IT-Finanzierung im Cloud-Zeitalter 27 Prozent Einsparpotenzial bei Cloud-Kosten

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Der „CIO Compass 2026“ zeigt: IT läuft immer weniger über große Einmalinvestitionen, sondern immer mehr über laufende Cloud-Rechnungen. Damit steigen aber die Anforderungen an Transparenz. Und viele Unternehmen beklagen den „Bill Shock“.

Durch die vermehrte Nutzung von KI steigen die Cloud-Kosten weiter in die Höhe. Doch können Unternehmen ihre Kosten im Überblick behalten.(Bild: ©  yurolaitsalbert - stock.adobe.com)
Durch die vermehrte Nutzung von KI steigen die Cloud-Kosten weiter in die Höhe. Doch können Unternehmen ihre Kosten im Überblick behalten.
(Bild: © yurolaitsalbert - stock.adobe.com)

Sopra Steria Next, die Managementberatung von Sopra Steria, prognostiziert für 2026 ein Einsparpotenzial von bis zu 27 Prozent bei Cloud-Kosten, sofern Unternehmen ihre IT-Finanzsteuerung anpassen. Grundlage ist der „CIO Compass“, eine Analyse zu Trends und Steuerungsmodellen für IT-Entscheider in Europa.

Laut Prognosen des Analystenhauses Gartner werden bis Ende 2026 mehr als 75 Prozent der IT-Ausgaben als Operational Expenditure (OPEX) verbucht. OPEX beschreibt laufende, nutzungsbasierte Kosten für Cloud-Services, Lizenzen oder Plattformen. Klassische Capital Expenditure (CAPEX), also einmalige Investitionen in Hardware oder Rechenzentren, verlieren weiter an Bedeutung.

Mit dem OPEX-Modell steigen jedoch die Anforderungen an Transparenz und Steuerung. Unternehmen berichten laut Sopra Steria Next von durchschnittlich 23 Prozent Kostenüberschreitung bei Cloud-Rechnungen, häufig als „Bill Shock“ bezeichnet.

Hinzu kommen steigende Ausgaben für generative Künstliche Intelligenz, kurz KI. GPU-Kosten für Rechenleistung sowie Token-Gebühren für Datenverarbeitung erhöhen die laufenden IT-Betriebskosten. Bis 2030 könnte KI bis zu 15 Prozent des gesamten IT-OPEX ausmachen.

FinOps als Steuerungsansatz

Die Experten von Sopra Steria Next empfehlen eine stärkere Verzahnung von Finanz-, Technologie- und Fachbereichen, häufig unter dem Begriff FinOps zusammengefasst. Der Ansatz überträgt Prinzipien aus dem Finanzmanagement auf die IT-Steuerung. Dazu zählen Echtzeitkennzahlen, Kosten pro Transaktion oder pro KI-Prompt sowie die Bewertung von Investitionen nach ihrem Geschäftsnutzen.

Laut CIO Compass 2026 wird es zehn Fokustrends in den kommenden 18 bis 24 Monaten geben. Dazu gehören die Industrialisierung von KI, vertrauenswürdige Datenplattformen und die Modernisierung hybrider Infrastrukturen.

Nach Darstellung von Sopra Steria Next lassen sich so Kostenexplosionen und Innovationsstaus begrenzen. Praxisbeispiele aus dem Kundenumfeld nennt die Beratung ebenfalls: Ein internationaler Versicherer reduzierte seine Infrastrukturkosten um 65 Prozent und erreichte innerhalb von 14 Monaten einen Return on Investment (ROI) nach der Migration in eine Hybrid-Cloud und der Einführung von FinOps.

Eine globale Reiseplattform hat Cloud-Kosten um 27 Prozent gesenkt und Hosting-Ausgaben um rund 64 Millionen US-Dollar reduziert. Gelungen ist das durch den Einsatz von Kubernetes, einer Open-Source-Plattform zur Orchestrierung von Container-Anwendungen.

Im Fokus: ESG und GreenOps

Neben der Kostensteuerung rückt die Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund. Ab 2030 wird GreenOps, also die systematische Erfassung und Optimierung des ökologischen Fußabdrucks von IT-Betrieben, im Kontext der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verbindlicher Bestandteil der Berichterstattung. Der Ansatz Total Cost of Ownership (TCO) erweitert sich damit um CO2-Kennzahlen.

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