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Definition Was ist eine Online-Bewertung?

Autor: Sarah Gandorfer

Um sich ein Bild darüber zu machen, ob sich die Anschaffung eines bestimmten Artikels oder die Inanspruchnahme einer Dienstleistung lohnt, informieren sich viele Konsumenten vor dem Kauf in Bewertungsportalen im Internet. Die dortigen Kundenrezensionen beeinflussen entsprechend die Kaufentscheidung der potenziellen Käufer.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Laut einer Studie des Bitkom aus dem Jahr 2017 sind Kundenbewertungen für Verbraucher das wichtigste Entscheidungskriterium beim Online-Shopping. Zwei Drittel der Online-Käufer lesen diese. Damit landen die Online-Rezensionen noch vor Preisvergleichsseiten wie guenstiger.de oder Idealo (51 Prozent) und persönlichen Gesprächen mit Freunden, Familie und Kollegen (50 Prozent). Auch die Webseiten der Händler (49 Prozent) und Testberichte im TV sowie in Online- und Printmedien (42 Prozent) spielen für die Meinungsbildung vor dem Kauf eine wichtige Rolle.

Unternehmen können profitieren

Für Unternehmen können Kundenrezensionen wertvoll für die Selbstanalyse sein, indem sie die Kritik an Produkten und Services aufnehmen und diese entsprechend verbessern. Neben einem guten Suchmaschinen-Ranking sind zudem Bewertungsportale die beste Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzuheben.

Außerdem führen gute Bewertungen mehr potenzielle Käufer auf die Unternehmenswebseite. Der Bekanntheitsgrad steigt somit, was auch Google und andere Suchmaschinen merken. Dabei sind es weniger die Backlinks zu den Bewertungsportalen und deren Betreiber, sondern mehr die durch positive Bewertungen steigenden Besucherzahlen des Onlineshops oder der Website, die zu einem besseren Ranking führen.

Problem der Fake-Bewertungen

Manch ein Unternehmen gibt Bewertungen in Auftrag. Deshalb ist eine gewisse Skepsis angebracht beim Durchforsten der Rezessionen. Dies gilt beispielsweise, wenn das Lob allzu überschwänglich ausfällt. Auch wenn mehrere Kommentare, die gleiche oder ähnliche Formulierungen enthalten, kann das auf Fälschungen hindeuten. Authentische Fotos beispielsweise eines Hotelzimmers oder eingereichte Belege zur Verifizierung des Kaufs können dagegen ein Indiz für die Echtheit eines Beitrags sein.

In Deutschland ist der Kauf von guten Rezensionen bei so genannten Bewertungsdienstleistern noch eine Grauzone. Die Online-Plattform Amazon, für die solche Rezensionen zum Alltagsgeschäft gehören, hält gekaufte Bewertungen generell für unlauter. Der US-Konzern hat allein 2018 rund 400 Millionen US-Dollar dafür ausgegeben, Rezensionsfälschern das Handwerk zu legen. Ein eigener Algorithmus soll gekaufte Bewertungen aussieben. Juristisch setzt sich das Unternehmen ebenfalls zur Wehr.

Als Faustregel gilt: Je mehr Bewertungen für ein Produkt oder eine Dienstleistung abgegeben wurden, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Gesamtbild realistisch ausfällt.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS