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Definition: TCO Was ist Total Cost of Ownership?

Autor: Wilfried Platten

Total Cost of Ownership (TCO) bezeichnet ein Berechnungsverfahren, bei dem nicht nur die Kosten für die Anschaffung, sondern auch alle weiteren Aufwendungen der Nutzung mit einbezogen werden.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Ursprünge der TCO sind rund neunzig Jahre alt. Erste Ansätze für eine Kostenbetrachtung, die über den reinen Anschaffungsaufwand hinausgehen, entstanden bereits gegen Ende der 1920er Jahre. Die heute bekannte Methode der Total Cost of Ownership wurde 1987 durch den Unternehmensberater Bill Kirwin im Auftrag des Herstellers Microsoft entwickelt. Damit sollten sämtliche finanziellen Belastungen erfasst werden, die aus eine Investition in die IT eines Unternehmens entstehen. Das Verfahren ist verwandt mit Life Cycle Costing (LCC), dem Begriff der Lebenszyklus-Kosten. Beide Ansätze werden nicht selten vermischt, beziehungsweise unsauber voneinander abgegrenzt.

Praktische Anwendung

Total Cost of Ownership wird nicht nur ausgiebig in der Fachliteratur diskutiert, sondern auch in der Praxis an Hand verschiedener Modelle realisiert. Der Basisgedanke liegt darin, vor einer Investition bzw. Beschaffung alle Aufwendungen zu betrachten. Neben der IT hat sich TCO vor allem in den Bereichen Maschinenbau und Automobilindustrie etabliert. Sie soll Unternehmen bei Anschaffungen unterstützen, um eventuelle Alternativen vor der Aufragsvergabe umfassend bewerten zu können.

Das Konzept der Total Cost of Ownership betrachtet dabei außer dem Kaufpreis die Aufwendungen für:

  • die Transaktion
  • die Infrastruktur
  • das Handling
  • Erhaltung und Ersatz
  • verdeckte Kosten

Transaktion: Hierunter fallen Kosten für die Finanzierung (zum Beispiel Zinsen und Währungsabsicherungen) und Abwicklung (beispielsweise Beratungshonorare, Transport, Zwischenlagerung oder Versicherungen) beim Erwerb von Produkten und Leistungen. Auch Kosten für eine Informationsbeschaffung über in Frage kommende Anbieter fallen unter diesen Punkt.

Infrastruktur: Bei der Nutzung beispielsweise von Maschinen und Produktionsanlagen fallen Aufwendungen für die Infrastruktur und Logistik eines Unternehmens an. Dazu zählen Ausgaben für die Versorgung mit Energie, Wasser, technischen Gasen oder Kühlmitteln. Schadenspotenziale wie Lärm, Strahlung, Umweltverschmutzung, Unfallgefahren und Haftungsfolgen, die durch die Nutzung entstehen können, werden hier ebenfalls berücksichtigt

Handling: Unter Handling-Kosten versteht man bei der TCO-Methode den Aufwand für eigene Aktivitäten des einkaufenden Unternehmens. Dazu zählen beispielsweise die Implementierung von Hard- und Software, die Montage von Maschinen, die Anpassung innerbetrieblicher Abläufe, Schulungen, Bedienungsaufwand und vieles mehr.

Erhaltung und Ersatz: Langlebige Produkte wie Maschinen und Anlagen benötigen regelmäßige Wartungen, häufig auch Reparaturen und damit verbunden bestimmte Ersatzteile. Die Kosten für diese Leistungen fallen unter den Punkt Erhaltung und Ersatz. Auswirkungen von versteckten Mängeln oder einer vorzeitigen Unbrauchbarkeit sind ebenfalls enthalten.

Verdeckte Kosten: Unter diesem Punkt werden Auswirkungen auf die Kunden des investierenden Unternehmens zusammengefasst, die sich eventuell durch die Nutzung einer neuen Maschine ergeben - etwa wenn die Qualität der Produkte beeinträchtigt wird und Kunden die Kompetenz und Reputation in Frage stellen.

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS