Während etablierte Hyperscaler ihre Marktstellung ausbauen, entsteht in Deutschland eine neue Generation von Cloud-Anbietern: technologisch versiert, innovativ, resilient und werteorientiert. Aus eigener Stärke gewachsen, setzen sie klare Akzente bei Datenschutz, Digitaler Souveränität und Nachhaltigkeit – und leisten dabei echte Pionierarbeit.
Die Zeit ist reif, Hyperscaler-Clouds abzulösen. Ein Mangel an Alternativen herrscht definitiv nicht. Wir stellen die interessantesten „Rising Stars“ vor.
(Bild: Machita - stock.adobe.com / KI-generiert)
Wachsende Cyberbedrohungen, große Förderprogramme und die neue EU-Cybersicherheitszertifizierung (EUCS, ein Zertifizierungsschema unter dem Cybersecurity Act) schaffen ein günstiges Klima für lokal und regional verankerte Clouds. Gleichzeitig setzen viele Mittelständler verstärkt auf vertraute Ansprechpartner, auditierbare Prozesse, Rechtskonformität und Souveränität. Das politische Klima in den USA trägt das seine bei. Die Flucht hat begonnen.
Trotzdem bleibt der Weg für deutsche Cloud-Anbieter steinig: Viele kämpfen mit hohen Kapitalkosten der Infrastruktur und Energie, dem Fachkräftemangel und hyperskalarem Wettbewerb gegen Branchengrößen, die ihre Dominanz über Jahrzehnte hinweg mit kaum Gegenwind ausbauen konnten. Was den deutschen Clouds aber vorzüglich gelingt, ist der kulturelle und regulatorische „Fit“ – ein klarer Vorteil in Branchen und Anwendungsfällen, wo Vertrauen eine zentrale Rolle spielt.
Ein Bericht der Information Services Group (ISG) vom März 2025 für das vergangene Jahr identifiziert eine Handvoll von „Rising Stars“ der deutschen Cloud-Szene, darunter Datagroup, Skaylink, Stackit, Syntax und Teamdrive — Anbieter mit einem „vielversprechenden Portfolio“ und „hohem Zukunftspotenzial“. Doch auch andere Cloud-Innovateure treiben mit kreativen und wegweisenden Ansätzen diese schnelllebige Branche voran.
Stackit, die deutsche Cloud für Unternehmen
Stackit, der Cloud-Ableger der Schwarz Gruppe, begann als eine Infrastrukturlösung für die hauseigene IT von Lidl und Kaufland. Der Anbieter profiliert sich als eine ernsthafte europäische Alternative zu den Hyperscalern mit einem ausgereiften quelloffenen Stack und starker vertikaler Integration. Stackit kombiniert Open-Source-Technologie mit einem hochsicheren Betrieb in eigenen Rechenzentren – auf Hyperscaler-Niveau und doch vollständig in Deutschland.
Die Roadmap: souveräne Kubernetes-Services, Zero-Trust-Konzepte und nahtlose Integrationen in SAP-Umgebungen – gepaart mit massiver Investitionskraft. Der Dienstleister adressiert Industrie, Handel, KRITIS und öffentliche Hand (siehe auch den Bericht „SAP-Modernisierung für den Cloud-Betrieb: SAP in der Public Cloud“). Die Stackit Cloud gewann das Vertrauen des FC Bayern München, des AIoT-Lab des Ferdinand-Steinbeis-Instituts oder der TSG Hoffenheim.
Datagroup – die Qual der Wahl
Der Paketversender DPD hat gemeinsam mit Datagroup eine zentrale Kubernetes-Infrastruktur in Azure aufgebaut; sie ist der Kern der Innovationsstärke des Unternehmens.
(Bild: DPD)
Mit ihrem Cloud-Angebot stellt die Datagroup eine Plattform für Geschäftsprozesse mit Möglichkeiten zur Integration von lokalen Produktionsanlagen und regulatorischer Konformität bereit. Die hohe Flexibilität und Erweiterbarkeit, agile Skalierbarkeit und Kostentransparenz verstehen sich als ein Zugeständnis an die enorme Vielfalt von Anforderungen, mit denen sich Cloud-Anwenderorganisationen konfrontiert sehen.
Darum haben die Unternehmen im Multicloud-Portfolio der Datagroup die Qual der Wahl:
Die Private Cloud stellt Unternehmen eine dedizierte IT-Infrastruktur bereit, wahlweise in den ISO 27001- und BSI C5-zertifizierten Rechenzentren von Datagroup in Deutschland oder in einem eigenen Rechenzentrum. Diese Lösung adressiert vorrangig Unternehmen mit besonders hohen Anforderungen an Datenschutz und Compliance.
Die Enterprise Cloud basiert auf einer Shared-Plattform, bei der IT-Ressourcen lediglich logisch voneinander getrennt sind. Dies ermöglicht eine kosteneffizientere Nutzung durch verbesserte Kapazitätsauslastung bei standardisierten Workloads mit gleichzeitig hohen Sicherheitsanforderungen.
Die Sovereign Cloud bietet souveräne Public-Cloud-Dienste aus Deutschland und setzt primär auf Open-Source-Software zur Vermeidung von Vendor-Lock-in. Datagroup übernimmt dabei die Bereitstellung und das Management der Kundenkonten sowie der IaaS- und PaaS-Ressourcen.
Die Finance Cloud ist speziell für Banken und Versicherungen konzipiert und erfüllt die strengen regulatorischen Anforderungen der BaFin und der EZB. Ihren Infrastrukturunterbau bilden georedundante Rechenzentren in Deutschland gepaart mit dem Versprechen von höchster Verfügbarkeit und Sicherheit.
Die Defense Cloud richtet sich an Unternehmen der Verteidigungs- und Rüstungsindustrie sowie an Betreiber kritischer Infrastrukturen. Sie erfüllt die Anforderungen für „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) und wurde als erste ihrer Art in Deutschland vom BSI zertifiziert. Die Einstufung von Dokumenten zu dieser Geheimhaltungsstufe bedeutet, dass die Kenntnisnahme durch Unbefugte für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder nachteilig sein kann, weswegen sie nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind.
Die Cloud der Teamdrive Systems GmbH (ein Spinoff der Primesharing Deutschland GmbH) adressiert Geschäftskunden jeder Größe, von Selbstständigen bis zu den Großen, in drei Konfigurationsmodellen: Cloud, Hybrid und On-Premises. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Hamburg.
Die Verarbeitung und Speicherung von Dateien erfolgt „absolut DSGVO-konform“, entspricht den Empfehlungen des BSI und erfüllt nebenbei die Anforderungen der GoBD erfüllt (gemeint sind dabei „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“). Teamdrive verspricht seinen Kunden eine hochgradig sichere Cloud-Speicherlösung mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) und einer Zero-Knowledge-Architektur. Diese gewährleistet, dass selbst die Betreiber keinen Zugriff auf die gespeicherten Daten haben.
Das steckt unter der Haube der drei Konfigurationsmodelle von Teamdrive KMU/Enterprise.
(Bild: Teamdrive Systems GmbH)
Teamdrive will mit diesem Leistungsumfang gezielt jene Lücken schließen, die durch den plötzlichen Wegfall von Boxcryptor und Teamplace, zwei beliebter Cloud-Lösungen aus Deutschland, auf dem Markt entstanden sind. Boxcryptor war eine beliebte Verschlüsselungssoftware für Cloud-Daten von der Secomba GmbH aus Augsburg. Benutzer der Software konnten damit Dateien vor dem Upload in Cloud-Dienste wie Dropbox, Google Drive und OneDrive verschlüsseln. Dropbox hat das Unternehmen übernommen. Teamplace war ein Dienst der Cortado Holding AG aus Berlin, ist jedoch seit 2024 eingestellt. Teamdrive will den Nutzern dieser beiden Lösungen einen Mehrwert bieten.
Stand: 08.12.2025
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Die Teamdrive-Software ist schnell installiert und genauso einfach eingerichtet, verspricht der Anbieter. Für alle gängigen Betriebssysteme stehen optimierte Apps (Desktop & Mobil) bereit; unter Windows installiert sich der Dienst im Kontextmenü des Explorers. Ohne eine Installation ist die Cloud im Webbrowser zugänglich; zudem sind Gastlizenzen in unbegrenzter Anzahl kostenfrei.
Ionos – eine OpenStack-Alternative zu den Hyperscalern
Ionos (United Internet) treibt mit seiner „Public Cloud Made in Germany“ ein ambitioniertes europäisches Projekt mit wachsender Akzeptanz in der Verwaltung und im Mittelstand voran. Die Infrastruktur wird vollständig in deutschen Rechenzentren betrieben und adressiert Organisationen, die eine sichere und leistungsstarke Alternative zu US-Hyperscalern suchen. Ionos war lange vor allem für Domains und Hosting bekannt. Doch mit der Ionos Cloud hat sich das Unternehmen strategisch neu aufgestellt: OpenStack-basiert, DSGVO-sicher – und mit einer klaren Positionierung gegen AWS, Azure & Co.
Die Plattform ist zertifiziert nach ISO 27001 und BSI IT-Grundschutz. Die internationale Norm ISO 27001 gewährleistet, dass Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig prüfen und verbessern. BSI IT-Grundschutz ist ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickeltes Rahmenwerk. Es unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT-Systeme gegen Cyberangriffe und Datenverluste abzusichern.
Der Kölner Anbieter Plusserver hat sich als Managed-Cloud-Dienstleister für anspruchsvolle Multicloud-Projekte einen Namen gemacht. Seine Spezialität sind souveräne Multicloud-Lösungen mit starkem Engineering-Fokus. Das Serviceportfolio umfasst OpenStack-basierte Lösungen, VMware-Clouds und Managed-Kubernetes-Plattformen. Plusserver punktet mit eigenen Rechenzentren und Beratung auf Augenhöhe auf. Besonders hervorzuheben ist die Pluscloud Open, eine deutsche quelloffene Cloud der Enterprise-Klasse, die auf dem Sovereign Cloud Stack aufsetzt und Gaia-X-Standards erfüllt.
Plusserver betreibt vier hochzertifizierte Rechenzentren in Deutschland und punktet mit ISO 27001, ISO 9001 und PCI DSS. Das Unternehmen unterstützt verschiedene Branchen, darunter öffentliche Auftraggeber, Versicherungen, Finanzdienstleister und das Gesundheitswesen. Besonders dort eben, wo Auditierbarkeit einen Mehrwert bringt, kann Plusserver seine Stärken ausspielen.
Die Gridscale GmbH aus Köln, Teil der OVHCloud-Unternehmensgruppe, stellt Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und PaaS (Platform-as-a-Service) über eine intuitive API bereit. Hier liegt der Schwerpunkt auf Entwicklerfreundlichkeit und Automatisierung. Die Plattform von Gridscale ist modular aufgebaut, hochverfügbar und wird vollständig in deutschen Rechenzentren betrieben.
Gridscale verspricht zudem 100 Prozent dedizierte Bare-Metal-Hardwareleistung für KI-/ML-Anwendungen oder Data-Science-Projekte; CPU, RAM und Storage inklusive.
Von myLoc zur „Premium Cloud“ Wiit
Die Wiit AG, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Wiit S.p.A aus Mailand, hat sich als ein führender Anbieter von Premium-Cloud-Diensten in Deutschland etabliert. Im April 2024 wurden die Unternehmen myLoc managed IT AG, Boreus GmbH, Mivitec GmbH, Global Access Internet Services GmbH vollständig in die italienische Wiit-Gruppe integriert und firmieren seither unter dem neuen Namen. Die Integration von myLoc in die Wiit-Gruppe ist Teil der Cloud4Europe-Initiative, die darauf abzielt, einen europäischen Marktführer für Cloud-Dienste zu schaffen. Durch die Bündelung von Ressourcen und Expertise innerhalb der Gruppe sollen Kunden von einem erweiterten Serviceangebot und einer erhöhten geografischen Abdeckung profitieren können.
„Vertikale Integration“ der ganz anderen Art: Die Wiit AG betreibt ihre europäische Cloud-Infrastruktur in einem Nord-Süd-Korridor.
(Bild: Wiit AG)
Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine sichere private Cloud für unternehmenskritische Anwendungen und Cloud Hosting von Azure-Stack (in den Rechenzentren von Wiit) neben Managed Hosting (einer „Mischung aus Individualität, höchster Zuverlässigkeit, transparenten Kosten und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis“) sowie Colocation (also Stellflächen für kundeneigene IT-Infrastrukturen) an. Die Premium Cloud von Wiit bietet Unternehmen maßgeschneiderte Cloud-Lösungen, die auf individuelle Geschäftsanforderungen abgestimmt sind. Den Grundstein hierfür legen u.a. die drei eigenen durch das Uptime Institute zertifizierten TIER-IV Rechenzentren der Wiit-Gruppe. Für ihre Private-Cloud-Lösungen nutzt Wiit neben VMware auch OpenSource-Technologien wie Proxmox und OpenStack. Hybride Cloud-Szenarien bietet Wiit als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) ebenfalls an.
Die Wiit AG betreibt in Düsseldorf sieben eigene, Charrier-neutrale Rechenzentren, darunter das erste Tier-IV-zertifizierte Rechenzentrum der Bundesrepublik DUS2 (2023). DUS1 beherbergt die weltweit größte Lampertz-Sicherheitszelle, einen physischen Schutzraum nach dem LSR18.6-Standard. Sie wurde speziell für Großkunden wie Banken, Versicherungen und Internetdienstanbieter konzipiert. Dank redundanter, hochperformanter Backbone-Anbindungen (bis 3.500 Gbit/s) ist die Sicherheitszelle nahtlos mit anderen Cloud-Plattformen (z. B. MicrosoftAzure, AWS) koppelbar. Kunden, die ihre Cloud-Systeme in der Lampertz-Zelle betreiben, erhalten zugesicherte physische Sicherheitsparameter: z. B. Schutz gegen Feuer (F120), Einbruch (WK4+), EMP/EMV-Schutz. Diese fließen direkt in vertraglich garantierte Service Level Agreements (SLAs) für die Cloud-Dienste ein.
Das börsennotierte italienische Mutterhaus Wiit S.p.A. hat neben den Rechenzentren in Düsseldorf auch noch sieben weitere RZ-Standorte in Italien und ein Campus in Zürich. Das Unternehmen versorgt sich zu 100 Prozent mit „grüner“ Energie.
Noris Network: Rechenpower aus Franken
Noris Network, ein deutscher IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Nürnberg, hat sich als ein Premium-Anbieter für hochsichere IT- und Cloud-Services etabliert. Mit Rechenzentren der Klasse 4 — also mit der höchsten Verfügbarkeitsstufe und Ausfallsicherheit gemäß der EU-Norm EN50600 — und besonderem Fokus auf Compliance und individuelle Betreuung ist Noris die bevorzugte Adresse für Unternehmen mit höchsten Anforderungen an IT-Security. Der Anbieter kann außerdem auch die Zertifizierungen ISO 27001, ISAE 3402 und PCI DSS vorweisen. Die vCloud-Architektur der Noris network AG basiert auf einer hochmodernen, hyperkonvergenten Infrastruktur (HCI), die auf einem VMware Cloud Verified Design aufsetzt.
Der Nürnberger Cloud-Spezialist Noris Networks hat ein Cloud-Konzept, das sich „mit allen Wassern gewaschen“ hat.
(Bild: Noris Networks)
Die Kundenbasis umfasst sowohl Mittelständler als auch Großunternehmen aus Branchen wie Banken, Versicherungen, Handel und öffentliche Verwaltung. Noris network positioniert sich bewusst als Alternative zu Hyperscalern, wenn es um Datenschutz, Digitale Souveränität und individuelle Kundenbetreuung geht.
Claranet, der Hidden Champion
1996 wurde Claranet in London als Internet Service Provider (ISP) gegründet als Vorreiter für Prepaid-Internetzugang. Seit der Firmengründung der Claranet GmbH im Jahr 2000 in Frankfurt am Main hat sich das Unternehmen in Deutschland als führender Managed Service Provider für hybride und Multicloud-Lösungen etabliert. Das Unternehmen unterstützt sowohl Mittelständler als auch Großkonzerne mit maßgeschneiderten Cloud- und Sicherheitslösungen. Claranet betreibt eigene hochverfügbare Rechenzentren in Deutschland und bietet umfassende Managed Services für Public-Cloud-Plattformen wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud.
Bei der Claranet Cloud handelt es sich um Infrastructure-as-a-Service (IaaS) aus hochsicheren deutschen Rechenzentren, gestärkt durch eine Kombination aus tiefgreifender Cloud-Expertise und umfassenden Sicherheitsdienstleistungen.
Luckycloud überlässt nichts dem Zufall
Luckycloud positioniert sich als eine der sichersten Cloud-Plattformen Deutschlands und setzt dabei ausschließlich auf quelloffene Software und das Zero-Knowledge-Prinzip, bei dem ausschließlich die Nutzenden Zugriff auf ihre Daten haben.
Das Leistungsportfolio umfasst neben klassischen Cloud-Diensten (in Ausbaustufen u.a. für Teams, Business und Enterprise) auch Kommunikationstools und ein Hybrid-Cloud-Angebot (S3-Speicher und NAS-Sync): Luckycloud Business bietet Unternehmen erweiterte Administratorfunktionen, individuelle Rechtevergabe und Datenmanagement-Funktionen. Bei Luckycloud Enterprise & Enterprise Plus handelt es sich um maßgeschneiderte Cloud-Lösungen auf dedizierten Servern mit eigenem Branding und erweiterten Funktionen für große Unternehmen, souverän auf deutschem Boden.
Owncloud, die Cloud to go
Die Owncloud GmbH aus Nürnberg, ein Unternehmen der Kiteworks Gruppe, bietet mit der gleichnamigen quelloffenen Softwareplattform eine sichere Cloud „zum Mitnehmen“. Diese ermöglicht ihren Nutzern, Dateien zu speichern, zu synchronisieren, zu teilen und gemeinsam zu bearbeiten – und das alles auf benutzereigenen Servern oder in der benutzereigenen IT-Infrastruktur. Zu den Nutzern der Dateidienste der Cloud zählen u.a. die Europäische Kommission, das CERN oder die ETH Zürich.
Die Plattform ist modular aufgebaut. Sie unterstützt die Integration von Office-Lösungen wie Collabora Online oder Onlyoffice und lässt sich durch zahlreiche Plugins und Apps erweitern, darunter Kalender, Kontakte, Aufgabenverwaltung, Musik- und Fotogalerien, E-Mail, Diagramme oder Content-Management-Systeme. Unternehmen können das Erscheinungsbild der Umgebung an ihr eigenes Corporate Design anpassen und eigene Workflows integrieren. Die gebotenen Sicherheitsfunktionen umfassen unter anderem Zwei-Faktor-Authentifizierung (eine der Voraussetzungen für NIS-2-Konformität), Verschlüsselung der Daten im Ruhezustand und während der Übertragung (jedoch nicht während der Verarbeitung, siehe dazu den Bericht „Pssst…vertraulich! Cloud Computing mit Laufzeit-Verschlüsselung“), Passwort-Richtlinien, Brute-Force-Schutz, Ransomware-Schutz, Audit-Logs und Integritätsprüfungen.
Fazit der Autoren
Die deutsche Cloud-Landschaft erlebt gerade ein rasantes Wachstum mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit. Immer mehr Managed-Service-Provider werden selbst zu Cloud-Anbietern — und nicht nur sie. Mit ihrem tiefen Verständnis der Cloud und einer Kultur der Kundenorientierung innovieren diese kleineren Anbieter gezielter als die Hyperscaler. Sie bieten in ihren jeweiligen Nischen einen klaren Mehrwert.
Die deutschen „Rising Stars“ der Cloud-Szene beeindrucken nicht nur mit ihrem Know-how. Sie verbinden diesen mit einem ausgeprägten Realitätssinn und Bodenbeständigkeit. Sie trumpfen mit Souveränität, kontinuierlicher Konformität und einem tiefen Branchenverständnis auf. Sie pflegen den direkten Draht zum Kunden. Dadurch setzen sie in der Cloud-Szene ganz neue Maßstäbe.
* Das Autorenduo Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins arbeitet für McKinley Denali, Inc., USA.