Weiter nur eine Finanzmarktkrise oder doch eine Wirtschaftskrise?

Was die Player im IT-Markt zur aktuellen Wirtschaftslage sagen

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Michael Dell, CEO, Dell

Michael Dell, CEO, Dell (Archiv: Vogel Business Media)

Bei der Vorlage der Quartalszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres stellte Dell am 16. September fest, dass es industrieweit und weltweit eine nachlassende Nachfrage nach IT gebe. Dell werde trotzdem im gesamten Jahr schneller als der Markt wachsen, kündigte das Unternehmen an. Es werde weiterhin seine Wachstumsstrategie umsetzen, die Kosten reduzieren und dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern.

Steve Mills, IBM Software

»Wir machen viel Geschäft mit Finanzdienstleistern, aber unser Geschäft ist global. Wir sind in 170 Ländern tätig, das gibt uns erhebliche Wachstumsmöglichkeiten«, zitiert die Financial Times Deutschland den IBM-Manager. Er betont, dass nicht die Zahl der Banken, sondern das Volumen von Finanztransaktionen, wie Aktienkäufe oder Überweisungen, die Nachfrage bestimmten. Gerade in schwierigen Zeiten komme es darauf an, zu sparen. Und das sei am schnellsten durch Investitionen in eine moderne IT möglich.

Safra Catz, Finanz-Chefin Oracle

»Der Gewinn für das abgelaufenen Quartal lag über den Erwartungen. Auch für die kommenden drei Monate bin ich optimistisch. Nur ein geringer Teil unserer Kunden kommt aus der Finanzbranche«, so Catz bei der Präsentation der Quartalszahlen.

Guy Berruyer, Sage President Mainland Europe and Asia

Guy Berruyer, Sage President Mainland Europe and Asia (Archiv: Vogel Business Media)

Eine generelle Abkühlung bei der Software-Nachfrage erkennt Sage-Vorstandsmitlied Guy Berruyer nicht. Es gebe keinen Grund, die bisherigen Geschäftserwartungen für die im September beendete Finanzperiode zu ändern. Das Umfeld sei allerdings »herausfordernd«, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte.

Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP AG

Henning Kagermann, Vorstandssprecher der SAP AG (Archiv: Vogel Business Media)

Der Software-Hersteller SAP meldet, dass die Turbulenzen die Erlöse beeinträchtigt haben. »Die Entwicklung in den letzten Wochen ist für viele Unternehmen dramatisch und beunruhigend. Diese Sorgen führten zu einem sehr abrupten und unerwarteten Abschwung unseres Geschäftes unmittelbar vor dem Ende des dritten Quartals«, begründete Henning Kagermann, Vorstandssprecher von SAP, die am Montag veröffentlichten vorläufigen Umsatzzahlen für Software und Software-bezogene Services bis zum dritten Quartal 2008.

Dass die Ergebnisse in diesem Quartal voraussichtlich niedriger als ursprünglich erwartet ausfallen, begründete Kagermann mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, wie sie seit der zweiten Septemberhälfte den Markt erfasst haben. Der Krise hätte sich auch SAP leider nicht entziehen können. Nach der Bekanntmachung büßte die SAP-Aktie über 16 Prozentpunkte ein. Details dazu im Beitrag »Stimmungs-Crash ereilt ITK-Dienstleister und Software-Unternehmen«.

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