöglicht, ohne Wartungsfenster kritische Patches auf ESXi-Hosts anzuwenden. Das flexible VCF-Komponenten-Upgrade bietet die Möglichkeit, die neuesten Patches anzuwenden. Dadurch werden mögliche Ausfallzeiten reduziert. Die beiden „DPUs“ (Data Processing Units) in der „vSphere Distributed Services Engine“ sollen Kontinuität und Schutz vor DPU-Ausfällen gewährleisten und die Offload-Kapazität pro Host verdoppeln. Die Integration von VMware Avi in den „SDDC Manager“ optimiert laut Broadcom das Lifecycle-Management der Avi-Software.
VCF Build Experience verfügt nun über eine Quick Start App für das VCF-Deployment, Zuweisung von Ressourcen je nach Rollenrechte, Gewährleistung von Governance, Kostenverwaltung und Sichtbarkeit in der VCF Operations Console), VCF Security Management und natives vSAN-zu-vSAN-Datensicherheit mithilfe von „Deep Snapshots“.
Soweit der Bestand. VCF 9 soll durch neue, recht ausgefeilte Leistungsmerkmale wie Advanced NVMeTiering die Kosten von Memory senken helfen. Die Kunden, so berichtet Paul Turner, Leiter der Produktentwicklung in der VCF Division, beklagten sich über die steigenden Kosten und den stetig wachsenden Bedarf an Memory. Für Edge-Anwendungsfälle soll die neue „VCF Edge“ eine optimierte Konfiguration bringen, die skalierbare, kosteneffiziente und flexible Verwaltungsmöglichkeiten biete. Mehr zu Edge weiter unten.
VMware verspricht „Rapid ROI“ und geringe „Time to Value“: 34 Prozent geringere TCO mithilfe von vSAN ESA mit Global Deduplication; 40 Prozent höhere Memory Effizienz mit NVMe Tiering; 25x schnellerer NSX Service und dreifach höhere Leistung beim Switching mithilfe von neuem NSX Enhanced Data Path. Zu den Vorteilen gehören erhöhte Betriebseffizienz, beschleunigte Innovation für alle Apps, kontinuierliche Plattform-Resilienz und -Compliance, rascher ROI und Time to Value. VMware Cloud Foundation 9 und VMware vSphere Foundation 5.2 sollen in Broadcoms Geschäftsjahr Q3/FY24 (FY = Fiscal Year) verfügbar werden.
Katalog der Advanced Services
Paul Turner stellte innerhalb des Rahmens von Private AI einen neuen Model Store vor. Private AI wurde bereits im August 2023 angekündigt und im Mai 2024 allgemein verfügbar. Die Private AI Foundation integriert die KI-Plattformen von Nvidia und von Intel. „Wir wollen generative KI demokratisieren und geschäftliche Innovation für alle Unternehmen anstoßen“, sagte er. Diese Innovationen sollen natürlich die Anforderungen hinsichtlich Datenschutzes und Compliance berücksichtigen.
Der Model Store dient dazu, dem Kunden nicht nur mehrere Modelle wie etwa von Nvidia oder Meta anzubieten, sondern auch Governance- und Sicherheitsfunktionen bereitzustellen. Sichere LLMs sollen kuratiert und mit Zugangskontrollen bereitgestellt werden, so dass der Endbenutzer sicher sein kann, dass die LLMs korrekte und verlässliche Ergebnisse liefern. Außerdem dient der Store dazu, die Ausführungsumgebung vor nicht zertifizierten LLMs zu schützen.
In kommenden Versionen des Stores sollen Nutzer bei der Bereitstellung des Private AI Stacks Leitlinien und quasi Schützenhilfe erhalten. Weil die GPU-Nutzung von zentraler Bedeutung und ein Kostenfaktor ist, will VMware GPU-Profile erstellen und sichtbar machen. Damit der Nutzer die Kapazität besser planen kann, will VMware Reservierungen von virtuellen GPUs (vGPUs) ermöglichen. Um KI-Prozesse zu beschleunigen, soll eine neue Datenindexierung sowie neue Services für Datenerfassung und -abfrage (Retrieval) sowie ein Agent Builder geliefert werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Um Private AI voranzubringen, will Broadcom das Partnerökosystem sukzessive erweitern. Ganz vorne in der Liste steht Intel, dessen Gaudi-KI-Akzelerator künftig für GenAI und LLMs unterstützt wird. Weitere Partner sind auf Seite der ISVs und Systemintegatoren die Partner Tabnine, Codeium und der Distributor World Wide Technology (WWT).
Tanzu Platform 10
Purnima Padmanabhan, General Managerin der Developer Services, stellte die neue Tanzu Platform 10 vor. Die Plattform umfasst neben den Entwicklerdiensten auch Tanzu Data Solutions und Tanzu CloudHealth – ist also recht umfangreich. Die Managerin versprach, dass die Entwicklung nativer Cloud- und KI-Apps bis zur Bereitstellung künftig wesentlich schneller vonstattengehen könne, nämlich in maximal fünf Tagen (in größeren Unternehmen mit entsprechender Entwicklungsabteilung).
Die Unterstützung von Kubernetes wurde in der Tanzu Platform 10 erheblich ausgebaut.
(Bild: Matzer - VMware)
Seit jeher können Entwickler das Spring Framework und Cloud Foundry nutzen, aber auch Kubernetes für Microservices. Die Installation und Konfiguration neuer Apps erfolgt auf die VCF, so dass alle Apps über Availability Zones, Regionen und Foundations hinweg sichtbar sind. Auch VCF-Umgebungen, die durch einen Air Gap isoliert sind, sollen nun unterstützt werden. Diese Umgebungen tauchen immer wieder auf, bilden also einen sicherheitsorientierten Schwerpunkt der Produktentwicklung. VMware will zudem „Tanzu Kubernetes Grid“ (TKG) als eigenständigen Service anbieten. Für Entwicklungsteams bedeutet das eine vereinfachte Zusammenarbeit und eine erhöhte Effizienz von CI/CD-Pipelines.
Neue GenAI-Apps, die mit dem Spring AI Framework entwickelt werden, sollen automatisch an verfügbare, zertifizierte Modelle der VMware Private AI Foundation geknüpft werden. Damit sei zudem der sichere Selbstbedienungszugang zu LLMs im Model Store gewährleistet. Um GenAI-Apps bei der Ausführung überwachen zu können, soll Tanzu künftig Observability-Funktionen bereitstellen. Denn es ist ja möglich, die Genauigkeit eines LLM-Ergebnisses zu steigern, indem man Einbußen bei der Performance hinnimmt – und umgekehrt. Diese Aspekte im Auge zu behalten, wirkt sich auch auf die Kosten aus: Höhere Genauigkeit erfordert mehr Leistung, die entsprechend zu Buche schlägt. Wie erwähnt wird die VMware Private AI Foundation von Nvidia-LLMs unterstützt.
Tanzu Data Solutions
Seit geraumer Zeit verfügt VMware mit Tanzu GemFire und Greenplum über zwei datenorientierte Komponenten, die für Datenanalysen herangezogen werden können. Die neue Tanzu Platform 10 soll nun durch eine parallelisierte Storage Engine eine zehnfach höhere Schreib/Lesegeschwindigkeit in GemFire erlauben.
Genauere und vor allem skalierbarere Geo-Analysefähigkeiten sollen künftig in Tanzu Greenplum zu nutzen sein. Wird in Tanzu anstelle von Greenplum die Datenbank PostgreSQL genutzt, sollen auch hierfür Verschlüsselungsfunktionen der Enterprise-Klasse zur Verfügung stehen. Um Streams und Warteschlangen zu verarbeiten, steht in Tanzu das Modul RabbitMQ 4.0 bereit. Hier sollen Resilienz, Erweiterbarkeit und Verfügbarkeit erhöht werden.
Security and Load Balancing
Umesh Mahajan, VP der ANS Division bei VMware, stellte den neuen Avi Load Balancer zusammen mit vDefend als weitere „Advanced Services“ für VCF Private Cloud 9 vor. Während der neue Avi Load Balancer allen Funktionen in VCF und Tanzu Platform zur Verfügung steht, um die Ausführung von Kubernetes Workloads, Apps und Services zu beschleunigen und zu skalieren, bildet vDefend den Kern der Schutzmaßnahmen. Es ist in der aktuellen Version besonders auf den Schutz vor Ransomware-Angriffen ausgelegt.
Mit vDefend will VMware sämtliche Apps schützen können. Hier die Komponenten Firewall und IDS/IPS.
(Bild: Matzer - VMware)
Die Abwehr ist in mehreren Stufen aufgebaut: Network Detection and Response (NDR) identifiziert Bedrohungskampagnen, Network Traffic Analysis (NTA) spürt anomales Verhalten des VCF-Systems auf. Gateway Firewall, IDS/IPS und eine Sandbox schützen vor dem Download von Schadsoftware und letztlich auch vor dem Exfiltrieren von Systeminhalten. Wie schon seit Jahren mit vSAN realisierbar, lässt sich eine Mikrosegmentierung des VCF-Systems und von Applikationen einrichten, Zonen sollen ebenfalls die Seitwärtsbewegung des Angreifers zwecks Rechteraub verhindern und den Einsatz von Exploits unterbinden.
Mit vDefend will VMware sämtliche Apps schützen können. Hier die Komponenten NDR und Malware-Prevention.
(Bild: Matzer - VMware)
Im Moment scheint die Kapazität des verteilten IPS/IDS noch limitiert zu sein, denn VMware plant eine Steigerung der Performance um das Zwei- bis Dreifache. Die verteilte Firewall hat diese Leistungssteigerung bereits erhalten. On-Premises-Umgebungen werden bereits per Air-Gap durch NDR-Funktionen geschützt, geplant ist ein NDR-verknüpfter Netzwerksensor für Bare Metal Workloads. Auch auf der Seite der Verschlüsselung als Vorbeugung gegen Schadsoftware zeigen die Folien der Präsentation noch einige Baustellen auf: Air-Gap-Umgebungen on-premises sollen geschützt und dateienlose Schadsoftware abgewehrt werden. „vSAN Data Protection“ soll VMs vor versehentlichen Löschungen und Ransomware-Angriffen schützen.
Mit vDefend will VMware sämtliche Apps schützen können. „Project Cypress“ soll einen Assistenten hervorbringen, der dem Nutzer mittels generativer KI via Prompt relevante Antworten liefert.
(Bild: Matzer - VMware)
Die Add-Ons „VMware Live Recovery“ und „VMware vDefend Lateral Security“ sollen die Integrität einer privaten Cloud ermöglichen und Datenschutz vor Malware und Ransomware bieten. „VMware vDefend Lateral Security“ soll eine höhere Skalierbarkeit bieten und Gateway-Firewalls, die SIEM-Integration (SIEM: Security Information and Event Management) eine verbesserte Ost-West-Ransomware-Prävention und NDR erlauben.
Die Zuwächse an Sicherheit, Skalierbarkeit, Effizienz und Produktivität stehen im Vordergrund der Vorteile. Insgesamt soll die Bereitstellung „as a Service“ um 45 Prozent schneller als beim Vorgänger erfolgen, die Produktivität des Security Teams im SOC soll laut Kundengesprächen 35 Prozent höher sein als im Vorgänger. Von hoher Bedeutung ist die Skalierbarkeit des vDefend-Systems: Der Datenverkehr der Workloads zwischen Ost- und Westküste der USA soll laut Kunden 79 Prozent schneller abgesichert sein.
Projekt Cypress: Sicherheit per Prompt
Der Cypress-Assistent soll nicht nur verdächtige Schadprozesse wie etwa Ransomware-Attacken aufdecken und erklären, sondern auch Gegen- und Schutzmaßnahmen empfehlen können. Sofern Richtlinien vorliegen, können diese Maßnahmen automatisch erfolgen.
(Bild: Matzer - VMware)
Eine bedeutende Neuerung stellt in diesem Kontext das Projekt Cypress dar, denn es soll einen auf generativer KI basierenden Assistenten bereitstellen, der dem Endbenutzer hilft, schnellstmöglich Schutzmaßnahmen zu ergreifen, Bedrohungskampagnen aufzuzeigen und zu erklären. Schwachstellen und Bedrohungen lassen sich bereits durch NDR/NTA (s.o.) mithilfe von KI-Techniken aufspüren. Projekt Cypress hebt diese Methoden auf die Ebene der Interaktion mit dem Benutzer, so dass er nur noch in den Prompt seine Frage eingeben muss, um rasch eine Auskunft zu erhalten.
Neues rund um das Edge-Portfolio
Sanjay Uppal, Vice President der SDE Division bei VMware, stellte die Strategie und Neuerungen am Edge vor. Hier verfügt VMware ein seit Jahren gewachsenes Portfolio an Produkten, Services und Lösungen. Dementsprechend umfangreich ist die Liste der Neuheiten. Die Rede, so Uppal, sei natürlich von Software-defined Edge und somit auch von entsprechendem Edge AI. Dessen Workloads würden von einem neuen VeloCloud-Portfolio unterstützt. Strategische Einsatzgebiete sind laut Uppal Branchen, und zwar v.a. Telekommunikation, Manufacturing und Retail: „ein horizontales statt eines vertikalen Spiels“, formulierte er dennoch.
Sanjay Uppal, der für VeloCloud und Edge AI zuständige Manager, erklärt die zahlreichen Bestandteile der VMware VeloCloud SASE.
(Bild: Matzer - VMware)
Die Grundlage für Edge AI bilden drei Schichten im Portfolio: VMware Telco Cloud Core und -RAN, der VMware Edge Compute Stack (VECO) und dazwischen als eine Art Middleware SD-WAN, SD-Access (SODA) und Secure Service Edge. Der Zugang zu den Netzen wird über eine Multifunktionsappliance realisiert, die Funk wie etwa 5G, Glasfasernutzung und Satellitenkommunikation erlaubt. Die Zugangspunkte (PoPs) zur VeloCloud SASE seien jeweils mit Symantec-Sicherheitsfunktionen geschützt, um so SD-WAN-basierte Edge Apps auf der VMware Telco Cloud (s.o.) sicher remote ausführen zu können. Diese bedeute Edge Compute (VECO) plus Entwicklung (Tanzu) plus Life Cycle Management (VCF) von VMs und Containern (LCM) auf einer Plattform. Klingt komplex? Ist es wohl auch.
Und jetzt kommt noch KI hinzu. Die Edge AI Workloads werden auf dem jeweiligen VMware Edge Compute Stack (VECO) ausgeführt. Dazu gehören beispielsweise die Aggregation von IoT-Daten aus der Operational Technology (OT) der Maschinen im Manufacturing oder Datenströme aus Überwachungskameras (Computer Vision). Die Zustände von Apps und Geräten werden in der VeloCloud-Architektur ausgewertet und überwacht, um so Prozesse mit korrekten Zuständen automatisieren zu können. Die erste Stufe der Automation bildet der neue DMPO-Algorithmus, die zweite stammt aus Netzwerk-Intelligenz, die dritte aus der Programmierung mithilfe von Netzwerk-APIs.
Auf diesen APIs lassen sich beispielsweise verteilte Small Language Models, sogenannte SLMs, die „nur“ etwa vier Milliarden Faktoren aufweisen, bereitstellen und ausführen. Mit Agenten und Retrieval Augmented Generation (RAG) lassen sich diese „kleinen“ Modelle ständig aktualisieren. Das ist von Vorteil, wenn sie in einer Umgebung genutzt werden, die entweder einem steten Wandel, wie etwa dem Klima, unterworfen sind oder wo unterschiedliche Datentypen wie etwa unstrukturierte Daten (aus Satelliten, Video, Audio, Text, Log usw.) verarbeitet werden sollen.
Gerade in der Telekommunikation sieht Uppal zahlreiche Use Cases, denn hier sehen Experten von McKinsey eine Wachstumschance von rund 100 Milliarden US-Dollar für „Adoption Leaders“. Im Manufacturing glauben gemäß einer Umfrage von Deloitte 93 Prozent der befragten Branchenvertreter, dass KI Wachstum und Innovation antreiben werde. Und im Retail-Markt erwarten laut einer Forbes-Umfrage 80 Prozent der Befragten, schon bis 2025 KI-basierte Automation zu nutzen. In diesen drei Märkten sieht sich VMware nach Uppals Worten gut aufgestellt.